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gleifen

ahd. bis nhd. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
7 in 7 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
Verweise rein
24
Verweise raus
16

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gleifen vb.

Bd. 7, Sp. 8283
gleifen, vb., abschrägen, mit gleifen versehen, zur basis ghlei- der wurzel ghel- 'glänzen, glatt sein', s. Fick 34, 148; Walde-Pokorny 1, 626. zur sippe gehört auch glipfen (s. d.) und glibberig (s. d.); als starkes verbum nur einmal bezeugt und daher hinsichtlich seines alters fraglich trotz der formalen übereinstimmung mit norw. glîpa 'mit dem munde greifen, schlucken' Torp 164 (vgl. norw.-schwed. glîpa, -ar 'offen stehen'): das (dach) waz ze mase hoh genug daz ez den regen wol abtrug, ez waz nit ze leg (flach) noch vast abgliffen bei Laszberg liedersaal 1, 134. im übrigen begegnet das wort seit ahd. zeit als schwaches verbum (wahrscheinlich denominativ von gleif), vornehmlich als glossierung zu biblischem obliquus, so zu der oben unter gleif, adj., angeführten stelle 3.n. 6, 4: gigleifit ahd. gl. 1, 432, 1; gigleiftiu, gigleistu, gisleistin 1, 434, 28f.; gigleifta 1, 432, 17; zu Ezechiel 40, 16 (et fecit ... fenestras obliquas in thalamis): gigleiftiu, gigleistiu, gisleistun, gileiftiu, gilesitov 1, 650, 25; entsprechend in der prophetenübersetzung des Claus Cranc: gleyfte venstir an den kamirlin Ezech. 40, 16; dicke treme warin an dem antlitze der hallin uzwendig und geleifte venstir 41, 26; dy swellin und dy geleyftin venstir 41, 16; venstere, uzwendic enge und ynnewendic wit geleyfit ebda, uzlegunge 264, 39; thür innen mit einem falz von aussen glaifft bei Fischer schwäb. 3, 689. als 'vom wege abkommen, umwege machen': und dô sî lange stunde gerittin alsô gleifin und in der wûste streifin einiz her, daz andre dar, zu jungist wurdin sî gewar drîer Prûzin kegn in gân Nicolaus v. Jeroschin chron. 14461 Str.; vgl. auch die composita: und dô si quâmin ûf dî vart, der leitsage irre wart. daz sî dî burc vorgleiftin und dô sî widir streiftin und zu der vestin quâmin ... ebda 20770; daz blut man nach im spurte dâ er was gesleifet, verbrochen und vergleifet was er an manigen enden passional 202, 3 Hahn; den vil heiligen man si do nach in sleiften, unz si im ergleiften hût unde vleisch biz ûffez bein passional 392, 70 Köpke. mundartlich in abweichender bedeutung (vgl. an. gleiþr 'gespreizt stehend' zu gleiten): gleifen die beine spreizen Müller-Fraureuth obersächs. 1, 425; zergleifen spreizen, sowohl in sinnlicher als geistiger beziehung: die beine spreizen, sich geziert benehmen Weinhold schles. wb. 28.
2381 Zeichen · 40 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    gleifensw. v.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    gleifen sw. v. , mhd. gleifen. — Graff IV,293. gi-gleif-: part. prt. -it Gl 1,432,1 ( Sg 299, 9./10. Jh. ); acc. pl. n. …

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gleifenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    gleifen swv. ib. intr. schräge sein, hin und her irren. gleifin und in der wûste streifin Jer. 98 d ; tr. mit er-, ver-.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gleifenvb.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    gleifen , vb. , abschrägen, mit gleifen versehen, zur basis ghlei- der wurzel ghel- ' glänzen, glatt sein ', s. Fick 3 4…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gleifen

4 Bildungen · 0 Erstglied · 2 Zweitglied · 2 Ableitungen

gleifen als Zweitglied (2 von 2)

ergleifen

Lexer

er-gleifen swv. abschüssig machen, abstreifen. unz si im ergleiften hût unde vleisch ûffeʒ bein Pass. K. 392,70.

vergleifen

Lexer

ver·gleifen

ver-gleifen swv. BMZ verbrochen und vergleifet ( geschunden, verkrümmt? ) was er ( der geschleifte ) an manigen enden Pass. 202,3. vgl. ergl…

Ableitungen von gleifen (2 von 2)

ergleifen

Lexer

er-gleifen swv. abschüssig machen, abstreifen. unz si im ergleiften hût unde vleisch ûffeʒ bein Pass. K. 392,70.

vergleifen

Lexer

ver-gleifen swv. BMZ verbrochen und vergleifet ( geschunden, verkrümmt? ) was er ( der geschleifte ) an manigen enden Pass. 202,3. vgl. ergl…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gleifen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gleifen/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „gleifen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gleifen/dwb. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gleifen". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gleifen/dwb.
BibTeX
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