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Staude

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Staude

Bd. 4, Sp. 312
Die Staude, plur. die -n, Diminut. das Stäudchen, Oberd. Stäudlein. 1. Ein stehendes Ding, zunächst von dem Zeitworte stehen, in welcher Bedeutung es doch nur in einigen Fällen, von Pfosten, oder Säulen üblich ist. So werden in den Papiermühlen die kleinen Säulen, in und zwischen welchen die Schwingen gehen, Stauden genannt. S. Hinterstaude, Vorderstaude. Bey andern Handwerkern heißt eine solche kleine Säule eine Studel. 2. Eine Art Gewächse, welche einen vielfachen Stamm oder Stängel aus der Wurzel treiben, wo es (1) im weitesten Verstande zuweilen von allen Pflanzen oder Gewächsen dieser Art gebraucht wird, welche nicht bloß Einen, sondern mehrere Stängel treiben, und welche man zum Unterschiede von den folgenden, auch wohl Staudengewächse nennt. In diesem Verstande ist z. B. die Nelke eine Staude oder ein Staudengewächs, obgleich hiervon, so wie von einigen andern das Wort Stock üblicher ist. Siehe Staudengerste, Staudenkorn, Bestauden. (2) In etwas engerer Bedeutung ist die Staude, oder zum Unterschiede von dem folgenden, das Staudengewächs, ein solches Gewächs mit mehrern, gemeiniglich holzartigen Stämmen, welche im Herbste über der Wurzel verdorren, im Frühlinge aber wieder ausschlagen; Suffrutex. (3) Im engsten und gewöhnlichsten Verstande sind Stauden Gewächse mit mehrern holzigen Stämmen, welche im Herbste nicht absterben, sondern fortdauern; Frutex. In diesem und dem vorigen Verstande sind die Stauden das Mittel zwischen den größern und nur mit Einem Stamme versehenen Bäumen, und den eigentlichen Pflanzen oder Kräutern, welche einen saftigen weichen Stängel haben. Die Haselstaude, Brombeerstaude, Hohlunderstaude, Wachholderstaude u. s. f. Staude und Strauch werden oft als gleich bedeutend gebraucht, sie sind aber verschieden. Nach Stosch werden nur die Frucht tragenden Gewächse dieser Art Stauden, die übrigen aber Sträucher genannt. Allein der wahre Unterschied scheinet in andern Umständen zu liegen. Denn 1. ist Staude der Niederdeutschen Mundart unbekannt, welche alles Strauch nennet; dagegen das erstere mehr der Oberdeutschen Mundart, und aus dieser der edlern und anständigern Schreibart der Hochdeutschen eigen ist, daher man auch in der höhern Schreibart lieber Dornstaude als Dornstrauch sagt. 2. Bezeichnet Strauch eine mehr verworrene Lage der Stämme und Zweige, so wie das gleichfalls nur im gemeinen Leben übliche Busch eine mit sehr vielen nahe an einander stehenden oder dick belaubten Stämmen versehene Staude bezeichnet. Und um deswillen ist Dornstrauch üblicher als Dornstaude. In manchen Fällen ist auch hier Stock entweder allein,[] oder mit Staude gleich sehr gebräuchlich; Rosenstock und Rosenstaude, Weinstock, aber nicht Weinstaude. Anm. In der ersten Bedeutung stammet es mit Staat, Statt, Stätte u. s. f. unstreitig von stehen ab. In der zweyten Bedeutung ist der Stammbegriff nicht so deutlich. Wenn man erwäget, daß Stock in vielen Fällen mit Staude gleich bedeutend ist, so scheinet es, daß es zunächst, entweder den Umfang in der Dicke, oder auch die mäßige kleinliche Beschaffenheit der Stämme ausdruckt.
3095 Zeichen · 38 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Staude

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Staude , plur. die -n, Diminut. das Stäudchen, Oberd. Stäudlein. 1. Ein stehendes Ding, zunächst von dem Zeitworte s…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Staude

    Goethe-Wörterbuch

    Staude [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Staudef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Staude f. : 1. 'mehrjähriger (perennierender) Strauch', Staud (šdaud) [Kaislt]; Pl. Staude (šdaudə) [Kaislt, Wilde 286],…

  4. Sprichwörter
    Staude

    Wander (Sprichwörter)

    Staude 1. Ausser der Staude ist gut Rath geben. – Eiselein, 577. Lat. : Extra mala positus me admones. 2. Ausser der sta…

  5. Spezial
    Staude

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Stau|de f. (-,-n) (Strauch) brüscia (-sces) f. , trognora (-res) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit staude

113 Bildungen · 97 Erstglied · 16 Zweitglied · 0 Ableitungen

staude‑ als Erstglied (30 von 97)

staudech

LothWB

stau·dech

staudech [štaudeχ Si. u. s.] adj. launenhaft, halbnärrisch: en as ’rem st. er ist wieder nicht recht bei Trost. — lux. 420 ebenso; vgl. els.…

staudeich

DWB

stau·deich

staudeich , m. '( wasserbau derjenige deich, welchen man an sehr hohen örtern anleget, um der überschwemmung einer auszerordentlichen hohen …

staudelbeere

DWB

staudelbeere , f. für heidelbeere, vaccinium myrtillus Adelung. Nemnich. Pritzel - Jessen. Krünitz 171, 71 . Metzger landwirthschaftl. pflan…

Staudelbeer(en)kuchen

PfWB

staudelbeere·n·kuchen

Staudelbeer(en)-kuchen m. : 'mit Heidelbeeren belegter Obstkuchen', Staurelbeerekuche [ HB-Nd'bexb O'bexb ], Staulebeeʳkuuche [ HB-Lu'thal ]…

Staudelbeer(en)strüpfer

PfWB

Staudelbeer(en)-strüpfer m. : Neckname für die Bewohner von HB-Kirk/N'häus, Staudelbeerestrippeʳ [ IB-Bierb ].

staudelbohne

DWB

staudelbohne , f. , els. studelbon busch- oder zwergbohne, phaseolus nanus Martin - Lienhart 2, 54 a , vgl. staudenbohne .

Staudenkorn

SHW

Stauden-korn Band 5, Spalte 1323-1324

staudenapfel

DWB

stauden·apfel

staudenapfel , m. ' eine art äpfel, deren baum einer staude gleichet; auch zwergapfel, hedenapfel, und weil sie am frühesten reifen, Johanns…

Staudenarbeit

DRW

stauden·arbeit

Staudenarbeit, f. Handwerksprodukt eines Staudenmeisters den granaten-rosensetzern ... soll man ... die staudenarbeit zu kauffen verpieten 1…

staudenartig

DWB

stauden·artig

staudenartig , adj. adv. nach art einer staude Campe ; suffruticosus Nemnich : französisches raigras. ... ich fand es immer nur zerstreut, s…

staudenbeere

DWB

stauden·beere

staudenbeere , f. heidelbeere, vaccinium myrtillus Nemnich. Campe, vgl. staudelbeere .

staudenbohne

DWB

stauden·bohne

staudenbohne , f. zwergbohne, phaseolus vulgaris nanus Pritzel-Jessen, vgl. staudelbohne .

Staudenbohnen

RhWB

stauden·bohnen

Stauden-bohnen -ǫudəbōnə u. -ęidχəs- Ottw , Trier-Braunshsn ; -ǫurə- Ottw-Illing Pl.: Buschbohnen.

staudenbrudler

DWB

staudenbrudler , -gatzger , m. in der Schweiz für grasmücke, motacilla curruca Stalder 2, 393 .

Staudenbucken

DRW

stauden·bucken

Staudenbucken, n. Rodung von Stauden durch das stauden bucken ... wirdet nit anderst verstanden, dann daß ... alle untertanen ... das unnutz…

staudenbühel

DWB

stauden·buehel

staudenbühel , m. als ortsname, z. b. in dem puppenspiel der raubritter oder: Adelheid von Staudenbühel, s. puppenkom. 2, 39 Engel; wie wir …

staudendotter

DWB

stauden·dotter

staudendotter , m. eine art des leindotters, die staudenartig wächst, auch staudenhederich Campe ; myagrum perenne Nemnich.

staudenente

DWB

stauden·ente

staudenente , f. , scherzhafte entstellung aus staudente = student(e): von allerley ... wolgeubten, auff der hohen staudiums stuben, auff de…

Staudenfeger

DRW

stauden·feger

Staudenfeger, m. wie Staudenräuber in seinem fürstenthum hat er die räuberey und blackerey gar nicht leiden können, sondern dieselben strass…

Staudenformationen

Meyers

Staudenformationen , s. Textbeilage zum Artikel »Pflanzengeographie«, S. IV.

staudenfusz

DWB

staudenfusz , entstellung aus Stûtfuhs, name der deutschen heldensage, s. W. Grimm heldens. s. 136. 248. 312 . 317. Germ. 3, 275; nach art e…

Staudenförster

DRW

stauden·förster

Staudenförster, m. amtl. Förster, Waldaufseher welcher herr oder closter sein selbs vorster hat und man haisst ainen staudnforster, ob der a…

staude als Zweitglied (16 von 16)

Apfelstaude

Adelung

apfel·staude

Die Apfelstaude , plur. die -n, eine Art Apfelbäume, welche zu den Zwerch- oder Franzbäumen gehören, die Gestalt der Stauden behalten, und a…

balsamstaude

DWB

balsam·staude

balsamstaude , f. was der balsamstaud entrollt, heilet nicht wie minnesold. Bürger 17 a .

brombeerstaude

DWB

brombeerstaude , f. rubus, im vocab. 1482 e 3 a bramperstaud; bei Dasyp. 309 b brombeerstaud; unzerzerret kommen durch die hecken und brombe…

dornstaude

DWB

dorn·staude

dornstaude , f. bei Henisch m., dornbusch. dornstaud ruscus Voc. theut. 1482 f i b . dornstaude Steinhöwel 86 (1555) . ein harter rauher dor…

haselstaude

DWB

hasel·staude

haselstaude , f. haselstrauch, mhd. haselstûde: avellanus haselstauden Dief. 60 a ; haselstuden voc. inc. theut. i 2 a ; von den haselstaude…

hinterstaude

DWB

hinter·staude

hinterstaude , f. gespaltener pfosten in einer papiermühle, zwischen welchen der hintertheil der schwinge vermittelst eines bolzens beweglic…

nesselstaude

DWB

nessel·staude

nesselstaude , f. 1 1) eine staudig gewachsene nessel: also ist es auch umb ein nesselstaud, ie mer ( es ) darin regnet ie gröszer die nesse…

Nußstaude

Adelung

nuss·staude

Die Nußstaude , plur. die -n, eine Staude, deren Frucht eine Nuß ist. In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung, die Haselstaude, welche die H…

pfefferstaude

DWB

pfeffer·staude

pfefferstaude , f. , vergl. pfefferstrauch . indianische pfefferstaude. Lohenstein Arm. 2, 335 a ; name des kellerhalses Frisch 2, 50 a ; di…

stechstaude

DWB

stech·staude

stechstaude , f. , nach Campe in einigen gegenden eine bezeichnung des stachelbeerstrauches.

vorderstaude

DWB

vorder·staude

-staude , f. ( s. -ständer): das rad, die welle mit ihren hebeln, die in denen hinter- und vorderstauden gehende schwingen und stampfen ( pa…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „staude". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/staude/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „staude". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/staude/adelung. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „staude". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/staude/adelung.
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