stäuber,
m. einer, der stäubt, zu stäuben,
verb. (
s. oben)
gebildet. 11)
eine person, die gewerbsmäszig die betten stäubt,
d. h. von staub reinigt (
vgl.stäuben 5)
oder mit (
neuen)
federn ausstopft Adelung.
vgl. auch Weigand
4 2, 802. 22)
ein flederwisch, staubwedel (
s. u.),
welcher zum abstäuben des hausgeräts u. s. w. dient. die bezeichnung ist nach Adelung
auf Niedersachsen beschränkt. 33)
hauptsächlich aber ein (
kleiner)
jagdhund, welcher zum aufspüren und aufscheuchen kleineren wildes gebraucht wird. mhd. stöuber,
vgl. mnd. stover,
s. auch unten das gleichbedeutende stöber,
m. 3@aa) ein steuber,
indagator Trochus H 1
b; stäuber, ein jagdhund, der das wildt auffjagt und antreibt Hulsius (1616) 307
a; dann die spürhunde (steuber) gehen der spur nach und schlagen an Comenius
sprachenth. 424; steuber, stäuber Kramer
dict. 2 (1702), 916
b; steuber,
canis odorus Stieler 2125; stäuber,
canis ad excitandas feras e latibulis suis Frisch 2, 322
b,
dem wieder Adelung
und Campe
folgen. Frisch
suchte die erklärung des wortes in dem schönen vergleich mit dem wind, der über die erde dahinfahrend, den staub vor sich auftreibt, und Luther
könnte ihm ein kronzeuge sein: wie man einen mantel ausschüttelt oder aussteubet. und wir reden auff deudsch also, wir haben sie ausgesteubert; daher man die jaghunde steuber nennet, die die hasen und wild aufscheuchen und steubern, das die hasen aufffaren und dahin wisschen, hier und daher, wie staub 3, 313
a,
umsomehr, wenn der hund überhaupt zunächst nur zur jagd auf federwild benutzt ist, als ein gehülfe des falken, welcher dann die eigentliche jagd auf den emporgescheuchten vogel aufnahm: nun hat der abenteurer ain steuber oder ain hundt zum federspill bei sich gehabt
Zimmer. chron.2 2, 300, 25
Barack; vgl. auch mhd. wb. 2, 2, 649
a;
gewöhnlich kommen auf ein federspiel mehrere hunde: es soll kommen ein fauth zur Mandel den nechsten dinstag nach Martini samt halben dritt uf einem pferdt geritten, soll bringen einen habich uf der handt und drei steuber ... man soll auch geben den hunden ein brodt J. Grimm
weisth. 2, 168 (
Braunweiler); und so von den steuberen die räbhüner aufgejagt werdend, so wirf den habich von weytnusz auf Gesner
vogelbuch (1557) 130
b; die falckner ritten wol gerist mit steubern und was sunst nodt ist, zuom federspil warens staffiert. Wickram 4, 163
Bolte (
irreitend pilger 4).
ja er jagt auch ganz allein auf federwild: von der saw und einem stawber. ein alte saw war gantz unsauber, belacht gar höhnlich einen stawber ... und sprach: 'dein herr weisz dir zu zwahen, mit prügeln lert dich wachteln fahen.' ... wenn wir nausz ziehen auf den acker, fahn lerchen, wachteln oder sperhn (
lies sprehn): krieg zum wengsten ein oder zwen. B. Waldis
Esop. 2, 71
Kurz. doch es bleibt zweifelhaft, ob nicht mit Adelung
einfach die ganz allgemeine bedeutung steuben
gleich '
stieben machen' (
vgl.stäuben 8,
sp. 1104)
zu grunde liegt, da natürlich der kleine hund nicht nur zur jagd auf federwild benutzt ist, sondern überhaupt zum aufspüren eines jeden im dickicht versteckten wildes (
vgl. oben Luther
und unten Erasm. Alberus),
nur dasz bei der jagd auf haarwild windhunde und rüden im allgemeinen die arbeit des federspiels übernehmen. auch der begrifflich gleichstimmige stöber (
s. unten)
würde dieser letzteren erklärung entsprechen. von dem wachtelhunde (
s. theil 13,
sp. 179),
mit dem er sonst noch die meiste ähnlichkeit hat, nur dasz unser hund kurzhaariger ist (
vgl. die abbildung des wappens der edlen von Dorstad vor Rollenhagens
indian. reise und seine beschreibung A 2
b),
wird er unterschieden: die spürhunde, die wachtelhunde, die hünerhunde, die stäubere, die wasserhunde, die rüden, die röckel, die beschüttere Philander 1, 623;
ebenso vom windspiel: mit seinen jaghunden, steuber und windspilen
Zimm. chron.2 3, 509, 30; aber weil dise bursch (
die Zigeuner) viel hunde, so wohl stäuber als winde, bey sich hatten, spürten mich dieselbigen gleich, umbstellten mich und schlugen an, als wann ein stuck wildbret vorhanden gewest wäre
Simpl. 3, 167, 10
Kurz (
Springinsfeld 4); (
David,) wie er im 22. psalm ... die pfaffenknecht in steubern und windspiel abconterfeyt Schuppius 831; denn zur jagd gebraucht man auch windspiele, stäuber und dachskriecher Fuhrmann
die an der kirchen gottes gebauete satanscapelle (1729) 8.
gleichgesetzt erscheinen beide begriffe nur im niederd.: stover
vel wind,
leporarius, melampus, canis venaticus. vocabularien von Lockum und Wolfenbüttel bei Schiller-Lübben 4, 424
a. 3@bb)
die form stauber
haben H. Sachs: mit seinen rinden, staubern und winden. 17, 371, 27
Keller-Götze, und B. Waldis (
letzterer im reim, s. den beleg oben);
noch ein stauber oder spuorhuond,
un limier, un braquet Duez
nomencl. (1652) 185. —
eine ganz dialektische form staiber
findet sich (
ebenfalls)
bei H. Sachs: nembt rüeden, staiber und die winden, leithund, das wilde schwein zu finden. 13, 111, 36
Keller-Götze, und Erasm. Alberus: gleich wie ein stayber hat den brauch, dasz er die hasen aus dem strauch aufftreibt
fab. 153. 3@cc)
im vergleich: er teuschet und betreuget jederman, er wittert wie ein steuber alles gelt Luther
tischreden 267
b,
wo seine kunst, verborgenes wild aufzuspüren, das mittel des vergleiches bietet. anders mhd.: derst wol anderhalp Franzeis, ein stöuber under wîben. Neidhart xxiii, 17
Haupt, er bringt sie in erregung, wie wol ein stäuber im röhricht einen flug enten aufscheucht, d. h. ein rechter frauenheld. deutlicher gemacht ist der vergleichsgrund: ich vergleiche solche schriften den kleinen stäubern, die das wild auszspüren und aufftreiben Chr. Weise
polit. näscher 13. 44)
besonders in Süddeutschland eine bezeichnung des bofist (
lycoperdon bovista): steuber (stoibe) Schm.
2 2, 719. Campe
belegt aus Baiern das zu erwartende stauber;
ebenso hat Nemnich stauber.
vgl. noch staubbofist
und unten staubschwamm. 55)
bei J. Paul
findet sich stäuber
in der bedeutung '
stütze, stützbalken'
u. ä.: er stellte seinen linken arm als stäuber unter den rechten und erhielt diesen und die fracht des plüschnen ermels wagrecht und schnäuzte damit öffentlich das licht 11, 41 (
Siebenkäs 1); beszre baumheber, als die, die ihn sonst umstürzten, sind jetzt die bettaufhelfer des liegenden freiheitbaums, und unzählige stäuber richten ihn empor 17, 132 (
biograph. belustigungen)
an stelle von steuper (
s. unten steiper).