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Unfall

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Unfall

Bd. 19, Sp. 892
Unfall (griech. Trauma), in der Medizin eine zu vorübergehender oder dauernder Gesundheitsschädigung führende Einwirkung äußerer Gewalten auf den Körper. Unfälle können erzeugt werden durch alle den Körper direkt verwundenden Gewalteinwirkungen, durch Gifte, durch hohe und niedere Temperaturen, elektrische Ströme, Erschütterungen, Luftdruckschwankungen etc. Unfälle spielen einer große Rolle als Krankheitsursachen, und ihre Wichtigkeit wird noch erhöht durch die staatliche und private Unfallversicherung. (Vgl. Unfallheilkunde.) Plötzlich eintretende Unfälle machen oft rasches Eingreifen zur Abwendung von Gefahren für Gesundheit und Leben erforderlich. Starke Blutung erfordert Anlegung eines auf die Wunde pressenden Druckverbandes, bei Verletzung einer größern Schlagader, die sich durch pulsierendes Spritzen des Blutes kundgibt, muß die zuführende Schlagader (an den Gliedmaßen oberhalb der Wunde) mittels Fingerdruck oder durch sehr starke Umschnürung mit Binden verschlossen werden (s. Blutung). Bei Atemstillstand, der bei Ertrinkenden, bei vielen Vergiftungen, Einatmung von Rauch und von giftigen Gasen, bei Erdrosselten, Erhängten und bei Einwirkungen starker elektrischer Ströme vorkommt, muß künstliche Atmung vorgenommen werden. Während ein Gehilfe die Zunge des Verunglückten kräftig hervorzieht, führt man dessen neben der Brust ausgestreckte Arme nach oben, so daß die Ellbogen neben den Schädel zu liegen kommen, sodann neben die Brust zurück, indem man sie gleichzeitig kräftig gegen die Seiten andrückt, wobei der Gehilfe auch noch die Magengegend kräftig nach oben drücken kann. Nach einer kurzen Pause wird dies wiederholt, so daß in einer Minute etwa 15 derartige Atmungen ausgeführt werden. Bei Vergiftungen ist es oft möglich, durch reichliches Trinken lauwarmen Wassers und Kitzeln des Schlundes Erbrechen und damit teilweise Entleerung genossenen Giftes herbeizuführen. Bei Knochenbrüchen muß das gebrochene Glied sicher und möglichst unbeweglich gelagert werden, hierzu dient ein Schienenverband, der durch gut gepolsterte Span- oder Pappeschienen, die längs des Gliedes angelegt und durch spiralig gewickelte Binden festgehalten werden, hergestellt wird. Beiplötzlicher Ohnmacht müssen beengende Kleidungsstücke gelöst werden, die Körperlage ist am besten wagerecht, die mangelhafte Atmungs- und Kreislauftätigkeit muß durch Reiben der Haut, Bespritzen mit kaltem Wasser und ähnliches angeregt werden. Vgl. Artikel »Rettungswesen« und Esmarch, Die erste Hilfe bei plötzlichen Unglücksfällen (21. Aufl., Leipz. 1906); G. Meyer, Erste ärztliche Hilfe bei plötzlichen Erkrankungen und Unfällen (mit Bergmann, Liebreich, Gerhardt und Martin, 2. Aufl., Berl. 1905).
2698 Zeichen · 24 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unfall

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Unfall , des -es, plur. die -fälle, von Fall, doch nur so fern es eine unerwartete Begebenheit, einen Zufall bedeute…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Unfall

    Goethe-Wörterbuch

    Unfall [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Unfall

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Unfall (griech. Trauma ), in der Medizin eine zu vorübergehender oder dauernder Gesundheitsschädigung führende Einwirkun…

  4. modern
    Dialekt
    Unfall

    Schweizerisches Idiotikon · +4 Parallelbelege

    Unfall Band 1, Spalte 739 Unfall 1,739

  5. Sprichwörter
    Unfall

    Wander (Sprichwörter)

    Unfall 1. Auf einen Unfall mit Thränen folgt ein Glücksfall mit Lachen. 2. Aus anderer Unfall muss man Vortheil ziehen. …

  6. Spezial
    Unfall

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Un|fall m. (-[e]s, ...fälle) 1 inzidënt (-nc) m. 2 (Unglück) desgrazia (-ies) f. ▬ in einen Unfall verwickelt werden gní…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unfall

83 Bildungen · 81 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von unfall

un- + fall

unfall leitet sich vom Lemma fall ab mit Präfix un-.

unfall‑ als Erstglied (30 von 81)

Unfallbeteiligter

DERW

unfall·beteiligter

Unfallbeteiligter, M., ›jeder dessen Ver- halten nach den Umständen zur Verur- sachung des Unfalls beigetragen haben kann‹, 20. Jh., s. Unfa…

unfallen

DWB

unfallen sine casu?: so mögen es die lüfft nimmer erhalten unfallen Paracelsus 2, 101 A. —

unfallfolge

DWB

unfall·folge

unfallfolge Manes 1269 . — unfallfrequenz, -häufigkeit handwb. 5, 743. 7, 263. —

unfallhaftpflicht

DWB

unfall·haftpflicht

-haftpflicht , -heilkunde Manes 722 . monatsschrift f. u. seit 1894. jahresbericht der u. hg. v. Placzek. unfallbar, verbaladj. infallibilis…

Unfallheilkunde

Meyers

unfall·heilkunde

Unfallheilkunde , die Lehre von der Behandlung und medizinischen Beurteilung der durch Unfälle herbeigeführten Krankheiten, ein namentlich d…

unfall als Zweitglied (1 von 1)

Temporalunfall

DRW

temporal·unfall

Temporalunfall, m. zeitweilig eintretende Beeinträchtigung; vorübergehendes Schadensereignis [das matricularwerck betreffend ist] auf die gr…

Ableitungen von unfall (1 von 1)

verunfallen

DWB

verunfallen , v. , seltene, von der zeitschr. d. allg. d. sprachvereins mehrfach (19, 338; 25, 125) beanstandete bildung: im dienst verunfal…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „unfall". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 17. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/unfall/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „unfall". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/unfall/meyers. Abgerufen 17. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „unfall". lautwandel.de. Zugegriffen 17. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/unfall/meyers.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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