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krücke

mhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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15 in 12 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

krücke f.

Bd. 11, Sp. 2425
krücke, f. fulcrum. II. formen und herkunft. I@aa) ahd. chruckia, chrucha Graff 4, 591, mhd. krücke, krucke wb. 1, 889a, sowol stark als schwach, s. z. b. Trist. 385, 35 var.; nd. krucke (: glucke, glücke) verl. sohn 1446, krukke brem. wb. 2, 885, krükke Schütze 2, 355, Dähnert 257b, nl. kruk f., pl. krukken, bei Kil. krucke. Auch ags. crycc (cricc) baculus Ettm. 400, engl. crutch, was doch auf ein ags. umlautloses crucc weist neben crycc (wie nordengl. crech Halliw. 279a auf ags. cricc), altengl. crucche, auch croche, s. Stratmann 126. 125. Endlichn. krykke, schwed. krycka, altschwed. krykkia Rydqvist 2, 224, wie noch norw. krykkja Aasen 240b; dabei ist wol deutscher einflusz. so sind entlehnt litt. krùkis, lett. krukkis. auch mlat. crucca, s. Ducange. I@bb) der wechsel von umlaut und nichtumlaut, wie nd. und mhd., ist auch dem nhd. noch eigen (s. die beispiele), obwol noch im 15. 16. jh. auch gar manches geschriebene und gedruckte u doch ü meint, wie schon mhd.; aber es heiszt noch bair. östr. kruck, krucken Schm. 2, 381, Höfer 2, 176, Lexer kärnt. wb. 168; daher bei Schönsleder g 7b kruke grallae, noch bei Denzler clavis Basel 1716 nur krucke. es ist wie das nebeneinander von brücke und brucke (s. 2, 415), bücken und bucken, drücken und drucken, beide im grunde éine form. I@cc) aus krucke erklärt sich krocke, und zwar oberrheinisch (s. Weinhold al. gr. s. 95. 26): das pfotengram will zu (euch) nisten, ihr möcht euch wol mit belzen, stecken und krocken rüsten. Fischart groszm. 65. im 15. jahrh. krogke, tractula Dief. 591a, mrh. wie es scheint; ebend. merkwürdig krog, crug tractula, s. schabekrug u. II, 3, d. md. krogke z. b. in Erfurt, s. unter II, 3, c (neben krügke); osterl. krecke, krücke der bäcker, d. i. kröcke. eigen luxemb. kretsch f. Gangler 255, es nähert sich dem nl. krootse (s. II, 2, d, β), vgl.krütze gleich krücke. I@dd) für die herkunft kommen zugleich roman. wörter in frage (Diez 116, 2. ausg. 1, 146): ital. croccia und gruccia krücke u. ä., franz. crosse krummstab u. a. (s. II, 1, d, β), prov. crossa, altspan. croza. dasz aber das ital. wort die mutter des unsrigen sei (Weigand), oder ein nur angenommenes latein. adj. crucea (scil.?, Ducange hat nur croceus), aus dem Diez wie die rom. wörter so in der 2. ausg. auch das ahd. entstanden ansetzt, das ist fürs hd. schon lautlich unmöglich; wie sollte ein crucea, geschweige croccia, ins hd. als chruckia mit auslautendem guttural übergehn, während in crux der stammauslaut in palataler gestalt zu uns kam in chrûci?! auch sachlich genügt crux nicht zur erklärung von krücke. die rom. wörter werden wol umgekehrt ihre quelle bei unserm worte zu suchen haben. I@ee) da bei krücke das krumme der hauptbegriff ist (s. II, 1), stellt es sich natürlich zusammen mit altn. krôkr haken, das dänisch als krog noch jetzt mit krücke als krücke des stocks (s. II, 1, a) zusammenfällt; dazu ablautend altn. krakr (s. sp. 1979), hd. krakel (s. d. und II, 3, f), krack haken, wozu nachträglich zu vergl. siebenb. krôkes m. haken Schuller beitr. 35 (ô gleich a, über das -es s.knospe 4, c, knips 3, b); dazu wieder in anderer ablautsreihe, in die auch krücke eintritt,n. krig winkel, norw. krik, krikje krümmung, hd. nd. krickel wirbel u. ä., wie auch krücke selbst wirbel ist (II, 1, b), s. auch das vor. krücke. zu grunde liegt der stamm kr-k mit dem grundbegriff des krummen, ein bruder des stammes kr-p, s.krapfe haken und krampf III, 8. IIII. Bedeutung und gebrauch. II@11) krücke als krümmung, gekrümmtes stück. II@1@aa) die ursprüngliche bed. ist wol krummes, krumm gewachsenes stück holz, wie man es zu gewissen zwecken brauchte und im walde suchte. das blickt noch deutlich aus dem sprichworte je krümmer holz, je besser krücke ( Adelung), nd. im 16. jh.: it geit als men to seggen plecht: jo krummer holt, jo beter krucke. Waldis verlorn. sohn 1446. so hieszen denn die krummen hölzer zum schiffbau, die als rippen dienen, am Rhein auch krucken: curva ligna (naviculae), quae crucken dicuntur. Lacomblet arch. 1, 259. II@1@bb) auch krukke, krükke als wirbel an der geige (brem. wb. 2, 885, Schütze holst. id. 2, 355) ist wol eig. eine art haken, es trifft ablautend zusammen mit krickel wirbel und krack wirbel. II@1@cc) die arab. ziffer 2 wird im 15. jh. so bezeichnet: unum dat zungel, kruck duo significabit etc. Haupt 5, 413, mit 1 über zungel (zünglein) geschrieben, 2 über kruck. die hörner des gemsbocks, die sonst aufrecht stehn, haben am ende eine solche plötzliche krümmung, daher sie bair. östr. krücklein (s. d.), krückerl heiszen. II@1@dd) ein stab mit einer krümmung oben als griff. so ags. crycc lituus, baculum curvum Mones anz. 7, 143, Dief. 334b. II@1@d@aα) der bischofsstab, krummstab hiesz auch krücke, nach dem krummen ende als hauptstücke benannt, wie der kolben nach dem kolbigen ende, der speer nach dem speereisen: ûf stuont der fürsten einer dô ... der bischof von Tamîse, über sîne krucken leinde er sich. Trist. 15353 (385, 35), wie der krieger sich auf schilt oder schwert lehnt, um bequemer zu reden; vgl. die îserîne krucke (kr. mit eiserner spitze unten) eines bischofs, über die er sich lehnt, pass. K. 233, 4. 9, und Konrad unter 2, b. an letzterer stelle ist es freilich ein greis, der die krucken führt, als welche die bischöfe meist auch gedacht werden; aber der amtliche feierliche krummstab musz eben damals diesen alltagsdienst noch mit versehen haben. noch in den voc. 15. 16. jh. ist pedum theils hirtenstap, wie altlatein., theils bischofesstap, theils kurz kruck Dief. 421a, ebenso cambuca, cambota u. ä. sowol bischofstap als krucka und kolbe. Dief. 92b, Graff 4, 591. dasz die krücke eig. das krumme endstück ist, zeigt folg.; die cronica van der hill. stat van Cöllen erzählt bl. 129, wie die bischöfe von Köln von kaiser Otto ein herzogthum erhalten: ind as sij sich byschoffe schreven, so solden sij ouch sich vortan hertzogen noemen ind mit dem swerde urdelen, vechten ind strijden, die vurhyn plaigen zo gebruychen (nichts als) eyn staff mit eynre krucken. II@1@d@bβ) jeden zweifel hebt franz. crosse f. bischofsstab, altfranz. croce, daher nl. krootse, lituus pontificius, pedum pastorale incurvum Kil., und mlat. crocia, crochia (s. Ducange). denn dasz das franz. wort so gut wie das ital. (vgl. unter 2, d) von unserm nicht zu trennen ist, zeigt crosse als krücke des lahmen (Kil. u. 2, b), als krücke des feuerarbeiters (3, b); wie deutsches -ka zu franz. -che ward (z. b. in clinche klinke, cloche glocke, s. Diez gr. 12, 295), so musz wol hier deutsches -kia zu frz. -ce, -se geworden sein, -c- gleich urspr. -chi- (s. vorhin ml. crochia). auch die andern bed. von crosse sind darum für krücke beachtenswert: griff am steuerruder (vgl. 3, e), gewehrkolben (eig. das urspr. gekrümmte und dickere ende wie beim stabe), spielkolben beim ballschlagen (vgl.kolbe unter α zuletzt). II@1@d@gγ) auch der wirkliche hirtenstab, hirtenkolben, hirtenkeule hiesz vermutlich krücke nach den glossen unter α; der kolbe cambuca dort kann ein solcher sein, s. kolbe II, 1, b, ebenso podium crucke Graff 4, 591 (ags. crycc baculus pastoralis ebend.), s. podium als hirtenkolbe unter kolbe a. a. o. so wäre, wie im lat. pedum, auch in dem deutschen worte der name des hirtenstabes auf den des seelenhirten übergegangen. II@22) krücke mit dem heute herschenden begriffe. II@2@aa) krücken in kreuz- oder winkelform kannte doch auch schon die mhd. zeit: ir ieglîcher gât mit einem stabe ... der stab hât ein kruken, die ist einer spangen (spanne) lang und ist von helfenbein .... und wâ si den stab ûs der hant lâszend, dâ müeszend si in in die erden stôszen vor iren ougen, dʒ si Christi marter stêteklich anschouwen. Mechthild von Magdeburg 122, also krücke das kreuzförmige endstück; ein zeichen tau (ταῦ) ist genant, gestalt obe als ein krucke. pass. K. 537, 71. und wie diesz tau Christi kreuze verglichen wurde (Frauenlob spr. 234, 17), so findet sich wirklich das kreuz selbst als krucke: in die erden stieʒest du daʒ rîs. dô wûhs eʒ ûf in krucke (var. crûce) wîs der menscheit zu gelucke. daʒ ist die selbe krucke, dâr got die marter ane leit. evang. Nicodemi, Pfeiffers übungsb. s. 11; der anklang von crux und krucke muszte das ohnehin nahe legen bei der neigung der zeit zum etymologisieren. ähnlich folg. krucke, auf der Moses die eherne schlange aufrichtet (4 Mos. 21, 8): machet Moyses ain erin schlangen, und hangt in an ain krucken. Keisersberg ausgang der kinder Israel (granatapfel Straszb. 1511) J 5c, in der vulg. nur posuit eum pro signo; den erinen schlangen an ainer krucken. 6c. Es gälte zu diesem übergange des begriffs von der krümmung zur winkelform den bestimmten anlasz zu ermitteln. vielleicht bot ihn einfach der handstab zum stützen, wofür man statt der gewachsenen krümmung früh auch einen künstlich, in winkelform hergestellten griff nehmen mochte, ohne den überlieferten namen zu ändern, wie z. b. die scheibe des fensters auch in viereckiger form den namen des urspr. runden fensters behielt. II@2@bb) so hauptsächlich als stab mit griff oder stütze, oft schon mhd. in der hand von alten (Er. 289. Parz. 513, 27): über sîne krucken lîse leint er (der greis) sich bî der stunde und sprach mit wîsem munde u. s. w. Konrad troj. kr. 4552. dabei ist schwerlich an eine krücke zu denken, die unter den arm gestützt wird, wie sie lahme führen, die stütze daran wieder als krümmung, nur nach oben gekehrt, oder in gabelform. so nl. bei Kil.: 'krucke, scipio, furcula alaris, fulcimentum subalare .. crosse de boiteux', aber auch unterschieden davon krucke scipio cum transverso ligno ad rectos angulos imposito, also krückstock, vergl. kreuzkrücke. er musz auch den bloszen krückstock mit meinen, wenn er op krucken gaen nicht blosz mit furculis alaribus niti erklärt, auch mit fuste aut baculo gradum fulcire. Die unterscheidung zwischen beiden ist aber in den beispielen schwer oder unmöglich, selbst nach dem auf oder an dabei: krucken (sg.), dar an die kranken gand, baculus. voc. inc. teut. n 7b; baculus, steck, kruck. Melber b 8a; auf einer krucken hinken. fastn. sp. 706, 31; die mueszen alle gemain auf stelzen kriechen und auf krucken. 424, 11, stet auf und werft hin die krucken, ir schült nimer also jemerlich hucken. 601, 19; hier stehen wir (invaliden), auf unsre krücken gelehnt, an vater Friedrichs grab. Ditfurth hist. volksl. des preusz. heeres 61; was du bei voller mannskraft verfehltest, wirst du an der krücke nicht mehr einholen. Schiller 314b (menschenfeind 6. sc.), als greis. krücke als krückstock erscheint z. b. in einem preusz. soldatenliede, wo dem feinde gedroht wird, er solle schläge erhalten mit der krücke ins genicke (d. h. fliehend), denn das kann nur Friedrichs d. gr. sprichwörtlicher krückstock sein. II@2@cc) bildlich: sein hochste freud die ging auf krucken. fastn. sp. 218, 13; wann gewalt kompt, dann gehet das recht auf krücken. Lehman flor. 1, 28; nehmt ihr (mir) nun meine söhn, auf die ich mich verlasz', die krücken die ich alt und kalt und lahm anfasz, so fall ich ganz dahin. Gryphius 1, 578; unbekannt mit den regeln, den krücken der schwachheit und den zuchtmeistern der verkehrtheit ... geht es (das genie) ruhig und sicher durch alle schlingen des falschen geschmacks. Schiller 1193b; krücke des gesichts (die brille). J. Paul 5, 21; die schlaffe zeit, damit sie kraft gewinne durch druck, zu stehn von neuem ohne krücken. Rückert 141. II@2@dd) auch als stelze, stelzfusz erscheint wahrscheinlich krücke: krücken, stelzen, grallae, subalare fulcrum (letzteres die krücke des lahmen). Aler 1245b, grallae sind stelzen. im Teuthonista: crucke, stelte, schaitze, staca, gipsa. 61b, vgl. 258a; zu staca s.krucka stazza bei Graff, scaca stelze Dief. 515b, scata pes ligneus unter gipsa stelz 263a, im voc. 1482 kniestelz gipsa, also krücke als stelzfusz, wenn nicht in den angaben eine unachtsame vermischung von ähnlichem vorliegt. aber auch ital. gruccia krücke ist zugleich stelzfusz. schon das ahd. chrucha calips, chalybs bei Graff kann dasselbe sein nach calipnida stelte (nd.) Dief. nov. gl. 67a. dazu vielleicht, oder auch zu b, die krücke reiten, von invaliden (wie auf schusters rappen reiten), in einem liede des 15. jahrh. von heimziehenden kriegern: vil was er (ihrer) geschoten dorch de bein, dat (so l.) se de krucken reden. Liliencron 1, 225a. II@2@ee) auch stab mit gabelförmiger stütze, vgl. 3, f. so vielleicht in einem liede von 1628 von der belagerung Stralsunds krücke als stellgabel für die handbüchse: sie (die belagerten) habn noch mehr der stücken, ja morgenstern und viel krücken. Soltau 2, 361. II@33) allerlei krücken im gewerbsleben u. ä. II@3@aa) ein wichtiges stück des alten hausrats war, schon ahd. bezeugt ovanchrucha librugna Graff 4, 591, ofenkrucken tractula, est instrumentum cum quo ignis de fornace trahitur. voc. inc. teut., oft in voc. tractula krucke, krugke u. ä. Dief. 591a, fewerkruck rutabulum 504c, vertibulum, quo carbones vertuntur in fornace, ein krucke voc. opt. Lpz. 1501 Gg 2b: krucken und gabeln muosz ich (der winter) haben, wenn ich die stuben wil warm machen. Uhland volksl. 27. es ist eine stange mit einem haken vorn, der aber zum brete verbreitert ist (s.krückenblatt), um aus den groszen alten öfen feuer, kohlen, asche hervorzuziehen. sprichwörtlich: jedoch weil sie das gebet unterwegen lassen, so mangeln sie des segens gottes, und wenn sie es gedenken am besten auszurichten, so ligt, wie man sagt, die krücke im ofen, verderben alles und geschicht ein schade uber den andern. Glaser gesindteufel 1564 63a, wol: die helfende krücke ist selbst mit unter das brennende holz geraten. II@3@bb) noch jetzt allgemein beim bäcker, vgl. Frisch 1, 551a: rutabulum pistoris, kruck. Dief. 504c, osterl. krecke (s. I, c), vgl.krücken. bei Comenius orb. p. 1, 113 braucht auch der koch die ofenkrücke rutabulum. ähnlich die krücke der glasmacher auf den glashütten, der färber, die feuerkrücke der kalkbrenner, die pechkrücke der böttcher u. a., die spähnekrücke der tischler u. ä.; im bergm. hüttenwesen: gabel, krücken, kelle, pfenlein u. dgl. Mathesius Sar. 147b (feuerkrücken daneben für sich), wie noch frz. crosse in gieszereien, s. 2, d, β, vgl. krückeisen, auch krütze. selbst als feuerhaken, bei feuersbrunst: er soll auch haben laiter und krucken zum abstoszen, dann oft erstlich (?) ein fewr, ee es steigt übersich ... Schmelzl lobspruch 101. II@3@cc) ähnlich auch krücke (auch krückel) der bergleute: wann aber ein gang reich an erz ist, so wird die erd, gris, steinbrüche aus dem hangenden gehauen, mit der krucken oder krail von der halden heraus gescharret. Bechius Agricolae bergwerk 233. die krücke oder kratze der minierer, auch erdräumer verschiedene krücken beim salzsieden, salzkrücke, schlammkrücke, schlackenkrücke. eine grosze krücke, von pferden gezogen, rosskrucke vectabulum Trochus Q 4b, so im wasserbau, zum fegen von kanälen, auch schlammkrücke: die (fege) sal her thue (der müller) ein tag mit der rosskrügken uf den tag, wen die an der smalen Gere ire fege anheben. Erfurter wasserordnung bei Michelsen rechtsd. aus Thür. 125, sie wurde wol bedient von den krogkenknechten 122. eiskrücke zum brechen des eises Ludwig 1077. oberbair. käskruck der sennen, zum rühren der geronnenen milch, s. Schm. 2, 381, cimbr. krucka rührscheit (krückela krücke). II@3@dd) als hacke: marrhum ein krucke (zwischen hawe ligo und hacke marculum) Trochus Q 5b, vgl. bei Dief. marrare hacken die erde. ebend. R 4a schabekrucke, aduncum quoddam rostrum. der kupferstecher hat eine schabekrücke, zum einschaben der lichter in die aufgeackerte platte, eigen auch schabekrug m. (Adelung unter schabeeisen), worin das krug, krog unter I, c sich bestätigt. II@3@ee) beim schleifer heiszt auch krücke die kurbel zum umdrehen eines schleifsteins, eines rades, der dreher. beim drechsler ein gebogenes dreheisen mit breiter schneide. kreuzförmig ist bair krucken an der sense, die handhabe Schm. 2, 381, kärnt. krück lan f. Lexer 168, luxemb. kretsch f., die 'krücke' an der sense, woran man sie mit der linken hand hält Gangler 255. am Mittelrhein krücke griff des spatens, auch der griff eines handruders (Kehrein nachtr. 31), vgl. franz. crosse am steuerruder unter 1, d, β. II@3@ff) als gabelförmige stützen (vergl. 2, e) beim weber, da heiszt krücke, krückchen eine gabel auf den speichen der groszen spinnräder, worin die schnur ruht (Frisch). weidm. bei der rabenhütte eine stange mit scheibe, auf der der schuhu sitzt, auch it. gruccia; vgl. das ähnliche krakel. dem krakel (2, b) als gerüste u. ä. gleicht auch kruck in beinkruck (s. d.), knochengerüste. II@3@gg) eigen beim orgelbauer gieszkrücke, zinnkrücke, ein viereckiger, unten offener kasten zur behandlung des zinns, auch schleuse, s. Krünitz, Adelung, die dafür eine andere ableitung suchen.
17001 Zeichen · 452 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    KRÜCKEswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +1 Parallelbeleg

    KRÜCKE , KRUCKE swf. krücke, stab zum stützen. ahd. chrucka Graff 4,591. — ân krucken unt ân stap Servat. 3224. ein krüc…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    krückef.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    krücke , f. , krük (kruck), f. , m. , 1. haken- oder gabelförmiges Gerät, Feuerhaken, Feuerrechen, Ofengabel, Stützgabel…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Krücke

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    2. Die Krücke , plur. die -n, Diminut. das Krückchen, Oberd. das Krücklein, zusammen gezogen Krückel, ein Wort, welches …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Krücke

    Goethe-Wörterbuch

    Krücke 1 als Geh- u Stützhilfe verwendeter Stock, besonders als Zeichen von Altersgebrechlichkeit [ Lemuren: ] Nun hat d…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Krücke

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Krücke , ein Stab mit kurzem, ein- oder zweiarmigem Querstab an dem einen Ende. Bekannt sind die Krücken an Stöcken, Sch…

  6. modern
    Dialekt
    Krückef.

    Pfälzisches Wb.

    Krücke f. : 1. a. 'Stock mit Stütze (mit Stützen) für Gehbehinderte', Krick (grig), Pl. -e (-ə) [verbr.]. Er geht an (mi…

  7. Sprichwörter
    Krücke

    Wander (Sprichwörter)

    Krücke 1. Der an Krücken geht, spottet über den Stelzfuss. – Altmann VI, 336; Reinsberg IV, 49. 2. Der Krücke von Eisen …

  8. Spezial
    Krücke

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Krü|cke f. (-,-n) crocia (-ces) f. ▬ an Krücke n gehen jí cun les croces.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kruecke

47 Bildungen · 32 Erstglied · 15 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von kruecke 2 Komponenten

kru+ecke

kruecke setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kruecke‑ als Erstglied (30 von 32)

krückelig

RhWB

krückelig -øk- Mettm , Ruhr, n. Ruhr; -- Mörs Adj.: gelähmt, gebrechlich, schwächlich, stets kränkelnd.

krückeln

RhWB

krueck·eln

krückeln -øk- Dinsl , Rees ; -- Mörs schw.: kränkeln; Jann fing an te kr.

krückelster

DWB

krueck·elster

krückelster , f. der neuntödter, auch krukelster, kriekelster, griegelelster Nemnich 3, 323 , s. auch krauselster.

Krückenbeine

RhWB

kruecken·beine

Krücken-beine -bEn Zell-Raversbeuren , Koch-Eller Pl.: die Kuh hot Kr. hervortretende Schulterblätter; sie ist en Kreckebäner Koch-Ernst .

Krückenberg

PfWB

kruecken·berg

Krücken-berg m. : ehem. FlN; a. 1555: biß uf den Kruckenbergh [HornbReg. 244 (KL-Queidb)]. — Zur Etym. vgl. Krickenbach .

krückenkreuz

DWB

kruecken·kreuz

krückenkreuz , n. heraldisch, kreuz mit krücken, haken an den enden. Adelung , Krünitz. auch das kreuzstück des krückstocks ( vgl. kreuzkrüc…

Krückenmann

RhWB

kruecken·mann

Krücken-mann -økman (s. S.) Altk-Birken Friesenhg Hamm ( -kən- ) Köttingerhöhe Weierseifen , Waldbr-Bergerhf Odenspiel , Mettm-Langenbg , Di…

Krückenslagg

MeckWBN

kruecken·slagg

Wossidia Krückenslagg m. unter der Decke angebrachte Haken bei überdachten Seilerbahnen zum Hinüberlegen des gesponnenen Fadens Schö Schönbe…

krückenstab

DWB

kruecken·stab

krückenstab , m. stab mit krücke, krückstock: als so rasch am krückenstabe Bodmer mir entgegen kam. Gökingk 3, 185 .

Krückensteck

RhWB

kruecken·steck

Krücken-steck -kštęk Monsch-Schmidt , Grevbr-Kelzenbg ; -kə- Jül-NMerz , Kemp-Hagenbr m.: Spazierstock.

krückenstiel

DWB

kruecken·stiel

krückenstiel , m. stiel der ofenkrücke u. ä.; in bettelmanns hochzeit: kruckenstiel und ofengabel, das sind meine hochzeitsknaben. Simrock k…

krückenstock

DWB

kruecken·stock

krückenstock , krückstock , m. krücke, oder stock mit krückenartigem griffe: des krippels krükkenstokk krokkt, grakkelt, humpt und zakkt. Fl…

Krückenstück

PfWB

kruecken·stueck

Krücken-stück n. : FlN, amtl. Im hinteren (mittleren, vorderen) Krückenstück, mda. Em hinnerschde (middelschde, verrerschde) Krickestick [ K…

Krückenweib(chen)

RhWB

kruecken·weibchen

Krücken-weib(chen) -økəwīf, –wifkə [ -økw- Grevbr-Wickrathbg ] Grevbr , MGladb , Heinsb n.: ein koboldartiges, auf Krücken gehendes Wesen, d…

kruecke als Zweitglied (15 von 15)

Ankerkrücke

Adelung

anker·kruecke

Die Ankerkrücke , plur. die -n, an den Schiffsankern, zwey kreuzweise zusammen gefügte Hölzer oben an der Ankerruthe, damit der Anker im Was…

beckerkrücke

MNWB

becker·kruecke

beckerkrücke , f. , Bäckerkrücke (zum Zusammenscharren und Herausharken der Kohlen aus dem Backofen).

Büttkrücke

Adelung

butt·kruecke

Die Büttkrücke , plur. die -n, bey den Papiermachern, eine Krücke oder durchlöcherte Scheibe, den Zeug in der Bütte damit umzurühren. S. 1 B…

Gießkrücke

Adelung

giess·kruecke

Die Gießkrücke , plur. die -n, eben daselbst, ein viereckter hölzerner, oben und unten offener Kasten mit beweglichen Querbretern, das zu de…

kohlenkrücke

DWB

kohlen·kruecke

kohlenkrücke , f. im hüttenbau, krücke zum herausziehen der glühenden kohlen aus dem ofen, kohlkrücke. Frisch. Adelung.

meischkrücke

DWB

meisch·kruecke

meischkrücke , f. meischgabel. in der form möschkrücke: mit möschkrücken und rührstecken oder rührscheiten ( wird das malz umgerührt ). öcon…

ofenkrücke

DWB

ofen·kruecke

ofenkrücke , f. tractula Dief. 591 a , rutabulum Frisius 1171 a . Stieler 1035 ( vgl. ofengabel): und ranten also erleich, daʒ zwo ofenchruk…

ōvenkrücke

MNWB

oven·kruecke

ōvenkrücke (avenkruͤcke) , -krük , f. : lange Stange mit gegabeltem Ende mit der man die Kohlenglut aus dem Ofen zieht, Ofengabel, „Rutabulu…

pechkrücke

DWB

pech·kruecke

pechkrücke , f. ' eine hölzerne krücke, womit bei dem auspichen der fässer das brennende pech in dem fasse verbreitet wird '. Jacobsson 3, 2…

scheibenkrücke

DWB

scheiben·kruecke

scheibenkrücke , f. ein werkzeug der bötticher zum biegen der bandstöcke; s. Jacobsson 1, 202 a unter biegescheibe.

schlammkrücke

DWB

schlamm·kruecke

schlammkrücke , f. ein werkzeug, bestehend aus einem blechstück an hölzernem stiel, mit dem beim sieden des salzes der sich ansetzende schla…

Zinnkrücke

Adelung

zinn·kruecke

Die Zinnkrücke , plur. die -n, bey den Orgelbauern, ein hölzerner, oben und unten offener Kasten mit beweglichen Querbretern, das zu den Pfe…

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Cotta, M. (2026). „kruecke". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kruecke/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „kruecke". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kruecke/dwb. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kruecke". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kruecke/dwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_kruecke_2026,
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