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Gebrauch

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Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Gebrauch

Bd. 1, Sp. 1388
Gebrauch 1. Alle gau Gebrüch kommen af, sät et Mättche, du hau der Pastur et Danze verbô. (Aachen.) – Firmenich, I, 494, 175. Alle guten Gebräuche kommen ab, sagte das Mädchen, da hatte der Pastor das Tanzen verboten. (Hoefer, 691.) 2. Alte Gebrauch vnd leut die besten. – Petri, II, 10. 3. Alte Gebräuche kann man nicht so schnell ablegen, wie ein Paar alte Hosen. Daher kommt es auch wol, dass bis in die neueste Zeit bei einem Thore zu Bombay, wo vor dreissig Jahren ein Pulverthurm stand, nicht geraucht werden darf. 4. Der Gebrauch ist ein Tyrann. »Sollte«, fragt Büchmann (S. 123), »das Sprichwort: Usus tyrannus, ein geistreiches Résumé der in den Versen 71 und 72 (Satiren, Buch 2) enthaltenen Worte des Horaz sein: ...Usus quem penes arbitrium est et jus et norma loquendi.« Frz.: L'usage est le tyran des langues. (Leroux, I, 99.) Lat.: Usus tyrannus. (Egeria, 311.) 5. Der Gebrauch macht erfahren. – Henisch, 1395, 2; Petri, II, 89. 6. Der Gebrauch vom Gut gibt den schönsten Ehrenhut. Frz.: Plus que substance est usaige digne vitupere ou louenge. (Bovill, III, 143.) Lat.: Actio et usus quam substantia, laude et vituperio dignior. (Bovill, III, 143.) 7. Ein Gebrauch gebirt die zeit vnnd frist jhn auch die zeit. – Lehmann, 317, 53. 8. Es ist ein alter Gebrauch, dass man den schwersten Pack auf den Esel legt. – Winckler, VIII, 23. 9. Es ist ein böser Gebrauch, mit fremden Hühnern ins Nest legen. 10. Fremde Gebräuche verderben Landessitten. Holl.: Uitlandsch gebruik maakt inlandsche vreemdigheid. (Harrebomée, I, 210.) 11. Gebrauch thut mehr, denn aller Meister Lehr'. – Henisch, 1395, 5; Petri, II, 325; Graf, 11, 138; Eiselein, 212; Simrock, 3117; Körte, 1814; Sailer, 72. Holl.: 'T volk dient zich met 't gebruik veel meer, dan van natuur en goede leer. (Harrebomée, I, 210.) It.: La prattica val più della grammatica. (Gaal, 601.) Lat.: Solus et artifices qui facit, usus erit. (Gaal, 601.) 12. Gute Gebräuche soll man halten. Holl.: Goed gebruik is nooit kwaad. (Harrebomée, I, 210.) 13. Halt dich nach dem Gebrauch. – Lehmann, 318, 54. 14. Wo es Gebrauch ist, singt man Pumpernickel in der Kirche. – Mayer, I, 138. [Zusätze und Ergänzungen] 15. Der Gebrauch ist löblich, der Misbrauch sträflich. 16. Zum äusserlichen Gebrauch, sä de Apteker, do stêk he 'n Rôth achtern Spêgel. – Plattd. Klenner, Jever.
2359 Zeichen · 78 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gebrauch

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Gebrauch , des -es, plur. die -bräuche, von dem folgenden Zeitworte gebrauchen. 1) Die Anwendung einer Sache zu sein…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gebrauch

    Goethe-Wörterbuch

    Gebrauch A (wiederholtes, dauerndes) (Ge-)Brauchen, Gebrauchtwerden 1 (zweckmäßige, zielorientierte) Benutzung, Verwendu…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gebrauch

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Gebrauch bezeichnet die Anwendung oder Benutzung einer Sache, worunter also sowohl der Mißbrauch als der Verbrauch mit z…

  4. modern
    Dialekt
    Gebrauch

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    Gebrauch Band 3, Spalte 3,121

  5. Sprichwörter
    Gebrauch

    Wander (Sprichwörter)

    Gebrauch 1. Alle gau Gebrüch kommen af, sät et Mättche, du hau der Pastur et Danze verbô. ( Aachen. ) – Firmenich, I, 49…

  6. Spezial
    Gebrauch (eines Tempus), absoluterm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +13 Parallelbelege

    Gebrauch , m (eines Tempus), absoluter употребление , ср (времени), абсолютное

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gebrauch

69 Bildungen · 42 Erstglied · 25 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von gebrauch

ge- + brauch

gebrauch leitet sich vom Lemma brauch ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von gebrauch 2 Komponenten

geb+rauch

gebrauch setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gebrauch‑ als Erstglied (30 von 42)

gebrauchbar

DWB

gebrauch·bar

gebrauchbar , utile, usuale. M. Krämer 506 a , Stieler 222 , sowol für gebräuchlich als für brauchbar; jetzt nur im letztern sinne, aber geb…

gebrauchen

DWB

geb·rauchen

gebrauchen , verstärktes brauchen ( s. d. ), ahd. kiprûhan u. ähnl. Graff 3, 280 , mhd. gebrûchen; alts. gibrûkan neben brûkan nicht bezeugt…

gebrauchen

FWB

1. mit Akk. ›etw. (Konkretes, z. B. Besitztümer, Medikamente, Speisen, Waffen, Werkzeuge) für einen bestimmten Zweck benutzen‹; 2. mit Akk. …

gebrauchlos

DWB

gebrauch·los

gebrauchlos , was keinen ' gebrauch hat ', nutzlos, unbrauchbar ( s. unter gebrauch 1, e ): spötter lachten des zierlichen, ungethümen, gebr…

gebrauchsam

DWB

gebrauch·sam

gebrauchsam , brauchbar, gut zu brauchen: das sie ( die ohren ) gebrauchsam möchten sein und beweglich. A. v. Eybe 22 b ; die abschniz hievo…

Gebrauchsanmaßung

DERW

gebrauch·s·anmassung

Gebrauchsanmaßung, F., ›Ingebrauchnah- me eines Kraftfahrzeuges oder Fahrrades gegen den Willen des Berechtigten‹, 19. Jh.?, s. Gebrauch, vg…

gebrauchsanweisung

DWB

gebrauch·s·anweisung

gebrauchsanweisung , f. anweisung zum richtigen gebrauch, eine solche wird z. b. gewissen heilmitteln gedruckt beigegeben. vgl. gebrauchsins…

Gebrauchsbeschränkungsangabe

FiloSlov

Gebrauchsbeschränkungsangabe , f указание , ср ограничения в употреблении

gebrauchsfolge

DWB

gebrauch·s·folge

gebrauchsfolge , f. fortgesetzter gebrauch: dasz ein wort durch gebrauchsfolge einen ganz entgegengesetzten sinn annehmen kann. Göthe 38, 24…

Gebrauchsgrafik

FiloSlov

gebrauch·s·grafik

Gebrauchsgrafik , f графика , ж , издательская → FiloSlov Gebrauchsgraphik, f

gebrauchsinstruction

DWB

gebrauch·s·instruction

gebrauchsinstruction , f. gebrauchsanweisung: wie sie aber anlangte ( die taschenbuchdruckerei ), ergab sichs, dasz die verkäufer vergessen …

Gebrauchsleihe

Meyers

gebrauch·s·leihe

Gebrauchsleihe , Verleihung von Bauerngütern zu erblicher Nutzung, Erbpacht (s. Bauerngut ). Auch soviel wie Leihvertrag (s. d. und Commodat…

Gebrauchsmuster

DERW

gebrauch·s·muster

Gebrauchsmuster, N., ›Gestaltung einer Arbeitsgerätschaft oder eines Gebrauchs- gegenstandes oder eines Teiles davon die dem Arbeitszweck od…

gebrauch als Zweitglied (25 von 25)

Sprachgebrauch

RDWB1

Sprachgebrauch m речь; речевой акт линг. (Lakune) говорят о ...; принято говорить о ...; принятая терминология (In der Presse liest man in l…

gesammtgebrauch

DWB

gesammt·gebrauch

gesammtgebrauch , m. oder sammtgebrauch, der gemeinschaftliche gebrauch, usus simultaneus Adelung ; dann der gebrauch gewisser dinge zusamme…

kirchengebrauch

DWB

kirchen·gebrauch

kirchengebrauch , m. nl. kerkgebruik, usus ecclesiasticus Steinbach 1, 188 , kirchengebräuche les cérémonies de l'église Rädlein 537 a . s. …

kriegsgebrauch

DWB

kriegs·gebrauch

kriegsgebrauch , m. wie kriegsbrauch Frisch 1, 548 c ; einen gefallenen landsknecht sollen seine rottgesellen ... nach kriegsgebrauch mit dr…

Markengebrauch

DRW

marken·gebrauch

Markengebrauch, m. wie Markordnung bdv.: Markordnung wer bei nachte oder bei tage in der marck betretten wird eichelen zu lesen oder zustehl…

Marschgebrauch

DRW

marsch·gebrauch

Marschgebrauch, m. Gewohnheitsrecht in den holsteinischen Marschgebieten daß ... das gerichte nicht mehr mit 32, sondern 16 alten betagten, …

Mißgebrauch

DRW

Mißgebrauch, m. I zu Gebrauch (III) Unsitte, Mißbrauch (I) wo auch mißgebreuch vnd vnordnung, in der vbung solcher landsrecht vnd gerichtsve…

rechtsgebrauch

DWB

rechts·gebrauch

rechtsgebrauch , m. wie rechtsbrauch: alte rechtsgebräuche. Jac. Grimm rechtsalterth. s. ix; finstere und harte rechtsgebräuche. Freytag bil…

Reichsgebrauch

DRW

reich·s·gebrauch

Reichsgebrauch, m. im Reich (II) übliche Verfahrensweise vgl. Reichsgewohnheit [sind] nach damaligen allgemeinen reichs-gebrauch die geistli…

Religionsgebrauch

DRW

religion·s·gebrauch

Religionsgebrauch, m. religiöser Ritus, Ausübung der Religion sollen die buͤrger bey einander friedlich ... wohnen und dero freyen religions…

Rheingebrauch

DRW

rhein·gebrauch

Rheingebrauch, m. Gewohnheitsrecht hinsichtlich der Nutzung des Rheins wann der rhein außlaufft ... hat dem rheingebrauch nach jedermennigli…

Salzgesödgebrauch

DRW

Salzgesödgebrauch, m. (mündlich) überlieferte rechtliche Regelungen die Salzgewinnung betreffend [Übschr.:] salltz gesoed recht und gebrauch…

Schützengebrauch

DRW

schützen·gebrauch

Schützengebrauch, m. Herkommen und Gewohnheitsrecht einer Schützengesellschaft (I) bdv.: Schützenwesen daß unnütze vergebliche schissen in d…

seegebrauch

DWB

see·gebrauch

seegebrauch , m. gebrauch zur see, was bei seefahrern üblich ist. Adelung ( vergl. seebrauch); seegebräuche, us et coutumes de la mer, usanc…

Seemannsgebrauch

DRW

seemann·s·gebrauch

Seemannsgebrauch, m. (herkömmliche) Gepflogenheit, Verfahrensweise unter Seeleuten bdv.: Seebrauch das point von ceremonie und streichen sol…

Selbstgebrauch

DRW

selbst·gebrauch

Selbstgebrauch, m. eigene Verwendung, Nutzung, Ausübung bdv.: Selbsgebrauchung, Selbstnutz [dass sie] waß wir zu vnsern selbstgebrauch ... a…

sprachgebrauch

DWB

sprach·gebrauch

sprachgebrauch , m. ' dasjenige, was in einer sprache gebräuchlich ist, die beobachtung einer und eben derselben sprachregel von allen glied…

stadtgebrauch

DWB

stadt·gebrauch

stadtgebrauch , m. , dasselbe wie oben stadtbrauch, im sinne von gesetzlicher bestimmung: statgebrauch, statutum civitatis. Schottel 420 b ;…

Steinwerksgebrauch

DRW

steinwerk·s·gebrauch

Steinwerksgebrauch, m. Gewohnheitsrecht der Steinmetze es soll auch kein werckmann ... niemandts, ... der nicht unsers handwercks sei, aus k…

Stiftsgebrauch

DRW

stift·s·gebrauch

Stiftsgebrauch, m. im Territorium eines ¹Stifts (I) geltende Rechtsgewohnheiten so mag die frau nach altem loͤblichen stifts-gebrauche in ih…

Tigäusgebrauch

DRW

Tigäusgebrauch, m. Rechtsgewohnheit eines Tigens (I) ain yeder so zu ainem tigewsman, das allweg zu der herrschaft stan sol vnd hauptman erw…

Ableitungen von gebrauch (2 von 2)

ungebrauch

DWB

ungebrauch , m. wie unbrauch 1: in ungebrauch und vergessligkeit gerahten Zesen rosenm. 64 ; J. Grimm gr. 1, 943 ; Campe. für miszbrauch unü…

urgebrauch

DWB

urgebrauch , m. , gebrauch der urzeit: Ritter erdk. 1, 266 ; G. A. v. Maltitz pfefferkörner 2, 56 . —