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krabbeln

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
16 in 16 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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69
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52

Eintrag · Pfälzisches Wb.

krabbeln schw.

Bd. 4, Sp. 512
krabbeln schw.: 1.a. 'sich kriechend fortbewegen', kraww(e)le (grawələ, grawlə) [verbr. WPf NPf nördl. u. teilweise mittl. VPf], (grḁwlə) [KU-Adb südl. Teil der mittl. VPf u. südl. VPf], krabbele (grabələ) [KU-Börsbn Nanzw IB-Nd'würzb ZW-Battw RO-Dörrmosch KL-Heiligmosch NW-Elmst], krowwele (grǫwələ) [RO-Dielkch]. α. 'mit raschen Bewegungen kriechen', von Insekten. Do krawwelt e Käwwer, e Raup, e Laus [WD-Niedkch, verbr.]. RA.: Bei dem fängt de Käwwer an se k., wer Unsinn redet [KB-Bischh]. Dem krawwelt's im Hern, dass. [LU-Alsh], krawwelt's owwe, dass. [KL-Mölschb PS-H'einöd]. Dem is e Laus (auch: eppes) iwwer die Lewwer gekrawwelt, wer sich über etwas geärgert hat [LU-Limbghf, verbr.]. Er isch'm uf de Leim gekrawwelt 'hat sich überlisten lassen' [LU-Altr, verbr.]. Ausdruck zweifelhafter Bewunderung: Gottessprich, was grawwelt do! [NW-Weish/S]. SprW.: Die Laus werd zawwelich, wann se aus'm Grind krawwelt, vom Stolz eines Emporkömmlings [KL-Gimsb u. Umg.]. WR.: Wann die Spinne krawwele, gebt's schlecht Werrer [ZW-Käshf]. Wann die Schnecke krabble, gebt's Re'ewetter [KL-Heilmosch]. — β. 'auf Händen und Füßen kriechen', von der Fortbewegung kleiner Kinder'; vgl. gratteln 2 a, Krabbeler 1 a. 's Kind krawwelt uf'm Bodde [GH-Schwegh, verbr.], krawwelt auf Hänn un Fieß [HB-Kirrbg, verbr.]. — γ. 'mühsam gehen'. Ich bin so ferdich, daß ich nimmi k. kann [KL-Stelzbg, verbr.]. Die schaffe, so lang se k. kenne, von Menschen, die auch bei Krankheit und im hohen Alter arbeiten [ZW-Battw]. Ich schlaan dich, daß de nimme k. kannscht! [ZW-O'aub]. RA.: Er krawwelt wie e Uminz [LU-Alsh]. — Zu 1a vgl. darunter-, durch-, heraus-, herum-, hin-, hinan-, hinaus-, hineinkrabbeln. — b. 'klettern' [verbr.]; vgl. darüber-, hinauf-, herunterkrabbeln. Er es uf's Dach gekrabbelt [FR-Bockh, verbr.]. Der krawwelt aach uf de hechschde Boom [Gal-Dornf]. RA.: Do kennt mer an de Wänd in die Heh k., Ausdruck der Verzweiflung [LU-Opp]. SprW.: Wer hoch krawwlt, fallt a tief runter [verbr. Don]. Wu de Zaun am schlechschde is, krawwelt jeder driwwer [Don-Sekitsch]. — 2.a. 'rascheln, knistern'. Es krawwelt im Stroh [GH-Schweig, verbr. südl. VPf, vereinzelt nördl. VPf]. 's Hai krawwelt gar arich [KU-W'mohr]. — b. 'kitzeln, kraulen'; an de Fußsohle, unner'm Aarm k. [SP-Heiligst, verbr. vorn. VPf]. Das Kind, das den Bart des Vaters krauelt, spricht: Kriwwele, krawwele! [GH-Zeisk]. RA.: Ich loß mer nit unner'm Bart krawwele!, Ablehnung einer Zumutung [Frankth]. Man kitzelt das Kind am Kinn und spricht: Kriwwele, krawwele ... (Forts. s. kribbeln 3 a). — c. 'kramen'; vgl. Krabbelsack, -ware. — d. vgl. verkrabbeln. — 3.a. 'Nervenreize verspüren'. 's kriwwelt un krawwelt mer em ganze Kerper [KB-Bennhs]. — b. 'Hungergefühl empfinden'. Es krawwelt mer im Mage [BZ-Dernb]. — c. 'schmeicheln, gute Worte geben'. Dem alde Norr muß mer e bissi krawwele [KU-Schmittw/O, vereinzelt]. — d. Es krawwelt'm 'Er ist verrückt' [LA-Roschb]; vgl. oben 1a (RA). Syn. s. verrücken 2a. — Südhess. III 1709; Rhein. IV 1301; Lothr. 307; Els. I 512.
3093 Zeichen · 116 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    krabbelnsw. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    krabbeln , sw. V. Vw.: s. krappelen

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    krabbelnsw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    krabbeln , sw. V. Vw.: s. krabbelen*

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Krabbeln

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Krabbeln , verb. reg. act. et neutr. welches eigentlich das Iterativum und Diminutivum von krauen ist. 1) Als ein Neutru…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    krabbeln

    Goethe-Wörterbuch

    krabbeln wiederholt -abe- (bes in der Frühzeit) 1) ; auch subst a ein Kitzeln, Jucken erzeugen; meist ‘es krabbelt jdm’ …

  5. modern
    Dialekt
    krabbelnintr. v.

    Lothringisches Wb. · +5 Parallelbelege

    krabbeln [krabəln fast allg.; krubəln Falk. Bo. ; krôbələn Si. ] intr. v. 1. krabbeln: ’s krabbelt ’m ebbes im Kopp erum…

  6. Spezial
    krabbeln

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    krab|beln vb.intr. 1 (kitzeln) beché (beca), fá la beca 2 ( von Tieren) striscé (striscia) 3 (von Kindern) jí sön duicat…

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit krabbeln

5 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 4 Ableitungen

krabbeln‑ als Erstglied (1 von 1)

krabbeln II

RhWB

krabbeln II das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk, Mosfrk (mit best. Ausnahmen) -aw- [ -āw- u. -ab- Saarbg-Weiten ; -ǫw- Saarl-Dilling , Merz-Be…

Ableitungen von krabbeln (4 von 4)

bekrabbeln

DWB

bekrabbeln , digitis fricare, permulcere: zeugts, schwestern, sanft bekrabbelt um hüft und brust, wie hold ihr zuckt und rabbelt vor seelenl…

erkrabbeln

RhWB

er-krabbeln: sich e., sich von einer Krankheit, von schlechter Geschäftslage wieder erholen Trier , Bitb ; -w- Saarbg-Winchering .

verkrabbeln

PfWB

ver-krabbeln schw. : in der RA. Dem seiⁿ Gesicht veʳkrawwelt sich ganz 'wird immer kleiner' [ KU-Erdb ]. Syn. s. versteckeln 1. — Zu krabbel…

Zerkrabbeln

Campe

Х Zerkrabbeln , v. trs . durch Krabbeln gänzlich in Unordnung bringen, verderben. D. Zerkrabbeln .