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Noth

ahd. bis nhd. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Noth Die

Bd. 3, Sp. 517a
Die Noth, Mz. in einigen Fällen, die Nöthe. 1) Überhaupt ein Zustand, da man eines Dinges bedarf; ohne Mehrzahl. Etwas aus Noth thun, weil man dessen bedurfte. Ih brauche es zur höchsten Noth, ich befinde mich im höchsten Grade in dem Zustande, daß ich es bedarf. Über Noth essen, trinken , mehr als nöthig ist. Besonders der Zustand, da man einer Sache bedarf, um sich zu helfen, um seine Absicht zu erreichen, mit dem Nebenbegriffe, daß man unter dem, wodurch dieser Zustand geendigt werden sollte, wenig oder keine Wahl hat. Die Noth hat mich dazu getrieben, mein Zustand des Bedürfens. Ih habe mich aus Noth desselben bedient, weil ich dessen bedurfte und nichts anders hatte, wußte. Х Wenn Noth an Mann gehet oder tritt, wenn es der Zustand des Bedürfens erfoderlich macht. Einem seine Noth klagen. Einem aus der Noth helfen. Oft ist mit dem bedürftigen Zustande ein äußerer oder innerer Drang verbunden, welchem man nicht widerstehen kann. Etwas aus Noth thun. »So seid nun aus Noth unterthan.« Röm. 13, 5. Wenn mich nicht die Noth dazu zwingt. Sprichw. Noth hat oder kennt kein Gebot. Noth bricht Eisen. I Fall der Noth. Zur Noth, wenn wirklich Noth vorhanden ist. »Nun drängt die Noth mich, meinen Beutel von euch abzufodern.« A. W. Schlegel. Ohne Noth, ohne in einem Zustande des Bedürfens zu sein, wo man nicht anders gekonnt hätte, ohne dringende Ursache. Ohne Noth laufen, schreien  »Wie können Sie sich doch ohne Noth traurig machen?« Gellert. I weiterer Bedeutung, ein Zustand, da man, um seinen Zweck zu erreichen, einer Sache bedarf, und Anstrengung der Kräfte, Mühe, Arbeit erfoderlich ist und diese erfoderlichen Mittel selbst. Es reicht zur Noth hin, gerade um jenes Bedürfniß zu befriedigen. Er hat zur Noth zu leben, gerade so viel als er bedarf. Man kann es zur Noth gebrauchen, in einem Zustande, da man dessen bedarf und nichts Anderes hat. Ih weiß es so zur Noth, gerade nur in so weit als ich es bedarf. Mit genauer Noth davon kommen, sein Leben retten , nicht ohne Gefahr des Gegentheils oder nur mit Mühe, Anstrengung, — welche Bedeutung Noth ehemahls auch hatte. S. Schilter. Daher durch Noth auch bedeutet mit Ämsigkeit, genau  Durch not beschayde ich euch. — Iain 5, 61. Die Wachtel, welche der Gefahr Des Garns mit Noth entgangen war. Gellert. Man wird Noth damit haben, es wird Mühe, Arbeit kosten. Seine Noth mit jemand haben. Das macht, verursacht mir viele Noth. »Hat man nicht Noth, ehe man dich aus dem Bette bringt?« Weiße. It das nicht eine Noth. Deß, wähn' ich, mir mein Leben in diesen Nöthen schiere zergeh'. d. Nibelungen L. V. 8548. 2) Ein Zustand des Bedürfens, ein Übel, in welchem man Hülfe bedarf und sie dringend und ängstlich verlangt; ein Zustand, welcher sehr mannichfaltig sein kann und welcher vorhanden ist, wenn man sich in Gefahr des Lebens, der Gesundheit und der Wohlfahrt, in Krankheit, Armuth  befindet, wenn man Schmerzen leidet, Verachtung, Schmach, Kummer und Verdruß empfindet  Viele Noth haben, empfinden, ausstehen, ertragen. I Noth kommen, gerathen. I der Noth sein. I Nöthen sein. Einem seine Noth klagen. Einen aus der Noth reißen, retten. Noth lehrt beten. »Rufe mich an in der Noth, so will ich dich erretten und du sollt mich preisen.« Ps. 50, 15. Ih frew mich doch nymmer not, Iain 3, 17; d. h. ich freue mich doch nie mehr als in der Gefahr. »Prochus lag in tausend Nöthen.« Logau. Die Noth ist dringend, wie soll ich entkommen. Göthe. Leibesnoth, Seelennoth, Todesnoth, Feuersnoth, Hungersnoth, Wassersnoth. S. d. wie auch Kindesnoth. Besonders gebraucht man es von Lebensgefahr. Ein Schiff besindet sich in Noth, leidet Noth, wenn es in Gefahr ist zu scheitern oder unterzugehen. Es ist Noth vorhanden, große Gefahr, die schleunige Hülfe verlangt. »Da das sahen die Männer Irael, daß sie in Nöthen waren.« 1 Sam. 13, 6. Es hat keine Noth, es ist keine Gefahr vorhanden. I gemeinen Leben auch besonders von Armuth, Mangel, Kummer, Verdruß  I Noth sein, stecken, nicht die vorzüglichsten Bedürfnisse befriedigen können. Keine Noth leiden, gehörige Nahrung, Kleidung  haben. »Du wirst keine Noth bei ihm haben, wenn du sie dir nicht selber machst.« Gellert. Einem viele Noth machen, viel Kummer und Verdruß. »Sie wissen nicht, was Herrschaften für eine Noth mit dem Gesinde haben.« Gellert. Х Die schwere Noth nennt man im gemeinen Leben die Fallsucht. Man bedient sich in der niedrigen Sprechart dieses Ausdruckes auch als eines Fluches, einer Verwünschung, auch wol als eines Ausdrukkes des Erstaunens und der Verwunderung  Daß dich die schwere Noth! nämlich treffe. Was, schwere Noth! soll das bedeuten? — Ehemahls bedeutete Noth auch noch, Nothzucht, Hinderniß; und echte Noth, gegründete Entschuldigung, welche Bedeutungen aber völlig veraltet sind.
4761 Zeichen · 89 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    noth(-)

    Althochdeutsches Wörterbuch

    noth ( - ) s. nôt(-).

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Noth

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Noth , plur. inus. einige aber größten Theils veraltete Fälle ausgenommen, wo es in der ersten Endung die Nöthe heiß…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit noth

333 Bildungen · 314 Erstglied · 17 Zweitglied · 2 Ableitungen

noth‑ als Erstglied (30 von 314)

Nothaben

MeckWB

noth·aben

Nothaben m. Hafen, den ein Schiff bei Gefahr anläuft: dor (in Schweden) wiren se för Nothaben inlopen Wo. Seem. 2, 45; dee (die Schiffe) lop…

Noth (Adj.)

Wander

Noth (Adj.) Noth (Adj.). 1. Der's noth hat, soll kein Scham haben. – Schottel, 1131 a . 2. Es ist nicht noth, dass die Pfaffen heirathen, so…

Nothähne

Meyers

Nothähne , s. Hydranten .

nothämmern

RhWB

not·haemmern

not-hämmern Gummb-Berghsn schw.: 1. derjenige beim Kartensp. ‘ Siebenschräm ’ (s. d.), der nur noch einen Strich hat, muss n. klopfen, wenn …

Nothafen

Meyers

not·hafen

Nothafen , im Gegensatz zum Löschungs- (Bestimmungs-) Hafen, ein Hafen, in den ein Schiff einläuft, um einer Seenot oder Seegefahr zu entgeh…

nôthaft

Lexer

noth·aft

nôt-haft adj. BMZ nôt habend, leidend, bedrängt, dürftig Kchr. Exod. Lit. Nib. (2113,1). a.Heinr. Barl. Roth. R. 3712. Bit. 12296. Dietr. 23…

nôthaft(i)

EWA

nôtfangAWB m. a- oder i-St., nur Gl. 2,249, 59 (2. Viertel des 9. Jh.s, alem.): ‚Gefangener, Gefangennahme ?; captivus‘ (zur Stelle vgl. Sch…

nothaften

DRW

noth·aften

nothaften, v. I martern kenôtháftôt uuard pî Pontio Pilato um 1000 Notker/MSD. 250 Faksimile II nothafften, condemnare per sententiam 1728 S…

nôthaftî

AWB

not·hafti

nôthaftî st. f. — Graff II,1041. nôt-hafti: dat. sg. Nb 316,17 [240,28]; acc. sg. 20 [30]. — noth-hafti: gen. sg. Npgl 68,18 ( vgl. S. XXVI,…

nôthaftic

Lexer

nôt-haftic adj. dasselbe Leys. 122,20. nôt heftic Karl 5961 var.

nôthaftichlĩken

MNWB

° nôthaftichlĩken , adv. , notwendig (Braunschweig : Nd. Jb. 47, 63), n. arbê(i)den ‚satagare' (Ub. Goslar 2, 396).

nothaftig

DRW

not·haftig

nothaftig, adj. u. adv., nothaftigen, adv. I eine Gewalttat betreffend vgl. nothaft (II), Notklage (II), notnunftig an nothafteger klage, da…

nôthafto

AWB

nôthafto adv. ; vgl. mnd. nôthaftigen adv. — Graff II,1041. not-hafto: Gl 2,234,61 ( Rc ). gewaltsam: nothafto violenter [ enim exquirunt qu…

nôthaftôn

AWB

not·hafton

nôthaftôn sw. v. — Graff II,1041 s. v. ganothaftit, ganothaftot . ke-not-haft-: part. prt. -ot Np Symb. 4 (-nôt-); gi-: dass. -it Npw ebda. …

Nothaken

RhWB

noth·aken

Not-haken (s. S.) Siegld , Rip, Berg, Mörs m.: 1. –glied (s. d.). RA.: Enne N. ös dürder as en Morschel (Kettenglied) Mörs . Ömmes tem N. br…

nothalben

DRW

noth·alben

nothalben, notshalber, adv. aus ¹Not (II) noitzhalven 1530 VerdamHWB.² Suppl. 221 vonn wegen eines doethslages, szo hie ... vor sziener eige…

nothalbens

MeckWB

noth·albens

nothalbens mit genauer Not, gerade noch: wenn dat noch so nothalbens gahn deit (1890) Lu Polz . Syn. noterwis'.

Nothalsgericht

DRW

not·halsgericht

Nothalsgericht, n. zu Halsgericht wie Notgericht (II) ich [richter] hege heut ... ein peinlich noth halßgericht ... zum ersten mahl 1560/71 …

nothanker

DWB

noth·anker

nothanker , m. oder raumanker, welcher der schwere nach auf den pflichtanker ( hauptanker ) folgt und nur im fall der noth gebraucht wird. J…

nothanspruch

DWB

noth·anspruch

nothanspruch , m. anspruch, anruf in der noth: ein seefahrer, ein in ungewittern verlorner würde seinen gott mit dem treffendsten nothanspru…

notharbeit

DWB

noth·arbeit

notharbeit , f. a work of necessity Ludwig 1339 , besonders an einem deiche bei drohender gefahr. Jacobsson 3, 144 a .

Nothausflut

Campe

noth·ausflut

Die Nothausflut , Mz. — en , im Deichbaue, ein Abfluß eines Deiches an dem der Ausflut entgegengesetzten Ende, welcher im Fall einer zu star…

Nothausten

RhWB

noth·austen

Not-hausten Merz-NLosh m.: vor einem Gewitter zusammengeharkter Heuhaufen auf der Wiese.

nothauswurf

DWB

noth·auswurf

nothauswurf , m. der auswurf von waaren zur erleichterung eines in noth befindlichen schiffes und das recht dazu. Zedler 24, 1419 . Jacobsso…

Nothband

Campe

noth·band

✱ ✱ Das Nothband , — es, Mz. — e , die Fessel, Kette. Schiller. Haltaus.

nothbank

DWB

noth·bank

nothbank , f. : werckleut und taglöner, die täglich etwas auff die liederliche notbank verschieben. Sebiz feldbau (1580) 26 , vergl. auf die…

nothbau

DWB

noth·bau

nothbau , m. nothwendiger bau ( besonders zur erhaltung des baulichen zustandes ) oder ein als nothbehelf dienender bau: wo ein lehnman bawe…

nothbaute

DWB

noth·baute

nothbaute , f. was nothbau: unter ruinen und nothbauten. Freytag bilder (1867) 1, 273 .

nothbedrängt

DWB

nothbedrängt , partic. : die notbedrangt ( nothgedrungene ) hilf wider den Turgken. Dief.-Wülcker 783 vom j. 1526.

noth als Zweitglied (17 von 17)

Winoth

KöblerAs

*Winoth , st. M. (a) nhd. Wende (M.) ne. Slav (M.) Hw.: vgl. ahd. *winōd? (st. M. a) Q.: ON, PN E.: s. germ. *weneþ, *weneþa-, *weneþaz, st.…

Dalles (Armuth, Noth)

Wander

Dalles (Armuth, Noth) Dalles (Armuth, Noth). Der Dalles is Grosshofmeister bei'm. – Tendlau, 203. [Zusätze und Ergänzungen] 2. Ein lustiger …

ertnoth

MNWB

ert·noth

ērtnōt(e) , -nut , nȫte , „fumiterra ertnut vel ertgalle ” ; „cyclamen ertnoth ”, auch „cassianus , tubera” u. a., s. ērtgalle und ērtappel.

feuersnoth

DWB

feuer·s·noth

feuersnoth , f. incendii calamitas, auch bildlich, wen die feuersnoth so plagt, wen nur immer dürsten wil, den führt endlich wassersnoth, wa…

Gêldnoth

Adelung

geld·noth

Die Gêldnoth , plur. car. ein hoher Grad eines dringenden Geldmangels.

hervistmānoth

KöblerAnfrk

hervistmānoth , st. M. (a?) nhd. „Herbstmonat“, November ne. November ÜG.: lat. November EV Hw.: vgl. as. *hėrvistmānuth?, ahd. herbistmānōd…

hungersnoth

DWB

hunger·s·noth

hungersnoth , f. 1 1) quälender hunger ( eines einzelnen menschen ): sone heter keʒʒel noch smalz, weder pfeffer noch salz: sîn salse was di…

Kindesnoth

Adelung

kindes·noth

Die Kindesnoth , ein Wort, welches nur im Plural mit dem Vorworte in ohne Artikel gebraucht wird, den Zustand der Entbindung, der Geburt ein…

leibesnoth

DWB

leibe·s·noth

leibesnoth , f. attenuatissimae fortunae familiares. Stieler 1337 ; corporis infirmitas Frisch 1, 600 c .

mānoth

KöblerAs

mānoth , st. M. (a) Hw.: s. mānuth*

Nagelnoth

Wander

nagel·noth

Nagelnoth Me muess nünt uf d' Nagelnoth achu lo. – Sutermeister, 148. Nicht auf die äusserste Noth.

Schockschwerenoth

Wander

Schockschwerenoth Zum Schockschwerenoth, Junge, fluche nicht. Etwas artiger sagt der Kladderadatsch (1872, Nr. 2) : »Excellenz, fluchen Sie …

sinoth

KöblerAs

sinoth , Sb. nhd. „Send“, Versammlung ne. convention (N.), synod (N.) Hw.: vgl. ahd. *sinod? (Sb.) I.: Lw. lat.-gr. synodus? E.: s. lat.-gr.…

synoth

KöblerMnd

synoth , F. Vw.: s. sindouwe

todesnoth

DWB

tod·es·noth

todesnoth , f. die noth des im todeskampfe liegenden oder in todesgefahr schwebenden, s. theil 7, 911: todesnot wil mir den lon drum geben. …

Wassernoth

Campe

wasser·noth

Die Wassernoth , Mz. — nöthe . 1) Die Noth, welche großes über seine Ufer getretenes Wasser verursacht. 2) Noth, welche aus Wassermangel ent…

Wassersnoth

Adelung

wasser·s·noth

Die Wassersnoth , plur. car. Noth, welche aus reißenden oder übergetretenen Wassern bestehet.

Ableitungen von noth (2 von 2)

nothe

DWB

nothe , adv. , ahd. nôto ( zum adj. nôti und ganôti), mhd. nôte, md. nôde, s. Graff 2, 1041 . Lexer 2, 107 unter genothe, vergl. nöthe bei n…

Unnoth

Campe

Unnoth , adv . 1) Nicht noth, nicht nöthig. — ist unnoth zu erzählen. Wieland. »Bis also die Universitäten (hohen Schulen) sich selbst unnot…