krücke,
f. fulcrum. II.
formen und herkunft. I@aa)
ahd. chruckia, chrucha Graff 4, 591,
mhd. krücke, krucke
wb. 1, 889
a,
sowol stark als schwach, s. z. b. Trist. 385, 35
var.; nd. krucke (: glucke,
glücke)
verl. sohn 1446, krukke
brem. wb. 2, 885, krükke Schütze 2, 355, Dähnert 257
b,
nl. kruk
f., pl. krukken,
bei Kil. krucke.
Auch ags. crycc (cricc)
baculus Ettm. 400,
engl. crutch,
was doch auf ein ags. umlautloses crucc
weist neben crycc (
wie nordengl. crech Halliw. 279
a auf ags. cricc),
altengl. crucche,
auch croche,
s. Stratmann 126. 125.
Endlich dän. krykke,
schwed. krycka,
altschwed. krykkia Rydqvist 2, 224,
wie noch norw. krykkja Aasen 240
b;
dabei ist wol deutscher einflusz. so sind entlehnt litt. krùkis,
lett. krukkis.
auch mlat. crucca,
s. Ducange. I@bb)
der wechsel von umlaut und nichtumlaut, wie nd. und mhd., ist auch dem nhd. noch eigen (
s. die beispiele),
obwol noch im 15. 16.
jh. auch gar manches geschriebene und gedruckte u
doch ü
meint, wie schon mhd.; aber es heiszt noch bair. östr. kruck, krucken Schm. 2, 381, Höfer 2, 176, Lexer
kärnt. wb. 168;
daher bei Schönsleder g 7
b kruke
grallae, noch bei Denzler
clavis Basel 1716
nur krucke.
es ist wie das nebeneinander von brücke
und brucke (
s. 2, 415), bücken
und bucken, drücken
und drucken,
beide im grunde éine form. I@cc)
aus krucke
erklärt sich krocke, und zwar oberrheinisch (
s. Weinhold al. gr. s. 95. 26): das pfotengram will zu (
euch) nisten, ihr möcht euch wol mit belzen, stecken und krocken rüsten. Fischart
groszm. 65.
im 15.
jahrh. krogke,
tractula Dief. 591
a,
mrh. wie es scheint; ebend. merkwürdig krog, crug
tractula, s. schabekrug u. II, 3,
d. md. krogke
z. b. in Erfurt, s. unter II, 3,
c (
neben krügke);
osterl. krecke,
krücke der bäcker, d. i. kröcke.
eigen luxemb. kretsch
f. Gangler 255,
es nähert sich dem nl. krootse (
s. II, 2,
d, β),
vgl.krütze gleich krücke. I@dd)
für die herkunft kommen zugleich roman. wörter in frage (Diez 116, 2.
ausg. 1, 146):
ital. croccia
und gruccia
krücke u. ä., franz. crosse
krummstab u. a. (
s. II, 1,
d, β),
prov. crossa,
altspan. croza.
dasz aber das ital. wort die mutter des unsrigen sei (Weigand),
oder ein nur angenommenes latein. adj. crucea (
scil.?, Ducange
hat nur croceus),
aus dem Diez
wie die rom. wörter so in der 2.
ausg. auch das ahd. entstanden ansetzt, das ist fürs hd. schon lautlich unmöglich; wie sollte ein crucea,
geschweige croccia,
ins hd. als chruckia
mit auslautendem guttural übergehn, während in crux
der stammauslaut in palataler gestalt zu uns kam in chrûci?!
auch sachlich genügt crux
nicht zur erklärung von krücke.
die rom. wörter werden wol umgekehrt ihre quelle bei unserm worte zu suchen haben. I@ee)
da bei krücke
das krumme der hauptbegriff ist (
s. II, 1),
stellt es sich natürlich zusammen mit altn. krôkr
haken, das dänisch als krog
noch jetzt mit krücke
als krücke des stocks (
s. II, 1,
a)
zusammenfällt; dazu ablautend altn. krakr (
s. sp. 1979),
hd. krakel (
s. d. und II, 3,
f), krack
haken, wozu nachträglich zu vergl. siebenb. krôkes
m. haken Schuller
beitr. 35 (ô
gleich a,
über das -es
s.knospe 4,
c, knips 3,
b);
dazu wieder in anderer ablautsreihe, in die auch krücke
eintritt, dän. krig
winkel, norw. krik, krikje
krümmung, hd. nd. krickel
wirbel u. ä., wie auch krücke
selbst wirbel ist (II, 1,
b),
s. auch das vor. krücke.
zu grunde liegt der stamm kr-k
mit dem grundbegriff des krummen, ein bruder des stammes kr-p,
s.krapfe haken und krampf III, 8. IIII.
Bedeutung und gebrauch. II@11) krücke
als krümmung, gekrümmtes stück. II@1@aa)
die ursprüngliche bed. ist wol krummes, krumm gewachsenes stück holz, wie man es zu gewissen zwecken brauchte und im walde suchte. das blickt noch deutlich aus dem sprichworte je krümmer holz, je besser krücke ( Adelung),
nd. im 16.
jh.: it geit als men to seggen plecht: jo krummer holt, jo beter krucke. Waldis
verlorn. sohn 1446.
so hieszen denn die krummen hölzer zum schiffbau, die als rippen dienen, am Rhein auch krucken: curva ligna (naviculae), quae crucken dicuntur. Lacomblet
arch. 1, 259. II@1@bb)
auch krukke, krükke
als wirbel an der geige (
brem. wb. 2, 885, Schütze
holst. id. 2, 355)
ist wol eig. eine art haken, es trifft ablautend zusammen mit krickel
wirbel und krack
wirbel. II@1@cc)
die arab. ziffer 2
wird im 15.
jh. so bezeichnet: unum dat zungel, kruck duo significabit
etc. Haupt 5, 413,
mit 1
über zungel (
zünglein)
geschrieben, 2
über kruck.
die hörner des gemsbocks, die sonst aufrecht stehn, haben am ende eine solche plötzliche krümmung, daher sie bair. östr. krücklein (
s. d.), krückerl
heiszen. II@1@dd)
ein stab mit einer krümmung oben als griff. so ags. crycc
lituus, baculum curvum Mones
anz. 7, 143, Dief. 334
b. II@1@d@aα)
der bischofsstab, krummstab hiesz auch krücke,
nach dem krummen ende als hauptstücke benannt, wie der kolben
nach dem kolbigen ende, der speer
nach dem speereisen: ûf stuont der fürsten einer dô ... der bischof von Tamîse, über sîne krucken leinde er sich.
Trist. 15353 (385, 35),
wie der krieger sich auf schilt oder schwert lehnt, um bequemer zu reden; vgl. die îserîne krucke (
kr. mit eiserner spitze unten)
eines bischofs, über die er sich lehnt, pass. K. 233, 4. 9,
und Konrad
unter 2,
b. an letzterer stelle ist es freilich ein greis, der die krucken
führt, als welche die bischöfe meist auch gedacht werden; aber der amtliche feierliche krummstab musz eben damals diesen alltagsdienst noch mit versehen haben. noch in den voc. 15. 16.
jh. ist pedum
theils hirtenstap,
wie altlatein., theils bischofesstap,
theils kurz kruck Dief. 421
a,
ebenso cambuca, cambota
u. ä. sowol bischofstap
als krucka
und kolbe. Dief. 92
b, Graff 4, 591.
dasz die krücke
eig. das krumme endstück ist, zeigt folg.; die cronica van der hill. stat van Cöllen erzählt bl. 129,
wie die bischöfe von Köln von kaiser Otto ein herzogthum erhalten: ind as sij sich byschoffe schreven, so solden sij ouch sich vortan hertzogen noemen ind mit dem swerde urdelen, vechten ind strijden, die vurhyn plaigen zo gebruychen (
nichts als) eyn staff mit eynre krucken. II@1@d@bβ)
jeden zweifel hebt franz. crosse
f. bischofsstab, altfranz. croce,
daher nl. krootse,
lituus pontificius, pedum pastorale incurvum Kil.,
und mlat. crocia, crochia (
s. Ducange).
denn dasz das franz. wort so gut wie das ital. (
vgl. unter 2,
d)
von unserm nicht zu trennen ist, zeigt crosse
als krücke des lahmen (Kil.
u. 2,
b),
als krücke des feuerarbeiters (3,
b);
wie deutsches -ka
zu franz. -che
ward (
z. b. in clinche
klinke, cloche
glocke, s. Diez
gr. 1
2, 295),
so musz wol hier deutsches -kia
zu frz. -ce, -se
geworden sein, -c-
gleich urspr. -chi- (
s. vorhin ml. crochia).
auch die andern bed. von crosse
sind darum für krücke
beachtenswert: griff am steuerruder (
vgl. 3,
e),
gewehrkolben (
eig. das urspr. gekrümmte und dickere ende wie beim stabe),
spielkolben beim ballschlagen (
vgl.kolbe unter α zuletzt). II@1@d@gγ)
auch der wirkliche hirtenstab, hirtenkolben, hirtenkeule hiesz vermutlich krücke
nach den glossen unter α; der kolbe
cambuca dort kann ein solcher sein, s. kolbe II, 1,
b, ebenso podium crucke Graff 4, 591 (
ags. crycc
baculus pastoralis ebend.),
s. podium
als hirtenkolbe unter kolbe
a. a. o. so wäre, wie im lat. pedum,
auch in dem deutschen worte der name des hirtenstabes auf den des seelenhirten übergegangen. II@22) krücke
mit dem heute herschenden begriffe. II@2@aa) krücken
in kreuz- oder winkelform kannte doch auch schon die mhd. zeit: ir ieglîcher gât mit einem stabe ... der stab hât ein kruken, die ist einer spangen (
spanne) lang und ist von helfenbein .... und wâ si den stab ûs der hant lâszend, dâ müeszend si in in die erden stôszen vor iren ougen, dʒ si Christi marter stêteklich anschouwen. Mechthild
von Magdeburg 122,
also krücke
das kreuzförmige endstück; ein zeichen tau (
ταῦ) ist genant, gestalt obe als ein krucke.
pass. K. 537, 71.
und wie diesz tau
Christi kreuze verglichen wurde (Frauenlob
spr. 234, 17),
so findet sich wirklich das kreuz selbst als krucke: in die erden stieʒest du daʒ rî
s. dô wûhs eʒ ûf in krucke (
var. crûce) wîs der menscheit zu gelucke. daʒ ist die selbe krucke, dâr got die marter ane leit.
evang. Nicodemi, Pfeiffers
übungsb. s. 11;
der anklang von crux
und krucke
muszte das ohnehin nahe legen bei der neigung der zeit zum etymologisieren. ähnlich folg. krucke,
auf der Moses die eherne schlange aufrichtet (
4 Mos. 21, 8): machet Moyses ain erin schlangen, und hangt in an ain krucken. Keisersberg
ausgang der kinder Israel (
granatapfel Straszb. 1511) J 5
c,
in der vulg. nur posuit eum pro signo; den erinen schlangen an ainer krucken. 6
c.
Es gälte zu diesem übergange des begriffs von der krümmung zur winkelform den bestimmten anlasz zu ermitteln. vielleicht bot ihn einfach der handstab zum stützen, wofür man statt der gewachsenen krümmung früh auch einen künstlich, in winkelform hergestellten griff nehmen mochte, ohne den überlieferten namen zu ändern, wie z. b. die scheibe
des fensters auch in viereckiger form den namen des urspr. runden fensters behielt. II@2@bb)
so hauptsächlich als stab mit griff oder stütze, oft schon mhd. in der hand von alten (
Er. 289.
Parz. 513, 27): über sîne krucken lîse leint er (
der greis) sich bî der stunde und sprach mit wîsem munde
u. s. w. Konrad
troj. kr. 4552.
dabei ist schwerlich an eine krücke
zu denken, die unter den arm gestützt wird, wie sie lahme führen, die stütze daran wieder als krümmung, nur nach oben gekehrt, oder in gabelform. so nl. bei Kil.: 'krucke,
scipio, furcula alaris, fulcimentum subalare .. crosse de boiteux',
aber auch unterschieden davon krucke
scipio cum transverso ligno ad rectos angulos imposito, also krückstock, vergl. kreuzkrücke.
er musz auch den bloszen krückstock mit meinen, wenn er op krucken gaen
nicht blosz mit furculis alaribus niti erklärt, auch mit fuste aut baculo gradum fulcire. Die unterscheidung zwischen beiden ist aber in den beispielen schwer oder unmöglich, selbst nach dem auf
oder an
dabei: krucken (
sg.), dar an die kranken gand,
baculus. voc. inc. teut. n 7
b;
baculus, steck, kruck. Melber b 8
a; auf einer krucken hinken.
fastn. sp. 706, 31; die mueszen alle gemain auf stelzen kriechen und auf krucken. 424, 11, stet auf und werft hin die krucken, ir schült nimer also jemerlich hucken. 601, 19; hier stehen wir (
invaliden), auf unsre krücken gelehnt, an vater Friedrichs grab. Ditfurth
hist. volksl. des preusz. heeres 61; was du bei voller mannskraft verfehltest, wirst du an der krücke nicht mehr einholen. Schiller 314
b (
menschenfeind 6.
sc.),
als greis. krücke
als krückstock
erscheint z. b. in einem preusz. soldatenliede, wo dem feinde gedroht wird, er solle schläge erhalten mit der krücke ins genicke (
d. h. fliehend),
denn das kann nur Friedrichs d. gr. sprichwörtlicher krückstock sein. II@2@cc)
bildlich: sein hochste freud die ging auf krucken.
fastn. sp. 218, 13; wann gewalt kompt, dann gehet das recht auf krücken. Lehman
flor. 1, 28; nehmt ihr (
mir) nun meine söhn, auf die ich mich verlasz', die krücken die ich alt und kalt und lahm anfasz, so fall ich ganz dahin. Gryphius 1, 578; unbekannt mit den regeln, den krücken der schwachheit und den zuchtmeistern der verkehrtheit ... geht es (
das genie) ruhig und sicher durch alle schlingen des falschen geschmacks. Schiller 1193
b; krücke des gesichts (
die brille). J. Paul 5, 21; die schlaffe zeit, damit sie kraft gewinne durch druck, zu stehn von neuem ohne krücken. Rückert 141. II@2@dd)
auch als stelze, stelzfusz erscheint wahrscheinlich krücke: krücken, stelzen,
grallae, subalare fulcrum (
letzteres die krücke des lahmen). Aler 1245
b, grallae
sind stelzen. im Teuthonista: crucke, stelte, schaitze,
staca, gipsa. 61
b,
vgl. 258
a;
zu staca
s.krucka
stazza bei Graff, scaca stelze Dief. 515
b, scata
pes ligneus unter gipsa stelz 263
a,
im voc. 1482 kniestelz
gipsa, also krücke
als stelzfusz, wenn nicht in den angaben eine unachtsame vermischung von ähnlichem vorliegt. aber auch ital. gruccia
krücke ist zugleich stelzfusz. schon das ahd. chrucha
calips, chalybs bei Graff
kann dasselbe sein nach calipnida stelte (
nd.) Dief.
nov. gl. 67
a.
dazu vielleicht, oder auch zu b, die krücke reiten,
von invaliden (
wie auf schusters rappen reiten),
in einem liede des 15.
jahrh. von heimziehenden kriegern: vil was er (
ihrer) geschoten dorch de bein, dat (
so l.) se de krucken reden. Liliencron 1, 225
a. II@2@ee)
auch stab mit gabelförmiger stütze, vgl. 3,
f. so vielleicht in einem liede von 1628
von der belagerung Stralsunds krücke
als stellgabel für die handbüchse: sie (
die belagerten) habn noch mehr der stücken, ja morgenstern und viel krücken. Soltau 2, 361. II@33)
allerlei krücken
im gewerbsleben u. ä. II@3@aa)
ein wichtiges stück des alten hausrats war, schon ahd. bezeugt ovanchrucha
librugna Graff 4, 591, ofenkrucken
tractula, est instrumentum cum quo ignis de fornace trahitur. voc. inc. teut., oft in voc. tractula krucke, krugke
u. ä. Dief. 591
a, fewerkruck
rutabulum 504
c, vertibulum,
quo carbones vertuntur in fornace, ein krucke
voc. opt. Lpz. 1501 Gg 2
b: krucken und gabeln muosz ich (
der winter) haben, wenn ich die stuben wil warm machen. Uhland
volksl. 27.
es ist eine stange mit einem haken vorn, der aber zum brete verbreitert ist (
s.krückenblatt),
um aus den groszen alten öfen feuer, kohlen, asche hervorzuziehen. sprichwörtlich: jedoch weil sie das gebet unterwegen lassen, so mangeln sie des segens gottes, und wenn sie es gedenken am besten auszurichten, so ligt, wie man sagt, die krücke im ofen, verderben alles und geschicht ein schade uber den andern. Glaser
gesindteufel 1564 63
a,
wol: die helfende krücke ist selbst mit unter das brennende holz geraten. II@3@bb)
noch jetzt allgemein beim bäcker, vgl. Frisch 1, 551
a:
rutabulum pistoris, kruck. Dief. 504
c,
osterl. krecke (
s. I,
c),
vgl.krücken.
bei Comenius
orb. p. 1, 113
braucht auch der koch die ofenkrücke
rutabulum. ähnlich die krücke
der glasmacher auf den glashütten, der färber, die feuerkrücke
der kalkbrenner, die pechkrücke
der böttcher u. a., die spähnekrücke
der tischler u. ä.; im bergm. hüttenwesen: gabel, krücken, kelle, pfenlein
u. dgl. Mathesius
Sar. 147
b (feuerkrücken
daneben für sich),
wie noch frz. crosse
in gieszereien, s. 2,
d, β,
vgl. krückeisen,
auch krütze.
selbst als feuerhaken, bei feuersbrunst: er soll auch haben laiter und krucken zum abstoszen, dann oft erstlich (?) ein fewr, ee es steigt übersich ... Schmelzl
lobspruch 101. II@3@cc)
ähnlich auch krücke (
auch krückel)
der bergleute: wann aber ein gang reich an erz ist, so wird die erd, gris, steinbrüche aus dem hangenden gehauen, mit der krucken oder krail von der halden heraus gescharret. Bechius
Agricolae bergwerk 233.
die krücke
oder kratze
der minierer, auch erdräumer
verschiedene krücken beim salzsieden, salzkrücke, schlammkrücke, schlackenkrücke.
eine grosze krücke, von pferden gezogen, rosskrucke
vectabulum Trochus Q 4
b,
so im wasserbau, zum fegen von kanälen, auch schlammkrücke: die (
fege) sal her thue (
der müller) ein tag mit der rosskrügken uf den tag, wen die an der smalen Gere ire fege anheben.
Erfurter wasserordnung bei Michelsen
rechtsd. aus Thür. 125,
sie wurde wol bedient von den krogkenknechten 122. eiskrücke
zum brechen des eises Ludwig 1077.
oberbair. käskruck
der sennen, zum rühren der geronnenen milch, s. Schm. 2, 381,
cimbr. krucka
rührscheit (krückela
krücke). II@3@dd)
als hacke: marrhum ein krucke (
zwischen hawe
ligo und hacke
marculum) Trochus Q 5
b,
vgl. bei Dief. marrare
hacken die erde. ebend. R 4
a schabekrucke,
aduncum quoddam rostrum. der kupferstecher hat eine schabekrücke,
zum einschaben der lichter in die aufgeackerte platte, eigen auch schabekrug m. (Adelung
unter schabeeisen),
worin das krug, krog
unter I,
c sich bestätigt. II@3@ee)
beim schleifer heiszt auch krücke
die kurbel zum umdrehen eines schleifsteins, eines rades, der dreher.
beim drechsler ein gebogenes dreheisen mit breiter schneide. kreuzförmig ist bair krucken
an der sense, die handhabe Schm. 2, 381,
kärnt. krück lan
f. Lexer 168,
luxemb. kretsch
f., die '
krücke'
an der sense, woran man sie mit der linken hand hält Gangler 255.
am Mittelrhein krücke
griff des spatens, auch der griff eines handruders (Kehrein
nachtr. 31),
vgl. franz. crosse
am steuerruder unter 1,
d, β. II@3@ff)
als gabelförmige stützen (
vergl. 2,
e)
beim weber, da heiszt krücke, krückchen
eine gabel auf den speichen der groszen spinnräder, worin die schnur ruht (Frisch).
weidm. bei der rabenhütte eine stange mit scheibe, auf der der schuhu sitzt, auch it. gruccia;
vgl. das ähnliche krakel.
dem krakel (2,
b)
als gerüste u. ä. gleicht auch kruck
in beinkruck (
s. d.),
knochengerüste. II@3@gg)
eigen beim orgelbauer gieszkrücke, zinnkrücke,
ein viereckiger, unten offener kasten zur behandlung des zinns, auch schleuse,
s. Krünitz, Adelung,
die dafür eine andere ableitung suchen.