zuthun,
v. ,
ahd. mhd. zuotuon Graff 5, 324; Lexer 3, 1188,
mnd. tôdôn Schiller-Lübben 4, 559;
mnl. toedoen Verwijs-Verdam 8, 404. 11)
hinzuthun, zufügen. 1@aa)
eigentlich: wie sie ... zutun zinse
ackermann a. Böhmen 81
B.; das heyszet denne nicht alleyn zuthun zum worte gotis Luther 18, 423
W.; damit hat er uns zugethan alle bucher und alle lehr 9, 649
W.; uth rechter gnad und ydel gunst, on all unszre todont werck und kunst B. Waldis
verlorene sohn 8
ndr.; mit zuogetanen zaichen H. Österreicher
Columella 1, 79
lit. ver.; milites accensi zugethane knechte Bas. Faber (1587) 156
a; als hab ich ... etliche feine lieder mehr zugethan Ringwaldt
handbüchlein a 2
b; das Lepidus ... sich mit Antonio vereiniget und sein macht ihm zugethan hat Stumpf
Schweitzerchr. (1606) 171
a; dem pabst und seinen zugethonen H. Fabricius
ausz. bewerter hist. (1599) 454; vermeng es, thue zu majoran, die saate von violen S.
Dach Königsb. dichterkr. 224
ndr.; dasz man selbe (
die deutsche sprache) in ihrem verstande ohne z. ausländischer worte rein erhalte Neumark
neuspr. teutsche palmbaum (1688) 85; im übrigen ... thut (
er) seiner kappe jährlich ein paar schellen ... zu Stifter 1, 70. 1@bb) einem z.,
einem gleichkommen: einem mit pfeyffen z. Frisius 174
a; es ist keiner, der ihm zuthue an schönheit Dentzler 371
a; und noch andre deines gleichen thun es dir mit sauffen zu J. Grob
dichter. versuche (1678) 14. 1@cc)
einem helfen: da last uns zuhelffen und mit ernst z. Luther 15, 73
W.; fient werdin mit landen und luden und dar vientliche zutuen Varnhagen
urkundenb. 184 (1380); hat ... sich selbst den Achaiern in der zeit der grösten noth entzohen und den feinden zugethon Xylander
Polybius 109; meine natur ist nun einmal nicht zum zusehen, sondern zum z. eingerichtet W. Harnisch
mein lebensmorgen 193. 1@dd)
einem einen freund oder eine frau z.: Phenix den Peleus synem suon Achilli suocht und zuo wolt duon Seb. Brant
narrenschiff 9
Z.; desgleichen dem Tobie schon die Saram ehelich zugethon S. Israel
Susanna (1607) 44; er sollte auch eine rechte haben, thue ihm eine zu Pestalozzi
s. schr. 3, 117. 1@ee)
sich zu einem z.,
gesellen, verbinden: nu wird sich mein man wider zu mir thun
1. Mos. 29, 34; wenn aber die dritte nacht furuber ist, so soltu dich zu der jungfrau z. mit gottes furcht
Tob. 6, 23; mit Venedig det er sich zu und macht mit inen ein vertrag
welschgatt. c 8
b; die sich also gegen yederman können applicieren und z., das sie leutselig von yederman geliebet werden Seb. Franck
sprüchw. (1546) 1, 9
b; sie kann sich z. und freundlich sein wie ein ohrwürmchen Gottschedin
dtsche schaubühne 6, 132 (
das testament 3, 1).
hieraus bes. das part. perf. als adj. zugethan,
s. o. 1 a
und sp. 423
ff., ferner die adj. zuthätig
und zuthulich,
s. diese wörter. 1@ff)
schweizerisch sich etwas z.
sich zulegen: da ich jedoch zu den scharfschützen gehen und mir einen stutzen zuthun werde G. Keller 6, 260. 22) zuthun
wie zumachen,
verschlieszen, ggth. aufthun,
schon mhd., s. sp. 156; 258
ff.: 2@aa) die
thür, das thor z. Frisius 889
b, 904
a u. ö.; als er das buch zuthet
Luk. 4, 20; den stall z., so die kuow hin ist Seb. Franck
sprüchw. (1541) 1, 15
a; armut all thür zuthut 1, 158
a; bey dem vocal a, dasselb ist oben zuogethan Berthold v. Chiemsee 134; darnach thuo den cirkel von des zugs breiten enger zu Albr. Dürer
underweis. der messung (1505) k 3
a; mit zugethanen kleidern Musculus
hosenteufel 16
ndr. heraldisch: in den wapen werden entweder offene oder zugethane und verschlossene helme geführet Harsdörfer
gesprächsp. 4, 315. 2@bb) das auge zuthun
u. ä.: und mit zuthunden augen gesegnet sie die leute und verscheide Albr. v. Eyb
ehebüchl. 59
H.; ein christ solt dis zeitliche leben nur mit zugethanen augen und blindslich anschauen Luther 34, 2, 110
W.; das er nit alein ein aug zuothet, sonder alle beyde Wickram 2, 109
B.; dieweil der cyclops schlieff, thet ich kain aug zuo Schaidenreiszer
Od. 37
b; der meister ... lag die ganze nacht, ohne ein auge zuzuthun W. Raabe
hungerpastor 1, 13; die lippen, das maul, den mund z.,
vgl. th. 6, 1055; 1792; 2678: der hellen rachen, wilcher so weyt ist, das er alle welt verschlinge und thet sich doch nicht zu Luther 19, 399
W.; wenn geld redet, so gilt kein ander red, so soll man das maul z. und den säckel aufthun Lehmann
floril. polit. (1662) 1, 281.
sinn und verstand z.: darumb mus man hie die vernunft schlechts z. Luther 32, 464
W.; darumb mus man mund, augen und alle synne z. und sagen: herr, du weist es besser denn ich 19, 496
W.; ein ... instrument ..., welches man mit zweyen handthaben auf- und zuthun könne L. Ercker
min. erzt (1580) 78
b. 33)
tief eingedrungen ist die verb. des subst. inf. mit präp. 3@aa)
mit durch, aus, mit: denen, durch dero hilf und z. sölich volbracht worden ist Nicl. v. Wyle
transl. 120
K.; durch desselben z. und anschleg ward seinen zweien sünen vergeben S. Münster
cosmogr. 661; aus z. der gallischen vorstendern Wurstisen
Hispanien (1572) 1, 7; mit z. des teufels Prätorius
Blockesberges verr. (1688) 118; mit wissen und z. seines vormunders frh. v. Hohberg
georg. cur. aucta 3 (1715) 11
b; dasz er ... den Augsburger frieden durch sein emsiges, treuherziges und väterliches z. zu stande gebracht hatte Ranke
s. w. 7, 23. 3@bb) ohne z.,
zunächst ohne z. des menschen im ggs. zur göttlichen allmacht: der herre ..., der uch das lieht hat zuogeworffen on úwer zuotuon Seuse 383
B.; daz die drîe kunige quâmen von gotis gewalt und von gotis kraft und sunder aller menschen zutun Hermann v. Fritzlar 48, 13
Pf.; ohn alles menschlich sorgen und z. Luther
br. 2, 137
de Wette; Christus ..., der ... gnug gethan hat on alle unser z. 26, 221
W.; der himmel übrziehet sich mit wolcken ohne unser z. Chr. Wolff
vern. ged. v. gott (1720) 159; das schicksal ..., das mich ohne mein z. hierher an das ziel meiner wünsche führt Göthe 22, 125
W.; dessen, was ohne mein z. da ist Fichte
s. w. 2, 194.
seltener allgemein: sind die dieb flucks gebunden worden on yemands z. Casp. Hedio
chr. Germ. (1530) b 3
b; one hilf und rat und zuthunde aller korfürsten E. Windecke
denkwürdigkeiten 342; nicht ohne z. der Franzosen setzten sich die beiden fürsten in besitz der feste Ranke
s. w. 9, 122; ohne ihr z. ... strömt ein harmloses lied von ihren lippen Ebner-Eschenbach 3, 156.
fest eingeführt ist bes. seit Luther 10, 1, 357; 19, 151; 26, 501
W. und dem katechismus 2
älteste kat. 55
ndr. die formel ohne mannes z., ohne z. des mannes.
gelegentl. auch von thieren: das fisch und vögel eyer on des männlins zuthun gebärind Herold-Forer
Geszners thierb. 2, 88
a.