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saufen

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DRW
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Eintrag · Deutsches Rechtswörterbuch

saufen

saufen, v., auch subst.

im Übermaß alkoholische Getränke konsumieren; als Laster und Verstoß gegen die guten Sitten, als Störung und Gefährdung des familiären, kirchlichen und öffentlichen Lebens strafbar
vgl. tollsaufen, trinken (I), übersaufen
  • sol ... nachgefragt werden, ob die [die aus dem gemeinen Kasten ein Darlehen erhalten sollen] nicht spilen, saufen oder ander unerlich wesen an inen haben
    1523 Franken/Sehling,EvKO. XI 75 Faksimile
  • das sich die studenten erbarlich und den ordnungen gemeß halten sollen, dan were denselbigen zuwider mit slegerei, saufen, gassengehen und dergleichen mutwilligen sachen handeln wurde, den wollen s.f.g. ... one nachlaß strafen lassen
    1546 MarburgRQ. I 366 Faksimile
  • es sollen die kirchendiener nicht wuchern, saufen, spülen ... sondern ... sich priesterlich halten und ziehen
    1556 Franken/Sehling,EvKO. XI 336 Faksimile
  • die groben offenbaren sunde und laster als ... zeuberei, saufen, fressen, diebstal, meineid
    1570 Danzig/Sehling,EvKO. IV 189 Faksimile
  • wo man under der predigt spielen und saufen wurdet, sol ein jeder einen gulden und die wirt, so solche seufer und spieler ufenthalten, ... zwen gulden ... zue straf geben
    1579 Franken/Sehling,EvKO. XI 688 Faksimile
  • wer aber ... mehr als die natur erfordert, wuͤrde saufen, und andere dazu noͤthigen und zwingen ... solche sollen es ... verbuͤssen
    1597 HadelnPriv. 144 Faksimile
  • es soll aber nicht alein uf der kirchen- und schuldiener lehr, sondern uf ihren wandel gut achtung gegeben werden, insonderheit aber, daß sie nit fressen und saufen ... und ihr ambt dardurch selbst verkleinern
    1598 Kuroberpfalz/Sehling,EvKO. XIII 350 Faksimile
  • diejenige ... so an den sonn und feyertägen dem dantzen, sauffen oder spielen nachgehen, und darüber die gemeine versamblungen versaumen [soll man] mit dem thurn straffen
    1603 FriedbergGBl. 15 (1940) 137
  • [wenn Verschwender ihr Hab und Gut mit] spihlen, fressen, sauffen ... ohnwerden, damit ... jhre arm weib vnd kinder ... ins ellend ... richten [werden sie amtlich verwarnt bzw. bei Nichtbeachtung entmündigt]
    WürtLO. 1621 S. 782 Faksimile
  • aldieweil etliche leute ihnen selbst auch ihrem weib und kindern zu verderbung ihre und deroselben haab und guͤter ... mit spielen, fressen, sauffen und schwelgen anwenden [sollen diese gerichtlich zur Unterlassung gemahnt werden, bei Nichtbefolgung einen Vormund bekommen]
    1666 GothaLO. II 3 Tit. 8 Faksimile
  • etliche unnütze leut ... ihrer weib und kinder zu verderbung nicht allein ihre selbst, sondern auch ihrer weiber zubrachte und ererbte hab und güter ... mit spilen, fressen, saufen ... verschwinden [sollen gerichtlich zur Unterlassung aufgefordert werden und bei Nichtbeachtung einen Vormund bekommen]
    1698 HohenzollLO. 734
  • das saufen und spielen [der adeligen Kadetten] wird bey verlust eines halben monats traktaments ... verboten
    1718 Schwarz,LausWB. I 247 Faksimile
  • soll ein jeder schuldiener ... das fluchen, ... saufen, spielen, zanken, schlagen ... und andere laster und grobe sitten bei strafe der gänzlichen absetzung vermeiden
    1733 Hessen-Darmstadt/SchulO.(Vormbaum) III 347 Faksimile
  • koͤnnen solche junge pursche als capitulanten gezogen werden, welche ... sich auf schwaͤrmen, saufen, raufhaͤndel ... legen, und dadurch ihren familien, der gemeinde oder ihrer nachbarschaft ... beschwerlich sind
    1793 KurpfSamml. V 659 Faksimile

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Saufen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Saufen , verb. irreg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben erfordert; ich saufe, du säufst, er s…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    saufen

    Goethe-Wörterbuch

    saufen vereinzelt -ff- 1 (übermäßig) viel Alkohol trinken; derb, von Menschen [ Wirt vorwurfsvoll zu Söller: ] Er ist ei…

  3. modern
    Dialekt
    saufen

    Lothringisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Sauf , saufe n s. Suff, suffe n .

  4. Sprichwörter
    Saufen

    Wander (Sprichwörter)

    Saufen 1. Besser e Halbi 1 g'soffe und vam Wîbervolch eweg g'loffe. – Sutermeister, 129. 1 ) Auch Halbe = Halbmass Wein …

  5. Spezial
    saufen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    sau|fen (säuft, soff, gesoffen) I vb.intr. 1 bëre (bër, boiü) 2 ‹pop› (unmäßig trinken) sboacé (-cëia) 3 (dem Alkohol er…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit saufen

20 Bildungen · 7 Erstglied · 9 Zweitglied · 4 Ableitungen

saufen‑ als Erstglied (7 von 7)

Saufenbolle

PfWB

saufen·bolle

Saufen-bolle f. : 'Schöpfkelle für das Viehfut- ter', Saufeboll [ HB-Brenschb ]; vgl. Saubolle ; zum Grundw. s. Bolle 1. Rhein. VII 806 . —

saufenchel

DWB

sau·fenchel

saufenchel oder säufenchel , m. bezeichnung zweier fenchelarten Pritzel-Jessen 268 f. peucedanum alsaticum, auch geisz- und rossfenchel gena…

Saufenkanne

PfWB

saufen·kanne

Saufen-kanne f. : 'großer Topf, in dem die Kartoffeln für das Vieh gekocht werden und in dem Wasser für die Tränke heiß gemacht wird', -kann…

Saufenkiwwel

PfWB

Saufen-kiwwel m. : 'Kübel für die Viehtränke', -kiwwel [ NW-Kallstdt ]; vgl. Tränkenkübel , Saufenständer , -zuber .

Saufenzuber

PfWB

saufen·zuber

Saufen-zuber m. : 'Standgefäß, in dem das Viehfutter gesammelt und angemengt wird', -zuwweʳ [ NW-Kallstdt ]; vgl. Saufenkübel .

saufen als Zweitglied (9 von 9)

absaufen

DWB

abs·aufen

absaufen , debibere, nnl. afzuipen. den schaum vom bier absaufen; sich im wein ertränken und das leben absaufen. Simplic. 1, 102; du wolltes…

aussaufen

DWB

aus·saufen

aussaufen , ebibere, exhaurire, nnl. uitzuipen, heute nur von thieren oder unmäszigen menschen, ehmals häufiger: troet und trotzet, so vil r…

besaufen

DWB

bes·aufen

besaufen , eigentlich demergere, ahd. pisoufan ( Graff 6 , 171), mhd. besoufen, ersäufen: mit einer neuen see besäufen. Lohenst. Arm. 1, 589…

ersaufen

DWB

ers·aufen

ersaufen , aqua mergi, praet. ersof, part. ersoffen, ahd. arsûfan, mhd. ersûfen, in der flut umkommen, ertrinken. 1 1) von lebenden geschöpf…

Tabaksaufen

DRW

tabak·saufen

Tabaksaufen, n. wie Tabakrauchen vgl. Tabakensaufer sol sich der scholtz vnd die gerichts personen eines ehrbaren ... lebens vnd wandels bef…

tollsaufen

DRW

toll·saufen

tollsaufen, v. sich toll- und vollsaufen sich bis in einen Rauschzustand betrinken bdv.: saufen vgl. toll (III) weil ... die frembten, wan s…

versaufen

DWB

vers·aufen

versaufen , verb. durch saufen verkommen, durch saufen zu grunde richten. mhd. versoufen, mnd. vorsûpen, jedoch nur in ursprünglicherer bede…

vollsaufen

DWB

voll·saufen

vollsaufen , trennbares verbum, s. voll 9 g, scheinbar mit persönlichem object, vgl. sich müde laufen u. ä., derb: einen vollsauffen, ihn be…

Ableitungen von saufen (4 von 4)

besaufen

DWB

besaufen , eigentlich demergere, ahd. pisoufan ( Graff 6 , 171), mhd. besoufen, ersäufen: mit einer neuen see besäufen. Lohenst. Arm. 1, 589…

ersaufen

DWB

ersaufen , aqua mergi, praet. ersof, part. ersoffen, ahd. arsûfan, mhd. ersûfen, in der flut umkommen, ertrinken. 1 1) von lebenden geschöpf…

gesaufen

DWB

gesaufen , wie das einfache saufen: wer nur am meisten gsaufen kan, den preist man für ein helden. Uhland volksl. 611 .

versaufen

DWB

versaufen , verb. durch saufen verkommen, durch saufen zu grunde richten. mhd. versoufen, mnd. vorsûpen, jedoch nur in ursprünglicherer bede…

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APA
Cotta, M. (2026). „saufen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/saufen/drw
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Cotta, Marcel. „saufen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/saufen/drw. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „saufen". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/saufen/drw.
BibTeX
@misc{lautwandel_saufen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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