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Schwêben

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
14 in 13 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schwêben

Bd. 3, Sp. 1725
Schwêben, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und durch seinen Laut die sanfte gelinde Bewegung eines Dinges in einem flüssigen Körper, besonders in der Luft nachahmet. 1. Eigentlich. Ein Ding schwebt in dem Wasser oder in der Luft, wenn es eine sanfte, kaum merkliche Bewegung in derselben hat; von einer stärkern Bewegung ist im Wasser schwimmen und in der Luft fliegen üblich. Der Nebel schwebt auf der Oberfläche des Wassers, der Luft. Die Wolken schweben in der Luft. Die Weihe schwebt in der Luft, wenn sie sich ohne sichtbare Bewegung der Flügel in der Luft sanft beweget; Nieders. scheren. Der Geist Gottes schwebete auf den Wassern, 1 Mos. 1, 2. Der Adler schwebte über seine Jungen, 5 Mos. 32, 11. Absalom schwebte zwischen Himmel und Erden, 2 Sam. 18, 9, als er mit den Haaren hängen blieb. Er schwebte auf den Fittigen des Windes, Kap. 22, 11. Zuweilen auch von einer stärkern Bewegung, doch mit dem Nebenbegriffe der ungewissen Richtung. Wie ein Schiff auf dem ungestümen Meere schwebet, Sir. 33, 2. Wir gaben das Schiff dahin und schwebten also, Apost. 27, 15. Sein Nord schwebt auf der Fluth mit ungestümen Schwingen, Giseke. Die Falten eines Gewandes schweben, in den schönen Künsten, wenn sie in der Luft zu schweben, nicht angeklebt oder angeleimt zu seyn scheinen. 2. In weiterer Bedeutung wird es oft von solchen Dingen gebraucht, welche keine sehr sichtbare Befestigung in der Luft haben, in noch weiterer Bedeutung aber auch von Flächen und Körpern, welche über uns befestiget sind, und gleichsam über uns zu schweben scheinen. S. Schwebästrich. Ein schwebendes Feld,[] im Bergbaue, welches oben und unten, hinten und vorn verfahren ist, und nur noch seine Bergfeste hat. Schwebende Mittel, eben daselbst, wenn oben und unten die Erze weggenommen und nur noch einige Anbrüche stehen gelassen worden. Eine schwebende First, eben daselbst, welche über sich hänget. Schwebende Sümpfe, eben daselbst, welche auf einer Bühne oder Kasten gleichsam schwebend erhalten werden, damit sie nicht in die tiefen Gebäude fallen können. Schwebende Strossen, eben daselbst, welche durch über sich brechen gewonnen werden. 3. Figürlich. 1) Schwebende Gänge, im Bergbaue, flache, horizontale oder meist horizontale, zum Unterschiede von den seigern, d. i. senkrechten oder doch der senkrechten Richtung ähnlichen, wohin denn auch die Flötze gehören. Dergleichen Gänge werden in der Sprache des Bergmannes mit einem sonst ungewöhnlichen Worte auch schwebische genannt. Es ist hier eine Figur der sanften horizontalen Bewegung. 2) In verschiedenen einzelnen R. A. Es schwebt mir auf der Zunge, sagt man, wenn man sich auf einen Nahmen oder auf einen Ausdruck nicht besinnen kann, und doch alle Augenblicke glaubt, daß man sich auf ihn besinnen werde. Das schwebt mir immer vor Augen, ich erinnere mich immer auf eine anschauliche Art daran. Hoch schwebende Gedanken. Zwischen Furcht und Hoffnung schweben, in Gefahr schweben, sich befinden. Swem nu sin herze in froeiden swebe, Graf Conrad von Kirchberg. So wolde ich in wunnen sweben, Heinr. von Sax. In welchen R. A. es doch jetzt wegen des vielen Mißbrauchs der Dichter platt und ungeschmack geworden. So auch das Schweben. Anm. Schon im Isidor im Imperf. suueibota, von dem Geiste Gottes, für schwebte, im Ottfried sueben, im Engl. to swing. Es ahmet die sanfte Bewegung, welche es ausdruckt, genau nach, und ist vermittelst des Zischlautes aus weben gebildet, so fern dieses ehedem gleichfalls für schweben gebraucht wurde, in welcher Bedeutung es noch bey dem Notker vorkommt. Schweifen, schwingen, das Nieders. sweyen, (S. Schwefze,) u. a. m. sind genau damit verwandt. Im Angelsächs. ist swift geschwinde, im Oberd. schwaben schwanken, im Schwed. svāfva schwanken, hin und her bewegt werden, im Wallis. chwyfio bewegen, welche theils Intensiva von schweben sind. S. auch Schwibbogen.
3881 Zeichen · 73 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schwêben

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Schwêben , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und durch seinen Laut die sanfte gelinde Bewegung ei…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schweben

    Goethe-Wörterbuch

    schweben 1 zur Bezeichnung einer Bewegungsweise, Präsenz im Raum a am Himmel kreisen, seine Bahn ziehen b sich frei in d…

  3. modern
    Dialekt
    schwëben

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    schwëbe n [wáwə Co. Henry ] in der Luft schweben. [kwápt fòl] zum Überlaufen voll M. — S. Swz. 2, 357. Bayer. 2, 620.

  4. Sprichwörter
    Schweben

    Wander (Sprichwörter)

    Schweben 1. Was über allen schwebt, kann alle treffen. – Winckler, XX, 40; Chaos, 980. 2. Er schwebt zwischen Himmel und…

  5. Spezial
    schweben

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    schwe|ben vb.intr. 1 sté suraía 2 (treiben im Wasser) se lascé porté 3 (fliegen) joré (jora) 4 (herabgleiten) arsí jö 5 …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schweben

63 Bildungen · 4 Erstglied · 55 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von schweben 2 Komponenten

sch+weben

schweben setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schweben‑ als Erstglied (4 von 4)

Schwebende Schuld

Meyers

schwebend·e·schuld

Schwebende Schuld ( flottierende Schuld ), Bezeichnung für Schulden, die für kurze Zeit aufgenommen, bez. auf Verlangen der Gläubiger sofort…

schwebentig

RhWB

schweb·entig

schwebentig PfWB LothWB -Ewəntiχ NBerg in Barm , Elbf Adj.: schwebend; he büarten (hob) mek schw. en de Loft.

schweben als Zweitglied (30 von 55)

Überschweben

Campe

Überschweben , v. ntr . u. trs . D. Überschweben. 1. \Uumlacute;berschweben , v. ntr . mit sein, ich schwebe über, übergeschwebt, überzuschw…

ABSCHWEBEN

DWB2

DWB2 ABSCHWEBEN vb. DWB2 DWB2 DWB2 1 herab-, abwärtsschweben: 1771 und auch im finstern thal/ fürcht’ ich mich nie!/ hirte, dein stab, schwe…

anschweben

DWB

anschweben , molliter advolare, heranschweben: sanft anschwebende geister; des hoch anschwebenden adlers. Voss 1, 207 . Luise 3, 817; sie ka…

aufschweben

DWB

auf·schweben

aufschweben , sursum ferri: der adler schwebt auf; die göttin schwebte auf. schweben auf, schweben ab, neigen sich, beugen sich. Göthe 12, 2…

ausschweben

DWB

aus·schweben

ausschweben , evanescere: fieng an ir trug und falsch auszuschweben. Frank weltb. 138 b . s. verschweben.

beschweben

DWB

beschweben , pendere: in deren ( wolken ) auch die ganze welt mitten beschwebet. Ayrer proc. 3, 4 . transitiv, pendendo tegere: jugendlich m…

Dahérschweben

Campe

daher·schweben

△ Dahérschweben , v. intrs. mit sein, schwebend, mit leichtem Schritte dahergehen, sich schwebend bewegen, nähern. »Und ach wie schwebte das…

durchschweben

DWB

durch·schweben

durchschweben , sanft und leise durch einen raum sich bewegen. 1 1. eigentlich. düsteres grau am fernen horizont, das dicke finstere wolken …

einherschweben

DWB

einher·schweben

einherschweben , librari, ferri: über den hohen gefilden des sternes schwebt er einher. Messias 20, 583 .

einschweben

DWB

ein·schweben

einschweben , impendere, imminere, herein, einher schweben, nnl. inzweven. mhd. în swëben: dâ der vater sînen sun gebirt in dem inresten gru…

emporschweben

DWB

empor·schweben

emporschweben , sublime ferri: der mensch wird zu unglück geborn, wie die vögel schweben empor zu fliegen ( vulg. homo nascitur ad laborem e…

entschweben

DWB

ent·schweben

entschweben , evagari, evolare, avolare, nnl. ontzweven: welcher engel entschwebt dem hangenden felsen, o seraph? Messias 11, 1533 ; da ents…

erschweben

DWB

ersch·weben

erschweben , volando assequi, schwebend erfliegen: als sie .... die stille heitre des himmels näher den nicht begleiteten sonnen erschwebten…

gleichschweben

DWB

gleich·schweben

gleichschweben , vb. , s. gleichschwebend 3: die quinten sollen forthin ... auf den klavieren gleichschweben Heinse s. w. 5, 65 Schüdd. —

Herabschweben

Campe

herab·schweben

Herabschweben , v. ntr . u. intrs . mit sein , schwebend herabkommen, schwebend sich herablassen; auch Х herunterschweben. Das Herab=, Herun…

Heranschweben

Campe

heran·schweben

△ Heranschweben , v. ntr . u. intrs . mit sein , schwebend herankommen, herannahen. Sieh, und ein Seraph — — Schwebte heran . — — Sonnenberg…

Heraufschweben

Campe

herauf·schweben

△ Heraufschweben , v. ntr . u. intrs . mit sein , schwebend heraufkommen, schwebend aus der Tiefe nahen. Siehe da schwebten herauf die Todes…

herbeischweben

GWB

herbei·schweben

herbeischweben einmal -ey- von antiken Gottheiten; in bildkünstlerischer Darstellung GWB 47,341,26 ÜbFlaxmanWerke Übers im Bild der Befrucht…

herschweben

DWB

hersch·weben

herschweben , verb. : wer sind die seelen, die in der haine nacht herschweben? Klopstock 1, 174 ; wie sie ( die göttin unsrer sprache ) hers…

herumschweben

GWB

herum·schweben

herumschweben Getrenntschr GWB 21,204,4 1 (quasi) in der Luft hängen [ Abriß einer Bretterbude ] einzelne Menschen hingen an Sparren und Bal…

Hervorschweben

Campe

hervor·schweben

◬ Hervorschweben , v. ntr . u. intrs . mit sein , in oder hinter einem Raume, Gegenstande  vorher befindlich oder verborgen emporschweben. …

Ableitungen von schweben (4 von 4)

beschweben

DWB

beschweben , pendere: in deren ( wolken ) auch die ganze welt mitten beschwebet. Ayrer proc. 3, 4 . transitiv, pendendo tegere: jugendlich m…

entschweben

DWB

entschweben , evagari, evolare, avolare, nnl. ontzweven: welcher engel entschwebt dem hangenden felsen, o seraph? Messias 11, 1533 ; da ents…

erschweben

DWB

erschweben , volando assequi, schwebend erfliegen: als sie .... die stille heitre des himmels näher den nicht begleiteten sonnen erschwebten…

verschweben

DWB

verschweben , verb. , bei Adelung noch nicht verzeichnet, bei Campe aus zeitgenössischen dichtern belegt; in der dichtersprache ist das fein…