grabbeln,
grabeln,
vb.,
älter auch grablen,
mit g-
anlautende seitenform zu krabbeln (
s. d. I e)
und in mehreren bedeutungen dieses wortes; vornehmlich im älteren obd., wo die form grabeln
wohl mit langem vokal anzusetzen ist, wie entsprechendes krâbeln, zâbeln
unter krabbeln I b, zabeln 1. 1)
besonders, wenn auch nicht immer scharf bestimmbar, '
sich krabbelnd bewegen, kriechen',
wie krabbeln II 1: wer nicht rechet und gabelt wann die brem sticht und grabelt, der laufft im winter mit dem stroseil und fragt hat auch jemand hew feil Creidius
hochzeitssermone (1652) 2, 285; (
er) grablete auf der erden hin und her Abr. a
s. Clara in:
Alemannia 17, 115; grabbeln
von kindern, die regend spielen Estor
rechtsgelahrtheit 3 (1767) 1409 (
oberhess. wb.); aber mir jederzeit unter den füszen herum zu grabeln, dasz man alle augenblicke über sie (
die hofschranzen) stolpern müszt, das litt ich nicht (
wenn ich könig wäre) Bettine
dies buch geh. d. könig (1843) 1, 21; herumgrabbeln (
in gleichem sinne)
ebda 86.
am ersten hierher: entblössete sie in dem etwas ihre brüstlein, welche weisser waren als alabaster anzusehen, und nach athem grableten wie die junge mäusger Moscherosch
gesichte (1650) 90.
so gern in der verbindung grabeln und zabeln, zappeln: zusehen wie die todten vnter einander zabelten vnnd grabelten, vnnd die vberige die doher ritten drüber bürtzelten Fischart
Garg. 410
ndr.; vollkommenen trost, vernünftige geringachtung alles dessen, darumb jedermann so tollgirig zabelt und grabelt, lauft und schnauft
ebda 20.
hierher wohl auch: man findet bei Stifter ... nirgends das grabbeln und zappeln der touristenkunststücklein, wo volk und land, berg und wald, sitten und gebräuche als grüne fettaugen auf der dünnen wassersuppe schwimmen B. Weber
charakterbilder (1853) 169.
mit dem beisinn '
kratzen, scharren': man soll darnach auch hin vnd her frische spreier auf den mist vnd nahe an die scheuren ... oder da sie am meisten pflegen zugrablen (
schütten lassen) Sebiz
feldbau (1579) 101. 2)
seltener wie krabbeln II 2,
im sinne von '
wimmeln',
wobei aber auch die bedeutung 1
hineinkreuzt: dieses (
hündlein) verschlang alle andere hündlein, deren es doch so voll im zelt herumb grabelte, dasz man vor ihnen keinen fusz weiters setzen konte Grimmelshausen
Simpl. 161
Scholte (
dazu: ein unauffhörliches gegrabel und auffkletterns an diesen baum
ebda 46). 3)
in der bedeutung '
umhergreifen'
gehört möglicherweise der eine oder andere der unter 1grabbeln 2
gegebenen nachweise hierher.