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Sense

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RhWB
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15 in 14 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Sense

Bd. 8, Sp. 83
Sense das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk im Saargeb. u. an der Nahe sęnts [Ottw-Tholey, um Wend-Berschw -i-; Ottw-Aschb Eppelborn Steinb, Wend-Reichw Thalexw sEs; Ottw-Dörsd -ē-; Dautw Hasborn Theley Tholey, Wend-Alsw Winterb -ī-]; Hunsr sEnts [daneben sEəsəl Simm-Laub] Mosfrk in Saarl zE:s; in NSaarl, Merz, Saarbg zęntsəl (älter, heute mehr zę·n.ts) [Merz-Bardenb NLosh Waldhölzb Zwalb, Saarbg-Ayl Schoden zī:s; Merz-Bergen Haustdt zī·ə.(r)tsən; Saarbg-Nennig Tetting Weiten Winchering ze·i.səl; Merz-Schweml, Prüm-Willwerath zE:ntsəl; Saarbg-Beurig -ī:-, Perl zE:səl, Faha Schoden Wellen -sən]; sonst Mosfrk zE:nts, –ē:- [Trier-Heiligenkreuz SMatthias -ī:-; Daun, Prüm (u. zE:səl, –sən) zE:ntsəl, dies auch Altk; Dickend zE:nstəl]; Siegld im N. bis einschl. Ou. NHolzklau Alchen Birlenb Weidenau Netphen Nauholz sE (Säge); südl. dieser L. sEs [Breitenb Feuersb -ē-; Wilgersd u. Hickengrund -ā-; Freier Grund (ausser Wilden) sEsə; Bühl Lindenbg, der Heuslingsgrund u. w. davon sEsəl]; Rip, SErk zE:nts [in OSieg, MülhRh, uWupp, Monsch, Aach-Walh zE:s; Monsch-Witzerath -·y.-; Malm zE:sən (Prüm-Dahnen n.)]; OSieg, Waldbr, Gummb-Homburgisch zE:səl [Schleid, Monsch, Eusk, Rheinb neben zE:nts auch -tsəl]; Gummb u. Wippf u. Lennep n. Ürd.-L. sEsə, –E:-; NBerg in Mettm, Elbf, Barm sę·i.s (u. Elbf -ē:-); SNfrk sE·ə.s; Klevld zais, –ai-; in Geld, Mörs auch -ę·i.- [wie im Siegld zE:χ Düss-Derend NKassel, MGladb-Giesenk; zī·ə.χ Grevbr-Bedburdyck; s. Säge]; Pl. -ə(n) f. [m. Koch-Greimersbg, Prüm-Stdt]: 1. die Grassense (die Getreidesense mit Auffangsvorrichtung Reff, Flause im Rhfrk, Mosfrk, Ewenrechen, –korb für Hafer WEif; mit kurzem Stiel Sicht Rip, Nfrk; die S. wird nur bei liegendem Getreide benutzt, oft auch bei Hafer Mosfrk). Gras-, Hawers; die Sensenherstellung war ursprünglich das Haupterzeugnis Remscheids u. Kronenbergs; im Jahre 1600 erhielt das Sensenhandwerk ein Privilegium, das den Schmieden das ausschliessliche Recht der Herstellung geben sollte, die Konkurrenz der »ausgewichenen« märkischen Schmiede war aber so stark, dass schon Anfang des 19. Jahrh. das Sensenhandwerk im Berg ausgestorben war; anfangs wurden nur weisse S. verfertigt, d. h. solche, die blank geschliffen wurden; in der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. kamen die nach steiermärkischer Art hergestellten blauen oder schwarzen Klopf- oder Stahlsensen auf, die nicht scharf geschliffen, sondern gehämmert wurden; sie hatten an der schneide eine dünne Stahleinlage, die ein gegenüber den Eisensensen dünneres und dauerhafteres Blatt ermöglichte. Der Hammermeister bereitete den Stahl, der vom Gesellen gereckt u. zur Sensenklinge gebreitet wurde, das Blatt wurde dann geklippert, gebläut, die Hamen gebogen, dann glatt geschmiedet u. mit einem Rücken versehen. — Teile der S.: Angel, Bart, Blatt, Hame, Pegel, Rücken u. Wate. — Arten: Bezeichn. nach Herstellung u. Form: blanke, blaue, schwarze, weisse, Klopf-, Beirücken-, Doppelrücken-, Flachrücken-, Hochrücken-, Stahlsense; nach dem Ausfuhrgebiet: brabantische, dänische (mit schmalem Bart), englische (Picken), flämische (unterscheiden sich in der Breite des Bartes u. der Stellung der Hame von den brabantischen), französische (Dare), fünische (mit hohem Rücken), holländische (schwere S., Böcke), jütische (mit langem Blatt), Laländer, Lübecker (wie die fünischen), Maasländer, polnische, Schoninger (lange, schmale), schwedische (lange, schmale), Trichter- (Maastricht?) Sensen; nach der Verwendung: Hafer-, Heidhack- (breite, kurze S. zum Abhacken des Heidekrautes), Prickel- (?), Sturm- (als Waffe gebraucht), Torfreuter- (bei der Moorkultur verwandt) Sense; ferner: Bock, Doppelgut, Hahnenfeder, Ochsenhorn, Picke, Dare; die S. besteht aus der eigentl. S. mit S.əblatt (mit der Schneidseite, der Bahn, dem Dangel, der Dängelsbahn, Hamen, der Har, Härbe, dem Harpadd, Rücken, der Schärfe, Schnode, der Schor, Wate u. der entgegengesetzten Seite, dem Röck, u. der Spetz), dem Stiel, Staf, Balken, Baum, Warf, Wurf, S.ənstuhl, an dem das S.əblatt mit dem Hammer (Hamm, Ang(el) ), einem mässig langen flachen Eisenzapfen befestigt ist, um den der Ring sich fügt; dieser R. wurde früher mittels eines Holzkeiles fest angetrieben, heute trägt der R. an der dem S.əblatt abgewendeten Seite eine Schrauf, die man so weit anzieht, dass das S.əblatt durch den Hammer am Stiel völlig festsitzt, als ob sie aus einem Stück gearbeitet wäre. Der SEnsəwōrəf bildet eine unten zugespitzte Stange mit zwei Handhaben; die eine, der sog. Griff (Handgreff, Ovverhand, Ärmchen, Halte), für die rechte Hand ist etwas unterhalb der Mitte des Wurfs befestigt u. besteht aus einem walzenförmigen Holzstab, der vom Wurf senkrecht in die Höhe steht; die andere Handhabe, di Krik (Krücke) (Onderhand, Händchen, Knabben) genannt, ist am Wurf etwas weiter nach unten befestigt u. besteht aus zwei winklig zueinander gestellten Stäben, von denen der erste flach ist u. auf der linken Seite des Wurfs schräg nach unten läuft, wogegen der zweite ähnlich dem Griff am unteren Ende des ersten Stabs senkrecht in die Höhe steht. Ihn fasst die linke Hand, wobei zugleich das (spitze) Ende des Wurfs beim Mähen in die Beuge des linken Arms gelegt wird, während der rechte Arm ganz ausgestreckt ist. Wenn das Sensenblatt richtig am Wurf befestigt ist, muss die Spitze des Blattes 1 cm = fingerbreit innerhalb vum Zirkel, d. h. wenn man mit dem Sensenwurf einen Kreis beschreibt, abstehen; in neuerer Zeit hat vielfach die Sense noch einen Spriəl (Sprügel) (Bügel, Garn). Es ist ein oben am Sensenwurf neben dem Sensenblatt befestigter Draht in fast Halbkreisform. Er soll verhindern, dass ein Teil des gemähten Grases rechts von der Sense herabfällt, im noch stehenden Gras hängen bleibt u. so ein Gewirr entsteht, das das Mähen erschwert (so Hunsr, Mos; s. d. W.); de S. schneck (schneidet) got, geht g., es öm verbogen; de S. dängeln, haren, kloppen (s. Wk. III 8); de S. schlifen, strichen mit dem Schleifstein; de S. (nach Gebrauch) ophange en en Bom, üvver en Pen (Balke); ech han en de S. gehaue mit der S. in einen Stein Rip, Allg. (s. d. W.); aus der S.! damit ich dich nicht mit der S. schneide Rhfrk, Allg.; Bahn frei, beim Schlittenfahren Birkf-OTiefenb. RA.: Wem der Plug net roscht (rostet), dem r. och de S. net Saarbg-Köllig. Wann de S.ən afänken zu klanken (klingen), f. de Kih an zu manken im Milchertrag nachzulassen Bitb, Prüm, Daun-Strohn. Dem weəd de S. vam Wurf (Stiel) gestolle, ber ze faul es, se owends en't Haus ze holle Koch-Leienkaul. E gude Mähder hat seng S. emmer scharf ein guter Arbeiter hat sein Werkzeug immer in Ordnung Prüm-Ihren. Wenn dau en lang S. host, hon eich e lange Reche sagt der, der merkt, dass sein Grenznachbar über die Grenze gemäht hat Zell-Sohren. Et Perd on de S. mosst dou nit utlehnen, et P. kregste mager, de S. deck wer Rees-Ringenbg; en Rasiermetz, en S. un en Frau sall me nich verleəhnen, die kriet me luter verdorwen wiər Gummb. Se sönd verwaint met en aut (alt) S. te lehne Eup. — Rätsel. Jensi (jenseits) de Maas gong e Perdsche te Gras; je miəh et froət, je schmaler et wuərd? S. im Gras Heinsb. — Volksgl. Wenn man im Sommer gemäht hat u. die S. ist mittags blau, wird es gutes Wetter; schillert die S. morgens beim Dengeln in Regenbogenfarben, gibt es am selben Tage ein Gewitter Prüm, Schleid. — 2. übertr. verächtl. scheəl S. kurzsichtiges Weib.
7402 Zeichen · 132 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SËNSE

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +1 Parallelbeleg

    SËNSE s. SËGENSE .

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sênse

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Sênse , plur. die -n, ein langes vorn gekrümmtes schneidendes Werkzeug mit einem langen am Ende befestigten Stiele, …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Sense

    Goethe-Wörterbuch

    Sense (durch beidhändigen gleichmäßigen Armzug zu betätigendes) Werkzeug mit einer großen, scharfen, gebogenen Klinge an…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Sense

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Sense , Gerät zum Mähen von Getreide, Gras und andern Futtergewächsen für einen stehenden Arbeiter. Der schneidende Teil…

  5. modern
    Dialekt
    Sensef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Sense f. : 1. 'Gerät mit langem Stiel und dazu rechtwinklig stehender Schneide zum Mähen von Gras, Getreide', Sens (sęns…

  6. Sprichwörter
    Sense

    Wander (Sprichwörter)

    Sense 1. Die Sense allein thut's nicht. 2. Die Sense bezahlt die Wiese. Frz. : C'est la fau qui paye les prez. – La faul…

  7. Spezial
    Sense

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Sen|se f. (-,-n) falc (falc) f. ▬ die Sense dengeln bate la falc; die Sense wetzen aguzé la falc ; die Sense legt an (Sc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sense

125 Bildungen · 123 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

sense‑ als Erstglied (30 von 123)

Senseler

MeckWB

sense·ler

Senseler m. Mäher, hd., im Hausstandsreim: Senseler heit min Pierd Lu Radd .

Sensenbein

SHW

Sensen-bein Band 5, Spalte 997-998

Sensenhame

SHW

Sensen-hame Band 5, Spalte 997-998

Sensenhelm

SHW

Sensen-helm Band 5, Spalte 997-998

Sensenmann

SHW

Sensen-mann Band 5, Spalte 997-998

Sensenreff

SHW

Sensen-reff Band 5, Spalte 997-998

Sensenreh

SHW

Sensen-reh Band 5, Spalte 997-998

Sensenring

SHW

Sensen-ring Band 5, Spalte 997-998

Sensenwurf

SHW

Sensen-wurf Band 5, Spalte 997-998

Sensenamboss

RhWB

sensen·amboss

Sensen-amboss -ampəlts, –aməlt (s. S.) Berg m.: kleiner A., auf dem die Sense gedengelt wird.

sensenbaum

DWB

sensen·baum

sensenbaum , m. der lange starke stiel der sense. Adelung. öconom. lexicon 2 2718, nd. seisse(n)bôm nd. korrespondenzblatt 2, 54. 15, 14.

Sensenbeschauer

DRW

sensen·beschauer

Sensenbeschauer, m. amtl. Prüfer von Sensen (I) vgl. Sensenschau die seyensenbeschawer sullen sweren: all seyensen trulich ze beschawen, als…

Sensenblatt

PfWB

sensen·blatt

Sensen-blatt n. : 'der schneidende Teil der Sense, Sensenklinge', Senseblatt, Sinse-; -blaat, s. Sense u. Blatt [mancherorts, Krämer Gal 197…

sensenblitz

DWB

sensen·blitz

sensenblitz , m. das aufblitzen der sense beim erheben: wo auf seinem thron der tod liegt und um sich mäht und bis ans nichts seine frostsch…

Sensenbogen

PfWB

sensen·bogen

Sensen-bogen m. : '(tuchbespannter) Bogen am Sensenwurf, als Auffangvorrichtung für die Halme', -booe, -booche [mancherorts, Bertram § 307 D…

sense als Zweitglied (2 von 2)

grassense

DWB

grass·ense

grassense , f. , zum grasmähen verwendete sense, im unterschied zu der schwereren, anders geformten getreidesense; vgl. Noel Chomel öcon.-ph…

Waldsênse

Adelung

wald·sense

Waldsênse , plur. die -n, eine Art Semsen oder Binsen, welche in den Wäldern wachsen, Scirpus sylvaticus Linn. S. Adelung Waldrohr .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „sense". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/sense/rhwb
MLA
Cotta, Marcel. „sense". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/sense/rhwb. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „sense". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/sense/rhwb.
BibTeX
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