lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

2. Krücke

mhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
15 in 12 Wb.
Sprachstufen
8 von 16
Verweise rein
28
Verweise raus
51

Eintrag · Adelung (1793–1801)

2. Krücke

Bd. 2, Sp. 1802
2. Die Krücke, plur. die -n, Diminut. das Krückchen, Oberd. das Krücklein, zusammen gezogen Krückel, ein Wort, welches überhaupt den Begriff der Krümme ausdruckt, der nur noch in einigen Fällen üblich ist, ein mit einer Krümme oder einem Haken versehenes Werkzeug zu bezeichnen. 1) Ein vornen mit einem breiten Haken versehenes Werkzeug, führet in vielen Fällen den Nahmen der Krücke. Von der Art ist die Krücke oder Kratze der Minirer, eine vornen gekrümmte Schaufel, die Erde damit an sich zu ziehen. Von ähnlicher Art sind die Krücken oder Krückel der Bergleute, die Ofenkrücke der Bäcker, die Pechkrücke der Böttcher u. s. f. welche zum Theil aus einem nach einem rechten Winkel an einer Stange befestigten Brete bestehen, etwas damit an sich zu ziehen. Die Schlammkrücke ist ein sehr großes Werkzeug dieser Art, den Schlamm aus den Flüssen und Kanälen zu ziehen, welches von Pferden gezogen, und daher an einigen Orten auch die Roßkrücke genannt wird. Auch die Drechseler haben Krücken, d. i. krumm gebogene Dreheisen mit einer breiten Schneide, über die Quere glatt zu drehen. 2) Die Hakenschlüssel oder Dieteriche führen wegen ihres Hakens, womit sie versehen sind, an einigen Orten den Nahmen der Krückel. 3) Bey den Webern sind die Krückchen kleine Gabeln auf den Speichen der großen Spinnräder, worin die Schnur liegt. 4) Im gemeinen Leben ist die Krücke ein am obern Ende mit einer starken Gabel oder auch nur einem geraden Querholze versehener starker Stock, womit sich lahme oder gebrechliche Personen forthelfen, indem sie die eigentliche Krücke daran unter die Achsel nehmen. An einer Krücke gehen. An Krücken gehen, wenn man sich zweyer Krücken bedienen muß. Die Strafe hinkte mit der Krücke Ganz langsam hinter ihnen her, Lichtw. Er linete uber sine kruke, in dem alten Fragmente auf Carln den Großen bey dem Schilter. Vber sein chrueken laint er do, Stryker. Anm. Im Nieders. in der letzten Bedeutung Krukke, welches daselbst auch die Wirbel an einer Geige bedeutet, im mittlern Lat. Croca, Crocca, Croceus, Croceolus, im Franz. Croce. Eben daselbst ist Croca, Crocea, und Chrochia, im Franz. gleichfalls Croce und Crosse, der gekrümmte Bischofsstab, so wie Croccus, Crocha, Crochelum, Franz. Croc, einen Haken überhaupt bedeuten. Das Schwed. Krykka, das Engl. Crutch, das Ital. Crocia, Croccia, das Dän. Krog, bedeuten insgesammt entweder eine Krücke zum Gehen, oder einen Haken, welche letztere allgemeine Bedeutung noch in der sprichwörtlichen R. A. je krümmer Holz, je besser Krücke, vorwaltet. Das Wallis. crwcca, Engl. crooked, Französ. crochu, und Dän. kroged, bedeuten insgesammt noch krumm, daher dieses Wort von Kreuz, krumm, Krug, kraus u. a. dieses Geschlechtes nur im Ableitungslaute verschieden ist.
2732 Zeichen · 45 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    KRÜCKEswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +1 Parallelbeleg

    KRÜCKE , KRUCKE swf. krücke, stab zum stützen. ahd. chrucka Graff 4,591. — ân krucken unt ân stap Servat. 3224. ein krüc…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    krückef.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    krücke , f. , krük (kruck), f. , m. , 1. haken- oder gabelförmiges Gerät, Feuerhaken, Feuerrechen, Ofengabel, Stützgabel…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Krücke

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    2. Die Krücke , plur. die -n, Diminut. das Krückchen, Oberd. das Krücklein, zusammen gezogen Krückel, ein Wort, welches …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Krücke

    Goethe-Wörterbuch

    Krücke 1 als Geh- u Stützhilfe verwendeter Stock, besonders als Zeichen von Altersgebrechlichkeit [ Lemuren: ] Nun hat d…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Krücke

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Krücke , ein Stab mit kurzem, ein- oder zweiarmigem Querstab an dem einen Ende. Bekannt sind die Krücken an Stöcken, Sch…

  6. modern
    Dialekt
    Krückef.

    Pfälzisches Wb.

    Krücke f. : 1. a. 'Stock mit Stütze (mit Stützen) für Gehbehinderte', Krick (grig), Pl. -e (-ə) [verbr.]. Er geht an (mi…

  7. Sprichwörter
    Krücke

    Wander (Sprichwörter)

    Krücke 1. Der an Krücken geht, spottet über den Stelzfuss. – Altmann VI, 336; Reinsberg IV, 49. 2. Der Krücke von Eisen …

  8. Spezial
    Krücke

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Krü|cke f. (-,-n) crocia (-ces) f. ▬ an Krücke n gehen jí cun les croces.

Verweisungsnetz

61 Knoten, 62 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 6 Hub 1 Kompositum 46 Sackgasse 8

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kruecke

47 Bildungen · 32 Erstglied · 15 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von kruecke 2 Komponenten

kru+ecke

kruecke setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kruecke‑ als Erstglied (30 von 32)

krückelig

RhWB

krückelig -øk- Mettm , Ruhr, n. Ruhr; -- Mörs Adj.: gelähmt, gebrechlich, schwächlich, stets kränkelnd.

krückeln

RhWB

krueck·eln

krückeln -øk- Dinsl , Rees ; -- Mörs schw.: kränkeln; Jann fing an te kr.

krückelster

DWB

krueck·elster

krückelster , f. der neuntödter, auch krukelster, kriekelster, griegelelster Nemnich 3, 323 , s. auch krauselster.

Krückenbeine

RhWB

kruecken·beine

Krücken-beine -bEn Zell-Raversbeuren , Koch-Eller Pl.: die Kuh hot Kr. hervortretende Schulterblätter; sie ist en Kreckebäner Koch-Ernst .

Krückenberg

PfWB

kruecken·berg

Krücken-berg m. : ehem. FlN; a. 1555: biß uf den Kruckenbergh [HornbReg. 244 (KL-Queidb)]. — Zur Etym. vgl. Krickenbach .

krückenkreuz

DWB

kruecken·kreuz

krückenkreuz , n. heraldisch, kreuz mit krücken, haken an den enden. Adelung , Krünitz. auch das kreuzstück des krückstocks ( vgl. kreuzkrüc…

Krückenmann

RhWB

kruecken·mann

Krücken-mann -økman (s. S.) Altk-Birken Friesenhg Hamm ( -kən- ) Köttingerhöhe Weierseifen , Waldbr-Bergerhf Odenspiel , Mettm-Langenbg , Di…

Krückenslagg

MeckWBN

kruecken·slagg

Wossidia Krückenslagg m. unter der Decke angebrachte Haken bei überdachten Seilerbahnen zum Hinüberlegen des gesponnenen Fadens Schö Schönbe…

krückenstab

DWB

kruecken·stab

krückenstab , m. stab mit krücke, krückstock: als so rasch am krückenstabe Bodmer mir entgegen kam. Gökingk 3, 185 .

Krückensteck

RhWB

kruecken·steck

Krücken-steck -kštęk Monsch-Schmidt , Grevbr-Kelzenbg ; -kə- Jül-NMerz , Kemp-Hagenbr m.: Spazierstock.

krückenstiel

DWB

kruecken·stiel

krückenstiel , m. stiel der ofenkrücke u. ä.; in bettelmanns hochzeit: kruckenstiel und ofengabel, das sind meine hochzeitsknaben. Simrock k…

krückenstock

DWB

kruecken·stock

krückenstock , krückstock , m. krücke, oder stock mit krückenartigem griffe: des krippels krükkenstokk krokkt, grakkelt, humpt und zakkt. Fl…

Krückenstück

PfWB

kruecken·stueck

Krücken-stück n. : FlN, amtl. Im hinteren (mittleren, vorderen) Krückenstück, mda. Em hinnerschde (middelschde, verrerschde) Krickestick [ K…

Krückenweib(chen)

RhWB

kruecken·weibchen

Krücken-weib(chen) -økəwīf, –wifkə [ -økw- Grevbr-Wickrathbg ] Grevbr , MGladb , Heinsb n.: ein koboldartiges, auf Krücken gehendes Wesen, d…

kruecke als Zweitglied (15 von 15)

Ankerkrücke

Adelung

anker·kruecke

Die Ankerkrücke , plur. die -n, an den Schiffsankern, zwey kreuzweise zusammen gefügte Hölzer oben an der Ankerruthe, damit der Anker im Was…

beckerkrücke

MNWB

becker·kruecke

beckerkrücke , f. , Bäckerkrücke (zum Zusammenscharren und Herausharken der Kohlen aus dem Backofen).

Büttkrücke

Adelung

butt·kruecke

Die Büttkrücke , plur. die -n, bey den Papiermachern, eine Krücke oder durchlöcherte Scheibe, den Zeug in der Bütte damit umzurühren. S. 1 B…

Gießkrücke

Adelung

giess·kruecke

Die Gießkrücke , plur. die -n, eben daselbst, ein viereckter hölzerner, oben und unten offener Kasten mit beweglichen Querbretern, das zu de…

kohlenkrücke

DWB

kohlen·kruecke

kohlenkrücke , f. im hüttenbau, krücke zum herausziehen der glühenden kohlen aus dem ofen, kohlkrücke. Frisch. Adelung.

meischkrücke

DWB

meisch·kruecke

meischkrücke , f. meischgabel. in der form möschkrücke: mit möschkrücken und rührstecken oder rührscheiten ( wird das malz umgerührt ). öcon…

ofenkrücke

DWB

ofen·kruecke

ofenkrücke , f. tractula Dief. 591 a , rutabulum Frisius 1171 a . Stieler 1035 ( vgl. ofengabel): und ranten also erleich, daʒ zwo ofenchruk…

ōvenkrücke

MNWB

oven·kruecke

ōvenkrücke (avenkruͤcke) , -krük , f. : lange Stange mit gegabeltem Ende mit der man die Kohlenglut aus dem Ofen zieht, Ofengabel, „Rutabulu…

pechkrücke

DWB

pech·kruecke

pechkrücke , f. ' eine hölzerne krücke, womit bei dem auspichen der fässer das brennende pech in dem fasse verbreitet wird '. Jacobsson 3, 2…

scheibenkrücke

DWB

scheiben·kruecke

scheibenkrücke , f. ein werkzeug der bötticher zum biegen der bandstöcke; s. Jacobsson 1, 202 a unter biegescheibe.

schlammkrücke

DWB

schlamm·kruecke

schlammkrücke , f. ein werkzeug, bestehend aus einem blechstück an hölzernem stiel, mit dem beim sieden des salzes der sich ansetzende schla…

Zinnkrücke

Adelung

zinn·kruecke

Die Zinnkrücke , plur. die -n, bey den Orgelbauern, ein hölzerner, oben und unten offener Kasten mit beweglichen Querbretern, das zu den Pfe…