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Sense

mhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
15 in 14 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Sense

Bd. 18, Sp. 346
Sense, Gerät zum Mähen von Getreide, Gras und andern Futtergewächsen für einen stehenden Arbeiter. Der schneidende Teil der S. wird aus Schweißstahl oder Gußstahl geschmiedet und gelbrot glühend in geschmolzenen Talg getaucht, um ihn zu härten. Man reinigt ihn dann vom Talge, hält ihn kurze Zeit ins Feuer, steckt ihn rasch in einen Haufen Kohlen lösche und taucht ihn danach plötzlich in kaltes Wasser. Dann läßt man die Sensen blau an, bearbeitet sie nochmals mit dem Hammer und schleift sie. Gute Sensen müssen eine scharfe, dauerhafte Schneide annehmen und durch Steine und andre harte Körper, denen ihre Schneide beim Gebrauch begegnet, keine Scharten bekommen. Schleifsensen, aus Gußstahl, können nur durch Schleif- und Wetzstein geschärft werden, bei Klopfsensen, aus zähem Gärbstahl, läßt sich die Schneide durch Hämmern auf einem Amboß (Dengeln) dünn austreiben und braucht nur noch mit einem Handwetzstein oder Schmirgelholz überfahren zu werden. In der Sensenfabrikation nehmen Steiermark, Ober- und Niederösterreich. Kärnten und Krain die erste Stelle ein. Sehr gute Sensen aus bestem Gärbstahl, meist mit der Hand geschmiedet, liefert Sulingen in Hannover (Doppelviersense) und Haspe. Das Sensenblatt wird mit dem hölzernen, langen Stiele (Wurf) fest oder nach verschiedenen Richtungen stellbar verbunden, so daß jeder Arbeiter in bequemer Stellung mähen kann. Zu gleichem Zwecke werden auch zuweilen die am Stiele sitzenden Handhaben verstellbar gemacht. Für Getreide wird die S. mit einem Korbe zum Zusammenraffen des geschnittenen Getreides versehen (Rechensense, Korbsense). Die S. ist Attribut des Todes (daher Sensenmann) und des Saturn (s. Hippe). Vgl. Gerstein, Die deutsche Sensenindustrie und der Sensenhandel der Sauerländer Hausierer (Hagen 1906).
1785 Zeichen · 19 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SËNSE

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +1 Parallelbeleg

    SËNSE s. SËGENSE .

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sênse

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Sênse , plur. die -n, ein langes vorn gekrümmtes schneidendes Werkzeug mit einem langen am Ende befestigten Stiele, …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Sense

    Goethe-Wörterbuch

    Sense (durch beidhändigen gleichmäßigen Armzug zu betätigendes) Werkzeug mit einer großen, scharfen, gebogenen Klinge an…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Sense

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Sense , Gerät zum Mähen von Getreide, Gras und andern Futtergewächsen für einen stehenden Arbeiter. Der schneidende Teil…

  5. modern
    Dialekt
    Sensef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Sense f. : 1. 'Gerät mit langem Stiel und dazu rechtwinklig stehender Schneide zum Mähen von Gras, Getreide', Sens (sęns…

  6. Sprichwörter
    Sense

    Wander (Sprichwörter)

    Sense 1. Die Sense allein thut's nicht. 2. Die Sense bezahlt die Wiese. Frz. : C'est la fau qui paye les prez. – La faul…

  7. Spezial
    Sense

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Sen|se f. (-,-n) falc (falc) f. ▬ die Sense dengeln bate la falc; die Sense wetzen aguzé la falc ; die Sense legt an (Sc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sense

125 Bildungen · 123 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

sense‑ als Erstglied (30 von 123)

Senseler

MeckWB

sense·ler

Senseler m. Mäher, hd., im Hausstandsreim: Senseler heit min Pierd Lu Radd .

Sensenbein

SHW

Sensen-bein Band 5, Spalte 997-998

Sensenhame

SHW

Sensen-hame Band 5, Spalte 997-998

Sensenhelm

SHW

Sensen-helm Band 5, Spalte 997-998

Sensenmann

SHW

Sensen-mann Band 5, Spalte 997-998

Sensenreff

SHW

Sensen-reff Band 5, Spalte 997-998

Sensenreh

SHW

Sensen-reh Band 5, Spalte 997-998

Sensenring

SHW

Sensen-ring Band 5, Spalte 997-998

Sensenwurf

SHW

Sensen-wurf Band 5, Spalte 997-998

Sensenamboss

RhWB

sensen·amboss

Sensen-amboss -ampəlts, –aməlt (s. S.) Berg m.: kleiner A., auf dem die Sense gedengelt wird.

sensenbaum

DWB

sensen·baum

sensenbaum , m. der lange starke stiel der sense. Adelung. öconom. lexicon 2 2718, nd. seisse(n)bôm nd. korrespondenzblatt 2, 54. 15, 14.

Sensenbeschauer

DRW

sensen·beschauer

Sensenbeschauer, m. amtl. Prüfer von Sensen (I) vgl. Sensenschau die seyensenbeschawer sullen sweren: all seyensen trulich ze beschawen, als…

Sensenblatt

PfWB

sensen·blatt

Sensen-blatt n. : 'der schneidende Teil der Sense, Sensenklinge', Senseblatt, Sinse-; -blaat, s. Sense u. Blatt [mancherorts, Krämer Gal 197…

sensenblitz

DWB

sensen·blitz

sensenblitz , m. das aufblitzen der sense beim erheben: wo auf seinem thron der tod liegt und um sich mäht und bis ans nichts seine frostsch…

Sensenbogen

PfWB

sensen·bogen

Sensen-bogen m. : '(tuchbespannter) Bogen am Sensenwurf, als Auffangvorrichtung für die Halme', -booe, -booche [mancherorts, Bertram § 307 D…

sense als Zweitglied (2 von 2)

grassense

DWB

grass·ense

grassense , f. , zum grasmähen verwendete sense, im unterschied zu der schwereren, anders geformten getreidesense; vgl. Noel Chomel öcon.-ph…

Waldsênse

Adelung

wald·sense

Waldsênse , plur. die -n, eine Art Semsen oder Binsen, welche in den Wäldern wachsen, Scirpus sylvaticus Linn. S. Adelung Waldrohr .

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APA
Cotta, M. (2026). „sense". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/sense/meyers
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Cotta, Marcel. „sense". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/sense/meyers. Abgerufen 14. May 2026.
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Cotta, Marcel. „sense". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/sense/meyers.
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