schopf,
m. haarbüschel, haupthaar, kopf. eine ganz sichere etymologie ist noch nicht gefunden. Grimm
gramm. 2, 19
stellte es zweifelnd mit schaub
zu schieben,
ebenso Weigand 2, 631;
jedenfalls wird man es mit schaub, schober,
mhd. schübel,
altn. skúfr
troddel, quaste zusammennehmen und daraus die grundbedeutung '(
haar-)
büschel'
erschlieszen dürfen. ob indes die weitern vergleichungen mit lit. kùpeta
kleiner haufen, kaũpas
haufen, kùpti
auf einen haufen legen, slav. kupŭ
haufe u. s. w., wozu augenscheinlich haufe
gehört, sich halten lassen, ist nicht ebenso sicher, vgl. Ehrismann
in Paul-Braune
beitr. 20, 54—56.
ferner Grimm
gramm. 2, 197. 210. 3, 408. Kluge
5 335
b. schopf
würde in urgerman. form *skuppaz
lauten und ist wol durch assimilation aus *skuB-naz
entstanden, sodasz es eine genaue parallelbildung zu schober
aus *skubraz
ist. das ostgerman. hat anstatt dessen eine t -
ableitung, goth. skuft,
altn. skopt,
haupthaar, die vielleicht auch im hd. vereinzelt noch vorkommt (
acc. scufi,
caesariem, l. scuft? Graff 4, 461. Grimm
a. a. o.).
die gewöhnliche hd. form ist ahd. noch nicht sicher nachgewiesen, s. Graff 6, 457;
mhd. schopf, schoph Lexer
handwb. 2, 770
f. nachtr. 361,
daneben ganz vereinzelt andere formen wie schup, schuff (
sächsisch)
ebenda. auch nhd. noch zuweilen schupf,
so bei Kramer
und Stieler 1781 (
neben schopf).
der plur. heiszt regelmäszig schöpfe.
mundarten bieten formell wenig abweichungen: österr. schobf Castelli 249,
tirol.-kärntnisch tschopf Schöpf 769. Lexer 226.
daneben finden sich in hd. mundarten auch formen mit pp,
z. b. in Salzungen schoppe Frommann 2, 286, 36,
in der Schweiz schuppa Tobler 400
a,
s. diese besonders. 11)
ursprünglich bezeichnet schopf
vermutlich, wie das reimwort zopf,
eine bestimmte haartracht, wobei die haare in ein büschel zusammengefaszt sind: cirrus .. zopf .. harscopff Dief.
gl. 123
b; auch sol der custer und der probst die kôrschüler dorzû halten, daʒ sie tonsûr pfefflich halten und sollen in niht keins langen hârs und der engen schöpf gestaten.
qu. bei Lexer
handwb. 2, 771; er sezt auch, dasz die priester den part sollen abscheern und solten auch schopf tragen.
qu. bei Birlinger 401
b; und daʒ dehaine burger, er sei alte oder junk, kaine schayteln mer tragen sol, si suln schöpfe tragen als man si von alter her getragen hat.
Nürnb. polizeiordn. 67
Baader; das besondere aber sind die haare desselben (
des taras auf einer tarentinischen münze) auf dem wirbel in einen schopf, wie bey den mägdgen, gebunden. Winckelmann 5, 357; es war ein Norddeutscher ... mit starkem goldenem haar, welches man immer über die freie stirne zurückgestrichen und hinten in einen schopf gebunden zu sehen glaubte, so urgermanisch sah er aus. Keller 2, 79; ain wit baltzzer haist ain schopf. Laszberg
lieders. 3, 328, 66; nû trinck wir aus dem fläschelein, lâssen wir den kopff, sô trudelt (
schwankt) uns der schopff. Osw. v. Wolkenstein 60, 3, 3; wie prangst du mit silberknöpfen ... weib und tochter auch mit schöpfen.
wunderhorn 2, 214
Boxberger; vgl. auch die zusammenstellung: zum schädel, ohne zopf und schopf, zum nackten schädel ward sein kopf. Bürger 15
b. schopf
kann aber auch die stirnhaare bezeichnen: coma ... schop, schup an der stiren. Dief.
gl. 134
b; harzopf forn an der stirn,
antiae, capronae, dicitur etiam schopf,
et schoprin Stieler 2633,
vgl. vorderschopf: bey dieser tiefen demuth fiel ihm ein vorderschopf seines rundverschnittenen haupthaars über das antlitz herab.
Siegfr. v. Lindenb.4 2, 188,
s. ferner 5. 22)
das haupthaar überhaupt: cesaries .. schopff .. schopffe
vel ein locken har. Dief.
gl. 116
a; schopff, das oberest haar auff dem haupt,
vertex Maaler 360
d; der kunec an sîme kophe vorn hâte an dem schophe ein wunderlîcheʒ hâr stâ
n. Albrecht v. Halberstadt 18, 24; ich bit' dich, tôt, dû mir die boten nennest; — grâ schopf, grâ bart; der dritte bot' ist daʒ gegiht'.
minnes. 3, 345
b Hagen; ir gewaltes bin ich vor in mînem schophe grâ. Neidhart v. Reuental 74, 10; mit einem grôʒen slüʒʒel sluog si in vornen an den kopf, daʒ im bluotig wart der schopf.
ges. abent. 2, 234, 558; durch des helmes venster er im stach niderhalp dem schophe beidiu ougen ûʒ dem kophe. Ottokar
reimchron. 16427; ich bin grâ in dem schopfe worden von den winden. Hadamar v. Laber
jagd 158; seyd ihr ein abt? es hat der bader gewiszlich, der die platte euch schor, nach euren ohren geschnappet, ihr verloret den schopf, wie ich sehe. Göthe 40, 31 (
Reineke 2); man trug die baarschaft dort im kopfe, und weisheit wohnte unterm schopfe. Schiller 1, 273; auch das messer scharf geschliffen, das vom feindeskopf rasch mit drey geschickten griffen schälte haut und schopf. 11, 235; und wenn euch für jedes böse gebet, das aus eurem ungewaschnen munde geht, ein härlein ausging aus eurem schopf, über nacht wär' er geschoren glatt, und wär' er so dick wie Absalons zopf. 12, 37 (
Wallenst. lager 8); sieh das blut in meinem schopfe, fühl im schädel
dieses loch! Immermann 12, 51
Hempel (
Tulif. II, 2); 'wahre du selbst deinen schopf', rief der abgesandte dagegen, 'dasz deine haare nicht am dürren baume hängen bleiben, wenn wir dich behandeln, wie einem verräther gebührt'. Freytag
ahnen 5, 17.
übertragen: diu vut, diu hâte reideʒ hâr in dem schopfe, daʒ ist wâr.
ges. abent. 3, 24, 116.
hierher auch fastn. sp. 95, 30? 33)
sehr verbreitet ist die verbindung einen beim schopfe fassen
u. ähnl., wobei die bedeutung des büschelweise zusammengefaszten haares noch zu tage tritt. 3@aa)
eigentlich: einen beym schopf nehmen, herreissen,
pigliare uno per lo ciuffo etc., acciuffarlo, azzuffarlo, it. pigliarlo per la chioma, per i capegli, per la testa; einander beym schopf nehmen,
acciuffarli Kramer
dict. 2, 640
c; einen beym schopf kriegen,
in alicujus capillos involare Stieler 2633;
ebenso mundartlich eine bim schopf në Hunziker 230. Hügel 144
a;
vergl. auch österr. einem den schopf beuteln,
ihn bei den haaren reiszen. idiot. austriac. 111,
und schopfbeuteln (
dagegen nach Klein 2, 140:
den kopf
schütteln); und (
Judith) ergreiff jn (
Holofernes) beim schopff.
Jud. 13, 8; da fasset jn (
Habakuk) der engel oben bey dem schopff, und füret jn wie ein starcker wind gen Babel an den graben.
drache z. Babel 35; sol ich in ziehn bî sînem schopf? Konrad v. Haslau
jüngling 260; der engel gach der namb jn (
Habakuk) bey dem schopff geschwind. H. Sachs 4, 1, 67
b; er nahm sie bei ihrem seidenen schopf und schwung sie hinter sich auf sein rosz.
wunderhorn 1, 80
Boxberger; mein junker, gleich als hätte sie ihn bereits beym schopf, flieht von Rosinens bette. Wieland 21, 346 (
Klelia 7, 327); mein seel! ich krieg ihn mal beim schopf und schlag ihm blaue flecken.
Göttinger musenalm. 1777, 77; den schopf jemandes ergreifen: er ergreift, der barbar, mit der rechten den schopf des geliebten. Platen 256. 3@bb)
sehr gewöhnlich in übertragenen gebrauchsweisen; im ausgeführten bilde: der herr hat ihn (
Napoleon) gefaszt beim schopfe, geschleudert ihn vom goldnen stuhl. Rückert (1882) 1, 50.
ähnliche wendungen: als hielte dich nicht beim schopf dein schöpfer, — und als könnte nicht zerschlagen den topf sein töpfer. 11, 349 (17.
mak.); in dieser mauerhöhle das schöne wunderkind zu sehen, machte mich lächeln, ich dankte dem genius, der mich bei dem schopf herangezogen hatte. Göthe 45, 252; hat sie denn der lebendige teufel beim schopf? J. Paul
Siebenk. 1, 155; Sebastian wird von der freude wie von Habakuks engel beim schopfe erfaszt und durch den garten geführt.
Hesp. 1, 108; ach! welch angedenken faszt beym schopfe mich? Gotter 1, 391;
so auch: da sitzt meine mutter auf einem stein, es faszt mich kalt bei'm schopfe! Göthe 12, 245.
umgekehrt die gelegenheit
u. a. beim schopfe fassen,
ergreifen: da wir just auf den punkt gekommen sind, wollen wir doch noch einige augenblicke dabey verweilen, und, weil die gelegenheit so bequem ist, ihren schopf noch ein bischen festhalten.
Siegfr. v. Lindenb. 3, 7; wenn er nicht mehr spricht, greift er mit der hand vor, immer noch den discurs fest am schopf zu halten. Fr. Müller 3, 38; nun begreif' ich, sprach Dankmar lachend .., dasz sie die gelegenheit einer luftveränderung beim schopfe festhielten. Gutzkow
ritter vom geist 1, 142; sobald eine annehmbare und bestimmte gelegenheit an sie herantritt, so machen sie kurz ab und nehmen sie beim schopf! Keller 6, 305; heut aber sollte Edwin nicht nur besseres glück als gestern haben, sondern auch den nöthigen verstand, es beim schopf zu fassen. Heyse
kinder der welt13 1, 70; das mögliche soll der entschlusz beherzt sogleich beim schopfe fassen. Göthe 12, 16.
der ausdruck die gelegenheit beim schopfe
oder auch am stirnhaar, an der stirnlocke fassen,
wird zurückgeführt auf eine statue des Καιρός von Lyssippos, wo der gott mit flatterndem schopfe am vorderkopfe, dagegen mit kahlem nacken dargestellt war, bez. auf ein epigramm in der anthologie, das ihn besingt, s. Büchmann
geflügelte worte16 454. Borchart
sprichw. redensarten2 nr. 434. Strehlke
wörterb. zum Faust s. 122.
vgl. auch gelegenheit 4,
e, theil 4, 1, 2948. 44)
seltener bezeichnet schopf
das einzelne haarbüschel: haar, haar - schupf,
ciocco, ciuffo, ciuffetto di capegli; ein schupf
ò schüpfel abgeschnitten
ò ausgeraufte haar,
ciocca di capegli Kramer
dict. 2, 640
c; ein schupf hare,
est manipulus crinium, cirrus dictus Stieler 1781; der anblick seiner geliebten, welcher Pedrillo im begriff war einen starken schopf haare aus dem kopfe zu reiszen. Wieland 11, 380 (
don Sylvio 1, 4, 8). 55) schopf
von ähnlichen haarbüscheln bei thieren, besonders von der mähne der pferde u. s. w.: coma .. schopff am pferd Dief.
gl. 134
b; perde har, balczer, schopf, schoppe
nov. gl. 102
b; schopff, das haar so den rossen vornen an der stirnen abhin hanget,
capronae Maaler 360
d; schopf .. mähnen der pferde ..
capronae Steinbach 2, 491; schopf, von haaren an der stirn der pferde und ziegen-böcke. Frisch 2, 219
c; bint im (
dem pferde) ûf den hôhen schopf.
Seifr. Helbling 1, 393 (
zeitschr. f. d. alterth. 4, 12,
vgl. dazu 16, 405); er bant im ûf vil baldeschopf und satel sî
n. Wolfdietr. D V, 202; man bindet rossen uff den schopf ainen wisch mit strowe, dar umb das man schowe das man sy verkofen wil. Laszberg
lieders. 3, 544, 188; binde die wurtzel (
artemisia) dem rosz under den schwantz, oder vornen under den schopff. Seuter
roszarzn. s. 8; etliche halten dafür, die mähne, schopff und schweiff sollen dick und lang seyn. Hohberg 2, 136
a; nun viele jahr' ist der sattelknopf mein pfühl, und mein polster des rosses schopf. Rückert
Firdosi 1, 193.
vom löwen: zwei füsz' erhob' er (
Rachs, das rosz), und traf den kopf (
des löwen), mit scharfem gebisz auch packt' er den schopf. 329.
ferner '
beim männlichen elenwild ein beinahe 8
zoll langer, oben auf dem halse stehender haarbüschel' Behlen 5, 547. Kehrein
weidmannsspr. 264.
vgl. auch: er (
der wind) trieb den rauhreif ins gesicht seehunden dort im sand ... vom glatten nacken ohne schopf flosz alles ab. Immermann 13, 98
Hempel. 66)
weitere übertragungen. 6@aa)
federbüschel auf dem kopfe mancher vögel Adelung. Behlen 5, 547. Kehrein
weidmannsspr. 264,
auch haube
genannt, s. dieses 7,
a, theil 4, 2, 565: schopff,
m. der strausz unnd gaup der witthopff und hüner den sie uff dem kopff haben,
la creste des oiseaux Hulsius 288
a; schopf,
m. crista, der strausz, holle, oder gaup, den die hüner oder vögel auf dem kopfe haben. Schottel 1407, vogelschopf,
crista Stieler 1781; schopf (der, der federpusch der vögel auf dem kopfe ..)
crista avis Steinbach 2, 491; schopf von federn, als auf den köpfen einiger vögel,
crista, cirrus, apex, als eine art lerchen,
alauda sylvestris cristata, s. lerche, heide-
lerche, eine art meisen,
parus cristatus, einige arten der spechte,
u. a. m. Frisch 2, 219
c; sie (
die alte krähe) zuckt die klaue, kraut den schopf. A. v. Droste-Hülshoff 1, 105.
auch federbusch an der rüstung: die schwarze rüstung deckt' ein schopf von kohlpechschwarzen federn. Blumauer
Aen. 1, 67. 6@bb)
blütenbüschel, '
büschel von deckblättern, welches den gipfel eines blütenstandes einnimmt und der über sie ausragt' Behlen 4, 547,
so bei der kaiserkrone, ananas u. a. Campe: bausch, schopff, die dolder, darauff die bluhe und der samen stehet, als ein fenchel, holdern, und andern garten und wilden gewächssen, die kron. Henisch 224, 5; es gibt auch sträuszer, deren spindel am ende mit blättern ohne blüthen umgeben ist, dem schopf (
coma) — schopfsträuszer, wie bey der ananas (
bromelia), schopflilie (
eucomis). es sind unfruchtbare deckblätter. Oken 2, 45; über der ähre (
der gemeinen ananas) ein blattschopf. 3, 633. 6@cc)
in der forstsprache, verworrene zweige in der krone eines baumes Jacobsson 7, 268
b. Behlen 5, 547. 6@dd)
baumgruppe auf einem freien platze Schm. 2, 440. 6@ee)
vom schweife eines cometen: siht man ze stunden ainen newen stern, der ainen schopf hât oder ainen sterz. Megenberg 74, 21; der stern bedäut hungerjâr in dem land, dâ er den schopf hin kêrt. 75, 22. 77)
oft bezeichnet schopf
mit leichtem bedeutungsübergange an stelle der behaarung des kopfes auch den behaarten kopf selbst. vgl.: sinciput .. schoppe
voc. von 1420
bei Dief.
nov. gl. 339
b;
so auch in österr. mundarten, s. Lexer 225; den schopf beuteln,
den kopf schütteln Klein 2, 140. Campe. 7@aa)
sehr gern im reim auf kopf: daʒ im entwerhes dringen daʒ swert begunde durh den kopf. diu stirne wart im und der schopf sô gar verschrôten über al.
troj. krieg 36576; der gottlosz abr fehrt mit dem kopff hindurch, zerstöst auch offt sein schopff. H. Sachs 5, 1, 188
d; und wer ein stein wältzt hin und her auff ein zu fellen mit gefehr, dem wird er fallen auff sein kopff, und jm zerschmettern seinen schopff. 193
d; kopf und schopf: wer mir den rücken kehrt, gleich liegt ihm schlapp hals, kopf und schopf hinschlotternd grasz im nacken. Göthe 41, 272 (
Faust II, 4).
vgl. auch die sprichwörtliche redensart: ein kleiner hinderschopff, klein witz im kopff. Fischart
groszm. 67 (
kloster 8, 599). 7@bb)
auch sonst für kopf, besonders als den höchsten theil des menschlichen leibes: wann mancher jüngling wirdt gefürt, bisz jm der schopf an galgen rürt. H. Sachs 3, 1, 196
a; (
wir wollen) es (
das leben) dapfer setzen in die schantz, den schopf gleich lassen bey dem schwantz ligen oder obsigen gantz. 229
d; und bleiben buben fürt und fürt, bisz in der schopff an galgen rürt. 4, 3, 74
d (
vgl. auch 5, 3, 339
d); laszt vom ballen zum schopf mich seyn wie ihr mich haben möcht. Wieland 18, 167 (
Pervonte 2); auswezen wollt er diese schart mit manchem städtlerschopf. Schiller 1, 345;
sogar geradezu behaarter schopf: und aus jedem distelkopfe seh' ich eine maske blicken gräszlich mit behaartem schopfe. Göthe 47, 267. 7@cc) schopf
für kopf als sitz der gedanken, vorstellungen u. s. w.: er dünket sich in sînem schopfe wol einlif bônen wert. Neidhart v. Reuental 239, 56
var.; ach du verheiter eselskopf, dir laust (
lauscht, steckt) wol ein nar im schopf.
fastn. sp. 334, 17; o armer alter narr und tropff, du hast den teüffel inn dem schopff. Schwartzenberg 141
c; mein Gredt, in all meinem beduncken hat er sich vol brantweins getruncken, derselbig geht jn umb im schopff. H. Sachs 3, 3, 44
a; da sitzt der teuffel dir im schopff, das jr einander lembd und mördt. 1, 229
a; sitzt dir der teuffel in dem schopff? 4, 3, 38
b; wenn man der jugend reine wahrheit sagt .. sie aber hinter drein nach jahren das alles derb an eigner haut erfahren, dann dünkeln sie: es käm' aus eignem schopf. Göthe 41, 100 (
Faust II, 2). 88)
von da aus in weiterer übertragung das höchste, die spitze einer sache oder etwas hochragendes, gipfel. 8@aa)
berggipfel, kuppe, auch zusammengesetzt felsenschopf, tannenschopf (
mit tannen bestandener gipfel), waldschopf. 8@bb) schopf, das oberste an einem baum zum bau-zimmern,
cacumen arboris, das abgehauen wird, wann der baum liegt, als das dünnste. Frisch 2, 219
c (
vgl. 6,
c). 99)
weitere besonderheiten. 9@aa)
in Österreich, eine geheftete frauenzimmerhaube Klein 2, 140. Castelli 249.
idiot. Austriac. 111. 9@bb)
rausch, vgl. haarbeutel (
theil 4, 2, 24)
und zopf: ich kam heim mit einem guoten schopff oder truncken,
domum bene potus seroque redieram Maaler 360
d; er hat einen schopf,
bene potus domum rediit. voc. von 1618
bei Schmeller 2, 440;
in der neuern sprache scheint diese bedeutung erloschen zu sein. sie erklärt sich wol daher, dasz das gefühl des '
schweren'
kopfes die vorstellung von etwas, das daran hängt, erweckt. 9@cc)
in den süddeutschen salzbergwerken eine ausbauchung, die sich in den offenen strecken durch das aufblähen und anwachsen des salzthons bildet und von zeit zu zeit weggehauen werden musz Veith 426. Scheuchenstuel 216
f. 9@dd)
in eisenhämmern die rauhen unreinen enden der eisenstäbe, die mit dem hammer abgehauen und beim frischen nochmals '
eingeschmolzen'
werden Scheuchenstuel 217. 9@ee)
ein rasenstück Zingerle 50
a. 1010)
schweizer. schopf, schupf
schub und stosz Tobler 397
a,
gehört nicht hierher; vgl. schüpfen
und schubs.