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strippe

mnd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

strippe f.

Bd. 19, Sp. 1618
strippe, f. , schlinge, schlaufe; riemen, strick, bindfaden. nd. entsprechung des hd. strupf(e), strüpfe. die unter strupf, teil 10, 4, sp. 137 gegebene germ. etymologie wird von Frings Germ. Romana 159 f. wenigstens für ags. engl. strop und dt. strop aus geographischen gründen abgewiesen; sie müssen aus lat. roman. struppus, stroppus 'gedrehter riemen, ruderstrippe' entlehnt sein. immerhin bleibt für die jan- und jō-bildungen nd. strüppe, obd. strüpfe, strupfe die möglichkeit oder wahrscheinlichkeit einheimischer herkunft bestehen.in strippe sind jedenfalls zwei verschiedene wörter zusammengefallen: einerseits das mit streifen etymologisch verwandte mnd. strippe 'schlinge, schlaufe', das in nhd. zeitauch mundartlich zumeistdie bedeutung '(stiefel-)schlaufe' (s. u. 1 b) übernommen hat; andererseits das aus dem ostmd. strüppe entrundete strippe, das in der bedeutung 'riemen; gedrehter strick, bindfaden' (s. u. 2) im 19. jh. vor allem von Berlin aus sich weiterverbreitete (s. Kluge-Götze etym. wb. 15774a) und dem das mnd. strop 'gedrehter strick' (Schiller-Lübben 4, 441) entspricht, vgl. A. Lasch berlinisch 211. zur mundartl. verbreitung vor allem der formen strupf(e), strüpfe, struppe sowie der formen strop(p), stro(e)p und zu deren z. t. verschiedenartiger bedeutungsentwicklung s. strupf 1 und 2 sowie Frings a. a. o. und Kretschmer wortgeogr. 504. die i-formen haben ihre stärkste verbreitung im md. und nd. gebiet: Müller-Fraureuth obersächs. 2, 577b; Jecht Mansfeld 109b; Frischbier pr. 2, 381; Mensing schlesw.-holst. 4, 895; Frederking Hahlen 137a; Martin Waldeck 272b. vgl. hierzu Kretschmer a. a. o. 11) schlaufe, schlinge; mit seinen enden an einem gegenstand befestigtes oder mit sich selbst ösenartig verknüpftes (leder)band. 1@aa) von dem zug(-band), der schlinge an einem geldbeutel; mnd.: vorwar, Claws, umb' den drunk bistu en rive (verschwenderischer) gast, men schaltu offern, so sitten di de strippen fast bei Schiller-Lübben 4, 438. ähnlich in den maa.: strupp, stropp vorrichtung zum zusammenziehen mit einer schnur (an kleidern, etc.), s. Kehrein Nassau 397; Crecelius oberhess. 820; Schmidt Westerwald 245; Stürenburg ostfries. 269a. 1@bb) auf hd. gebiet zufrühest von der schlaufe am stiefelschaft. zunächst nur lexikalisch nachweisbar: stripp (m.) von einem stieffel vne attache de botte Duez germ.-gall.-lat. (1664) 2, 501a; strippen dicuntur ligamenta ocrearum intus assuta, pro induendis ocreis Stieler (1691) 2193; strippe, struppe tirante da stivale, stiefel-strippen oder struppen Kramer t.-ital. 2 (1702) 1014c; strippen oder struppen ... die beide handgriffe, womit einer seine stiefeln anziehet, the boot-straps Ludwig teutsch-engl. (1716) 1900; strzemionko die strippe am stiefel dt.-poln. wb. (1775) 465; Adelung 4 (1780) 831. literarisch erst im 19. jh. nachweisbar: dasz dieser stiefel (Italien) zwei strippen haben musz, Welsch-Tyrol und Istrien, giebt Deutschland nicht zu Jahn w. (1884) 2, 1019; wir können keine strippe am stiefel herzhaft anziehen, ohne den kraftversuch zu bereuen B. Goltz hinter d. feigenblättern (1862) 2, 194; alles in ordnung: strippen und schäfte, oberleder, spanne, hacken und sohle? W. Raabe d. hungerpastor (1864) 1, 10; die hohen stulpstiefel ..., aus denen die strippen vierfach ihre steifen ohren herausspitzten E. Frommel ernstes u. heiteres (o. j.) 4. mundartl. vorwiegend für den md. sprachraum bezeugt, doch vgl. auch Frischbier pr. 2, 381; Mensing schlesw.-holst. 4, 895; Woeste westfäl. 259a; Martin-Lienhart elsäss. 2, 634; Seiler Basel 282b. [] 1@cc) von jeder art (band-)schlaufe, schlinge; strippe eine schleiffe oder zusammen gelegtes band, welches an einen andern körper befestigt wird, denselben daran zu ziehen oder fest zu machen ...; schleiffen von bindfaden oder band ... an die leinwand genähet, sie auf der bleiche daran mit pflöcken zu befestigen Adelung 4 (1780) 831. literarisch: am besten werden diese tücher an den vier enden mit strippen versehen, durch welche zwei stangen zum tragen durchgeschoben werden Schwerz prakt. ackerbau (1882) 589; die soldaten tragen halbstiefeln mit weiten pantalons ohne strippen (s. u. strippenhose) Pückler-Muskau südöstl. bildersaal (1840) 1, 363; aus dem zeitalter der hosen mit strippen, ... der vatermörder in das mittelalter ... zu flüchten, ... das ... war groszen und kleinen kindern erlaubt Lagarde dt. schr. (1886) 12. 'gürtelschlaufe': wie man ihn (den gürtel) anbringt, zeigt die hose ..., an der rings um den hüftenteil sich strippen befinden M. Heyne körperpflege u. kleidung (1903) 262. vgl. auch: strippe auf die angel eines seitengewehrs geschobene lederstrippe zum besseren festhalten der waffe mit der hand Stenzel dt. seemänn. wb. (1904) 408b. 22) 'riemen; (geflochtener oder gedrehter) dünner strick; bindfaden, schnur'. bei Frisch dt.-lat. (1741) 2, 348b als striepe 'riemen' (auch strippe, struppe); strippen 'riemen an den satteln, felleisen, reit-küssen u. s. f. ..., womit man dieselben zusammen schnallet oder gürtet' Noel Chomel öcon.-physic. lex. 8 (1757) 1725; fachsprachlich bei sattlern die riemen für gurte eines sattels Heinsius 4, 895b; ähnl. Hoyer-Kreuter technol. wb. 1, 747a. — literarisch zunächst allgemein 'riemen, band, strang': strippen oder riemen, so hinten am bunde desz buchens rücken hervorgucken Prätorius glückstopf (1669) 130; (die Hottentottenfrauen) haben an der schaam zwey fleischriemen oder strippen herunter hangen Olearius orient. reisebeschr. 2 (1696) 4. 'strähne': über den achseln (der statue) herunter hängen auf jeder seite vier lange geschlängelte strippen haare Winckelmann s. w. 3 (1809) 193 u. ö.; vgl. in den westmd. maa. strupf, strupp, schdrobb (büschel) haare Crecelius oberhess. 820; Schmidt Westerwald 245; Kehrein Nassau 397; Heinzerling-Reuter Siegerland 249a; strippsel haarsträhne Schön Saarbrücken 204a. — seit dem 19. jh. umgangssprachlich vorwiegend im Berliner raum für jede gedrehte oder geflochtene schnur; band, strick: guckkästner: ... kommen se näher, meine herren musjes! einen sechser das loch! sie werden sich amüsiren. so, treten se näher! Dorothea, zieh de strippe los! Glassbrenner Berlin (1833) 6, 2, 5; den Bologneser der kommerzienrätin an einer strippe führend Fontane ges. w. (1905) I 8, 97; nu rede nich erscht und hol deine strippe (zum karrenziehen) Gerhart Hauptmann biberpelz (1893) 33; auch muszten die enden der trageriemen als strippen geflochten werden Wilhelm I. militär. schr. (1897) 1, 109; erst nach dem ersten anziehen (des wagens) ... konnte überschlagen werden, wieviel stricke und strippen reiszen und wieviel halten können Gräfin Sophie Schwerin vor 100 jahren (1909) 53 Romberg; zur schleuderschnur nehmen wir eine lange strippe doppelt, knoten sie am ende zusammen, so dasz eine schlingenstrippe entsteht daheim (12. 4. 1934) 9a. — ebenfalls umgangssprachlich in festen, z. t. bildlichen redewendungen: et rejent (regnet) strippen Brendicke Berliner wortschatz 179b; (vom abfeuern der geschütze:) sie ziehen an der strippe Imme soldatenspr. (1917) 127. auf den draht der telefonleitung übertragen: Liselotte hängt jetzt sicher an der strippe und telephoniert Feuchtwanger geschw. Oppermann (1948) 228. vgl. u. strippenjunge 2. übertragen: (mit) freude am loslassen der strippen, an denen die gesetzte logik die gedanken bewegt Mühsam namen u. menschen (1949) 194. so in den redewendungen jemanden an der strippe haben 'in der gewalt und unter seinem einflusz haben' und jemanden an die strippe nehmen: die hat se alle an de schtrippe Brendicke Berliner wortschatz 179b; in der dämmerung laszt ihr (frauen) euch von uns (männern) [] führen, am hellen mittag nehmt ihr uns an die strippe H. Löns d. zweite gesicht (1915) 104; jetzt hätte er sie (die jungen) zu hause an der strippe, wüszte, dasz sie aufpaszten, und lernte selber noch einmal mit daheim (7. 12. 1933) 9b; jetzt aber, wo sie (die nazis) den jungen gerade fest an der strippe hatten, ... jetzt konnten sie ihn zu ihren tollsten streichen verwenden A. Seghers d. toten bleiben jung (1950) 481. 33) fachsprachlich beim fischfang die schürzschnur an einer bestimmten art von wurfnetzen, s. A. Seligo fanggeräte (1914) 93. vgl. auch stripp schlinge, meist aus pferdehaar, zum hechtfang Mensing schlesw.-holst. 4, 895 f. (strippen hechte mit der stripp fangen ebda); ströpp, f., zugnetz der fischer luxemb. ma. 431a. 44) schtrippe das zu einem glase weiszbier gehörige glas kümmelbranntwein Brendicke Berliner wortschatz 179b: ich muszte mit von seiner weiszen trinken, und er bestellte mir eine strippe dazu H. Seidel Leberecht Hühnchen (1899) 55; vgl. voll wie eine sackstrippe völlig betrunken Müller-Fraureuth obersächs. 2, 577b.
8837 Zeichen · 221 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    strippeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    strippe , F. nhd. „Strippe“, Riemen (M.) (1) für einen Sattelgurt, aus Riemen (M.) (1) zusammengewundener Strang, Schlei…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Strippe

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Strippe , plur. die -n, eine Schleife oder zusammen gelegtes Band, welches an einen andern Körper befestiget wird, d…

  3. modern
    Dialekt
    Strippe

    Pfälzisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Strippe s. PfWB Strüpfe ;

  4. Spezial
    Strippe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Strip|pe f. (-,-n) 1 corda (-des) f. 2 (Schuhband) cordun (-s) m. 3 (Bindfaden) spech m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit strippe

39 Bildungen · 21 Erstglied · 17 Zweitglied · 1 Ableitungen

strippe‑ als Erstglied (21 von 21)

strippeln

RhWB

stripp·eln

strippeln -i- schw.: 1. unordentl. pflügen. — 2. sich str., sich mausern, vom Federvieh Saarbg-Fellerich .

Strippels

RhWB

stripp·els

Strippels -epəlts NBerg Sg. t. n.: die vom Rübstiel abgestreiften Blätter, von den Bohnen abgezogenen Seitenfäden, auch Gestreppels.

Strippen1

MeckWB

Wossidia Strippen 1 m. s. MeckWB Stripp m.

Strippen2

MeckWB

Wossidia Strippen 2 m. s. MeckWB Stripp f.

strippenballon

DWB

strippen·ballon

strippenballon , m. , luftballon an einer strippe, schnur: an der würfelbude hätten sie strippenballons und gummibälle gekauft Fontane ges. …

strippenband

DWB

strippen·band

strippenband , n. , grob geköpertes zwirnband Prechtl technol. encycl. 1, 420 ; Karmarsch-Heeren techn. wb. 8, 645 . —

Strippenbrett

MeckWB

strippen·brett

Wossidia Strippenbrett n. Gerät des Schusters, Brett auf dem das Leder mit dem Strippenisen beklopft wird Gü Güstrow@Kritzkow Kritzk .

strippengerade

DWB

strippen·gerade

strippengerade , adj. , schnurgerade: an diesem langweiligen kanal, so langweilig und strippengerade wie die formen und formeln unserer gese…

strippenhaar

DWB

strippen·haar

strippenhaar , n. , ' strähniges haar ': er trug ... strippenhaar, klapphut und hornbrille Fontane ges. w. (1905) I 4 , 247. —

strippenhose

DWB

strippen·hose

strippenhose , f. , zu strippe 1; hose mit bandschlaufen, riemen, stegen zum straffziehen der hosenbeine; vgl. DWB strippe , strip lederriem…

strippen I

RhWB

strippen I -i- = streifen, s. d.

strippen II

RhWB

strippen II PfWB ElsWB LothWB das Wort, nd. strippen entsprechend, Intensivbildung zu straffen, strapen, sträufen, streifen, im Abl. zu strö…

Strippenisen

MeckWB

strippen·isen

Wossidia Strippenisen n. Gerät des Schusters, Eisen mit Zähnen, es wird auf das Leder gesetzt und mit dem Hammer dagegen geschlagen, um die …

strippenjunge

DWB

strippen·junge

strippenjunge , m. 1) scherzhafte bezeichnung für die husaren ( wegen der kordeln an ihren uniformjacken ): die husaren sind die panduren, .…

strippert

DWB

strip·pert

strippert , genus?, rumex acutus L., spitzblätteriger ampfer, pferdeampfer ( stripplattig ) Campe 4, 716 a ; vgl. u. stripplattich. rumex ac…

Strippêrz

Adelung

stripp·erz

Das Strippêrz , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, im Bergbaue, der Nahme einer Art Bleyglanzes mit einem strahligen Gewebe,…

strippessig

RhWB

stripp·essig

strippessig -ebəsiχ Siegld Adj.: eng, knapp anliegend, von Kleidungsstücken.

strippe als Zweitglied (17 von 17)

Quasselstrippe

RDWB1

Quasselstrippe f краснобай; трещотка перен. , разг. ; сорока перен. , разг. ; трепло разг. , неодобр. ; балабол, балаболка разг. , неодобр.

Aufzugstrippe

Campe

aufzug·strippe

Die Aufzugstrippe , Mz. die — n, bei den Riemern, ein starker Riem, der über dem Strangringe nach dem Hintergeschirre zu angestochen wird, s…

Backenstückstrippe

Campe

backenstueck·strippe

Die Backenstückstrippe , Mz. die — n, bei den Riemern, die beiden Riemen an einem Zaume, welche mit dem einen Ende an die Backenstücke, mit …

Būstrippe

WWB

bust·rippe

Bū-strippe f. Būestrüppen Geschirrteil beim Pferd (Frbg.) ( Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck Rek Ha).

gerüstrippe

DWB

geruest·rippe

gerüstrippe , f. der einzelne bogen eines wölb- oder bogengerüstes, s. DWB gerüst 4, b, θ und gerüstband, -schlosz.

gestrippe

DWB

gest·rippe

gestrippe , gestripp , n. für gestrüpp ( s. d. ): gestrippe, vepretum, frutetum, spinetum Henisch 1580 ; zwischen gestein und busch und gest…

Kwaselstrippe

WWB

Kwasel-strippe f. [verstr.] 1. geschwätzige Frau. — 2. Telefon [WMünsterl].

Maulstrippe

RhWB

maul·strippe

Maul-strippe -šdrep, –ø- Trier-Clüsserath Farschw Issel , Bernk (Mos), Koch-Bremm ( -elχə ), Goar-Biebernh Engehöll f.: dass.

rostrippe

DWB

rost·rippe

rostrippe , f. rippenstück auf einem roste gebraten. Campe für franz. cotelette.

sackstrippe

DWB

sack·strippe

sackstrippe , f. in der redensart besoffen wie eine sackstrippe. Albrecht Leipz. mundart 195 . ursprünglich eine strippe zum zuschnüren des …

stiefelstrippe

DWB

stiefel·strippe

stiefelstrippe , f. , schlaufe zum anziehen der stiefel: die beyden stiefelstrippen, die man anfasset, wenn man die stiefeln anziehen will b…

Ableitungen von strippe (1 von 1)

gestrippe

DWB

gestrippe , gestripp , n. für gestrüpp ( s. d. ): gestrippe, vepretum, frutetum, spinetum Henisch 1580 ; zwischen gestein und busch und gest…