lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

grenze

nhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
20 in 15 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
71
Verweise raus
114

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grenze f.

Bd. 9, Sp. 124
grenze, f. , finis, terminus. II. form und ausbreitung. I@11) grenze ist lehnwort aus dem slav. (poln. granica, tschech. hranice, vgl. Miklosich 76b), das um die mitte des 13. jhs. im Deutschordenslande übernommen wurde. die erneuerte kulmische hantveste (1251) übersetzt termini noch mit gemerke Philippi preusz. urk.-buch 1, 1, 183 ff.; dagegen: an unser granizze 1, 2, 130 (Thorner urk. von 1262); bynnen denselbigen grenitczen 1, 1, 164 (urk. von 1262—63); do eine geczeichente grenitze stehet Voigt cod. dipl. Pruss. 2, 123 (a. 1321); auch in der poet. litteratur des ordens: grenytzen Hiob 9566. 14163; als man of yensyt der Swecze zoch und do an der grenicz lag Marienburger tresslerbuch 589, 36 Joachim; grenicze, -czen geometria Culmensis 16. 19 Mendthal; metae, quae polonice grAenzien dicuntur Weinhold schles. 30a (urk. von 1291); daz selbe hus mit dem dorfe mit alle seinen grenitzten lehnsurk. u. besitzurk. Schlesiens 1, 125 (a. 1319); daz scol sin die grenitze zwischen uns beidersit ib.; alle unser lande ... mit irn weipilden und grenicen 1, 163 (a. 1344); zahlreiche belege aus dem böhm. des 14. jhs. bei Jelinek mhd. wb. f. Böhmen 331; auch die lat. urkundensprache hat das wort, vielleicht erst auf dem wege über das deutsche, dem poln. entlehnt; die ältesten belege weisen auch hier in die zweite hälfte des 13. jhs.: a granicia ipsorum Voigt cod. dipl. Pruss. 1, 176 (a. 1283); infra dictos limites sive granicies 2, 129 (a. 1322); metas et grencias civitatis Haltaus 752 (aus urk. der markgrafen v. Brandenburg a. 1285); universis metis, graniciis ac circumferenciis lehnsurk. u. besitzurk. Schlesiens 1, 490, 3 (a. 1343); in suis grenniciis et limitibus 491, 34 (a. 1343); usque ad gades et grenicias villae Gunzendorff Du Cange 4, 110a (a. 1337); ebd. und 100c weitere belege. im 15. jh. dringt das wort aus den grenzmarken nach westen, sowohl nd. wie hd.: nicht in syn lant men up eine grensze to komen Schiller-Lübben 6, 144a aus den recessen d. hansetage (a. 1437); meta grenicz Diefenbach 359b (obd., anfang 15. jh.); confinium grenicz vel landes scheydung 141b; gades rein, grenitz 641b; ebenso nov. gloss. 187b (ostd., 1420); aber litterarische belege sind noch rar: an disen grentzen Stainhöwel de clar. mul. 324 Drescher; von der grenitzen wegen irer bistumbe städtechron. 3, 271 (Meisterlin Nürnberger chron. 1488). I@22) erst im laufe des 16. jhs. hat sich grenze allgemeine litterarische geltung errungen, nicht zuletzt durch den einflusz Luthers, der geradezu eine vorliebe für das wort hat. es lohnt, seinen sprachgebrauch mit dem anderer bibelübersetzungen zu vergleichen: da mit sie ire grentze weiter machten Amos 1, 13; ir eyne grentzen Hetzer-Dengk prophetenübersetzung (Worms 1527); seine landsmarck ausz zuo braiten Eck bibel (Ingolstadt 1550); ire landmarchen Zürcher bibel (1531). — (Tyrus) deine grentze seind mitten im meer Hes. 27, 4; deine grentzen Hetzer; Eck abweichend; deine landmarchen Zür. — deine kinder sollen wider in ire grentze komen Jer. 31, 17; in ire eygne grentzen Hetzer; zuo iren landmarcken Eck; in ir land Zür. — (sünde) die ir in allen ewren grentzen begangen hat Jer. 15, 13; in deinen grentzen Hetzer; in allen deinen märckten Eck; in allen euwern landmarchen Zür. — geschrey gehet umb in den grentzen Moab Jes. 15, 8; gehet gerings umb den gräntz Moab Hetzer; umbgeet die landmarck Eck; übergieng das gantz land Zür. — schaden oder verterben in deinen grentzen Jes. 60, 18; in deinen grentzen Hetzer; in deinen gränitzen Eck; innert deinen letzinen Zür. — die die grentze verrücken Hos. 5, 10; die marck steyn Hetzer; Eck, Zür. ebenso. — deine thore von rubinen und alle deine grentzen von erweleten steinen Jes. 54, 12; alle deine marck Hetzer; Eck ebenso; alle deyne ende Zür.eine weiter geführte vergleichung würde bestätigen, dasz die rheinfränk. übersetzung in der ausdehnung des gebrauchs hinter Luther nicht erheblich zurücksteht, während die bair. wesentlich zurückhaltender ist (namentlich in der verwendung von grenze für 'gebiet') und die hochalem. das wort überhaupt nicht kennt. dem entspricht es, wenn Adam Petri im glossar zu seinem nachdruck des lutherischen neuen testaments (1523) grentz erklärt durch gegny, umbkreysz. die nd. Lübecker bibel (1533) übernimmt in den meisten fällen Luthers grenze, nur in der bedeutung 'gebiet' tritt öfter anderes ein; z. b. heiszt es Jer. 31, 17 (s. o.) in er landt; oder: nam Israel in all dat landt der Amoriter richt. 11, 22 statt Luthers alle grentze. sicherlich wirkt Luthers einflusz mit, wenn das wort namentlich seit den dreisziger jahren des 16. jhs. auf hd. boden allgemeine verbreitung findet, und zwar zuerst in den gebieten, die sich der reformation öffneten: fränk. Alberus dict. (1540) 45b. 114a; fabeln 115 neudr.; Carbach Livius 207b; Kirchhof wendunm. 2, 67. 372 Österley; sehr häufig bei H. Sachs; schwäb.: städtechron. 23, 50, 2 (Clemens Senders Augsburger chron.); Seb. Franck Germ. chron. (1538) 2a. 137b; sprichw. (1541) 2, 185b; nd.-alem.: Hedio chron. Germ. (1520) p vib; Agricola 750 sprichw. (1534) k iia; grentz limes Dasypodius (1536) 338b; Eppendorff Plinius (1543) 8, 47; Wickram 1, 201, 3; im bair. dagegen anscheinend erst später durchgedrungen: Nas antipap. eins u. hundert 1, 93b; 2, b 3b; oft freilich schon bei Aventin bair. chr. 1, 262, 33; 4, 75, 2. 281, 21. 355, 21. 356, 2. 919, 15; auch schweiz. scheint das wort erst in der 2. hälfte des 16. jhs. zur herrschaft gelangt zu sein: der grenitze halb beyder künigreichen Seb. Münster cosmogr. (1550) cxv; die grentzen Asiae Xylander Polybius (1574) 1; vgl. Frisius diction. (1556) 804a. 926a; Josua Maaler teutsch spraach (1561) 192a; Calepinus undec. ling. (1598) 192a. 823b; vereinzelt allerdings auch schon in der 1. hälfte des 16. jhs.: greniz(e) in eidgenöss. abschieden von 1521 und 1529 nach Staub-Tobler 2, 785a. I@33) in den heutigen dialecten überall: grenzen Staub-Tobler 2, 785; krantsə, theilweise kræntsə Martin-Lienhart 1, 279a; grániz, gránəz Schmeller 1, 999; granatz Schöpf 206; grânaze Lexer kärnt. 121; grenitz, granitz Loritza idiot. Vienn. 54; grenz Follmann lothr. 215b; grenz lux. ma. 154a; krents Meisinger rappenau. 77b; kränz für flurgrenze, rain Müller-Fraureuth 1, 440a; grenze Weinhold schles. 30a; grens' Danneil 69b; grense Schambach 68a; gréntse Bauer-Collitz 41a; grens Schmidt-Petersen 53b; grense, grens', älter grenitts und die erweiterung grensinge Berghaus 1, 609b (up de negde an de gränsinge des stichts brem. wb. 2, 541); grense, grens Doornkaat-Koolman 1, 680a; aus dem nd. in die benachbarten germ. sprachen gedrungen: nl. grens, nach Franck 2 213b zuerst bei Plantijn (1573); n. grænse; schwed. gräns. I@44) die echte form mit mittelvocal ist nördl. des Mains anscheinend im 15. jh. erloschen, wenn sie auch Stieler noch notiert: olim gränitz stammb. 693; aber auf südd. boden erscheint sie bis zur mitte des 16. jhs. und darüber hinaus noch überall; vgl. Staub-Tobler 2, 785a; Münster cosmogr. (1550) cxv; Baumann quellen z. gesch. d. bauernkriegs aus Rotenburg 112; stets bei Aventin und Nas (bei H. Sachs dagegen anscheinend fehlend); frawen Maria zu Ungarn ... gründtlicher bericht (1543) f 3b; Mathesius Sarepta (1571) 78b; Carbach Livius (1551) 207b; dann erlag sie der auf md. boden entwickelten und namentlich durch Luther propagierten form grenze; nur das bair. hat bis heute an der alten form festgehalten: lantmarchen und grenitzen Schöpf 206 (aus d. tirol. landordnung von 1603); auf der schlesischen gränitz Mayr epitome (1604) 174a; oft in den österr. weisth., z. b. 1, 81, 20. 104, 30. 267, 15; zur gränitzen Procopius patrociniale (1674) 336; die gränitzen Judeae Abr. a St. Clara Judas (1686 ff.) 1, 142; Kramer bezeichnet gränitz ausdrücklich als österr., teutsch-ital. (1700) 1, 556a; ebenso Diedr. v. Stade erläuter- u. erklärung (1724) 278; belege für die modernen maa. s. oben unter 3. I@55) als stammsilbenvocal erscheint im älteren schles. a: in allen reynen und graniczen lehnsurk. u. besitzurk. Schlesiens 2, 370 (a. 1443); yn seynen reynen und grantczen 1, 553 (a. 1493); die deutsche grantze (: pomerantze) Logau sinnged. 884 Eitner; vgl. unten granczhaus (schles. a. 1618); bair.-österr. bis heute: grahnitz Zaupser bair.-oberpfälz. id. 32; bei Klein provincialwb. 1, 159 granitz als österr. vermerkt; kain grániz von lándern mehr kennt má Stelzhamer 3, 132 Rosegger; seit dasz die granitz (grenze) gesperrt ist Rosegger 7, 231; weitere belege für die heutigen bair. maa. s. oben unter 3; auch Steinbachs angabe granitz antiqua vox in Suevia adhuc usitata wb. 1, 637 hat wohl nur das bair. im sinn; alem. nur in ableitungen: granítzer, gewöhnlich granítzler, auch gränítzler hausierer, schmuggler; granítzlen einen solchen beruf treiben Staub-Tobler 2, 745; an der französischen granze bei Arndt schr. für u. an s. l. Deutschen 1, 237 scheint druckfehler.selten ist ei in der stammsilbe: confinium greynicz vel landes scheydung Diefenbach 141b; an den eussersten enden und gräinitzen der welt Albertinus Lucifers königr. 249, 19 Liliencron; landtsgrainz Schöpf 206 aus Trojer chronica .. der beruembten stadt Botzen (a. 1626). — vereinzelt mit rundung: alle unsere grönitz (plur.) Alex. Seitz vom groszen abentmal (1540) f viiia; ebenso selten mit sproszvocal: cancellus ... dicitur theutonice eyn schrang vel gerenitze Haltaus 752. I@66) bis ins 16. jh. wird der stammsilbenvocal e geschrieben; erst in der 2. hälfte dieses jhs. findet man ä öfter: grännitzen Staub-Tobler 2, 785a aus Vadian; an der steirischen gräntz Kirchhof wendunm. 2, 67 Österley; gräntze Schütz hist. rer. Pruss. (1592) 1, 1; auch bei Aventin herrscht indessen schon gräniz; aber erst im 17. jh. gewinnt ä die oberhand: grenze, grenz, gränz notiert Henisch 1740; gränz et grenz dagegen Stieler 693; es scheint, als wenn das vordringen von gränze zum guten theil auf die rechnung der Schlesier kommt, denen diese schreibung dadurch nahe gelegt war, dasz ihr dialect die a-form lange gehalten hat. jedenfalls bevorzugen ä männer wie Gryphius, Logau, Angelus Silesius, Lohenstein, auch Fleming, Olearius, Chr. Weise, während e vorherrscht bei Zesen, Schottel, Schupp, Spee, Chemnitz. im 18. jh. nimmt gränze eher zu als ab, und nicht zutreffend ist Steinbachs bemerkung: quidam adhuc hodie scribunt gräntze, quod hodie plerumque grentze scribitur wb. 1, 634; noch am ende des jhs. schreibt Braun gräntze vor wb. (1793) 126a; noch in der 1. hälfte des 19. jhs. halten ä und e sich ziemlich die wage, und Heinsius' angabe: 'grenze ist jetzt die gewöhnlichste schreibung' wb. 2, 529a ist verfrüht. I@77) vereinzelt erscheint schwache flexion im sing.: in seiner grentzen (: mit .. fuchs-schwentzen) H. Sachs 5, 143, 14 Keller; in Polen an der grentzen Opel-Cohn dreiszigjähr. krieg 77; auch im nom.: derhalben ist nun das wasser der Sala eine gräntzen Prätorius katzenveit (1665) b 1b; auffälliger ist ein stm. grenz, anscheinend beschränkt auf die bedeutung 'gebiet': umb den gräntz Moab Hetzer-Dengk prophetenübers., Jes. 15, 8 (s. o. 2); was sich bei uns zugetragen in unserm grenz Staub-Tobler 2, 785 (a. 1620). IIII. bedeutung. II@AA. im eigentlichen sinne bezeichnet grenze die gedachte linie, die zur scheidung von gebieten der erdoberfläche dient; der sprachgebrauch vergröbert vielfach den begriff, indem er ihn überträgt auf die äuszeren merkmale, denen die grenze folgt, z. b. wälle, wasserläufe, gebirgszüge (beispiele unter C 1 a): meta grenicz Diefenbach 359b; gades rein, grenitz 641b; confinium grenicz vel landes scheydung 141b; grentz limes Dasypodius (1536) 338b; limes, terminus, confinium Serranus synon. (1579) s. v.; zur synonymik vgl.: margines imperii die marchen, kreisz, frontieren und grentzen desz reychs Frisius diction. (1556) 804a; die grentzen: landtmarchen fines, orae, clima; die grentzen oder frontieren: die marchen und anstösz eines reychs, limina imperii Maaler teutsch spraach (1561) 192a; fines agri grentze oder ende des ackers Golius (1585) 37; grentzen, anwandung, anstösz, landtmarchen, frontier, anrein, scheyde Sattler (1658) 230; czweiunge umb der stollen, greniczen und marscheid Jelinek mhd. wb. f. Böhmen 331 (14. jh.); alle czweiunge und stosse von den gemerken und greniczen ausczurichten ib.; welcher dem feldmesser die anstösz, grentzen, end .. des stucks, so zumessen, zeyge Sebiz feldbau (1579) 473; (beim kauf eines gutes bedenke man) ob die ausmarckungen, gräntzen, rain und steine richtig oder nicht Hohberg georg. cur. (1682) 1, 9; grentze oder landsende, da man aus einem lande yn das ander tritt Luther nach Diez 2, 164a; vgl. Galilea aber heyst eyn grentze, da die land enden 8, 393 Weim.; das wasser Rubicon (domals ein end und gräniz Italien ..) Aventin 4, 281, 21; aus dem anstoss oder grentz Armeniae Thurneysser magna alchymia (1583) 53; vgl. und dasz ich vil der anstösz hab, beweget mich ausz noth vorab hie meine grentzen zubewahren Spreng Ilias (1610) 15b. II@A@11) bei privatem besitz; vielleicht der ursprünglichste gebrauch des wortes; J. Grimm bemerkt mit recht: es leuchtet ein wie wesentlich der begriff der grenze mit dem des eigenthums sich verknüpfe kl. schr. 2, 30; ander lan uber recht ir grenytzen gan (terminos transtulerunt Job 24, 2) Hiobparaphrase 9566 Karsten; die nachpauren sein und ire greniczen czusammenstossin Jelinek mhd. wb. f. Böhmen 331 nebst weiteren belegen; daz eyn yderman syn lant yn richteger grenicze mochte ackeren und pflanczen geometria Culmensis 16 Mendthal; gevilde und hovereite yst, daz do hot lenge und breyte, dez greniczen linien adir dreboume sint 19; sonsten hatten diese geistliche leut auch zu sprechen uber .. anforderung, erbschaft, gräntze, todschläg und dergleichen Schill teutscher sprach ehren kranz (1644) 50; einer seiner nachbarn hatte ihn .. wegen seiner gränzen in anspruch genommen Hippel kreuz- u. querzüge 1, 77; des eigenthums gemessne gränzen ehrend Schiller 12, 86; hat der eigentümer .. über die grenze gebaut bürgerl. gesetzb. § 912 abs. 1; auch wo der begriff des eigenthums zu dem des macht- oder wirkungsbereiches verblaszt: er (der jägerbursch) musz sich .. die grentzen, wege, stege .. wol bekannt machen Heppe aufricht. lehrprinz (1751) 229; Thiel begleitete den zug bis an die grenze seines reviers Hauptmann bahnwärter Thiel (1892) 50; etwas anders: die herold nit ansprachen ihn (Achilles) sonder stunden mit reverentz und ehrentbietung an der grentz (des zeltes) Spreng Ilias (1610) 8a. II@A@22) bei politischen gebilden; diese verwendung gewinnt allmählich die herrschaft; richtig sagt Henisch: termini proprie non privatorum, sed regnorum et principatuum teutsche spr. u. weish. 1740. II@A@2@aa) (Alexander) quam czu den grenizcin mit aldir rittir wizcin des volkis Bragmanorum lant md. schachbuch, zs. f. d. a. 17, 220, 34; der krieg zwischen Eberharten bischoff zu Bamberg und Gundecaro ... von der grenitzen wegen irer bistumbe städtechron. 3, 271, 25 (Nürnberg, ende 15. jh.); von den grentzen, gelegenheit und begriff Germaniae Seb. Franck Germ. chron. 2a; das sonderlich an der feind grentzen ein besatzung an der andern (gewesen) Fronsperger kriegsbuch 1, e 6a; alda schlieszt sich die gränitz des erzstifts österr. weisth. 1, 104, 30; volgen die gränitzen des landgerichts Täxenpach 267, 15; gewisse präpositionen bevorzugen den plur.: die in den grentzen der stadt wohnen Steinbach 1, 638; dasz der keyser .. dasselbe (königreich Schweden) in seinen scheeren und grentzen wol sicher und unbekümmert lassen solte Chemnitz schwed. krieg 1, 17b; dasz das reich .. mit geistlichen personen genügend versehen sei, um jede innerhalb seiner grenzen entstandene streitigkeit zu schlichten Ranke reform.-gesch. 4, 35; durch die gräntzen eines landes ziehen Kramer teutsch-ital. (1700) 1, 556a; beide den alten unbekannte und noch jetzt nicht weit über unsere gränzen gekommene wissenschaften Göthe 46, 91 Weim.; wir wollten uns ... vor die gränzen des reichs gegen die wölfe die Türken .. lagern 8, 115; inländischer namen zwar, aber solcher, die auch jenseits der bajuvarischen grenzen bekannt sind Steub drei sommer in Tirol 1, 15; der sing. namentlich, wo eine feste geographische bezeichnung hinzutritt: er wollte sich nach Breslau begeben, um der russischen grenze näher zu sein Ruge briefw. u. tageb. 2, 44; ob es nothwendig, die vorspringende grenze Congreszpolens .. weiter ab von Berlin zu rücken Bismarck ged. u. erinn. 2, 119 volksausg.; wir waren auf diese weise unvermerkt .. über die gränze des erzherzogthums Oesterreich gekommen Nicolai reise d. Deutschland 2, 481; während der eilwagen über die preuszische grenze fuhr Moltke schr. u. denkwürdigk. 6, 4; welcher auf einen kurzen urlaub von der persischen grenze her ... gekommen war Holtei erzähl. schr. 1, 111; an der behmischen grentz Luther nach Dietz 2, 164a; an der grenitz seines fürstenthumbs städtechron. 23, 50, 2; als sie an die mährische gräntze gerathen Micraelius pommer land (1640) 1, 89; Salomo war ein herr .. bis an die grentze Egypti Schupp schr. (1663) 31; Fort de Joux .., hart an der gränze des Pays de Vaud Dahlmann gesch. d. franz. revol. 176; die ältere sprache verwendet in ähnlichen fällen auch den plur.: schriebe er ... seinem könig, dass er mit seim volck nun ohn sorg gegen den frantzösischen grentzen gehen möchte Moscherosch gesichte (1650) 2, 430; und werden böhmische völcker an die pannonischen grentzen geführet Bucholtz Herkuliskus 229; eine gewisse landschaft, die keine geringe verdienste .. hat, aber an den grenzen von Deutschland liegt Gottsched deutsche sprachkunst 54; in jüngerer zeit mehr in gehobener sprache: mutig stand an Persiens grenzen Roms erprobtes heer im feld Platen 1, 7 Hempel; der gehorsamst unterzeichnete lebte ein jahr lang an den grenzen des alten Mährenreiches Brunner erzähl. u. poet. schr. 1, 202; eigenartig: an den beyden grentzen geschach Sachsner und Hennenberger land, den doctor Luther gfangen hand Eyering proverb. 1, 291; vom 16.—18. jh. häufig mit auf: wurden ... des reingrafen 11 fänlein auf der lothringischen grentz in die dörfer quartieret Kirchhof wendunm. 372 Österley; soll man sie (die jesuiten) auf die ungarische und türckische grentzen verschaffen Fischart binenkorb (1588) 22a; auf den flandrischen gräntzen von Franckreich her wardt .. eine katzen folgender weiss aufgericht Kirchhof militaris disciplina 175; in einem kloster auf der flandrischen gränze Schiller 4, 213; von einer burg auf der attischen gränze Droysen Äschyl. 8. — derhalben so ist nun das wasser der Sala eine gräntzen zwischen den Catten und Hermunduren Prätorius katzen-veit (1665) B 1b; die grenze zwischen Ober- und Unter-Wlastowitz Ebner-Eschenbach 4, 6; schreib auch dem von Schwendi, dass er die grentzen gegen Sibenbürgen wölle versorgen Stumpf Schwytzerchron. 28a; die gränze Asiens gegen Afrika verliert sich in der sandwüste zwischen Gaza und Pelusium J. v. Müller sämtl. werke 1, 36; mit dem venezianischen nobiluomo Donado unsere gränze mit der republik Venedig besser zu reguliren Ayrenhoff werke 1, 11. II@A@2@bb) weil die bedeutung der politischen grenze die herrschende ist, wird das wort frühzeitig ohne weiteren zusatz prägnant für landesgrenze gebraucht: wie uns gott den Türcken an die grentz geschickt hat theatr. diabolorum (1569) 249b; alsbald er angenommen von uns, die auf der gräntz ihm starck entgegen kommen Gryphius trauersp. 169 Palm; er wundert sich, dass ihn das land nicht durch bevollmächtigte an der gränze einholen lässt Rabener sämtl. schr. 5, 125; aufruhr an der grenze zu bestrafen Göthe 5, 51 Weim.; so namentlich mit über: brachte meinen .. cörper ... über die grentze Schnabel insel Felsenburg 25, 17 Ullrich; als nach dem .. tode des fürsten dessen maitresse die schätze des landes über die grenze bringen wollte Kerner bilderbuch (1849) 30; er wisse wohl, dass kein bauer etwas über die gränze führen dürfte Klinger werke 3, 112; die Franzosen seien über die grenze gerückt Arndt 1, 106 Rösch-Meiszner; ich legte mich .. der länge nach ins stroh und fuhr .. unbehelligt über die gränze Hoffm. v. Fallersleben ges. schr. 7, 113; über die grenze gehen, über die feldmarken, ins nächste dorf gehen Weinhold schles. 30a; nimm die post, in zwölf stunden bist du über die grenze Iffland theatral. werke 1, 248; ehe seine freunde es merkten, waren sie mit gestreckten zügeln über die gränze Alexis hosen 1, 149; wir müszen immer fort fahren, bis wir über der gränze sind Stephanie lustsp. 143, 25; in einer stunde bin ich über der gränze Schiller 3, 471; fluch't über der gränze (d. h. wenn ihr über der grenze seid) 3, 139; er soll sich eine braut über der gränze suchen, hier im lande wachsen keine mädeln für ihn Bäuerle kom. theater 2, 18; der plur. erscheint seltener in ähnlicher verwendung: bald streifen auf den gräntzen die, so nur raub ernährt Gryphius trauersp. 33 Palm; dasz, wenn auch heute noch der Türck im felde wär und Moguls reiterey schon an die grentzen rennte Günther nach Steinbach 1, 638; ich ward .. aus besonderer gnade infam aus den gränzen gejagt Schiller 2, 126; wir müssen noch vor sonnenuntergang über den gränzen sein 147; denn nicht mit speeren allein wird der feind geschlagen; und nicht kann es gedeih'n von den gränzen ihn jagen Rückert (1867 ff.) 1, 45. II@A@33) auch ohne den begriff des eigenthums von localen bezirken jeder art: hynden in Africa, uff der frontyer oder grenitz gegen Ethiopia Eppendorff Plinius (1543) 8, 47; die grentzen Asie Xylander Polybius (1574) 1; die kleine stadt .. lag hart an der grenze der marschlandschaft Storm 1, 57; die räumliche verbreitung eines münzbildes weit über die grenzen seines ursprungsgebietes Luschin v. Ebengreuth münzkunde 47; jetzt betraten sie gegen einander die grenzen des kampfraums Bürger 1, 210 Bohtz; die grenzen der einzelnen übungsplätze Jahn 2, 103; vgl.an den grenzen der gesellschaft und hie und da selbst zwischen den tischen balgte sich die knabenschaft Stifter 2, 122; alte wendung: damit sie ausser der welt grentzen kommen Aeg. Albertinus hirnschleifer (1664) 58; jenes tiefverhaszte bild, dem ich entfliehen möchte, wär es auch weit über dieser erde dunkle grenzen Grillparzer 4, 173; jenseits der grenzen des erdenrunds Gerhard akad. abhandl. 1, 18; vgl. des feuers wut erreicht die gränzen der schöpfung Denis lieder Sineds (1772) 34, 3; da sitzt sie, die nacht, die thronende, und bewahrt die grenzen der schöpfung Herder 22, 61; so fühlten die alten .. ihre einzige behaglichkeit innerhalb der lieblichen gränzen der schönen welt Göthe 46, 22; die bedeutung nähert sich der unten 5 behandelten. II@A@44) im 16. jh. bilden sich die bedeutungen 'grenzgebiet' und 'gebiet' schlechthin; fines .. natio, ora, plaga, solum ein land, eine gegent, pfleg, grentz Alberus diction. 45b. II@A@4@aa) anders als bei mhd. marke bleibt die entwicklung der bedeutung 'grenzland' in den anfängen stecken: zwackt und reisset er (der Türke) etwas den grentzen und nachbarn abe Luther 302, 172 Weim.; man helt es darfür, dass sie (die zigeuner) auss Egypten und auss den grentzen Aphricae herfür kommen seyen Nigrinus von zäuberern (1592) 52 f.; ausz Judäa und den grentzen desz Jordans ( περίχωρος τοῦ Ἰορδάνου Matth. 3, 5) Schupp schr. 308; wie es (Österreich) dann allbereit zu der Römer zeiten die mark oder gränze Teutschlands gewesen Birken ostländ. lorbeerhayn 122; ähnlich: als kind der grenze lernte ich früh mein deutsches wesen .. lieben Freytag 1, 4; mehr zum folgenden stellen sich: ihr hand auch gehört, wie sye (von Paris aus) den ersten weg in Portugal schifften, dergleich ander umbligende ort und grentzen besichtigten Wickram 1, 201, 3 Bolte-Scheel; das der insel Cippern vil frücht aus GrAetia, Siria und Eygipten zuverkaufen zugefüert werdt; hingegen wenn solche gräntzen auch not leyden und Cippern was iberiges hatt Krafft reisen 72. II@A@4@bb) die bedeutung 'gebiet' kommt (wie bei lat. fines) zunächst natürlich dem plur. zu; bis ins 18. jh. ganz gewöhnlich: begegneten uns etlich hundert leüt von allerlay grentzen mit irer waar Nas antipap. eins u. hundert 2, b iiib; daher die frucht, die manigfalt und schmackhaft war, zum unterhalt gewidmet blieb den teutschen gräntzen Neumark neuspr. teutsche palmbaum xxix; wir werden zwar deine gräntzen nicht mehr betreten Zend. a Zendoriis winternächte (1682) 124; dasz ... du ein jedes reich besehen, nur Pohlen, Schwedenland und Russens gränzen nicht König ged. (1745) 34; sieh! wie des glückes zorn Ulyssens lauf verwirrt, der seine gränzen sucht, und stets im elend irrt J. E. Schlegel 1, 167; da seine jagden allen gutbesitzern und hirten, deren gränzen er dadurch von verwüstenden feinden reinigte, nützlich wurden Schiller 9, 142; auch: der welt grentzen (will ich dir geben) zuo deinem aigentuom Schede psalmen 15 neudr.; aber, was er auch für tücke hege, kämpfen will ich um des himmels gränzen Droste-Hülshoff 3, 22 Cotta; im 19. jh. verblassend: so erhielt Makedonien die einigkeit zurück und auch ungefähr wieder die grenzen wie es sie .. gehabt Mommsen m. gesch. 2, 41; ungemein häufig nach gewissen präpositionen: sie suchten eine schöne dirne in allen grentzen Israel 1n. 1, 3; er nun also gehandlet .. in den palestinischen und arabischen grentzen Casp. Hedio chron. German. (1530) p vib; in Lappland und den benachbarten grentzen Prätorius saturnalia (1663) 66; das stadtlein Beske, im märckischen grentzen gelegen winter flucht d. sommer vögel (1678) 66; dass ich hier unbekannt in fremden grenzen lebe, ... ist mein geringster schmerz Gottsched deutsche schaubühne 2, 19; die nymphen sahn erstaunt in den beschäumten grenzen (im meer) ein fliegend holz sich drehn Wieland 11, 41 akad. ausg.; (das vom russischen kaiser aufgerufene volk) versammelte sich in allen gränzen des weiten reiches Arndt schr. für u. an s. l. Deutschen 1, 239; dieweil die Römer damit umbgehen, fallen die von Antemna in ire grentzen Müntzer Livius (1571) a 6b; da werde ich den Helicon mitten in ihre grentzen setzen Grimmelshausen Simpl. 211 Kögel; (wir wollen) sie unversehens uberfalln und mit gantzer macht zurück treibn, dasz sie auf iren grentzen bleibn Ayrer dramen 1, 133 Keller; und nöthigte uns nur eine halbe stunde von dannen mit ihm auf die grentzen unserer religions-genossen zu reuten polit. maulaffe (1679) 113; wofern uns theurung nur und misswachs nicht verheeren, der krieg schlägt keinen noch auf unsern gräntzen todt Besser schr. 1, 69 König; bei anderen präpositionen tritt die bedeutung weniger scharf hervor, um sich in jüngerer zeit fast ganz zu verflüchtigen: sein der rechten Gadarener arth gewesen, die ... Christum ausz iren grentzen weichen heissen Sandrub hist. u. poet. kurzweil 53 neudr.; was Grönland folgen läszt aus seinen kalten gräntzen Butschky Pathmos (1677), vorw. ija; fliehet vor des gottes grimme, eilt aus unsern gränzen fort Göthe 2, 30 Weim.; dass man den feind aus den grenzen werfen .. könne Stifter 3, 146; dasz mein fleisz die meisten früchte biszhero ausser den gräntzen des vaterlandes getragen hat Chr. Weise polit. redner (1677) vorr.; die bestimmungen .. nicht .. auszerhalb der eigenen grenzen krieg zu führen Mommsen m. gesch. 2, 25; er (Jesus) ihm (dem tod) von falben grentzen entlief mit vollem trab Spee trutznacht. (1649) 57; du eilest fort, eilst fern von diesen grenzen, wo man so oft dir lorbeer-kronen wand Zach. Werner ged. (1789) 57. II@A@4@cc) merkwürdiger weise gewinnt auch der sing. die bedeutung 'gebiet'; das könnte sich daraus erklären, dasz sing. und plur. im älteren nhd. vielfach noch zusammenfielen: und ire grentze waren von Zidon an, durch Gerar, bis gen Gasa 1 Mos. 10, 19; von der wüsten an .. bis an das grosse wasser Phrath, das gantze land der Hethiter .. sollen ewer grentze sein Josua 1, 4; und er stund auf und gieng von dannen in die grentze Tyri und Sidon (εἰς τὰ ὅρια Τύρου) Marc. 7, 24; vgl. 31; so wil ich alle deine grentze mit fröschen plagen 2 Mos. 8, 2; vgl. richt. 11, 22; und sandte in alle grentze Israel, durch die boten 1 Sam. 11, 7; geht! schafft botten in alle grentz zu verkünden diesen sententz H. Sachs 1, 120 Keller; es sol geschehen, qui est ex tuo (sc. Abrahae) sanguine, der soll den segen austreiben unter alle grentz Luther 20, 550, 2 Weim.; herumb im land durch alle grentz regieret auch die pestilentz H. Sachs 1, 407 Keller; demgegenüber deutlicher sing.: ein hohes schlosz heist Falckenstein, das ligt ein meil wegs von dem Mein, zur rechten handt des occidents, es ist umbher ein feine grentz Alberus fabeln 115 neudr.; er musz sie (die sprache) in ihren gründen ersehen, ihre weite und breite grentze ein wenig mit fleisse durchwandert .. haben Schottel teutsche haubt sprache 10; wer war der grosse held, den Tyros gräntze trug Rachel satyr. ged. 75 neudr.; auch von der welt: kein schedlicher pestilentz sey in der weyten weldte grentz, denn wo der wollust ob bestimmet H. Sachs 3, 424 Keller; der mensch, die kleine welt, beherrscht der grossen gräntze Lohenstein rosen (Bresl. 1680) 63; wie der plur., zumeist nach präpositionen: da richtet sich der teufel on und wolt auch sein ein schöpfer fron und macht viel gaisz in seiner grentzen H. Sachs 5, 143 Keller; welchen ich damals nicht könnet, als er in der Gazarener grentze wandlet Ayrer processus iuris (1600) 663; nichts neus auf diszmahl ich vernim, denn dasz es theur in diser grentz Sandrub histor. u. poet. kurzweil 124, 13 neudr.; die Thessali (sind) mit einem gewaltigen kriegshehr in die grentze der Phocentium eingefallen Barth weiberspiegel (1565) O iiiib; ein solcher mensch gehet in die grentze des friedens und der ruhe Joh. Arnd Thomas a Kempis übers. (1631) 97; der langverbannte friede kehrte jauchzend zurück in der Deutschen grenze Herder 27, 59; aber du wohnest noch auf der gräntze Edom die dem fluch übergeben ist Jac. Böhme schr. (1620) 4, vorrede 4. büchl.; der hertzog sprach im den sententz: hörst, gang du mir ausz meiner grentz Fischart Eulenspiegel 134, 3229 Hauffen; er (hatte) sie durch der Philister als streitbarer völcker gräntze durchführen wollen Dannhawer catechismus milch (1657 ff.) 1, 102; o gott! dein wort und reich gieng erstlich auf vom morgen biss unsrer gräntzen zu Logau sämtl. sinnged. 190 Eitner; in der modernen sprache kaum nachwirkend: überdies weigerte der adel sich, auszerhalb der ungarischen grenze zu fechten Moltke schr. u. denkwürdigk. 1, 111; fast adverbial für 'allerorten': ein mercksam gschicht in aller grentz Eyering proverb. 1, 625; vgl.: dergleich im landt an aller grentz die junge mannschaft ist erschlagen H. Sachs 11, 21, 23 Keller; friedlich ohn alle gegenwehr die Parthier dacht aller grentz empfiengen in mit reverentz 8, 422, 22. II@A@55) aus dem localen in jüngerer zeit ins temporale übertragen: höhere geister sehen die zarten spinneweben einer that .. an die entlegensten gränzen der zukunft und vergangenheit anhängen Schiller 3, 6; blickt noch einmal zur zeit der schmach hinüber! seht, wie ein dunkles traumbild liegt sie da! sie liegt dort an der grenze schöner zeiten Tiedge werke (1823) 3, 80; der vertrag von Verdun, den man gewöhnlich als die gränze dieser periode angiebt Eichhorn deutsche staats- u. rechtsgesch. 1, 6; gern bei menschlichen lebensaltern: blühende und lachende gesichter, die an der grenze der kindheit noch alle frisch und lieblich waren Keller 6, 18; an der grenze ihrer jungfrauenzeit Bettina v. Arnim frühlingskranz 226; ich habe wüstlinge gekannt .., die .. schon an der grenze des alters von einer höhern leidenschaft .. ergriffen wurden Tieck schr. 4, 65; weil die grenze der verschiedenen lebensalter sich nicht feststellen läszt Bismarck polit. reden 3, 18. II@A@66) auch sonst vielfach in der sphäre des abstracten, doch breitet sich dieser gebrauch erst mit dem 18. jh. aus; im sinne von 'grenzlinie': weiszt du mir wohl die grenze zu nennen, wo jede tugend mit dem verwandten laster zusammenflieszt? Meiszner Alcibiades (1781) 1, 227; (geistererscheinungen, verurtheilt) auf der gränze zwischen dieser und jener welt zu verweilen Jung Stilling 6, 588; (ein schauspiel) welches an jenen grenzen zwischen welt und überwelt aufgeführt wurde Nietzsche I 2, 149; bei der undeutlichkeit der grenze zwischen menschlichem und göttlichem Ratzel völkerkunde 2, 126; die grenze zwischen beiden wissenschaften Fichte 1, 67; (sie) fingen an, die grenzen zwischen staat und kirche zu erörtern Scherer litt. gesch. 240; an der grenze der scheidung zwischen licht und schatten Humboldt kosmos 3, 493; anders: nur wir heterogenen leiden ... und plagen uns mit unsrer erhaltung; ... mitteldinger zwischen seyn und nichtseyn! zusammengeballte grenzen des verschiednen Heinse 4, 285 Schüddekopf; in anderen fällen liegt mehr oder minder deutlich die bedeutung 'gebiet' (s. o. 4) zu grunde; daher 'bezirk, bereich': so bald die gräntzen der tugend von der einen partey verlassen werden, so hat die freundschaft ein ende discourse d. mahlern 2, 30; nichts war bey ihnen weniger möglich als .. die gränzen ihrer und der geistlichen macht zu unterscheiden M. J. Schmidt gesch. d. Deutschen 1, 338; du thust wohl, dich in jene gränzen einer gemeinen stelle zu sehnen Göthe 21, 81 Weim.; dort schwingt sich aus den alten gränzen der seele neu entbundne kraft Haller ged. (1882) 162; kann die zunge .. dem ohr .. faszlich machen, was auszer den gränzen der sinne liegt? Klinger werke 3, 55; wo .. dieselbe ihren anfang genommen, ist auszumachen auszer den gränzen unsers gegenwärtigen vorhabens Göthe 46, 72 Weim.; die rolle, die der verfasser selbst spielt, schweift etwas zu sehr aus den grenzen natürlicher einfalt und naivetät Solger nachgel. schr. 1, 4; wer hat uns in den gränzen unserer einsichten die gröszten beweggründe zur kenntnis unsrer selbst gegeben Zimmermann von dem nationalstolze 127; sehr schön beträgt sich Winckelmann innerhalb der gränzen der pflicht und dankbarkeit Göthe 46, 61 Weim.; vielleicht wirkt Hemsterhuys schwärmerey mächtiger, weil sie sich immer in den gränzen des schönen ergieszt A. W. Schlegel im Athenäum 12, 37; in engeren grenzen, dafür aber um so unverkennbarer in meteorischer beziehung stellt sich die folgende erzählung dar Laistner nebelsagen 115; also wie unter 4 b plural; doch auch sing.: präpositio: das verbum hat von mir gut heil; und bin behülflich seiner grentz Gilhusius gramm. (1597) 129; die liebe macht alles wichtig, was die liebenden betrift — auszerhalb ihrer gränze ist eine krone des aufhebens nicht werth Hippel lebensläufe 4, 508; auszerhalb der gränze des gesetzes Göthe 6, 36 Weim.; in neuerer zeit eher: jene worte lagen jenseit der grenze seiner pflichten Storm 7, 72; sehr beliebt ist grenze in der kunsttheorie des 18. jhs.: Laokoon oder über die grenzen der mahlerey und poesie Lessing; danach: gränzen der musik und poesie buch von Ambros; Lessing soll Winkelmann .. philosophiren gelehrt, ihn die grenzen und das wesen der kunst gewiesen ... haben Herder 3, 8; nur dasz sie (Palladio und Raphael) die gränzen und gesetze ihrer kunst .. kannten Göthe III 1, 309 Weim.; ihre (der poesie) gränzen und gründe genau zu bestimmen, das ist der gegenstand dieses versuchs Fr. Schlegel sämtl. werke 4, 8; ich bitte, prinz, dasz sie die schranken unserer kunst erwägen wollen. vieles von dem anzüglichsten der schönheit liegt ganz auszer den gränzen derselben Lessing 2, 381; ihre (der juden) nachherige schicksale waren .. allegorisch vorgestellt, da eine .. reale darstellung derselben auszer den gränzen der edlen kunst liegt Göthe 24, 250 Weim.; vgl. so sollte er (der bildende künstler) sich auch für zu gut halten, an ihren (der dichtung) äuszersten gränzen herumzuschleichen A. W. Schlegel sämtl. werke 9, 111; nicht auf der gränze schwebst du (Novalis), sondern in deinem geiste haben sich poesie und philosophie ... durchdrungen Fr. Schlegel im Athenäum 3, 33; an der gränze der mythologie ist die dichtung .. vorherrschend Niebuhr m. gesch. 1, 174. II@A@77) adjectiva neben grenze. man spricht von einer natürlichen oder künstlichen grenze, je nachdem sie durch physische gebilde (flüsse, gebirge usw.) oder durch künstliche zeichen (grenzsteine, -wälle u. ä.) dargestellt wird: aber es (Italien) ist sehr spät im umfang der natürlichen gränzen unter diesem einzigen nahmen zusammengefaszt Niebuhr m. gesch. 1, 24; anders: nicht blosz menschenleben, auch völkerleben hat seine natürlichen grenzen Lagarde deutsche schr. 33; grenzen eines staates sind entweder blos politische .. oder physische Hoyer wb. d. kriegsbaukunst 2, 76; natürliche oder gemachte ... öffentliche oder privatgrentzen allgem. haushalt.-lex. (1749 ff.) 1, 618; dient eine reihe durch natur oder kunst fester punkte zu sicherung der grenze .. und zur basis der .. operationen im fall eines krieges: so entstehet eine militairische grenze ib.; vom militärischen standpunct aus heiszt die grenze stark, schwach, offen, vgl. Hoyer a. a. o.; auch nach anderer richtung hin ist der vorrath an typischen bezeichnungen gering: die äuszersten gränzen wuszte man weder von Europa, noch von Asien Gottsched neueste aus d. anmuth. gelehrs. 1, 268; an der äuszersten, unbesuchtesten grenze unsers landes Zimmermann einsamkeit 1, xi; denn bis an diese letzte grenze selbst belebter schöpfung ... ... raubt der vögte geiz Schiller Tell 1048; ihr öffnet uns die länder, ... zieht der verbündnüsz bänder umb ferne gränzen her Fleming deutsche ged. 1, 75 Lappenberg; du rufest sie von entferneten gränzen Denis lieder Sineds (1772) 131; ich liesz mich an der fernsten gränze des reiches nieder Tieck schr. 8, 27; die helden, die du (Deutschland) hast in deinen weiten gräntzen Knittel poet. sinnenfrüchte (1677) 4; dasz die music an sich selbst eben so weite gräntzen habe als alle andere wissenschafften Heinichen generalbasz 2; wer den gierigen geist zähmt, herrscht in weitern grenzen, als wer Lybien mit dem fernen Gades bände Herder 26, 247; wenn es nur kein provinzialwort ist, das auszer den engen gränzen einer landschaft nicht gilt Gottsched crit. dichtkunst (1751) 302; demnach ist es allerdings nöthig unseren absichten etwas engere gränzen zu setzen beyträge zur crit. historie 1, 5; hat ihre liebe so enge gränzen Klinger werke 1, 180. II@BB. während der begriff der grenze im ursprünglichen sinne auf der vorstellung eines raumes diesseits und jenseits der scheidelinie fuszt, entwickelt sich wesentlich erst seit dem 18. jh. ein gebrauch, der von dem raum jenseits der grenze mehr oder weniger absieht und das wort so den bedeutungen 'schranke, abschlusz, ziel, ende' nähert; der echte begriff noch in Kants definition: grenzen (bei ausgedehnten wesen) setzen immer einen raum voraus, der auszerhalb einem gewissen bestimmten platze angetroffen wird und ihn einschlieszt werke (1838 ff.) 3, 278; doch kennt die philosophische sprache auch die jüngere nüance: die äuszern enden der ausdehnung heiszen gränzen Mendelssohn ges. schr. 41, 115; vgl.es ist einmal nicht von festen, durch unveränderliche gränzen umschriebenen substanzen, sondern von ewig wechselnden kraftenergien die rede W. v. Humboldt aufsätze über d. klass. alterth. 116; ein bild entsteht nur durch gränzen, diese gränzen übersieht Newton ganz Göthe II 2, 10 Weim. zum festen begriff wird diese bedeutung in der mathematik, die unter grenze diejenige grösze versteht, der sich das verhältnis zweier gröszen unbeschränkt annähert (der bruchist z. b. die grenze, der sich das decimalverhältnis 0,3 um so mehr nähert, je unbeschränkter man es als 0,33, 0,333 u. s. w. fortsetzt). II@B@11) die entwicklung ist auf localem gebiet deutlich zu spüren: des landguts hag war meiner wünsche grenze Salis ged. (1793) 4; paradiesische zeit, .. da all mein fürwiz und alle meine wünsche an den gränzen meines väterlichen horizonts wieder umkehrten Schiller 4, 34; Rio de los Reyes ist die grenze der spanischen entdeckungen Forster sämtl. schr. 4, 34; die grenze des baumwuchses hat also damals weit höher hinauf gereicht als heutzutage Hoops waldbäume u. kulturpflanzen 60; die Himalaya-kette liegt weit auszerhalb der grenze tropischer klimate Humboldt kosmos 1, 11; an der gränze des bewohnten landes Göthe 24, 121; nachdem ihr nun die welt an allen gräntzen mir unter's fahn, ja untern fuss gebracht Lohenstein Ibrahim sultan (1680) 45; an der westlichen grenze der welt O. Ludwig ges. schr. 2, 413; (wärme), welche .. an den gränzen des äthers die planeten hervorbringt Oken allgem. naturgesch. 1, 6; die gränzen unsres sonnensystems Göthe 25, 272; gern von der himmelsgrenze: dasz sie hinausz in den hoff gehen wolten, welcher den himmel zur gräntz und decken hatte Bastel v. d. Sohle juncker Harnisch 190; die sonne stehet schon an unsers himmels gränzen Gottsched deutsche schaubühne 4, 28; die blaue grenze des absinkenden himmels Herder 6, 3; ähnlich: dieselben lichter nun, die in so langer reih an denen gränzenlosen gränzen des ausgespannten luftraums glänzen Triller poet. betracht. (1750) 1, 2; nicht baum und strauch, nur wiesengrund zu sehn bis an die gränze, wo die wolken gehn Lenau 52 Barthel; auch in bildlichem und übertragenem gebrauch: von dieser (sprache) ... das gebiet aller, an deren äussersten gränzen die uncultivirten stehen, zu übersehen W. v. Humboldt briefe an Welcker 34; hätte ich sie doch bis an die grenze dieses lebens begleiten können Solger nachgel. schr. u. briefw. 1, 85; die dünnen körperfesseln wurden länger. sein ziehender geist flatterte höher an den grenzen des lebens Jean Paul 3, 52 Hempel; ähnlich: diejenigen, die wir lieben, bis dahin zu begleiten, wo die äuszersten gränzen der dunkelheit sind, die vor unsern augen hängt briefe von u. an Klopstock 11; auch gestattet ihm bis zu einer gewissen grenze die natur eine bestimmende einwirkung D. Fr. Strausz schr. 6, 63; aber die fortschritte gingen nur bis zu einer gewissen grenze und standen dann unerbittlich still Keller 2, 141; häufig erläutern antithesen oder parallele substantiva die besondere bedeutungsfärbung: jede deiner morgenstunden glänze rosig, wie dein angesicht, hehr und heiter sey des tages gränze wie dein reines augenlicht Blumauer ged. (1782) 13; auf dieser erde gibt es nur anfänge; keine gränze ist bezeichnet Göthe 40, 205 Weim.; wenn Justus etwas beginnt, so kennt er die grenze, wo er aufhört Gutzkow ritter v. geist 1, 179; das äuszerliche (beim menschen) ist nichts als die endung, die gränzen des innern Lavater physiogn. fragm. 1, 33; Romeo verbannt! nicht irgend ende, gränze, masz noch ziel ist dieses wortes tod. da reicht kein wort hin Göthe 9, 226; ziel und grenze setzen, abstecken s. u.C 2; ohne masz und grenze s. u. 5; zuweilen ganz identisch mit 'ende': schon nahte sich Apoll der grenze seiner bahn Pfeffel poet. versuche 1, 42. II@B@22) es ist zu beachten, dasz grenze in dem specialsinn als 'ende eines ausgedehnten' (s. o. B) in der regel die endgrenze bezeichnet; seltener für die anfangsgrenze: denn weilen die liebe getreuer eltern sich auch über die grentzen des todes erstrecket Besser schr. 1, 111 König; sich bis an die grenzen der gottheit erheben Justi Winckelmann 1, 134; ein umstand, der mich hernach von stufe zu stufe, bis an die gränze der verstockung brachte Schubart leben u. gesinnungen 1, 69; jeder körper, der eine eigenschaft besitzt, .. hat auch eine grenze dieser eigenschaft, einen eigenschaftspunkt, wo sie sensibel wird Novalis schr. 2, 204 Minor; ähnlich auch temporal: weil schon der tag ist an des abends gränzen Rückert werke 3, 178; begrenzung nach beiden seiten: gräntzen ... heissen in der astronomie 2 puncte, wo ein planet die gröste breite hat, das ist, wo er am weitesten von der sonnen-strasse ausschweiffet, und .. sich wieder der ecliptic zu nähern anfängt Chomel öcon. lex. 1, 1304; er sieht sie (die unschuld) an den beiden grenzen seines daseins Pestalozzi 7, 172; öfter in der sprache der musik: sonsten bedeutet dieses wort (sc. ambitus) auch diejenigen grentzen, worinn die nach ihren modis eingerichtete choral-lieder enthalten sind Walther music. lex. (1732) 31; die äusersten chromatischen und enharmonischen gräntzen unsers circkels (der tonarten) Mattheson kl. generalbasschule 133; die grenzen der einen stimme (der bruststimme) müssen sich bis auf ein paar töne ins gebiete der andern (der falsettstimme) erstrecken Hiller anweisung z. gesang 11. II@B@33) besonders fühlbar wird der begriff des endes neben gewissen abstracten: ich fürchte nichts — nichts — als die gränzen deiner liebe Schiller 3, 371; indessen ward .. bald .. sichtbar, dasz die liebe grenzen habe Herder 15, 305; er hat's so gut wie ihr gethan und kennt des glückes gränzen Göthe 4, 87 Weim.; wird denn unser haus des wahnsinns kein ende finden? wo wird die grenze sein? Mommsen m. gesch. 2, 98; wesentlich erst seit dem 19. jh. folgender gebrauch: so gibt es auch für die ganze summe menschlicher kräfte eine bestimmte grenze der darstellbarkeit, über welche hinaus die darstellung die nötige dichtigkeit ... nicht behalten kann Novalis 4, 172 Minor; bis nahe an die grenze seiner tragfähigkeit belastet Seidel vorstadt-geschichten 146; man lebte wie in einer traumwelt, in der es keine grenzen des möglichen, des denkbaren gab Döllinger akad. vortr. 1, 75; ähnlich schon im 18. jh.: was ist nicht schon erfunden, und das reich der möglichkeit, wer kennt seine gränzen? Hippel lebensläufe 3, 188; anders: er besasz nie mehr als zwei anzüge und trug sie bis zur äuszersten grenze des möglichen Moltke ges. schr. u. denkwürdigk. 1, 239; betroffen .. von dem starken ton dieser schrift, der so dicht an die äuszerste literarische grenze ging Kürnberger literar. herzenssachen, vorrede. II@B@44) mit vorliebe von der begrenztheit menschlicher kräfte, namentlich des erkenntnisvermögens: die ursache davon liegt .. in den engen grentzen des menschlichen verstandes Ramler einl. in die schön. wissensch. 1, 95; nun sind wir schon wieder an der gränze unsres witzes Göthe 14, 226 Weim.; meinst du, deine stinkereien in Leipzig machen die gränzen des menschlichen witzes aus? Schiller 2, 35; würde dieses wohl möglich seyn, wenn die grenzen unsrer phantasie zugleich die grenzen unsrer fassungskraft wären? 10, 219; dasz .. in der grenze des menschlichen wahrnehmungsvermögens keineswegs eine grenze der folgerichtigkeit .. der naturgesetze läge Keller 3, 16; da wir doch hier die gränze des schauens eingestehen sollten Göthe II 1, 72; der begriff von grenzen des naturerkennens Dilthey einl. in die geisteswissensch. 1, 11; — aber was sollte dieses genie thun, dessen fruchtbarkeit gränzen hatte Ramler einl. in die schön. wissensch. 1, 12; die zum wesen des subjects selbst gehörige grenze seiner selbstthätigkeit Schleiermacher I 3, 17; sicherlich hat Scherer gerade in seinen grammatischen leistungen seine .. grösze und .. die grenzen seiner begabung .. enthüllt Burdach in Scherers kl. schr. 1, einl. xvi; im 18. jh. häufig 'grenzen des menschen, der menschheit' u. ä.; früh vorklingend: du weyst aber wol was grentzen uns das gsatz der natur geben hat schöne weise klugreden (1548) 122b; ich erlaube meinem geschlechte einen kleinen umweg zu nehmen; allein wo wir unsere grenzen aus dem gesichte verlieren, so gerathen wir in ein labyrinth Gottschedin briefe 1, 27; geleitet durch dein (der vernunft) licht, bis an der menschheit gränzen Kästner verm. schr. 1, 104; namentlich der sturm und drang empfand diese grenzen: wer kann die gränzen des menschen bestimmen Klinger werke 5, 40; früh fand er die gränzen der menschheit zu enge 3, 4; einen menschen .., der übermüthig gegen die gränzen seiner natur angestoszen, die eine mächtige hand vor unsern horizont gestellt hat 3, 181; s. auch 3, 50; vgl. Göthes gedicht 'grenzen der menschheit'; ähnlich: da zeitig der grosze Pelide sinken wird in den staub, der sterblichen gränze bezeichnend Achilleis 102. II@B@55) ohne grenzen im sinne 'grenzenlos' ist im letzten drittel des 18. jhs. ungemein häufig und hält sich bis über die mitte des 19. jhs.; meist neben abstractis verschiedenster bedeutung: nun ist aus Zend-Avesta bekannt, dasz die zeit ohne grenzen das erste principium der ganzen Perser-theologie gewesen Herder 15, 582; dasz .. sein ansehen fast ohne gränzen war M. J. Schmidt gesch. d. Deutschen 3, 173; es ist ein wirrwar ohne gränzen Göthe 25, 203 Weim.; mein dank würde ohne grenzen bleiben 17, 10; vgl. 23, 24; IV 9, 251; o ohne grenzen ist dein glück! Schiller 11, 233; der schmerz der familie ist ohne grenzen 4, 236; er hat hier eine popularität ohne grenzen Schücking bei A. v. Droste-Hülshoff briefe 4; seltener neben adjectiven: er war dankbar und hingegeben ohne gränzen Göthe 21, 44 Weim.; (er ist) langweilig ohne grenzen Deinhardstein ges. dram. werke 6, 200; eigen gebraucht bei Grillparzer: der ströme und flüsse unnennbare zahl und das ohne grenzen gewaltige meer werke 5, 40; die schöne blaue glocke unserer erde war (dem ballonfahrer) ein ganz schwarzer abgrund geworden, ohne masz und grenze in die tiefe gehend Stifter 1, 22; es wurde mir, als sollt ich sie ohne masz und ohne grenzen lieben 1, 61; da stellt man sich etwas unnennbares dabei (bei der liebe) vor, eine seligkeit ohne masz und gränzen Deinhardstein ges. dram. werke 1, 13. II@B@66) eigenartig gefärbt ist die bedeutung häufig nach über: die grenze schlieszt hier das gebiet des rechtmäszigen, gehörigen, schicklichen ab: verfolgte sie ihren sieg über die grenze des berechtigten Auerbach landhaus 1, 37; jenes zwitterverhältnis .., in welchem er ... die unabhängigkeit seiner stellung noch über die gränzen jener instruction hinaus erweiterte Häusser deutsche gesch. 1, 520; nichts ist jungen leuten .. nachtheiliger, als wenn man ihre erwartungen von den menschen und ihrem werth über die grenzen der wirklichkeit treibt Klinger werke 8, 51; doctor Sphex, dessen wiszbegierde ihn nur zu oft über die grenzen einer erlaubten vorsicht .. treibt Brentano 5, 365; auch ohne abhängigen genetiv: die aufmerksamkeit, deren sie mich würdigten, hat mich über die gehörige grenze .. verleitet Heinse 5, 28; und ganz prägnant: leidenschaftlich über die gränze (der zurückhaltung) gerissen ... begann er anzustimmen Göthe 24, 372 Weim.; ich finde, dies lied ist schon über der grenze (des noch anständigen) Fontane I 5, 36; anders: mit wenig worten — denn eine weitläuftigere unternehmung würde uns über unsre gränzen führen Gerstenberg recensionen 281 Fischer; von dem hut (Grünebaums) wollen wir deshalb nichts sagen, weil wir fürchten, dadurch über die grenzen des gegebenen raumes unwiderstehlich hinausgerissen zu werden Raabe hungerpastor 1, 155. — wenn .. die menschen anfangen, mit einer über alle grenzen ausschweifenden frölichkeit zu sündigen Cramer nord. aufseher 1, 58; ich habe mich an ihr versündigt, weit über alle gränzen der hofnung auf verzeihung Bode Thomas Jones 6, 432; weil ich dich liebte über alle grenzen Schiller 14, 116; die gefühllose partheylichkeit der patricier risz die erbitterung über alle gränzen hin Niebuhr m. gesch. 1, 405; vgl. die grenzen übertreten, übersteigen u. ä. sp. 143f. II@CC. die ungewöhnlich zahlreichen verbalen verbindungen, in denen grenze erscheint, zeigen ein starkes verflieszen der verschiedenen bedeutungen, selbst innerhalb derselben formel, und zwar besonders bei uneigentlichem gebrauch. II@C@11) grenze im elementaren sinne. II@C@1@aa) mitten im bach, der die grentze ist 5 Mos. 3, 16; und aber sein des alten Sveviae grentzen gewesen die Elb, der berg Carpathus Rätel Curaei chronica v. Schlesien (1607) 4; die gräntze des landes ist ins norden mit der ost see begriffen Schütz historia rer. pruss. (1592) 1, 1; iren nochpawern, di mit in grenicz halden Jelinek mhd. wb. für Böhmen 331; dieser flusz hielt die gränze mit den Sarmaten Lohenstein Arminius 2, 827; flüsse, so die grentzen halten Chomel öcon. lex. 4, 1303; in dem meere, das die grenzen von Europa und Kleinasien macht Heinse 3, 394 Schüddekopf; wo flusz und meer eine natürliche grenze machten Mommsen m. gesch. 1, 22; vgl. drum gibt manch weiser mann der erde gute nacht, ob er gleich würdig ist, dasz seines lebens grenzen der späten ewigkeit geraumer cirkel macht Weichmann poesie d. Niedersachsen 1, 194; das atlantische meer gegen westen und süden .. machen seine gränzen aus Abbt verm. werke 22, 1; die .. nachbarn stiegen zugleich auf einen berg, der die grenze zwischen ihren besitzungen bildete Ebner-Eschenbach 1, 147; da .. die nordküste von Asia ein fast beständig beeisetes meer zur gränze hat Haller tagebuch 1, 106; übertragen: das poetische hat nur die prosa ... zum gegensatze und zur grenze O. Ludwig ges. schr. 5, 409; die grenze erstreckt sich bis an jenem (!) see Stosch gleichbed. wörter 2, 452; übertragen: nicht weiter als dahin sich ihres amtes und empfangenen befehls grentzen erstrekten Zesen erhöhte majestät (1661) 37; aber warum ist es gleichwohl wahr, dasz sich die gränzen der menschlichen bosheit noch viel weiter erstrecken? Lessing 2, 299; (die philosophie soll ausmachen) wie weit die grenzen unserer verschiedenen kräfte reichen Forster sämtl. schr. 8, 43; dann scheint sich die gränze der Saone entlang gezogen zu haben Raumer gesch. d. Hohenstaufen 5, 77; dieser ort, durch welchen die gränze zwischen Böhmen und Sachsen durchgeht Göthe II 9, 139 Weim.; ob die grenze auf dem nördlichen rothen oder südlichen weiszen Main gehn sollte Bismarck gedank. u. erinn. 2, 66 volksausg.; die grenze läuft den flusz entlang; unbeschreiblich ist das gläntzen, welches in den silbernen und in den sapphirnen grentzen, da, wo sie sich schneiden, strahlte Brockes ird. vergnügen 4, 19; weil hier drei (landes-) grenzen sich schneiden Holtei erzähl. schr. 2, 32. II@C@1@bb) formeln der rechtssprache: das sie solche obbemelte grenitzen wollen an eides statt beteuern Hüttel Trautenauer chron. 203 Schlesinger; so soll nichts desto weniger .. die gräntze geführet und angewiesen, auch die koppitzen aufgeworfen werden Schickfus schles. chron. 3, 485; ich N. gelobe und schwere gott dem allmächtigen dasz ich eine rechte gräntze gehen auch anweisen soll und will zwischen den gütern N. und N. 3, 484; (am 22. oct. 1522) ist von einem e. rath alhie .. ein anordnung geschehen, gemeiner stadt Trautnaw grenitzen zu begehen und zu beraumen Hüttel a. a. o. 270; also hat der alte förster Hawel die grAenitz vorangegangen und hat ausgesaget, das die rechte grenitz den berg hinabgehe 203; vgl.grenzbegang sp. 119; in jüngerer zeit meist die grenze beziehen, in feierlichem umzug besichtigen: es ist dahero deshalben höchst nöthig, dasz die grentzen der güther fest gesetzet, erneuert, öfters bezogen .. werden allgem. haushalt.-lex. (1749 ff.) 1, 619a; und damit man diese grentzen stets aufrecht erhalte, werden sie jährlich .. mit gerichtspersonen, nachbarn und zeugen bezogen Chomel öconom. lex. 4, 1303; vgl. Adelung; auch nd.: de grense beteien oder betrecken Schambach 68a. II@C@1@cc) die grenzen (um)schlieszen, umschränken u. ä.: mit der grentz umbschliessen fines constituere, terminare Henisch 1740; da, wo das meer die grenzen eines staates umschlieszt, sind diese als natürlich stark anzusehen Hoyer wb. d. kriegsbaukunst 2, 76; ehrengedichte .. welche .. diesem werke sind angefüget und damit die grentzen dieses Parnassus beschlossen Rist neuer teutscher Parnasz (1652) 857; die grenze ist mit einem walle geschlossen Göthe III 1, 159 Weim.; da er (gott) die menschenkinder schied, umschränkte er der völker gränze Eschenburg beispielsammlung 4, 99; in deinen unumschränkten gränzen, da so viel tausend sonnen glänzen, vergehet aller sinnen kraft Drollinger ged. 6; ist das (acker u. haus) bestellt, stecken wir pfähle aus, zäunen die gränze, und gucken heraus Zach. Werner kreuz a. d. Ostsee (1806) 62; nicht ist fest umzäunt die gränze des lebens Göthe Achilleis 251; in grenzen (ein) schlieszen u. ä. anscheinend nur in übertragenem gebrauch: diesz ist, was noch des landes freude in menschlich enge grenzen schliest Stoppe Parnasz (1735) 16; dasz das drama selbst nicht einmal in diese engen grenzen eingeschlossen werden kan Kretschmann 1, 32; das unendlich scheinende schlieszt sich in gränzen Göthe IV 8, 125 Weim.; schrenkst du sein nützlichstes uns unersetzlichs leben blosz in des stuffenjahrs gemeine gränzen ein? König ged. (1745) 117; (der versuch) ihn in die grenzen der ehlichen liebe einzuschränken Wieland Agathon (1766f.) 2, 201; auch im sinne von sich in gewissen grenzen halten (s. u. sp. 144): vielleicht findet sich .. gelegenheit, von diesen .. doch in gewisse gränzen eingeschränkten auswüchsen zu sprechen Göthe II 6, 28 Weim. II@C@1@dd) die grenzen weitern, engern, verrücken u. ä.: wenn ich die heiden fur dir ausstossen und deine grentze weitern werde 2 Mos. 34, 24; wol regieren sey viel eine grössere kunst als die gräntzen erweitern Zinkgref apophthegmata (1628) 42; strebten (sie) nicht ihre grenze zu erweitern Mommsen m. gesch. 2, 51; sehr gern übertragen: denn es wäre grösser, die gränzen des römischen geistes eben so sehr erweitert zu haben, als die triumphirenden die gränzen des reichs erweitert hätten Klopstock gelehrtenrep. 271; wie bescheiden (erscheint) der grosze gelehrte, der die gränzen des menschlichen denkens erweiterte Schiller 3, 510; wer sich in einer weise gewählten beschränkung glücklich bewegt, der hat sich gegen zwei feinde zu wehren: gegen beengung und gegen erweiterung seiner grenzen Gervinus gesch. d. dtsch. dichtung (1853) 5, 62; ähnlich: die poesie hat gar nicht eben ursache ihre gränzen so auszudehnen Göthe IV 1, 199 Weim.; (Ghiberti, Brunelleschi u. s. w.) die sich in ihres vaters Giotto erbschaft teilten und deren jeder die grenzen seines anteils zu einem groszen reiche ausdehnte Grimm Michelangelo (1890) 1, 27; in dieser hinsicht dehnen sich die gränzen des indischen einflusses weiter aus W. v. Humboldt 7, 11 akad. ausg.; in einzelnen belegen ist die bedeutung 'gebiet' fühlbar, besonders: doch war das lorbeer-laub von seinen sieges-kräntzen nicht fruchtlos, wie es pflegt; es mehrte seine grentzen Besser schr. 1, 40 König; verflucht sey, wer seines nehesten grentze engert 5 Mos. 27, 17; du solt deines nehesten grentze nicht zu rücke treiben 19, 14; dieselbe wendung spr. 22, 28; man wollte Frankreichs grenzen bis zum Rhein und zur Mosel zurückschieben Treitschke deutsche geschichte 1, 219; die gräntzen einziehen restringere i limiti Kramer teutschital. (1700) 1, 566a; die fürsten Juda sind gleich denen so die grentze verrücken Hos. 5, 10; bald hat man ihm seinen zaun zerbrochen, bald hat man ihm seine grenze verrückt Hauptmann biberpelz (1893) 43; beides lehrt die erfahrung, sollte das die grenzen des aufgestellten gesezes verrücken? Schiller 1, 163; die grentzen stöhren allgem. haushalt.-lex. (1749 ff.) 1, 618; diejenigen, die sie in ihrer wohl hergebrachten possession kräncken und die grentzen stören wollen Chomel öcon. lex. 4, 1303. II@C@1@ee) hauptsächlich zu der unter A 2 b behandelten bedeutung stellt sich eine reihe von wendungen, die meist der militärischen sprache zugehören: die gräntzen und pässe für neuer impressa zu verwahren acta publ., verhandl. d. schles. fürsten 2, 4; ähnlich Steinbach 1, 637; die ursache, warumb der könig seine gräntzen zu bedecken, eine starke anzahl soldaten halten muss Olearius verm. reisebeschr. 21; er kan die grentzen kaum beschützen Steinbach 1, 637; nachdem der Pompeius die grentze am meer vor den räubern gesicheret Heyden Plinius (1565) 40; auszer wenn ein wahrer held staat und gränzen sicher stellt Gottsched neueste ged. (1750) 48; auch bildlich: wenn sie dem menschen frohe tat bescheren, dasz er ein unheil von den seinen wendet, dasz er sein reich vermehrt, die grenzen sichert Göthe Iphigenie 703; man befestigte mit macht Deutschlands noch entblöszte gränzen Schönaich Heinr. d. Vogler (1757) 3; dass man nicht vernachlässigen möge, die grenzen in guten vertheidigungsstand zu setzen Ranke reform. gesch. 4, 218; treu wie dem Schweizer gebührt, bewach ich Germaniens grenze Schiller 11, 110; die jungfrau, die die wage trägt, die frommen schützt, die bösen schlägt, befriediget die gräntzen Treuer deutsch. Dädalus 1, 646; limitanei milites die an den grentzen hüten Alberus diction. 114a; kriegsleut so auf den grentzen und anstössen zur hut ligen Calepinus undec. ling. (1598) 823b; ein soldat der auf der grenze liegt miles limitaneus Stieler 694; vgl. Henisch 1740; auf den gräntzen (an der gräntze) des landes ligen star' accampato alli confini Kramer teutsch-ital. (1700) 1, 556a; völcker an die gräntze legen, sie zu bedecken vor dem feindlichen einfall ib.; ähnlich auch vom feinde: dieweyl sie (die bauern) dermassen an der grenitz unserer ampt ligen und umbziehen Baumann quellen z. gesch. d. bauernkrieges aus Rotenburg 112; dasz ... wir binnen acht tagen wohlgerüstet an der grenze stehen können br. von und an Herwegh 116; (Alexander) besetzet die gränitz des römischen reichs Aventin bayer. chron. 4, 419, 15. II@C@22) bei denjenigen wendungen, die von einem markieren der grenze sprechen, hat der uneigentliche gebrauch, der vielfach die bedeutung des subst. umgefärbt hat, den eigentlichen groszentheils ganz verdrängt. grenzen setzen: zil und grentzen setzen determinare, terminis designare, determinare regiones Henisch 1740; gräntze setzen ponere, mettere i limiti Kramer teutschital. (1700) 1, 556a; die grentzen eines ortes setzen Steinbach 1, 637; du hast eine grentze gesetzt, darüber komen sie nicht ps. 104, 9; vgl. Themis selber führt den reigen, .. setzet selbst der grenze stein Schiller 11, 296; meist mit dativ; aber nur in der älteren sprache im ursprünglichen sinne: eim jeden land setzst du sein grentz H. Sachs 18, 291 Keller-Götze; weil gott nicht haben will, dasz man die von ihm dem meere gesetzte gränze ändre Liscow sat. und ernsth. schr. 23; dem römischen reiche grentzen wie dem gantzen erdbodeme setzen imperium Romanum orbis terrarum terminis definire Steinbach 1, 638; daneben frühzeitig übertragen: gott .. setzet ihm (dem teufel) seine grentze, darüber er nicht fahren und gehn darf Nigrinus von zäuberern (1592) 12; dieser gebrauch herrscht seit dem 18. jh.; die formel gewinnt die bedeutung 'hemmen, einschränken, einhalt gebieten' (vgl. oben B): setze der verfolgung gräntzen, halt den glaubens-feinden ein Schmolcke trost- u. geistr. schr. 1, 13; er setzt seiner gewalt keine grentzen Steinbach 1, 638; dasz einige kauf- oder doch sonsten bürgerliche .. leute ... ihm grenzen seiner siege setzen Leibniz deutsche schriften 1, 213; oder wollen sie meinen siegen grenzen setzen Schiller 8, 155; die weite des ortes und die andacht setzen unsern einfällen (in der kirchenmusik) gewisse gränzen Scheibe crit. musicus (1745) 163; diese (die haare des engels) hatt ein köstlichs öl .. benetzet, welches aller sterblichkeit und verwesung gränzen setzet Triller poet. betrachtungen 1, 595; dass der staat, welchem so enge gränzen der wirksamkeit gesetzt sind, keiner grossen einkünfte bedarf W. v. Humboldt 1, 233 akad. ausg.; helfet! helft, wenn ihr es könnt, setzt diesem blutsturz grenzen Grabbe 1, 28 Blumenthal; gern bei affecten: wer will der lust hier grenzen setzen? Stoppe Parnasz (1735) 3; denn der brüderlichen liebe wollen wir von der klugheit keine grenzen gesetzt wissen Lessing 10, 197; hingegen der pöbel (im besitz der gewalt) seinen wilden bewegungen keine grenzen zu setzen fähig ist Wieland Agathon (1766f.) 2, 162; eben diese zu grosze liebe würde dich in das verderben stürzen, wenn du ihr nicht bey zeiten grenzen setztest Ayrenhoff 3, 87; vgl. wir fangen schon die lust in kinderröcken an, und wissen weder maasz noch grentzen auszusetzen Hoffmannswaldau 1, 159 Neukirch; reflexiv: etwa ein halb dutzend nur sind zu dem preis gelangt wo ich mir selbst grenzen gesetzt hätte Göthe IV 29, 108 Weim.; die vollzogene neuerung (des calvinismus) hat das bedürfnisz sich grenzen zu setzen, damit man sehe, wo sie aufhört Ranke sämtl. werke 8, 126. grenzen (aus-, ab-) stecken scheint erst spät aufzukommen: jedoch damit wir nicht die gräntzen einer vorrede allzuweit ausstecken Lohenstein Arminius (1689f.) 1, d 2; (der griechische künstler) hielt sich gern innerhalb bestimmt abgesteckter grenzen W. v. Humboldt aufsätze über das klass. alterth. 123 Leitzmann; wie weit nun aber diese wirksamkeit des .. geistes .. gehen könne, davon lassen sich die gränzen nicht abstecken Strausz ges. schr. 3, 25; eine ausgebildete technik .. steckt der dramatischen poesie einer zeit auch ziel und grenze ab Freytag 14, 5; dessen thron die weiten räume decken, dessen reich die sterne grenzen stecken H. v. Kleist 1, 11; wieweit auch die natur die grenzen seiner tage gesteckt hatte, dennoch erlebte er nicht den ausgang dieses kampfes Moltke ges. schr. u. denkwürdigk. 2, 9; es (das violincello) tritt nur als basz auf, ... aber diese eng gesteckten grenzen überschreitet es noch nicht Jahn Mozart 1, 613. in übertragenem gebrauch auch mit dem besonderen sinn wie grenzen setzen: ja, dass er endlich gar .. dem laufe seines glücks geweihte grenzen stecket, und sich .. mit einer krone decket Neukirch ged. (1744) 180; mangel an lebenserfahrung .. muszte dem knaben .. hier am ersten grenzen stecken Jahn Mozart 4 1, 94; wo dem .. verkehr .. grenzen gesteckt waren, hat man diese beseitigt Bennigsen nationallib. partei 46; nur vereinzelt im sinne von seine grenzen haben (s. u. sp. 146): der menschlichen geduld sind ihre grenzen gesteckt! Immermann 1, 22 Hempel. grenzen ziehen, (be)zeichnen u. ä.: den ... abhang, der zwischen acker und wald die grenze zog Fontane I 6, 74; wo und weshalb ist hier die grenze (zwischen geld als zahlungs- und als leihmittel) zu ziehen? Luschin v. Ebengreuth münzkunde 16; denn fessellos, ein mächt'ger könig, wälzt der strom sich fort in selbst gezog'nen grenzen Beer sämtl. werke 120 Schenk; wo ziehst du scharf die grenze zwischen dem, was statthaft und was unstatthaft ist? Fontane I 4, 88; wirklich lassen sich bisweilen scharfe grenzen ziehen Peschel völkerkunde (1874) 12; mit dem dativ im sinne von grenzen setzen: das parlament suchte ihr (der herrschenden gewalt) grenzen zu ziehen, die seinem begriffe entsprachen Ranke werke 17, 127; vgl.dasz auch ein weib sich frei erklären könne von den willkürlichen grenzen, die der harte mann seit jahrtausenden um sie gezogen hatte Stifter 1, 17; mit dem schwert in der hand wurden die grenzen zwischen beyden kirchen gezeichnet Schiller 8, 18; ebenfalls wie grenzen setzen: du (gott) zeichnest denen ihre gränzen, die, geizig nur nach lorbeerkränzen, von ihrem ungestüm nicht ruhn J. A. Schlegel verm. gedichte (1787) 1, 17; bald ist unser theaterstil zu periodisch, bald zu einförmig, überhaupt sind seine gränzen zu wenig bezeichnet Gerstenberg recensionen 36 Fischer; blieben nun in der wirklichkeit immer schranken gesteckt und grenzen abgezeichnet, so überschritt ... sie doch die ... unschuld der phantasievollen vorzeit allenthalben J. Grimm Reinhart fuchs vorr. III. die grenzen (unter) scheiden u. ä.: denn man die grentzen mit dergleichen zeichen zu unterscheiden pflag Morhof unterricht v. d. deutschen sprache (1682) 1, 23; vgl. die grentze und der bann der statt N. sind von N. lande also underscheiden Sattler teutsche orthogr. (1658) 230; die felsen, wo jetzt der tanzplatz ist, sollten die grenze scheiden Grimm deutsche sagen (1891) 1, 140; so schmal ist die grenze, die zwey lebenspfade scheidet Schiller 12, 217; wie Schott- und Engelland sich auf der grentze scheidet, wann es ein berg und strom ab von einander schneidet D. v. d. Werder rasender Roland (1636) 61; vgl. die gränzen, wo sich zwey analogien .. scheiden, (lassen sich) nie genau bestimmen Adelung lehrgang d. deutschen sprache 2, 43; grenze als subject: dasz ich die grenzen erkenne und verehre, die den dilettanten vom kenner scheiden Schiller 3, 533. grenzen bestimmen, festsetzen, vorschreiben u. ä.: bestimmung der grenzen der anhänglichkeit für einen freund (überschrift) Knigge umgang m. menschen (1796) 2, xi; man hat die gränzen des menschlichen verstandes näher bestimmt W. v. Humboldt 1, 1 akad. ausg.; vergnügen ist nutzen — wer möchte unternehmen die gränzen zwischen beyden zu bestimmen Caroline 1, 71 Waitz; mit dativ: die natur hat allen dingen bequeme grenzen bestimmt Bodmer samml. crit. poet. schriften 1, 54; dagegen mit dem sinn von grenzen setzen: bist du eine Scythin, dasz du die gränze zu durchbrechen drohst, die der Grieche dem weib bestimmt Klinger neues theater 1, 37; dasz bisher nur die allgemeinen gesetze dieser dichtungsart in erwägung gezogen worden, ohne die grenzen der verschiedenen gattungen derselben festzusetzen Lessing 10, 172; es flammt ein welten-heer (von sternen) in angewiesnen gränzen Uz 111 Sauer; nachdem diese zeilen bereits mit so unverhoffter genehmhaltung, als unfleisziger ausarbeitung, auszer der ihnen vorgeschriebenen gränze, .. an das licht gezogen zu werden, das glück .. gehabt Heräus gedichte u. lat. inschr. (1721) 13; sie lassen sich von den eltern ihrer schüler keine gränzen vorschreiben Schubart briefe 1, 100 Strausz. die grenzen aufheben, verwischen u. ä.: besonders, dasz wir die kleinlichen gränzen der selbstsucht zwischen unseren mittheilungen aufheben Pückler briefw. u. tageb. 1, 165; insofern eine sprache überhaupt laute unterscheidet, giebt es auch eine conservative macht in ihr, welche diese grenzen nicht verwischen lassen will Scherer kl. schr. 1, 254; euresgleichen möchte .. die grenzen löschen zwischen tag und nacht Schnitzler grüne kakadu (1899) 29; lustspiel und trauerspiel sind wie tag und nacht; ihre grenzen verschmelzen sich ganz unmerklich in einander Kretschmann sämtl. werke 4, xv; die leiden der tugend gräntzen .. an die strafen des lasters mit so schwimmenden gräntzen Lichtenberg nachlasz 80; ältere belege dieser wendung th. 9, 2640. II@C@33) eine besondere gruppe bilden die wendungen, die ein mit über- componiertes verbum enthalten, insofern grenze hier bei übertragenem gebrauch meist dieselbe bedeutungsnüance zeigt wie nach der präposition über (s. sp. 137, 6), d. h. die grenze schlieszt das gebiet des billigen, erlaubten, rechtmäszigen, einer befugnis oder pflicht ab. die grenzen überschreiten, zunächst concret: 264 v. Chr. geb. überschritten die Römer zum ersten male die gränzen Italiens mit heeresmacht H. Meyer gesch. der bild. künste 3, 8; (der cyclone) verheerungen überschreiten niemals die grenze Bengalens Peschel völkerkunde 326; dann übertragen: die geister überschreiten alle grenzen der phantasie Arnim 15, 20; neue, noch kleinere und schwächer glänzende puncte, deren entfernung die gränzen der einbildungskraft überschreitet Schubert verm. schr. 1, 5; zumeist aber hat die wendung die besondere, oben angedeutete färbung: wenn ja der unverschämte mensch die grentzen gebührender ehrerbietung überschreiten wolte Ziegler asiat. Banise (1689) 121; ohne die grenzen der weisen mäszigung zu überschreiten Wieland Agathon (1766f.) 2, 274; die grenze keuscher schaam ist überschritten Schiller 151, 48; (die art der quellenbenutzung) überschreitet aber doch die grenzen des einigermaszen erlaubten Ranke ref.-gesch. 2, 383; wogegen sie dem alten baron .. nur eine empfindung widmete, welche die grenzen der dankbarkeit nicht überschritt Immermann 1, 68 Hempel; vergleichbar: sachen .. welche die absicht und die gränzen eines wörterbuches überschreiten Rabener werke 2, 227; lassen sie mich schlieszen, damit ich die gränze eines briefs nicht überschreite Göthe IV 41, 136 Weim.; es würde die gränze dieser skizze überschreiten, wenn Liebig chem. briefe (1844) 110; auch ohne genetiv: in den künsten giebt es strenge regeln, abgecirckelte gräntzen, die man nicht überschreiten darf Ramler einl. in d. schönen wissensch. (1758) 1, 224; Buttler .. sinket oft zu tief, und redet die sprache des pöbels. Boileau überschreitet niemals diese gränze Dusch krit. u. satyr. schr. 150; ein ganz frischer, jede erlaubte grenze überschreitender tintenfleck Holtei vierzig jahre (1843 ff.) 1, 5; mit dieser derben geschichte hatte unser geplauder die grenze fast überschritten, die wir dem anwesenden mädchen schuldig waren Keller 2, 237; man meinte, ich habe meine grenzen überschritten Raabe hungerpastor (1864) 2, 136; vereinzelt: ohne aus den gränzen des guten geschmacks zu schreiten Göthe IV 9, 110 Weim. grenzen übersteigen, übertreten u. ä.: und ermahnet .. dasz er, so lieb ihm seine seele und sein reich, ja nicht deszen grentze überhupfe Reinicke fuchs (1650) 56; (Fortuna blendet) bald diese, bald jene, dasz sie die grentzen der gerechtigkeit zu übersteigen ... begierig werden Schottel friedens sieg 18 neudr.; später ohne dies bewusztsein des bildes: mit einem egoismus, der alle grenzen der schaamhaftigkeit übersteigt Lenz vertheidigung des herrn W. (1776) 18; das elend überstieg alle grenzen Moltke schr. u. denkwürdigk. 1, 170; wenn eine mark gegen die andre, und eine genossenschaft gegen die andre die gränzen ihrer befugnisz übertritt Möser sämtl. werke 1, 380; die jugend führ' ich an der schönheit zügel, die gern die zarten grenzen übertritt Schiller 151, 12; ich kan nicht allzu wohl die grentzen überfahren semel constitutos mihi terminos egredi aegre possum Steinbach 1, 638 aus Hoffmannswaldau. neben den compositis auch die entsprechenden simplicia mit der präpos., z. th. ganz concret: die Oder ist wieder über alle grenzen getreten Moltke schr. u. denkwürdigk. 4, 14; vielleicht auf grund solchen gebrauches das bild: dasz ihnen die galle aufs greulichste über die grentzen trat Schnabel insel Felsenburg (1744 ff.) 2, 14; wenn nur die menschen nicht so leicht und so gerne über die grenzen träten, die für alles gezogen sind Laroche frl. v. Sternheim (1771) 1, 192; deine feste seele springt so leicht nicht über ihre grenzen Hölderlin 2, 182 Litzmann; verführte auch ihn, .. über die schranken der sittlichkeit und über die grenzen des konventionellen lebens wegzuspringen Gervinus gesch. der deutschen dichtung (1853) 5, 29; sei die ungeduld .. der einwohner .. über alle grenzen gestiegen Brentano ges. schr. 4, 271. über eine grenze hinausgehen (vgl. th. 4, 2, 1395): wenn jemand über die grenze des sabbaths auf eine nach den gesetzen erlaubte weise hinaus gegangen briefe die neueste litteratur betr. 11, 116; (der charakter der handelnden personen) der .. nie über die gränzen der wahrscheinlichkeit ... hinausgehen musz Eschenburg entwurf (1783) 69; obgleich meine sämmtlichen arbeiten in diesem fache nicht über die gränze des umrisses und der skizze hinausgehen Göthe IV 21, 86 Weim.; ähnlich: die thränen müssen nicht aus ihren grentzen gehn Besser schr. 1, 254 König. II@C@44) zu den eben angeführten wendungen bilden die folgenden vielfach das gegenstück: etwas oder sich in grenzen halten: dasz das auge des zuschauers so wie die stimme des schauspielers es bedurften, innerhalb gewisser gränzen gehalten zu werden Humboldt aufsätze über d. klass. alterth. 84 Leitzmann; öfter ähnlich wie in schranken halten: so wuszte er (Friedrich d. gr.) doch die vorsteher aller gottesverehrungen in gränzen zu halten Göthe 411, 17 Weim.; (der schwelende heustock) konnte zwar nicht gelöscht werden, wurde aber durch die spritze in einer grenze gehalten, dasz das feuer nicht lebhafter wurde Stifter 51, 333; vgl. gewisz, ich hasse sehr, die dich den höchsten hassen: .. drum kan ich meinen zorn nicht in den gräntzen fassen Canitz ged. (1727) 38; meist reflexiv: (roman und drama) müszten .. sich in den grenzen ihrer gattung halten Göthe 22, 177 Weim.; ich habe mich in diesem stück ganz in den gränzen der geschichte halten wollen Fr. Schlegel sämtl. werke 5, 188; besonders, wo es sich um die grenzen des gebührenden, maszvollen handelt (vgl. o. 3): nachdem durch dieser aderlasung das übrige freche blut abgelaufen, haben sie sich beszer in ihren grentzen der vernunft und löblichen tapferkeit können halten Reinicke fuchs (1650) 61; sie fuhr immer fort sich in den grenzen der freundschaft zu halten Wieland Agathon (1766f.) 1, 185; (Wilhelm) hielt sich nicht in den gränzen eines proportionirten gegengeschenks Göthe 21, 201 Weim.; dasz sich alle in den grenzen des anstandes und der sittlichkeit halten mögen Böhme gesch. d. tanzes 176; wie bei den asiatischen Mongolen hält sich der prognathismus in mäszigen grenzen Peschel völkerkunde 432; auch prägnant, ohne erläuternden zusatz: Piero's eigenmächtiges verfahren ... erregte eine indignation, von der .. die treuesten anhänger der Medici mitfortgerissen wurden. dennoch hielt man sich ihm gegenüber in den grenzen Grimm Michelangelo (1890) 1, 120; die vertheidigung (eines auswärtigen collegen) würde mich immer nöthigen, mich innerhalb gewisser grenzen zu halten Bismarck polit. reden 4, 73; vereinzelt: dasz er mit dem besten willen ... nicht in den grenzen des anstandes halten könnte briefe von u. an Herwegh 286; — denn das bisher gesagte soll die gränzen der allgemeinen andeutungen halten und sich nicht zu vielseitig ausdehnen Göthe II 6, 215 Weim.; das ist aber das ... charakteristische, welche grenzen er bei der übertragung der aufklärungsgedanken auf das heerwesen einhält Meinecke Boyen 1, 32. in grenzen bleiben: dieweil die ... jahrzeiten nicht allzeit in gleichen grentzen bleiben Sebiz feldbau (1579) 44; dasz unsre ganze wissenschaft (unser wissen) in gar zu engen gränzen bleibe Gottsched ged. (1751) 1, 278; häufiger aber in dem sinne der maszvollen, gebührenden beschränkung wie sich in grenzen halten: ey, die liebe ist vielerley, wolte sich Zarang rechtfertigen, man musz in den gräntzen bleiben Ziegler asiat. Banise (1689) 603; das niedrigkomische, das doch immer in den gränzen der sittsamkeit bleiben musz Eschenburg entwurf 174; dasz sie (die einheit der zeit) .. innerhalb der gränzen bleibt, welche die kritici der dauer einer theatralischen handlung setzen schlesw. litteraturbr. 153 lit. denkmäler; ich bleibe in meinen gränzen me measque vires consulo Serz teutsche idiotismen 58a; dasz man eine strenge auswahl treffe, damit ein unternehmen, welches ohnehin weitaussehend ist, innerhalb seiner gränzen bleibe Göthe IV 25, 181 Weim.; serenissimo bezeigen sie .. meinen glückwunsch dasz der unfall noch in grenzen geblieben IV 12, 320. in die grenzen zurückweisen u. ä.: (es gelang ihnen) die nachbarn in ihre alten grenzen zurückzuweisen Ranke reform. gesch. 1, 41; übertragen: nachdem er durch die autorität herzoglicher commission berechtiget, den hofgärtner Wagner in seine grenzen zurückgewiesen Göthe IV 30, 185 Weim.; bis das masz voll war .. und der übermuth und die willkür wieder in ihre grenzen zurückgeworfen ... werden sollte Stifter 51, 357; da aber jener national-enthusiasmus ... in die grenzen einer ... würdigen selbstschätzung zurücktreten wird Göthe 49, 57 Weim. sich in ... grenzen bewegen scheint ganz jung. die individuelle auffassung der figuren, .. die er vorführt, bewegt sich in engen grenzen Scherer litt. gesch. 109; (eine tapfere politik) wenn sie erfolg hat und dann sich in vernünftigen und ehrlichen grenzen bewegt Bismarck ged. u. erinn. 2, 110 volksausg. II@C@55) in einigen wendungen herrscht die unter B entwickelte bedeutung 'schranke, ziel, ende' vor; die phrasen breiten sich, wie diese bedeutung, erst im 18. jh. aus. keine grenzen kennen, haben; selten mit persönlichem subject: man .. schneidet, da er (ein junger, aber tüchtiger mann) noch keine grenzen seiner wirksamkeit kennt, ihm luft und athem ab Herder 16, 274; wenn der edelmann im gemeinen leben gar keine gränzen kennt Göthe 22, 150 Weim.; voll entfaltet sich der dieser formel eigenthümliche sinn erst bei abstractem subject; meist starke affecte: sein hasz, seine wuth, sein gerechter zorn gegen den decemvir kennen weiter keine grenzen Lessing 6, 118; so kannte sein eifer .. keine grenze Arnim 19, 308; nun .. bin ich .. begeistert und mein mut kennt keine grenzen Pocci lust. komödienbüchlein (1859) 32; den religiösen fanatismus, der ... keine grenzen kannte Gutzkow ges. werke 10, 206; vgl. der schneider erhitzt sich, lärmt. .. der schneider kennt keine grenzen, sein zorn wächst 1, 76; doch auch abstracta anderer begriffsrichtung: barmherzigkeit meines gottes, .. dessen gnade keine grenzen kennt! Bräker sämtl. schr. 1, 255; an solchem freudentag, den du mir schenkst, soll meine milde keine gränzen kennen Schiller 13, 488; erst, edler freund, lasz mich dein alter herzen, dessen ehre nicht maas noch gränze kennt Shakespeare 3, 120; so kennt der flor der wissenschaft ... so wie dein hoher ruhm auf erden, keine gränzen Gottsched neueste ged. (1750) 15; dies schon im 17. jh. vorklingend: dein ruhm weisz ausser dem fast nichts von gräntz' und schrancken Lohenstein Arminius (1689f.) 1, f 1a. keine grenzen haben ebenfalls von starken leidenschaften: meine wuth hat keine gränzen! theater d. Deutschen 18, 57; ihre raserei hat keine gränzen Göthe 411, 156 Weim.; mein abscheu gegen dich hat keine grenzen Arnim 8, 443; häufiger aber in fällen wie: weil seine (des schöpfers) weisheit unendlich ist und seine macht keine gräntzen hat Ramler einl. in die schön. wissensch. 2, 8; Anton war so voller freude über dieses anerbieten, dasz seine dankbarkeit gar keine grenzen hatte Moritz Anton Reiser 100 neudr.; der tiefsinn und der wille haben keine grenzen Novalis 3, 91 Minor; so wie der verstand, so hat die narrheit des menschen keine gränzen Tieck schr. 17, 235; auch dialectisch: dat hed hêl gên grensen Doornkaat-Koolman 1, 680a. seine grenze haben; gern bilden geduld, nachsicht, gehorsam und verwandte begriffe das subject: die milde hat auch ihre grenzen Arnim 18, 212; der gehorsam, zu dem der untergebene dem oberen verpflichtet sei, habe seine grenzen Ranke sämtl. werke 40, 290; allein es hatte dies gewährenlassen doch seine grenze Mommsen m. gesch. 2, 99; man schont die gereizte empfindlichkeit der kleinstaaten und ihrer kommissare, doch hat das alles seine grenzen Moltke schr. u. denkwürdigk. 4, 178; das vertrag ich nicht. es hat alles 'ne grenze. wenn sie mich provozieren wollen Hauptmann einsame menschen (1891) 14; gern auch von der begrenztheit menschlicher kräfte: es ist natürlich, dasz die stärkste kraft ihre gränze hat, und endlich doch ... erliegen musz Bahrdt geschichte s. lebens 2, 126; die menschliche natur ... hat ihre gränzen Göthe 19, 68 Weim.; und der mensch hat seine grenzen, grenzen, über die hinaus sich sein muth im staube windet Grillparzer 4, 43; vgl.nun so wisse, dasz auch die teufel ihre gränzen haben Klinger werke 3, 55; fast sprichwörtlich: ausserdem hat jede kunst ihre grenzen Gleim briefwechsel 1, 242 Körte; geist und kunst haben ihre gränzen Göthe 45, 73 Weim.; alle menschliche kunst hat ihre gränzen Fouqué gefühle, bilder 1, 7; auch sonst mannigfach: allein die unmäszigste schwärmerey hat ihre grenzen Wieland Agathon (1766f.) 1, 10; um mich herum natürlich und auch unter mir hatte mein grundstück seine grenzen Seidel Leberecht Hühnchen (1899) 240; anders: Jupiter. es wird dein ruhm fortan, wie meine welt, in den gestirnen seine grenze haben Kleist 1, 310; seltener ohne reflexives pron.: nein, eine grenze hat tyrannenmacht Schiller Tell 1275; dasz das darstellen einer persönlichkeit in öffentlichen blättern eine grenze hat, über welche der keckste zeichner nicht hinausgehen darf Freytag 15, 98; es gebe eine grenze dafür, was ein könig von Preuszen anhören könne Bismarck polit. reden 2, 76. grenzen finden ist ganz jung und vielleicht deshalb schwankend im gebrauch, ohne die feste orientierung der obigen formeln: selbst Napoleon hatte in Spanien die grenzen seiner macht gefunden Treitschke deutsche gesch. 3, 152; ähnlich wie seine grenzen haben: auch diese geduld muszte ihre grenzen finden Jahn Mozart 2, 33; dasz die selbstverleugnung grenzen finde, über die hinaus sie in unnatur und verzerrung überginge Moltke schr. u. denkwürdigk. 1, 101; die kaiserin Augusta, deren temperament ... auch in der rücksicht auf alter und gesundheit des gemals nicht immer grenze fand Bismarck ged. u. erinn. 2, 315 volksausg.; ähnlich wie keine grenzen kennen: mord sollte freylich nirgends freystatt finden, und rache keine gränzen Shakespeare 3, 316; anders: ich schien mir nicht mehr ich, meine gränzen konnte ich nicht mehr finden B. v. Arnim Günderode 1, 27; völlig abweichend (grenze = scheidelinie), aber gleich jung: dasz zwischen dem 'weit her sein' und dem 'erbarmenswerth sein' oft keine grenze zu finden ist Grabbe 4, 155 Blumenthal; der kaiser hatte (im streit mit den ständen) einiges nachgegeben, andres suchte er um so mehr festzuhalten; eine grenze war nicht gefunden worden Ranke reform. gesch. 1, 132. grenzen erreichen: die eroberung hatte die äuszersten grenzen erreicht. Rom erstreckte sich vom eismeer bis zur libyschen wüste Moltke schr. u. denkwürdigk. 1, 165; und auch hier hätten die mongolischen züge noch keine gränze erreicht, wenn nicht Raumer gesch. d. Hohenstaufen 4, 76; Carsten stockte, als habe er die grenze seiner erzählung erreicht Storm 5, 100; obwohl ... sie gleich anfangs die grenzen ihrer leistungen scheint erreicht zu haben Droste-Hülshoff briefe 99 Schücking. II@C@66) an die seltenere bedeutung 'anfangsgrenze' (s.B 2) erinnert die formel an die grenze von etwas streifen: tiefe fast an die gränze der pedanterey streifende gründlichkeit Schubart ästhetik d. tonkunst 81; eine derbheit, die dicht an die gränze der grobheit streift leben u. gesinn. 1, 256; in gesteigerter höflichkeit, die freilich an die grenzen des hohnes streifte Holtei erzähl. schr. 5, 55; vgl. der ton dieses instruments ... berühret oft die grenze des baritons Schubart ästhetik d. tonkunst 321; ich ... finde sie (die irreligion) an den stellen, welche sich den gränzen der moral nähern Fr. Schlegel im Athenäum 2, 297. II@DD. grenze in der composition. II@D@11) das compositionselement ist beim substantivcompositum im allgemeinen grenz-; grenzen- erscheint nicht selten, wenn das zweite compositionsglied eine verbalableitung ist, also besonders bei wörtern auf -ung (namentlich im 18. jh.); vgl. grenzenaufschiebung, -bestimmung, -mischung, -verletzung, -vermessung, -vermischung; doch auch bei nomina actionis: grenzenbeschreiber, -richter, -hüter, -wächter. oft ist indessen nur die poetische form maszgebend, der das zweisilbige grenzen- meist bequemer ist; vgl. auszer den beiden letztgenannten wörtern noch grenzenschütze, -vater, -wacht. aber auch in prosaischer sprache ist über die verbalsubstantiva hinaus bei einigen compositis grenzen- möglich gewesen; vgl. besonders grenzenstein, grenzengerechtigkeit, -recht; die letzte form notieren sogar Adelung und Heinsius, dieser auch grenzengebirge; vereinzelt sind grenzenlinie, -masz, gelegenheitsbildung ist grenzengedicht. grenze- ist seltener und dient ebenfalls oft dem versbedürfnis, vgl. grenzeflusz, -stein (dies bei dichtern des 17. jhs. häufiger), -scheide; doch daneben auch in prosa bis ins 19. jh., vgl. grenzeritt, -stadt, -städtlein, -strom. — das einzige voll entwickelte adjectivcompositum ist grenzenlos, daneben namentlich im 18. jh. nicht selten grenzlos, poetisch auch grenzelos. bildungen wie grenzenfrei, -weit lehnen sich an grenzenlos an; öfter finden sich adjectiva, die von componierten substantiven abgeleitet sind, vgl. grenznachbarlich, -meisterlich, -streitig; buchdeutsch scheint grenzscheidend, poetisch ist selbst die verbalableitung grenzpfaden gewagt worden. II@D@22) die ungemein fruchtbare substantivcomposition setzt im 16. jh. in breiterem umfange ein. am frühesten erscheinen naheliegende bildungen wie grenzbaum, -brunnen, -flusz, -kreuz, -mark (= grenzzeichen), -rain, -stein, -wasser u. ä.; auch grenzhaus, -schlosz, -stadt gehören schon dem 16. jh. an, ebenso grenzbrief, -vertrag, selbst künstlichere bildungen wie grenzgedächtnis, -oberster. auch persönliche verbalsubstantiva setzen früh ein, vgl. grenzbereiter, -beschreiber, -bewahrer, -scheider, -verwahrer. selten sind im 16. und auch im 17. jh. noch verbalsubstantiva auf -ung, vgl.grenzackerung, -bestätigung, -irrung, -scheidung, -setzung, -verschreibung, -verwahrung. erst im 18., mehr noch im 19. jh. kommen diese bildungen zu reicher entfaltung. sie beschränken sich im ganzen auf den ausdruck eines transitiven verbalverhältnisses, vgl. grenzabsteckung, -abtheilung, -anweisung, -ausgleichung u. s. w.; seltener anders, vgl. grenzausdehnung, -begünstigung, -berührung, -erstreckung, -handlung, -irrung. in grenzabtretung, -erwerbung hat grenze den weiteren sinn von grenzgebiet. unter den compositis jüngeren ursprungs verdient eine gruppe hervorhebung, bei der grenze die oben unter B entwickelte bedeutung des endes hat, vorwiegend wörter aus dem bezirk der mathematik und der philosophie, vgl. grenzbeziehung, -form, -lage, -werth, -winkel, -zahl, -ziffer; -begriff, -bestimmung, -punct; grösztentheils erst dem 19. jh. angehörig.
89325 Zeichen · 1533 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grênze

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Grênze , S. Adelung Gränze .

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Grenze

    Goethe-Wörterbuch

    Grenze fast ausschließlich ‘Gränze’; von ca 670 Belegen über ein Drittel im Bereich der Farbenlehre (Pkt D), wo der Begr…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grenze

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Grenze , das Ende einer Sache, jenseit dessen sie aufhört. Die Grenzen der Linie bilden zwei Punkte, der Fläche Linien, …

  4. modern
    Dialekt
    Grënze

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Grënze [Krantsə fast allg.; Krtsə M. ; Kræntsə Str. ] f. Grenze.

  5. Sprichwörter
    Grenze

    Wander (Sprichwörter)

    Grenze 1. Alles hat seine Grenze, sagte der Bauer, ausgenommen des Nachbars Pflug, der geht bis in meine Brache (Wiese).…

  6. Spezial
    Grenzef

    Dt.-Russ. phil. Termini · +4 Parallelbelege

    Grenze , f граница , ж

Verweisungsnetz

3797 Knoten, 10254 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 4 Hub 30 Kompositum 3749 Sackgasse 14

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grenze

53 Bildungen · 34 Erstglied · 17 Zweitglied · 2 Ableitungen

grenze‑ als Erstglied (30 von 34)

grenzebene

DWB

grenz·ebene

grenzebene , f. : das land des obern Ganges mit allen seinen nördlichen zuströmen bis zu den grenzebenen von Delhi, Bahar Ritter erdkunde 6,…

grenzecke

DWB

grenz·ecke

grenzecke , f. : wir erhalten .. in der kleinen gränzecke an der Leitha und dem Neusiedlersee ... die bunteste musterkarte der volkselemente…

grenzeckstein

DWB

grenz·eckstein

grenzeckstein , m. : Plauen .. ist ein pfeiler, ein grenz-eckstein des landes, mit dessen verlust .. das land selbst gefährdet ist Alexis fa…

grenzeid

DWB

grenz·eid

grenzeid , m. , wird bei der grenzfeststellung geschworen Schickfus schles. chron. (1625) 3, 484 . —

grenzeinfall

DWB

grenze·infall

grenzeinfall , m. : dies waren die üblichen grenzeinfälle ( der Chatten in römisches gebiet ) Mommsen röm. gesch. 5, 136 . —

grenzeisen

DWB

grenz·eisen

grenzeisen , n. , bestandtheil der guszform beim geschützgusz: die kernstange .. wird mit leinöhl .. wohl bestrichen gerade eingesetzt, und …

grenzemporium

DWB

grenz·emporium

grenzemporium , n. , handelsstätte an der grenze: ( die grenzsäule ), von welcher in einer entfernung, auf beiden seiten, von 120 klafter er…

grenzen

FWB

1. ›sich wohin erstrecken, ausdehnen; die Grenzen eines Gebietes kontrollieren und festsetzen, (neu) festlegen‹.; 2. ›an etw. / jn. anstoßen…

grenzenaufschiebung

DWB

grenzen·aufschiebung

grenzenaufschiebung , f. : man wird durch blosze gradsteigerung der kraft so wenig zum gefühle des wunderbaren gelangen als durch unendlichk…

grenzenfrei

DWB

grenzen·frei

grenzenfrei , adj. : du gehst, stolz auf die gesellschaft rings um dich glänzender götterwelten, im hellen gesichte einer unendlichen zukunf…

Grenzengebirge

Campe

grenzen·gebirge

◬ Das Grenzengebirge , des — s , d. Mz . w. d. Ez. das Grenzgebirge S. d. — an Ephrons Grenzengebirge . Klopstock.

grenzengedicht

DWB

grenzen·gedicht

grenzengedicht , n. : wenn man darinn ( in der tragödie ) nicht das unglück geliebter personen beweint, so ist sie keine eigentliche tragödi…

grenzenlos

DWB

grenzen·los

grenzenlos , adj. , seltener grenzlos ( s. u. 3); in der 1. hälfte des 18. jhs. aufgekommen. 1 1) zunächst in wörtlichem verstande: keine gr…

grenzenlosigkeit

DWB

grenzen·losigkeit

grenzenlosigkeit , f. , im 18. jh. noch selten, entspricht meist der bedeutung 1 des adj., sowohl in eigentlichem, wie in übertragenem gebra…

grenzenmischung

DWB

grenzen·mischung

grenzenmischung , f. : überhaupt kenne ich nichts so unbestimmtes als die worte — ode, lyrischer gesang, idylle; daher Abbten seine willkühr…

Grenzenrecht

Campe

grenzen·recht

Grenzenrecht , des — es , d. Mz . ungew. das Recht, die Grenzen Anderer in streitigen Fällen untersuchen und bestimmen zu lassen.

grenzenrichter

DWB

grenzen·richter

grenzenrichter , m. : der markgraf war ursprünglich ein kaiserl. beamter, ... und nichts weniger als ein gränzenrichter allg. deutsche bibl.…

grenzenvater

DWB

grenzen·vater

grenzenvater , m. : da galts den sprung zu wagen, den todessprung in Leipzigs schlacht durch blutgetränkte felder, und fort zum gränzenvater…

grenzenweit

DWB

grenzen·weit

grenzenweit , adj. : jener gränzenweite blick, der vom himmel zur erde die schöpfung umfaszt W. Fr. Meyer Dya Na Sore 1, 45 .

grenzerhaltung

DWB

grenzer·haltung

grenzerhaltung , f. : im zweiten bande werden forstschutzlehre, jagdkunde, die lehre von .. der grenzerhaltung und den forstbeschreibungen a…

grenzeritt

DWB

grenze·ritt

grenzeritt , m. , was grenzberitt: nachdem der grenzeritt anging, so speisten die herren mehrenteils nur kalte küche auf dem felde Elisa v. …

grenzersitz

DWB

grenzer·sitz

grenzersitz , m. : die colonieen der Friesen, Holländer und Westfalen lagerten sich ihren ( der Slaven ) grenzersitzen wie neue bollwerke vo…

grenzerstreckung

DWB

grenzer·streckung

grenzerstreckung , f. : die auszergewöhnliche grenzerstreckung dieses landes ( Hessen-Darmstadts ) nöthigte zu einem kostspieligen grenzschu…

grenzerweiterung

DWB

grenzer·weiterung

grenzerweiterung , f. : die Perser hatten sie ( die elefanten ) also selbst erst .. durch ihre grenzerweiterung gegen den Indus erhalten Rit…

grenze als Zweitglied (17 von 17)

Kartoffelgrenze

RDWB1

Kartoffel·grenze

Kartoffelgrenze f незримая граница между регионами Германии (проходящая примерно на высоте Майна и Рудных гор): севернее этой границы в каче…

Schmerzgrenze

RDWB1

Schmerzgrenze f (Lakune) eine gewisse ~ ist bei mir erreicht idiom. - терпение истощилось Eltern müssen erst eine bestimmte Schmerzgrenze er…

amtsgrenze

DWB

amts·grenze

amtsgrenze , f. limes judicii: das gericht hat hier seine amtsgrenze offenbar überschritten.

Angrenze

DRW

Angrenze die grenzen ... mit ihren vöhren und angrenzen beschrieben 1650 SPantaleonUrb. 525 Faksimile

Malgrenze

DRW

mal·grenze

Malgrenze, f. mit einem Mal (I 1) gekennzeichnete Grenze vgl. Malzeichen (I) 1648 ProtBrandenbGehR. IV 113 Faksimile

Meergrenze

DRW

meer·grenze

Meergrenze, f. Küste eines ¹Meeres (I) als Staatsgrenze 1689 Valvasor,Krain IV 1 S. 3 Faksimile

Oberhoheitsgrenze

DRW

oberhoheit·s·grenze

Oberhoheitsgrenze, f. Grenze eines Herrschaftsgebiets [der Lachenheimerhof] ging ... durch W. durch an der oberhoheitsgrenze entlang 16. Jh.…

Ortgrenze

Campe

ort·grenze

✱ Die Ortgrenze , Mz. — n , die äußerste Grenze. Haltaus. S. Ort 2).

reichsgrenze

DWB

reich·s·grenze

reichsgrenze , f. grenze eines reiches: die Oder gilt als reichsgrenze. Freytag ges. aufs. 2, 428 . im sinne von grenzland: da er ( Wenzel )…

Rickegrenze

DRW

ricke·grenze

Rickegrenze, f. zu 1Reck (II) Lattenzaun als Einfriedung und zur Grundstücksbegrenzung [es] soll auch ein jeder nachbar recht dänige grentze…

Scheidgrenze

DRW

scheid·grenze

Scheidgrenze, f. Grenze biss uff die scheidgrenzen gebracht 1669 SchwäbWB. VI Nachtr. 2930 Faksimile

staatsgrenze

DWB

staats·grenze

staatsgrenze , f. , nach staat 5, c: ich hielt änderungen der staatsgrenzen in Süddeutschland für keinen fortschritt zur einigung des ganzen…

stadtgrenze

DWB

stadt·grenze

stadtgrenze , f. grenze des stadtgebietes: innerhalb der alten stadtgrenze von Augsburg, kaum eine stunde wegs Lechaufwärts entspringen gut …

Talgerichtsgrenze

DRW

talgericht·s·grenze

Talgerichtsgrenze, f. geographische Grenze der Zuständigkeit, Bezirk des Talgerichts (I) vgl. Berggericht (III) sollen unsere berg- und thal…

Territorialgrenze

DRW

territorial·grenze

Territorialgrenze, f. Grenze eines Territoriums daher er ... zur behauptung der bischoͤfflichen territorial-grentzen mit etlichen umligenden…

Ableitungen von grenze (2 von 2)

ungrenze

DWB

ungrenze , f. : ungränzen ( unnatürliche ) engen den gewerbfleisz Fr. L. Jahn runenblätter (1814) 21 . s. un IV B. —

urgrenze

DWB

urgrenze , f. , ursprüngliche, richtige gr. (ur- C 4 c): Fr. L. Jahn 2, 586 E. urgrenzlich 2, 861. —