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Schweben

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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14 in 13 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Schweben v., ntr, intrs, trs

Bd. 4, Sp. 328b
Schweben, v. ntr. mit haben, in der Höhe über einem Körper frei, oder doch den Boden nicht unmittelbar berührend, und leicht sich bewegen, in leichter Bewegung sich befinden. Ein Vögel schwebt in der Luft, wenn er in der Luft mit ausgespannten Flügeln ohne merkliche Bewegung gleichsam hängt, oder in unbestimmter Richtung mehr im Kreise über einer Stelle fliegt. S. Schwebfliege. »Der Adler schwebte über seine Jungen.« 5 Mos. 32, 11. »Er schwebte auf den Fittigen des Windes.« 2 Sam. 22, 11. Der Nebel schwebt über dem Wasser. Die Wolken schweben in der Luft. »Der Geist Gottes schwebte auf den Wassern.« 1. Mos. 1, 2. Ein Seiltänzer schwebt in der Luft, indem er auf dem Seile oder Drahte fast gar keinen Halt zu haben scheinet. Ein schwebender Schritt, Gang, ein leichter, bei welchem gleichsam der Boden nicht einmahl berührt wird. Hoch schwebende Gedanken, uneigentlich, solche, welche sich hoch erheben, stolze. Mein Geist schwebt in höhern Gegenden, ist mit Darstellungen erhabener, überirdischer  Dinge beschäftiget. Es schwebt mir vor Augen, es ist mir so deutlich, erinnerlich, als wäre es, geschähe es vor meinen Augen. Uneigentlich auch, leicht vorübergehen. »Ein Traum meiner glücklichen Stunden schwebte durch meine Seele.« Lafontaine. (R.) Zuweilen bezeichnet schweben auch eine stärkere Bewegung, gewöhnlich mit dem Nebenbegriffe der ungewissen Richtung. »Wie ein Schiff auf dem ungestümen Meere schwebet.« Sir. 33, 2. Sein Nord schwebt auf der Flut mit ungestümen Schwingen. Gieseke. I den schönen Künsten sagt man, die Falten eines Gewandes schweben, wenn sie leicht und gefällig, nicht steif sind, sondern gleichsam schweben. I weiterer Bedeutung gebraucht man schweben von Dingen, welche sowol ganz frei, unbefestiget über uns befindlich sind, als auch von solchen, welche von einer Höhe herabhangen und sich hin= und herbewegen können, oder auch von solchen, welche vom Boden aus über denselben erhoben sind, sie mögen beweglich sein oder nicht. Zwischen schwebenden Himmeln hin I unendlichen Strahlenraum. Baggesen. Ein Kronleuchter schwebte in der Höhe. Ein scharfes Schwert schwebte an einem Pferdehaare über seinem Haupte. »Absalom schwebte zwischen Himmel und Erden,« 2 Sam. 18, 9, als er mit den Haaren an einem Aste hangen blieb. Eine schwebende Brücke, sowol eine, welche in Ketten hängt, als auch eine Brücke in Bogengestalt, deren höchster Theil in der Luft gleichsam schwebt. Es schwebt eine Brücke hoch über den Rand Der furchtbaren Tiefe gebogen. Schiller. (R.) Am Kreuze schweben, zwar am Kreuze befestiget sein, aber doch vom Boden entfernt in der Luft sich befinden. Denn er schwebt, er schwebt am Kreuz, Der dir Freund und Tröster war. Kosegarten (R.). I Bergbaue nennt man ein schwebendes Feld, ein solches, welches oben und unten, hinten und vorn verfahren ist, und nur seine Bergfeste hat; schwebende Mittel, solche, wenn oben und unten die Erze weggenommen und nur noch einige Anbrüche stehen gelassen worden; eine schwebende First, welche über sich hanget; schwebende Sümpfe, welche auf einer Bühne oder auf einem Kasten gleichsam schwebend erhalten werden, damit sie nicht in die tiefen Gebäude fallen; schwebende Strossen, welche man gewinnt, indem man über sich bricht. I noch weiterer Bedeutung heißen im Bergbaue schwebende Gänge, flache, wagerechte oder doch meist wagerechte, weil sie sich ebenmäßig, in sanfter Richtung ohne in die Höhe oder die Tiefe zu steigen, hinziehen; bei den Bergleuten schwebische, unrichtig schwäbische Gänge. Uneigentlich, in einem ungewissen, unbestimmten Zustande sich befinden. So sagt man, eine Streitsache schwebt noch, wenn sie noch nicht entschieden ist. Ein Ton schwebt, wenn er noch nicht rein, sondern noch ein wenig zu hoch oder zu tief ist. Zwischen Furcht und Hoffnung schweben, in einem solchen ungewissen Zustande sich befinden, wo man sowol fürchten als hoffen kann. I Gefahr schweben, in solchem Zustande sein, wo es ungewiß ob man der Gefahr entgehen werde. So muß ich steht (stets) in Sorgen schweben. H. Sachs (R.). Ehemahls sagte man auch »in Froeiden sweben,« Conrad von Kirchberg; »in wunnen sweben.« Heinrich von Saxen. Х Es schwebt mir auf der Zunge, sagt man von einem Worte, einem Ausdrucke oder Namen, dessen man sich in dem Augenblicke wo man es oder ihn aussprechen will, nicht besinnen kann uud worauf man sich mit jedem Augenblicke zu besinnen hofft, und welche gleichsam über der Zunge schweben, sich auf dieselbe aber nicht niederlassen. II) intrs. mit der Fügung eines trs. schwebend sich bewegen, fliegen. Eilet empor Erstlinge, schwebet den Triumphflug. Klopstock. D. Schweben. D. — ung.
4622 Zeichen · 72 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schwêben

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Schwêben , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und durch seinen Laut die sanfte gelinde Bewegung ei…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schweben

    Goethe-Wörterbuch

    schweben 1 zur Bezeichnung einer Bewegungsweise, Präsenz im Raum a am Himmel kreisen, seine Bahn ziehen b sich frei in d…

  3. modern
    Dialekt
    schwëben

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    schwëbe n [wáwə Co. Henry ] in der Luft schweben. [kwápt fòl] zum Überlaufen voll M. — S. Swz. 2, 357. Bayer. 2, 620.

  4. Sprichwörter
    Schweben

    Wander (Sprichwörter)

    Schweben 1. Was über allen schwebt, kann alle treffen. – Winckler, XX, 40; Chaos, 980. 2. Er schwebt zwischen Himmel und…

  5. Spezial
    schweben

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    schwe|ben vb.intr. 1 sté suraía 2 (treiben im Wasser) se lascé porté 3 (fliegen) joré (jora) 4 (herabgleiten) arsí jö 5 …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schweben

11 Bildungen · 4 Erstglied · 3 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von schweben 2 Komponenten

sch+weben

schweben setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schweben‑ als Erstglied (4 von 4)

Schwebende Schuld

Meyers

schwebend·e·schuld

Schwebende Schuld ( flottierende Schuld ), Bezeichnung für Schulden, die für kurze Zeit aufgenommen, bez. auf Verlangen der Gläubiger sofort…

schwebentig

RhWB

schweb·entig

schwebentig -Ewəntiχ NBerg in Barm , Elbf Adj.: schwebend; he büarten (hob) mek schw. en de Loft.

schweben als Zweitglied (3 von 3)

mitschweben

RDWB1

mit·schweben

mitschweben незримо присутствовать, ощущаться, угадываться, быть чуть заметным, быть едва заметным, сквозить eine ~de Erotik - незримо прису…

obschweben

DWB

obschweben , verb. 1 1) oben, über etwas schweben, obenauf sein: ein blum der felder, die heut .. obschwebet, morgen verdorret, abgestorben …

vorschweben

DWB

vorsch·weben

vorschweben , verb. ; fürschweben ist oben ohne beleg aufgenommen ( th. 4, 1, 1, sp. 805), s. unter 6 und schweiz. idiot. 9, 1724. bei Adelu…

Ableitungen von schweben (4 von 4)

beschweben

DWB

beschweben , pendere: in deren ( wolken ) auch die ganze welt mitten beschwebet. Ayrer proc. 3, 4 . transitiv, pendendo tegere: jugendlich m…

entschweben

DWB

entschweben , evagari, evolare, avolare, nnl. ontzweven: welcher engel entschwebt dem hangenden felsen, o seraph? Messias 11, 1533 ; da ents…

erschweben

DWB

erschweben , volando assequi, schwebend erfliegen: als sie .... die stille heitre des himmels näher den nicht begleiteten sonnen erschwebten…

verschweben

DWB

verschweben , verb. , bei Adelung noch nicht verzeichnet, bei Campe aus zeitgenössischen dichtern belegt; in der dichtersprache ist das fein…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schweben". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 8. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schweben/campe
MLA
Cotta, Marcel. „schweben". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schweben/campe. Abgerufen 8. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schweben". lautwandel.de. Zugegriffen 8. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schweben/campe.
BibTeX
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