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Hufeisen

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
10 in 10 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Hufeisen

Bd. 3, Sp. 889
Huf-eisen (s. d.) Allg. [hūf- u. hūw- Rhfrk; hūęisə Simm] n.: 1.a. wie nhd.; der Schmied micht H. aus Hufstab auf dem Ambes mit dem Hueisehammer gemänerhand (im allgemeinen) nur noch dann selbst, wenn ein bes. schweres Eisen verwendet werden soll (H.iseren durhauen Kemp); in der Mitte der Rundung am Vorderteil des Eisens wird ein kleines viereckiges Eisenklötzchen auf der Unterseite ufgeschwässt (aufgeschweisst), der Griff; die beiden hintersten Enden werden etwas umgebogen (imgekreppt oder ufgezoh aufgezogen) als Stollen (s. als Teile des H. auch Kappe, Klämp, Krampen, Schraub-, Schlag-, Drehstollen, Stösse); Pferde für leichte Arbeit werden mit Falzeisen versehen (Flacheisen, die im Bogen vorn u. nach den Seiten zu mit einer Falze versehen sind, in der die vier Löcher beiderseits eingebohrt sind; ohne diese Falze würden die Nagelköpfe, weil Griff u. Stollen fehlen, über das Flacheisen hinausragen u. bald abgeschliffen sein); als Winterbeschlag werden statt der geschärften Griffeise mitunter Strickeise verwendet, eine Art Falzeise, bei denen jedoch die Falze im vorderen Bogen eine Einlage von Tau oder Strick hat; als Sumerbeschlag erhalten Ackerpferde ebenfalls Falzeise, damit sie beim Einernten des Heues keine Gräben u. Furchen in den Wiesenboden reissen; bei erkranktem Hufe (Hufkribs, faule Strohl) wird das Deckeleise angebracht; die Ochse- u. Kiheise sind flach u. halbmondförmig, so dass sie den ganzen Huf bedecken; am Rande der äusseren, gebogenen Seite sind sie mit Löchern zum Annageln versehen u. an der Spitze oder an der flachen Innenseite ist eine Fere (Feder) befestigt; der Hufschmied stellt den Huf des Tieres (bei Störrigkeit im Notstall) uf de Buck (Beschlagbuck); zuerst wird das alte Eise abgeriss (afgebroche Rip) mit der Zange; der Huf wird ausgebutzt und je nach Erfordernis ausgeschnitt (ausgewerkt) mit dem Wirkmesser (parat mache Rip), dann wird das neue H. unnergepasst (oppasse SNfrk), dann mit Nägeln untergeschlagen (ongerhaue Rip); die hervorragenden Nagelenden werden abgepitscht u. ihre stumpfen Enden rimgeniet (umgenietet) (zomache Rip, Nfrk); zum Schluss wird der Huf mit den Nieten dem Eise gleich geraspelt Simm-Laub; de Schmedd sett et Piərd ze iərsch zeröck en der Nuttstall, dann mat he de Boschkett (vor der Brust) on de Halskett (über dem Halse) on en (1) udder zwei Buchgüərde on en Kett henge öm de Fott (Gesäss) fas; dann ströpp he ene Kuət (Fesselgelenk), treck dann de Foss en de Gaffel, brich et Iser af, feəg et Hof, verpass et Iser, wo et nüədig woər, fiddelt he möm Fəəgmetz noch jet fort; dann schleht he em et Iser onger; dat hat Slüss on Krämp on männschmol an der Si (Seite) noch en Kapp Grevbr-Garzw; H.isere duərhoue aus Eisenstangen für 6 — 7 Paar; wenn et Iser wärm ös, wörd et an't Hoəre (Ambosshorn) geröngt (gerundet) on na bönnem (binnen) beigedröckt; no wörd et na bönnen ofgedach (abgedacht); do wörd die Falz drengeschlage (falze); möt de Stamphamel weərden die Löəker (Löcher) för de Drachteneəgel (Hinternägel) on de Tiəhneneəgel (Zehen-) engestampt on möt de Spetzhamel von de ongerte (anderen) Si (Seite) foərts (vollständig) duərgeschlage; onge (unten) kuəmen de Löəker för de Steckstollenneəgel (für Ackerpferde) of (oder) de Schrufstollenneəgel (f. Reitpferde); do mutt et (das H.eisen) ömmer beigehalde weərde, weil es sich beim Falzen u. Lochen erbreitert; no kuəme noch die Stüət (Stösse, Griffe), de Krämp (Stollen) on de Kappere dran Kemp. — Werkzeuge des H.schmiedes beim Beschlagen des Pferdes: Hufbock, –klöpfer, –riemen, Abbrechzange, Niet- (s. d. W.), dazu H.hammer, Ongerhauer (Unter-) leichter Hammer zum Einschlagen der Nägel; Haukleng, Hufkl. Klinge, auf deren Rücken mit einem Hammer geschlagen wird, beim Beschneiden des äusseren Hufes; Renmetz (H.metz) Reinmesser, ein schaufelartiges Messer zum Reinigen u. Schneiden des inneren Hufes; Werkmetz ein gröberes Messer; H.zang, Petschzang zum Abzwicken des überschüssigen Hufes; Raspel Feile; Pram (Hofstropp, –rem) Strick zum Befestigen der Hinterfüsse an den Querbaum des Nutstalles Rip; s. im übrigen die Werkzeuge des Hufschmiedes bei Brenneisen, Feile, Rappe, Rassel, Raspel, Krätzer, Hammer, Huf-, Ball-, Holz-, Beschlag-, Zuschlag-, Spitz-, Widdh., Durchschläger, Zuschläger, Klöpfer, Klüppel, Schlagkl., Messer, Huf-, Feg-, Putz-, Drück-, Stech-, Wirk-, Rindem.; Kneip, Hufkn., Hufhobel, –stichel, –klinge, Nietenkl., Pram, Prims, Maulkneife, Risser, Huf-, Abreiss-, Abbrech-, Beschlag-, Beiss-, Blitz-, Greif-, Kneif-, Nipp-, Pass-, Aufpass-, Pitsch-, Probier-, Schlicht-, Zwangzange, Aufpasszirkel, Stollenschlüssel; das Gerät, auf dem der Huf steht (im Notstall, –stand), ist der Bock, Hufb., Schlagb., Beschlagb., Nietb., Huf-, Wirkbank, Huf-, Beschlag-, Wirkstuhl, Huf-, Beschlagtisch, Huffass, Pferdsfuss, Galgen, Ständer; aufbewahrt wird das Gerät im Hufback, –kistchen (s. d. W.); die Tätigkeiten des Hufschmiedes beim Beschlagen s. bei et Eisen abreissen (abroppen, abschlagen); den Huf (Fuss) fegen (ausf., butzen, auf-, ausb.), beschneiden, wirken (auf-, auswirken), brennen, (aus-), raspeln (feilen, abraspeln, rappen), abbrennen, polieren, besäumen (ömnähten); den Strahl reinmachen (ausschneiden); et Eisen anpassen (auf-, ver-, unter-) aufbrennen (an-, unter-), aufprammen, aufschlagen (an-, ent-, unter-, drunter-, unterhauen), aufnageln (unter-); die Nägel abpitschen (abknipsen); den Huf (Fuss) zumachen (zuschlagen); dazu das Hufeisen scharf machen, stümpen, stüssen; den Ochs plätten (s. d. W.). Et Perd es vernält wuəren ein Nagel ist ihm ins Fleisch gedrungen; der Nal es en et Leəwen geschlahn Waldbr-Eckenhg. — RA.: Lot (lasst) de Peərd werken, sät de Mönək (Mönch), die habben H.iseren onger (unter)! Geld-Leuth, Elbf. Ene Blenge (Blinder) fengt (findet) och wall ens e H. man hat auch wohl einmal ein ganz unerwartetes Glück Kref-Osterath. De (gewohnheitsmässige Dieb) lit (lässt) glöhnege H. on Kareböm (Karrenbäume) lige Dür-Gürzenich. Äm (einem) de H. beschlohn einem die Leviten lesen Trier-Conz. He jät (jagt), dat de H.isere flege jagt toll drauf los Eup. Se hon em schon de H. abgeress (eraf-, ofgeroppt) der Schwerkranke ist mit den Sterbesakramenten versehen worden; man hat ihn schon tot gesagt; dau hescht de H. schun emol obgeropp kreit; pass at op, dät se dich net beim Schlawitche krein! (derb humoristisch gesagt); er hat bankerott gemacht Rhfrk, Mosfrk bis Schleid. Dat Mädchen hät en H. verloren es ist ausserehelich geschwängert Rip, Allg.; se hat sek en H. afgetraden Elbf. De Schwiegermuder hat et H. verloren ist gestorben Prüm-Ihren. Wat os et beis (beste) an de Fluəh? Dat se ken H.ə hät, sos trüət (träten) se ene duət Schleid, Bernk-Allenb. Ich sein so hongereg, ech kennt en Gaul fressen bes of et H. Neuw-Dierd. — Volksgl. Wer ein H. findet, hat Glück Allg. H., am Georgitage vom Pferde verloren, sind heilkräftig Jül. Ein H., die Schenkel nach oben gerichtet, an die Stalltüre genagelt, schützt vor Gewitter, Hexen u. Unglück Allg. — b. Absatzeisen Allg. — c. Setzeisen für Bügeleisen Mörs-Neuk. — 2. übertr. Gebäck, eine Art Semmel in H.form (Hörnchen) Trier, Bernk, Prüm.
7170 Zeichen · 97 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Hufeisen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Hufeisen , des -s, plur. ut nom. sing. ein in Gestalt eines halben Zirkels geschmiedetes Eisen, womit der Huf der Pf…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Hufeisen

    Goethe-Wörterbuch

    Hufeisen u-förmiger Eisenbeschlag des Pferdehufes; hinsichtl Material u Form oft iZshg mit Versuchen zum Magnetismus, wi…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Hufeisen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Hufeisen , in der Regel stabförmige und nach der Gestalt des Tragerandes des Hufes gebogene Eisenstücke, die zum Schutz …

  4. modern
    Dialekt
    Hufeisenn.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Huf-eisen n. : 1. 'H. des Pferdes', Hufeise [verbr.], Huweise [mancherorts westl. WPf], Huwisse [Bliesg (PfId. 68)]. De …

  5. Sprichwörter
    Hufeisen

    Wander (Sprichwörter)

    Hufeisen 1. Dem Hufeisen, welches klappert, fehlt ein Nagel. 2. Man muss die Hufeisen dranwagen, um das Pferd zu retten.…

  6. Spezial
    Hufeisen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Huf|ei|sen n. (-s,-) 1 (Pferd) fer da ciaval m. 2 (Rinderhufeisen) tlapa (-pes) f. ▬ einem Pferde die Hufeisen abnehmen …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hufeisen

25 Bildungen · 25 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von hufeisen 2 Komponenten

hufe+isen

hufeisen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

hufeisen‑ als Erstglied (25 von 25)

hufeisenbogen

DWB

hufeisen·bogen

hufeisenbogen , m. in der architektur: der hufeisenbogen ( an maurischen bauten ), eine form, die ihre beiden schenkel wieder zusammenkrümmt…

hufeisendorn

DWB

hufeisen·dorn

hufeisendorn , m. spitzer eiserner dorn, womit die löcher des hufeisens wieder geöffnet werden, wenn sie sich bei der einrichtung desselben …

hufeisenlerche

DWB

hufeisen·lerche

hufeisenlerche , f. alauda magna, ein amerikanischer vogel. der name wegen des schwarzen gürtels, womit seine brust gezeichnet ist.

Hufeisenniere

Meyers

hufeisen·niere

Hufeisenniere , angeborne Verwachsung beider Nieren, die ohne Nachteil für die Funktion der Organe bestehen kann. Eine H. kann (vielleicht d…

Hufeisensack

Campe

hufeisen·sack

Der Hufeisensack , des — es, Mz. die — säcke , so viel als Beschlagtasche . S. d.

hufeisenstab

DWB

hufeisen·stab

hufeisenstab , m. schmaler geschmiedeter eisenstab, woraus die hufeisen geschmiedet werden. Jacobsson 2, 291 a .

Hufeisenstollen

PfWB

hufeisen·stollen

Hufeisen-stollen m. : 'eiserner Bolzen im Hufeisen', -stolle (Sing. u. Pl.) [ BZ-Dernb ]. Südhess. III 765 .

Hufeisentisch

Campe

hufeisen·tisch

Der Hufeisentisch , des — es, Mz. die — e , bei den Tischlern, ein Tisch, dessen Tischblatt einen runden Ausschnitt hat, in welchem man sitz…

hufeisentreppe

DWB

hufeisen·treppe

hufeisentreppe , f. eine art freitreppe, franz. escalier en fer à cheval. Jacobsson 6, 121 b . 5, 592 b .