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kneif

nhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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4 in 4 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kneif m.

Bd. 11, Sp. 1401
kneif, m. scalprum Faber, Stieler 1339, ein messer. 11) es hat verschiedene form und bestimmung. 1@aa) im 17. jh. z. b. im gebrauch der obersächs. bauern: die fochtel (degen) trag ich nicht so steif, weil ich hab einen kurzen kneif mit einer lang und krummer spitzen, damit ich kan die backen schlitzen. Finkelthaus bei Gödeke eilf bücher d. d. 1, 304b, ein bauer singt es, er trage statt des herrendegens den kneif als waffe, wie die mhd. gnippe u. kneip I, 4. als gartenmesser, hippe bei Frisch 1, 527c (gärtnerkneif Wieland), als taschenmesser in einlegekneif Goltz jug. 3, 463. oberlaus. aber sichel. sag, wer kan ohne kneif beschneiden die weinreben? Abele gerichtsh. (1684) 2, 29. 1@bb) besonders kneif der schuster Rädlein 550a, schusterkneif Stieler: der schuster aber wolt (behauptete), die schuh weren gut und gerecht, aber der fusz zu lang und krumb, daran wolt er mit seinem knaif etwas abschneiden. Lehman floril. 1, 603 (geschrieben knayff). 22) heimat, nebenformen, verwandtschaft. 2@aa) wirklich heimisch ist es im md. und nd. (s. c). doch Abeles gebrauch spricht auch für oberd. bestand schon im 17. jh., und als ganz heimisch erscheint es jetzt bair., kneif (nicht knaif), dem. kneiferl, als schlechtes, kleines messer, auch schusterkneif (oder kneip) Schm. 2, 372, vgl. bei Schöpf tir. id. 328 kneif beiläufig neben kneip. sonst erscheint aber als die oberd. form vielmehr kneip (s. dort). 2@bb) dasz es im md. altheimisch sein musz, verbürgt eine nebenform knift m. in Thüringen, altes schlechtes, besonders kurzes messer, auch knieft (sprachwart 1, 327), sächs. kneift (zu dem -t vergl.knauft unter knauf). schon bei Trochus Lpz. 1517 R 2b knifft, culter assularius. danach scheint der kurze vocal neben ei (î) echt, wie er bei kneip vorkommt (I, 3). 2@cc) am meisten heimisch aber ist es nach verbreitung und alter im nd. und weiter. im brem. wb. 2, 823 knief schlechtes, altes, lahmes messer, schustermesser, hamb. bei Richey knyf, altmärk. knîf ebenso; pomm. kniiv groszes messer Dähnert 242b. auch nordfries. knif n. messer (snapknif taschenmesser) Johansen 10, Haupt 8, 371 (i für î), ohne das verächtliche (das das veralten eines wortes zu begleiten pflegt). ebenso nl. knijf n., jetzt hauptsächlich taschenmesser, einst auch als kleinere waffe neben dem schwerte (Weiland), wie unter kneip I, 4. schon mnl. cnîf, älter nrh. knîf, gen. knîves, im Karlmeinet 390, 37 scharpe knyve (: lyve) als waffe, stechmesser. auch mnd., z. b. zum beschneiden des Christkindes Hölscher nd. geistl. lieder s. 129. 2@dd) am festesten aber nord.,n. kniv ist messer überhaupt (der messerschmied z. b. heiszt knivsmed), ebenso schw. knif m., norw. kniv m.; altn. isl. knîfr, altschw. kniver, diesz wieder auch kurzes schwert, wie altschott. knyff. engl. knife messer überhaupt, ags. cnîf m. 2@ee) wie allgemein gültig es war schon in der vorzeit, zeigt dasz selbst die rom. sprachen es enthalten, langued. canive f. groszes messer, franz. canif m. federmesser, im demin. ganivet, altfrz. cnivet, prov. canivet, altsp. cañivete, port. canivete (s. Diez 585. 2, 238), so dasz man es schon dem goth. und den verwandten alten sprachen zutrauen musz. s. weiter kneip.
3223 Zeichen · 106 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kneif

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Kneif , des -es, plur. die -e, ein Messer; doch nur noch in einigen Gegenden. Besonders pflegen die Schuster ihr aus…

  2. modern
    Dialekt
    Kneif

    Rheinisches Wb.

    Kneif = Messer s. Kneip II;

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kneif

15 Bildungen · 10 Erstglied · 2 Zweitglied · 3 Ableitungen

kneif‑ als Erstglied (10 von 10)

Kneifall

MeckWB

kneif·all

Kneifall m. Kniefall: donn ded' hei wedder Kneifall verlegte er sich aufs Bitten Ha Dreil .

Kneifbindsel

Campe

kneif·bindsel

Das Kneifbindsel , des — s , d. Mz . w. d. Ez. in der Schifffahrt, ein Bindsel, welches man um zwei schwere Taue die an einander gebracht we…

kneifeln

DWB

kneif·eln

kneifel , kneifeln , s. knäufel , knäufeln , auch kniffeln.

kneifen

DWB

kneifen , oberd. gleich keifen: ir zän thuts in dem beutel tragen ( die alte ), kann teglich nichts denn kneifen und nagen. Ambr. liederb. 2…

kneifer

DWB

kne·ifer

kneifer , m. subst. zu kneifen. von einem glase das man in die augen kneift, lorgnon: das auge kurzsichtig, weshalb er es beim präsidieren m…

Kneifstek

Meyers

kneif·stek

Kneifstek ( Schlippstek ), eine leicht zu lösende, einfache seemännische Schleife.

kneifucken

MeckWB

kneifucken mit den Knien stoßen, bearbeiten: 'der Scheidegänger ... hat ihn in der Hütte gekniefukt' Bartsch 1, 204.

kneifzange

DWB

kneif·zange

kneifzange , f. gleich kneipzange. Stieler 2597 . Hennig preusz. wb. 127 .

kneif als Zweitglied (2 von 2)

schusterkneif

DWB

schuster·kneif

schusterkneif , m. 1 1) kneif, krummes messer der schuster Jacobsson 4, 70 a ; in der ältern sprache als fem.: scalprum sutorium, ein schust…

Ableitungen von kneif (3 von 3)

erkneifen

DWB

erkneifen , prehendere, arripere : sohn, ich dachte, ich könnte zusammen raffen, ersparen, erkneifen. Tieck 3, 462 .

verkneifen

DWB

verkneifen , verb. durch zusammendrücken beseitigen, entstellen. zusammensetzung mit dem in den oberd. mundarten unbekannten, dem nd. (knîpe…

zerkneifen

DWB

zerkneifen , verb. , entzwei, in stücke kneifen: ( die unbekömmliche speise ) zukneift einem den bauch Pape bettel- und garteteufel B b 2 v …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kneif". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kneif/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „kneif". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kneif/dwb. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kneif". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kneif/dwb.
BibTeX
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