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schwegel

nhd. bis spez. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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6 in 6 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schwegel f.

Bd. 15, Sp. 2408
schwegel, f. pfeife, flöte, altgerm. bezeichnung aus unbekannter wurzel, vergl. Grimm gramm. 3, 468. Weigand 2, 669. Wachter 1485 f.; die zusammenstellung mit griech. σίζω und lat. sibilare (vgl. Feist got. etymol. s. 113. 146) ist unhaltbar; vergl. Uhlenbeck s. 139, der dafür an got. svegnjan, frohlocken, triumphieren, svogatjan, gasvogjan, seufzen erinnert; weiterhin darf man wol auf ags. swég, geräusch, swégan und swógan, tönen, hinweisen, s. Graff 6, 857. belegt ist das wort nur got. (in den ableitungen sviglja und sviglon), ags. (swegl musik, selten, dazu swegel-horn und swegel-rád, musik Bosworth-Toller 947a) und hd. ahd. suegala, -ila, -ela, suuegula (schwach flectiert), dazu suegelbalch und balcsuegala tympanum, suegilbein, -sanc Graff 6, 857 f.; mhd. swegele flöte, auch speiseröhre Lexer handwb. 2, 1349 f.: barbitus suegila, swegele, schwegel Dief. gloss. 68a; fistula .. suegili, swegel, fleut. 237a; sambuca .. swegel, swegel- u. swigelpfiffe vel swibel, sackphiff. 509c; pfeiff, schwegel nov. gloss. 325c; schwegel, schalmey. 364a; swegel, swagel, schwegel, schwägele, schwäglen. gloss. 582c; el fiabuolo die swegel. voc. venez.-todesc. v. 1424 bei Schm. 2, 628; vgl. auch Dief.-Wülcker 849; auch mnl. (?): sweghel, sweghel-pijpe germ. sax. sicamb. tibia Kilian; nhd. im 16. jahrh. noch weit verbreitet, im 17. stirbt es allmählich aus, seitdem nur noch in bewuszter auffrischung alterthümlichen (oder mundartlichen) sprachgebrauchs; neben schwegel, schwegle findet sich auch die schreibung schwägel (sp. 2176) und die form schwiegel (s. daselbst), die ihr i wol der ableitung mhd. swigeln (neben swegelen, s.schwegeln) verdankt: schwegle tibia Dasypodius; schwäglen (die) fistula, tibia. zuo schwäglen dienlich. tibialis, darausz guot schwäglen oder pfeyffen zemachen. Maaler 364d; zuo einer schweglen, zingken, oder flöuten singen, canere ad tibiam. 366d; fleüte, flöte, schweglen, art einer pfeiffen, fistula, tibia Henisch 1143, 50; schwegle, zwerchpfeiffe, f. fleute Hulsius 292b; schwegle, f. fistula zwergpfeiffe Schottel 1412; schwegle-pfeiffe ò schwegle, f. sveglione, piva traversa da guerra Kramer dict. 2, 706c; mit weiterer entstellung schwälge, schwelge, et schwegle, die, tibia, fistula, alias eine qverchpfeife. Stieler 1970. jetzt noch in den oberdeutschen mundarten, vielfach in schwebel oder ähnliches entstellt, schweiz. schwägle, schwegel Stalder 2, 358 (dazu schwebelpfeife 361). Tobler 403a; schwäb. schwegel Schmid 487; bair. schwegal Schm. 2, 628; schwegel (-pfeiffe), auch die schwiegel, pfeife gemeiner leute in den dörfern (daher kroat. svegla) Höfer 3, 128; tir.-kärnt. schwögl Schöpf 660. Lexer 228. Frommann 6, 206. das wort bezeichnet meist eine kleinere, ältere art der flöte oder querpfeife. belege aus der litteratur: sih thâr ouh al ruarit,thaʒ organa fuarit, lîra joh rotta,joh managfaltu suegala. Otfrid 5, 23, 198; herpfen, rotten und geigen wil süʒʒe andaht, zuht und sweigen, urleuge wil toben und schrien, buden, swegeln und schalmien. Hugo v. Trimberg renner 5914; seine (des behemoth) gebain sein als die schwegeln des eres (erzes). bibel von 1483 262a (ossa ejus velut fistula aeris. Hiob 40, 13); die schwegeln und die psalteri machen den süszen don und die senft zung ist uber yetweders. 333b (tibiae et psalterium suavem faciunt melodiam. Sirach 40, 21, Luther: pfeiffen und harffen lauten wol); dem jungen folk sol zugelassen sein zu nachts an der gassen abent tentz, doch allein nach lauten geigen schwegeln und der gleichen. Ulmer rathsprotoc. von 1527 bei Schmid 487; jr habt in eweren zechen, harpffen, leyren, baucken, schwegelen, zwerchpfeyffen und wein. Franck laster der trunkenheit A 3b; mit sovil instrumenten, als trummeten, pusaunen, zincken, trummen, pfeiffen, schweglen. weltbuch 195b; (Thucydides) leret, das die Lacedemonier in den kriegen sich der weis der schweglen gebraucht habend (tibiarum modulis .. esse usos). Virgilius von den erfindern, übersetzt von Alpin. (Augsb. 1537) 22a; da erhub sich ein lieblich instrument von einer orgel, dann die positiff, dann die harpffen, lauten, geygen, posaunen, schwegel, krumbhörner, zwerchpfeiffen und dergleichen. volksbuch von dr. Faust s. 23 neudruck (s. auch Simrock volksb. 4, 17); disen namen (fistel) gaben die Lateinischen diesem verderblichen geschwer von fistula, das ist ein pfeiffen. dann zugleich wie ein schwegel lang unnd hol, also ist auch disz geschwers art. Wirsung arzneib. (1597) 613 D; der eine bläst die kurze querpfeife, die man schwegel nannte. Vischer auch einer 1, 316; auf lauten, schweglen, harpfen, leyr wonet bei ihnen all freud und mut schimpf müssiggang und liebe gut. Wickgram kunst zu trinken (1537) 2, D 2b; auch must mit schwegel und drometten zu nacht herumbher gehn hofiern. H. Sachs 2, 2, 49c; (ich) kan pfeiffen auff der hültzen schwegel. 4, 3, 62b; keiner war sein geleich mit sprechen und mit singen, sonst mit höfflichen dingen, als mit geigen und schwegeln. 5, 384d; Pan suchet die keule, die tasche, die schwegel. Scherffer ged. 141. sprichwörtlich: tibiam tubae compara, ausz einem furtz einn donnerschlag machen. wir sagen auch, wann man gar ungleichs wil vergleichen: er macht ausz einem graben einn berg, ausz einr mucken ein elephant, ... er vergleicht ein schwegel einer posaunen. Franck sprichw. 2, 103b. — bildlich (von Johannes dem täufer): ein vrônir bote des gotis sunis .. der altin ê und der niuwin ê ein wâriu swegile. spec. ecsles. s. 90 Kelle.als technischer ausdruck für eine bestimmte art der orgelpfeifen, s. schwiegel. — folgende stelle ist unklar und enthält vielleicht ein ganz andres wort: mit iren listen und bösen schwegel meint er zuo nötten die guten vögel. d. städtechron. 22, 360, 25; bis [sie] die sechs der frumen vögel vertilgten mit irem valschen schwegel. 361, 26. man könnte an 'lockpfeife' denken, wenn schwegel in diesem sinne nachweisbar wäre; doch würde damit das bild gröblich zerstört, da an beiden stellen vögel (der rapp, Ulrich Schwarz, bez. der rapp mit seinen weyen und geyren) als subject genannt sind. Roth im glossar erklärt 'list, hinterlist' (zu 'swîchen'?). die andren handschriften (s. Liliencron hist. volksl. 2, nr. 151, v. 101 und 138) lesen dafür schnebel(n).
6312 Zeichen · 147 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SchwegelDie

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Die Schwegel oder

  2. modern
    Dialekt
    Schwegel

    Rheinisches Wb.

    Schwegel -E:j-, –ēə- = Schwefel (s. d.);

  3. Sprichwörter
    Schwegel

    Wander (Sprichwörter)

    Schwegel Er vergleicht ein schwegel einer posaunen. – Franck, II, 103 b .

  4. Spezial
    Schwegel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schwe|gel f. (-,-n) ‹mus› (Holzblasinstrument, Art Flöte) svebl (-i) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schwegel

4 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schwegel 2 Komponenten

sch+wegel

schwegel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schwegel‑ als Erstglied (4 von 4)

schwegelbein

DWB

schwegel·bein

schwegelbein , n. knochenrohr als pfeife, ahd. suegilpain, cornus tibia Graff 6, 129 ; mhd. swegilbein Lexer hdwb. 2, 1349 . Schm. 2, 628 . …

schwegelpfeife

DWB

schwegel·pfeife

schwegelpfeife , f. : sambuca .. swegel, swegel-, var. swigelpfiffe, vel swibel Dief. gloss. 509 c ; schwegelpfeiffe, tibia Dentzler 2, 258 …

schwegelpfeifer

DWB

schwegel·pfeifer

schwegelpfeifer , m. : tibicina i. tibicen .. ein schwegel o. fleuter pfeyffer Dief. gloss. 582 c ; ein schwegler, schweglenpfeifer, tibicen…