werkstelle,
f. ,
seltener und später als die sinnverwandten bildungen werkstatt und werkstätte (
s. dort und vgl. die jüngere bildung arbeitsstelle);
auch mundartlich kaum bezeugt; vgl. Damköhler
Nordharz 222; Hofmann
niederhess. 262
sowie schweiz. id. 11, 67. 11) '
der ort, wo ein künstler oder professionist arbeitet' (Jacobsson
technol. wb. [1781] 4, 639), '
arbeitsstube' (Hoyer-Kreuter
techn. wb. [1902] 1, 845),
officina (Stieler
stammb. [1691] 2142): lederer, metzger, rot- und weiszgerber, vnd ander dergleichen, abscheulich stinckend handwerck betreffend, ist kein statt, oder die wenigern solcher groben vnbescheidenheit, die solches gesindel oder jhr werckstell in den stAetten leiden Guarinonius
grewel (1610) 513; und sagt man, dasz daselbst (
in Genua) ber 8000 werck-stellen sind A. Müller
denkw. reisen (1678) 2
b; ein gottseliger meister unter den handwerkern thAete daher besser, wenn er ... die etwas dunkeln stellen dererjenigen (
gesänge) erklAerte, die auf seiner werkstelle oft gesungen werden J. B. Basedow
grundrisz d. religion (1764) 53; so war eine gesellschaft von vermögenden freunden zusammen getreten, welche so wol für sich selbst da anbauen, als auch die neuen einwohner mit den nöthigen gebäuden und werkstellen zu ihren handthierungen ... versehen wolten D. Cranz
alte u. neue brüder-hist. (1771) 604; der gelehrte kann mit mässigen unkosten die wichtigsten werke der gelehrsamkeit in sein cabinet, und der künstler eben so, das vornehmste der bildenden künste in seine werkstelle zusammen bringen Sulzer
theorie d. sch. künste (1792) 1, 6; riemer, sattler ... saszen tag und nacht in ihren werkstellen Holtei
vierzig jahre (1843) 1, 262; jeh man wech aus de werkstelle (
schuhmacherwerkstatt)! Hauptmann
dramen 2 (1956) 83;
auch '
arbeitsplatz in der fabrik': dann verlieszen die arbeiter schnell ihre werkstellen (
im eisenwerk) und drängten in rudeln ihren angehörigen zu Jak. Schaffner
grobschmiede (1918) 114. 22)
bildlich (
vgl.werkstatt und werkstätte 3): ausz dieser insell Scanzia ... als ausz einer werckstelle der vOelcker, und einer scheiden der nationen, sagt man, dasz die Gothen vormahls mit ihrem kOenige, Berich genant, ausgezogen sein G. R. Curicke
d. stadt Dantzig hist. beschr. (1688) 4
a; alles leben und dessen historische jugenderinnerung und aller ewige glaube erkennt die miszbrauchende zum ewigen tode hinlockende gottesnachäffung des satans in allen reichen werkstellen des menschlichen geistes, welche der göttliche verlassen hat Brentano
ges. schr. (1852) 4, 444.