Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Weste f.
Weste f.
Weste f. ‘ärmelloses, über Hemd oder Bluse getragenes, meist nur bis zur Taille reichendes Kleidungsstück’ (Ende 18. Jh.), zuvor ‘von Männern unter dem Rock getragenes Kleidungsstück mit Ärmeln’, in diesem Sinne Entlehnung (2. Hälfte 17. Jh.) aus frz. veste ‘Wams, unter dem knielangen Rock getragene Jacke’ (mit Ärmeln und die Oberschenkel bedeckenden Schößen), auch ‘langes Untergewand der Orientalen’, einer Übernahme von ital. veste ‘Kleid, Gewand, langes, weites Oberkleid’, aus lat. vestis ‘Kleid, Gewand, Kleidung’. Mit der Weiterentwicklung der Herrenmode geht die Bezeichnung im Dt. des späten 18. Jhs. auf die ärmellose Anzugweste über (frz. gilet, s. Gilet), während frz. veste in neuerer Zeit die Bedeutung ‘als Oberbekleidung dienende kurze Männerjacke ohne Schöße’ annimmt. Seit dem 18. Jh. kann Weste auch für ein entsprechendes Teil der Frauenkleidung gebraucht werden. Vgl. ferner die Wendung eine weiße Weste (‘ein ruhiges, sauberes Gewissen’) haben (Ende 19. Jh.), auch eine reine Weste haben (1. Hälfte 20. Jh.).