kafeln , 11)
nagen, knabbern (
mhd. kavelen?): dann kamen meine geiszen haufenweis und kafelten das laub ab (
von den gefällten bäumchen). Bräker 16 (27);
es scheint nur schweiz., bei Stalder 2, 80
auch dim. käfelen,
und kafel
m. was man benagen kann, kafelfleisch
fleisch mit knochen, knorpel (
s. knorpelfleisch)
u. a. Das ist der rest eines alten verbalstamms gleicher bed., von dem kaff, kabel
gebildet scheinen; dazu ablautend kiefen
nagen, kiefel
kinnbacken, kiefe, käfe (
ahd. chëvâ)
hülse. grundbedeutung wäre das arbeiten mit den zähnen, die das älteste werkzeug des menschen sind, daher käfe, kiefe, kaff
die mit den zähnen abgenagte fruchthülse, kiefel
das nagende werkzeug selbst, kabel
eig. eine rute, mit den zähnen geschält, um sie zum einschneiden oder sonst zu brauchen (
noch jetzt schälen in wald und feld die kinder die ruten, rüben u. a. mit den zähnen)
; auch der käfer
ist wol der nagende. Auch westf. kawwelen
etwas kauen, ohne es zu zerbeiszen. Frommann 6, 214,
mnd. kavel
rostrum (
maul?) Dief.
gl. 500
c,
und es wird dergl. nd. mehr zu finden sein; beachtenswert ist auch nd. kafe
f. werkzeug, den flachs von der schäbe zu reinigen, zu 'kafen' Schambach 95
a,
wo das nicht von kaff
gebildet ist. engl. dial. chavel, chaffo
kauen Halliwell 239
a. 242
b,
altengl. chavel
kinnbacken (
dial. chaffbone),
ags. ceafl,
auch maul, rachen, schnabel. nächstverwandt ist goth. skaban,
nhd. schaben
mit seiner sippe, vgl. käfe hülse : schäfe
dass., altn. skafi
m. feilspahn, skaf
n. rinde. die urverwandtschaft s. bei Diefenbach
goth. wb. 2, 225,
ohne das s
auch finn. kaappia,
esthn. kaapma
radere, finn. kapi
scabies; bei solchen wurzeln, die vorn ein S
verloren, bleibt gern die lautverschiebung aus. 22)
das schweiz. wort heiszt auch ungeschickt schneiden, schnippeln, wie kinder, dann das metzgen als pfuscher treiben, weiter pfuschen überhaupt, deutlich vom alten oder kindischen arbeiten mit den zähnen entlehnt, denn es heiszt auch '
sudelig kauen, essen'.
vgl. engl. chaffle
hacken, kaff
karst, haue, lit. kapóti
hacken, gr. κόπτω u. s. f., ein nd. katten, kaddeln, katzen
heiszt auch fleisch ungeschickt hauen, schneiden, wurzelhafter auslautwandel? vgl. schaden (
eig. verwunden?) : schaben. 33)
merkwürdig aber auch keifen (kafler, kafli
m. keifer, dim. käfelen),
und ungeschickt plappern, ein verworrener redner z. b. kafelt,
vgl. Tobler 92
a;
und diesz taucht auch anderwärts auf: das westf. kawweln
kauen vorhin heiszt auch dumm reden Fromm. 6, 214,
ganz wie schwz.; schles. kâfern, kâwern,
auch kafsen, kafzen
schwatzen, plaudern, gekâfere
geschwätz Weinhold 39
a;
engl. cavil,
nordengl. caffle
spitzfindig, krittlig streiten, nnl. redenkavelen
disputieren u. ä., kavelen
reden, plaudern, diesz auch älter ostfries., jetzt kävelen, kabbeln, kaueln (
aus kawelen?)
schwatzen, salbadern Stürenb. 100. 104
b,
nd. kaueln, kauen
mit zusammensetzungen brem. wb. 2, 754;
vgl. auch engl. chafty
talkative Halliwell, chavish
a chattering, prattling or murmuring noise, gött. kæwen
vom kindergeschrei, oberlaus. westf. käffen,
kläffen und husten (Weinh.
a. a. o.)
; isl. kjapta (
gespr. kjafta)
schwatzen, besonders im zank oder hinterm rücken, schwed. käfta, käfsa,
zu kjaptr ('kjaftr'), käft
maul, eig. kinnbacken. Nach alle dem scheint das kein wort für sich, sondern das zanken wie schlecht reden von der bewegung der kinnbacken benannt; s. besonders kauen 4
und kaubern.
schwer zu sagen ist wie es sich zu den nah anklingenden keifen
und kabbeln
verhält; vgl. kifeln nagen und zanken, nd. kaffen
und kiffen, keffen
belfern : kiffe
maul, auch ostfr. käkeln
zanken : kakebeen
kinnbacken, nd. käkeln
plaudern : käke, käkel
maul, eig. kinnbacken.