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gnarren

mhd. bis Dial. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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12 in 12 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gnarren vb.

Bd. 8, Sp. 623
gnarren, vb. , knarren, knirschen; knurren, murren, verdrieszlich sein. wesentlich nd. nebenform von knarren (teil 5, 1353) und narren (teil 7, 368). zur verbreitung des wortes vgl. veraltetes neunl. gnarren wb. d. nl. taal 5, 174, engl. gnar (vom ausgang des 15. jh. an bezeugt, heute üblicher gnarl) Murray 4, 2, 244a neben narr (seit anfang des 16. jh., jetzt nur mundartlich) ebda 6, 3, 22; mittelschwed. und schwed. mundartl. gnarra 'murren' und ableitungen Alf Torp nynorsk etym. ordb. 171a. gegenüber den auch im nd. begegnenden formen knarren und narren (beide seit dem 15. jh.) ist gnarren sicher bereits seit dem 14. jh. bezeugt bei Nicolaus v. Jeroschin und Claus Cranc, s. u.; auf höheres alter wird das in der schwäb. prosaauflösung des Münchener Oswald (v. j. 1480) vorkommende gnarren (s. u.) weisen, das vermutlich dem mfrk. archetyp aus der zeit um 1170 entstammt und an dessen stelle in den übrigen handschriften eine form von grinen steht, s. die ausgabe von Baesecke v. 1967. wie die lautvarianten zeigen, ist das wort ursprünglich lautnachahmend, vgl. noch gnerren (knerren, nerren), gnirren (knirren), gnorren (knorren), gnörren (knörren), gnurren (knurren) sowie garren (girren, gurren), karren (kerren, kirren, kurren), quarren, marren u. ä. 11) ein knarrendes geräusch machen, von verschiedenen gegenständen, vgl. knarren I 1 (a): gnarren 'knarren' brem.-ndsächs. wb. 2, 522, Teuchert neumärk. wortschatz 156; von der tür Doornkaat-Koolman ostfries. 1, 645b; Schambach Göttingen 65b; vom wagen Mensing schlesw.-holst. 2, 408. 22) mit den zähnen knirschen, vgl. knarren II 2: (das über Israel kommende heidnische volk) wirt brimmen als einis lewen welf. iz wirt gnarren und halden daz az (frendet et tenebit praedam Jes. 5, 29) Claus Cranc prophetenübersetzung 13 Ziesemer. 33) knurren, bes. von hunden, wie knarren II 3, narren, nl. gnarren und engl. gnar, narr, die zufrühest und in älterer zeit am häufigsten belegte bedeutung, s. Schiller-Lübben 2, 125b (fürs 15. und 16. jh.); gnarn als ein hunt ringere Diefenbach gl. 498c (aus einem md. vocabular des 15. jh.): dô quam ob in (den leichnam des verräterischen herrn) dâ beiz er în mit grimme sîn rudde ... in grêzlîchir stimme, vast allumme gnarrinde und doch dî wîle zarrinde des vleischis von dem lîbe gnûc Nicolaus v. Jeroschin kronike von Pruzinlant 18472 Strehlke; vgl.gnarren (von hunden) als nd. variante zu grînen in der Magdeburger papierhandschr. (Q) des Freidank 138, 14 W. Grimm; vgl. auch angnarren: welchem hunde ich sin spyse name, der gnarret mich jemerlich an schwäb. prosaauflösung des Münchener Oswald (1480) in: Germania 21, 180 (vgl. dazu oben); zuletzt warff er (der dorfhund) sich rundt umbher, weiszt in die zehn, thet weydlich gnarren Burkhard Waldis Esopus 1, 254 Kurz; ein zahnfletschender köter, der lieber gnarrt, als beiszt J. H. Voss Shakespeare (1818) 2, 640. mundartlich: gnarren 'von hunden, die beiszen wollen' Mensing schlesw.-holst. 2, 408; Richey Hamburg (1743) 76. in vergleichen, an die sich offenbar der gebrauch von gnarren 4 anschlieszt: in dem zesten older (im greisenalter) is de mynsche ghelikent eynem hunde, dede dar gnarret Loccumer bibl. erzählungen (mitte d. 15. jh., hsl.) bei Schiller-Lübben 2, 125a; die weil man mich einem hunde vergleichet, ... wolan, so wil ich auch als ein rechter rasender, toller hund also gnarren, beiszen und bellen Cyriacus Spangenberg mansfeld. chronica (1572) 167a; ihr laszt Agesilaos und Epaminondas im schlamm sich wälzen, ... indesz ein geweiheter dieb zur wohnung der seligen gelangte, so gnarrte der hund Diogenes J. H. Voss antisymbolik (1824) 2, 415. selten von anderen tieren (vgl. unter knarren II 3): skrzeczeć klingeln, gnarren wie ein vogel Bandtke poln.-deutsch. wb. (1806) 2, 1350a. 44) murren, verdrieszlich sein, unaufhörlich klagen, wimmern, insbes. von kleinen kindern, wie knarren seit dem 17. jh. belegbar: gnarren petulanter plorare Schottel haubtsprache (1663) 1328; in den mundartenwbb. des Rheinlands und Westfalens nicht verzeichnet, sonst allgemein nd., vgl. auch knarren II 5, ferner mschwed., schwed. mundartliches gnarra 'murren' und nordengl. gnar 'quarrel' unter knarren II 5. vereinzelt in schriftsprachlicher verwendung ohne den abschätzigen beiklang: wenn er (der neugeborene) an den vollen brüsten seiner mutter liegt und zufriedenheit gnarrt J. H. Voss an Gleim 2 (1830) 263.
4446 Zeichen · 114 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gnarrenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    gnarren swv. md. knurren Jer. 125 d . gnarn as ein hunt, ringere Dfg. 498 c . — vgl. Dwb. 5,1354.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gnarrensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    gnarren , sw. V. nhd. knurren Hw.: s. gnurren; vgl. mhd. gnarren E.: s. ge, narren (2) W.: s. nhd. (ält.) gnarren, sw. V…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gnarrenv., intrs

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    † Gnarren , v. intrs . so viel als gnaddern; auch gnirren . S. d. Das Gnarren .

  4. modern
    Dialekt
    gnarren

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    gnarren wimmern, quäken, quarren, bes. von weinerlichen Kindern Niem. Idiot. 9; Latend. Agr. 225; unnerdeß Füng dei Musi…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gnarren

2 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

gnarren als Zweitglied (1 von 1)

Begnarren

Wander

beg·narren

Begnarren Er begnarrt und begnaut alles. – Frischbier, II, 310. Begnarren – in murrendem, unzufriedenem Tone Neid ausdrücken, über Kleinigke…

Ableitungen von gnarren (1 von 1)

Begnarren

Wander

Begnarren Er begnarrt und begnaut alles. – Frischbier, II, 310. Begnarren – in murrendem, unzufriedenem Tone Neid ausdrücken, über Kleinigke…

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Cotta, M. (2026). „gnarren". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gnarren/dwb
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Cotta, Marcel. „gnarren". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gnarren/dwb. Abgerufen 11. May 2026.
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Cotta, Marcel. „gnarren". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gnarren/dwb.
BibTeX
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