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schmeidig

nhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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7 in 7 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schmeidig adj.

Bd. 15, Sp. 996
schmeidig, adj. biegsam, schmiegsam, ableitung zu der wurzel smîd-, die in schmieden, geschmeide u. s. w. zu grunde liegt, also eigentlich von metall, das sich leicht schmieden läszt. mnd. smidich mit den nebenformen smodich, smudich: smydich, morwe, malleabilis, ductibilis, s. Schiller-Lübben 4, 263b, niederl. smijdig: smijdigh, vel ghesmijdigh, mollis Kilian, doch auch smedigh vel smijdigh ebenda. auchn. smidig. mhd. nur in der zusammensetzung gesmîdec, auch im älteren nhd. herrscht geschmeidig, s. daselbst (theil 4, 1, 3939 ff.). die ältesten wörterbücher führen schmeidig überhaupt nicht auf, obgleich belege bereits aus dem 15. jahrh. vorhanden sind. es ist zuerst verzeichnet bei Stieler 1879: schmeidig, et geschmeidig, adj. tener, subtilis, mollis, quasi dicas: affabre, et polite, in lamellas, seu bracteas ductus, it. tenuis, gracilis, et demissus, submissus, humilis. Steinbach 2, 461 führt auf: schmeidig, geschmeidig est pro geschmeigig; Wachter 1441: schmeidig, fabrilis, tractabilis, mollis, composite geschmeidig; Frisch 2, 208b dagegen kennt nur geschmeidig, und noch Adelung weist nur dies der anständigern sprechart zu, während im gemeinen leben schmeidig sehr gangbar sei. mundartlich nur auf nd. gebiete: smidig brem. wb. 4, 864. Dähnert 434a. Mi 81b. Danneil 197b. Woeste 243b. smîdig, smîig, smîg, smêdig, smêig Schambach 198a. mit abweichendem vocal: ostfries. smüdig, schmüdig, schmöi Stürenburg 227a. ten Doornkaat Koolman 3, 233b. in Hamburg und Holstein smödig Richey 268. Schütze 4, 130 (daneben smiedig). preusz. schmeidig, schmîdig, schmeiszig Frischbier 2, 296a. 11) zunächst von metallen, die sich leicht bearbeiten lassen: gleich wie ein hartes eisen viel feuer und hitze bedarf, ehe es glühende und schmeidig wird. Jac. Horscht von d. wunderb. geheimn. d. natur (1572) 2, S 2a; wie man ein ungeschmeidig silber, ... schmeidig treiben soll. Laz. Erker beschreib. aller fürnemsten miner. erzt u. bergwerksarten (Frankf. a. M. 1580) 35a; so du gold hast das ungeschmeidig ist, es sein ungerisch kronen oder rheinisch goldt, und wilt das schmeidig machen, so thu ihm also. 86a; das eysen so lang es noch wegen des fewers schmeidig ist. Linemann deliciae calendariographicae (Königsberg 1654) Oo 3a bei Frischbier a. a. o. auch freier als bergmännischer term. techn.: schmeidige erze, die leicht zum flusz gebracht werden können Jacobsson 7, 246a; schmeidig gestein, das nicht fest und daher leicht zu gewinnen ist; doch dafür gewöhnlicher schneidig, s. Veith 424. im bilde: so ist des menschen treiben auch und sinnen, die, wie aus unvermischtem erz gegossen, nicht sind von schmeidigerem stoff durchflossen, zu starr und spröde sind für irdisch streben. W. v. Humboldt ges. werke 4, 378. 22) übertragen auf andere stoffe, weich, biegsam, knetbar, dehnbar u. s. w., von thon: oder aus einem schmeidigen thon die hand des werkmeisters allerlei formen machen kan. Horscht (s. unter 1) 1, E 4a. von wachs: das wachsz erseufftzet einst und sprach: .. 'ich bin meins lebens uberdrüssig, das ich so weich, schmeidig und flüssig. B. Waldis Esop 2, 81, 4; die butter ist schmeidig, läszt sich leicht schmieren Frischbier a. a. o.; smüdig fet ten Doornkaat Koolman a. a. o.; vom leder, s. ebenda; von handschuhen: so leihe mir auf ein jährlein das schmucke schmeidige pärlein! Uhland ged. (1864) 322. von pflanzen, biegsam, schlank, schwank: eine schmeidige wêde (rute), eine schmeiszige tanne Frischbier a. a. o.; ene smidige rode Dähnert a. a. o. 33) von lebenden wesen, biegsam, leicht beweglich; so von fischen: wer gleichet uns freudigen fischern im kahn, wir wissen die schmeidigen fische zu fahn. Overbeck verm. ged. 23; vgl.: die alten Deutschen waren nicht schmeidig, wie der aal. A. F. E. Langbein schriften (1841) 1, 109. vom menschlichen leibe und seinen theilen: ein schmeidiges bez. schmeisziges kerlchen, ein gelenker, beweglicher junger mann Frischbier a. a. o.; voll ist die schmeidige zunge des menschen von mancherlei reden. Bürger 233a (στρεπτὴ δὲ γλῶσσ' ἐστὶ βροτῶν. Il. 20, 248). 44) übertragen auf geistiges mit verschiedenen nuancen. von menschen, sanftmütig, nachgiebig, lenksam, von seinem starrsinn ablassend; so oft volksthümlich in sprichwörtlichen redensarten: er ist so schmîdig geworden, dasz man ihn um den finger wickeln kann. Frischbier a. a. o., vgl. brem. wb. a. a o.; nd. hei is sau smîig as en ôrworm (wie ein ohrwurm). Schambach a. a. o.; wie sie nachfolgender zeit christen, seynd sie hierinn auch schmeydiger und sittsamer worden. Kirchhof milit. disc. 201; anders gewendet schmeidig wie ein aal, von einem heuchler und liebediener, der sich gut zu verstellen und den leuten nach dem munde zu reden weisz (vgl. 3). von der schreibart, glatt, geläufig, leicht verständlich: die zweyte handschrift ... lieset manche zeile viel schmeidiger, und dem verstande gemäszer. Lessing 8, 509. 55) zuweilen bedeutet schmeidig überhaupt 'glatt, weich, schlüpfrig', so mundartlich von aufgeweichtem boden Schambach a. a. o, von gutem branntwein, der schön hinuntergleitet Dähnert a. a. o. 66) in der älteren sprache bedeutet schmeidig auch vereinzelt 'klein, gering', vgl. geschmeidig 3, a: nachdem sie aber fast ein halbes jar hefftigklich getrauwret, fieng an die kümmernisz etlicher maszen schmeidiger zuo werden. Kirchhof wendunm. 1, 389 Österley (1, 348); diser, in klein schmeidige format kurtzgefaszter geistlicher spigel. J. Mestwert flugspigel (1674) vorr.
5498 Zeichen · 148 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schmeidig

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Schmeidig , -er, -ste, adj. et adv. ein noch im gemeinen Leben sehr gangbares Wort, wofür die anständigere Sprechart ges…

  2. modern
    Dialekt
    schmeidig

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    schmeidig [maitik Mü. ] Adj. zart gebaut; von kränklichem Aussehn Stöber Mäder 110. — Eifel.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schmeidig

10 Bildungen · 3 Erstglied · 3 Zweitglied · 4 Ableitungen

Ableitung von schmeidig

schmeid + -ig

schmeidig leitet sich vom Lemma schmeid ab mit Suffix -ig.

schmeidig‑ als Erstglied (3 von 3)

schmeidigen

DWB

schmeid·igen

schmeidigen , verb. schmeidig machen, mnd. smidigen: lenire .. smideghen Dief. gloss. 323 c , mnl. smijdighen mulcere, mollire Kilian ( vgl.…

schmeidigkeit

DWB

schmeidig·keit

schmeidigkeit , f. biegsamkeit, gelenkigkeit Adelung. Frischbier 2, 296 a , mnd. smidicheit Schiller-Lübben 4, 263 b : auch bestanden die un…

schmeidig als Zweitglied (3 von 3)

g(e)schmeidig

Idiotikon

g(e)schmeidig Band 9, Spalte 852 g(e)schmeidig 9,852

geschmeidig

DWB

geschmeidig , adj. , wie schmeidig ( s. d. ), mhd. gesmîdec, mnl. ghesmydigh und ghesmyd, nnl. gesmijdig, smijdig, smeedig, nd. smidig, smöd…

ungeschmeidig

DWB

ung·e·schmeidig

ungeschmeidig , adj. adv. , gth. v. geschmeidig; vgl. schmeidig, unschmeidig. mhd. ungesmîden; eyn ungesmider ritter Stolle thür. chr. 15 ; …

Ableitungen von schmeidig (4 von 4)

geschmeidig

DWB

geschmeidig , adj. , wie schmeidig ( s. d. ), mhd. gesmîdec, mnl. ghesmydigh und ghesmyd, nnl. gesmijdig, smijdig, smeedig, nd. smidig, smöd…

geschmeidigen

DWB

geschmeidigen , verb. wie schmeidigen ( s. d. ), geschmeidig machen, biegsam, gelenk: die Römer, die ihre noch starre sprache zum poetischen…

geschmeidiglich

DWB

geschmeidiglich , adv. tenere, subtiliter, geschmeidiglich mit einem ümgehen, dulciter, jucunde ac suaviter conversari cum aliquo Stieler 18…

unschmeidig

DWB

unschmeidig , adj. , gth. v. schmeidig 1, zu gunsten des adj. ungeschmeidig ( s. d. ) veraltet; bei Campe noch als nd.: ob er ( der spat ) a…