anfassen reziprok: ‘sich a.’ GWBB2,146,13 GWBB10,73,28 u 226,7
‘einander a.’ GWB25
1,294,23
‘sich einander a.’ GWBB42,150,9
refl ‘sich a.’ GWBB3,175,24 GWBN6,227,21
subst Inf selten; PartPrät subst GWBB34,137,1
absol GWBNatT 1831
etwa die Hälfte der Belege in poet Werken, auch in der Versdichtung; fast ebenso häufig übertr od metaphor wie für eigentl körperl Berührung 1
berühren, ergreifen, anpacken a
körperlich; mit der Hand dießmal faßte er [
der Alte] mich nicht an, und so ging ich frei GWB26,87,1 DuW 2 Der neue Paris Wo man sie [
Lamien] anfaßt, morsch in allen Gliedern GWBFaust II 7717 um ihn [
Nagel] bequemer anzufassen GWBT2,116,12 v 1.9.97 Lesen des Manna [
Gemälde von HMemling1)] .. zierliches A. als wären es Perlen GWB34
2,34,19 KuARheinMain Plp [
für: presi] GWB44,119,22 Cell III 9
uö Von größeren Blättern wird kaum jemals eins vorgezeigt, was man nicht an irgend einer Seite zerknüllt und durch das A. beschädigt sähe GWBB38,297,21 CarlAug [Jan 24] GWB20,268,11u17 Wv II 6 ― daß man [
nach Lektüre der Schmähgedichte] .. den Griffel a. möchte, um die Karikatur auf der Tafel zu entwerfen GWB41
1,77,16 Don Ciccio für das Morgenblatt einen kleinen Aufsatz über Carlsbad .. wenn Sie nicht von der allzeit fertigen Hand [
Böttiger], welche auch dießmal hier den Sprudelbecher angefaßt hat, schon damit versehen worden GWBB19,406,1 Cotta 30.8.07
sehr häufig zum Ausdruck eines inneren Bezugs, der Besitzergreifung, der Zugehörigkeit, so bes bei Handlungshinweisen u Regiebem2) [
Achill auf Skyros] wo das schöne Motiv gebraucht ist, daß Ulyß den Achill anfaßt, sich dessen gleichsam bemächtigt GWB48,39,23 Kunstausstellg 1801 mein Vater, jetzt faßt er mich an! | Erlkönig hat mir ein Leids gethan! GWB1,168 Erlkönig 27 [
Gretchen im Kerker:] Fasse mich nicht so gewaltsam an! GWBFaust I 4437 GWBFaust II 6561 GWB38,174,13 u 177,24 Claud
1 Regiebem GWBPand Regiebem nach 428
uö sie haben sich angefaßt und ringen GWB12,25,23 JeryBätely Regiebem GWB41
1,324,4 Ilias Ausz 23 [
Amenaide zu Arsir:] Laß mich den väterlichen Arm ergreifen, | Und deine Tochter fasse wieder an Tancred 1244 Auf einmal stürzte Mignon in das Zimmer, faßte ihn [
Wilh] an und rief .. Rette das Haus! Es brennt! GWB22,214,16 Lj V 13 GWBIph
2 1335 Tasso 3451 Er [
Epimen] reicht ihnen [
Genien] die Hände, welche sie anfassen GWB41
1,35 Epimen Regiebem vor 112 Er fasset das Händchen so kräftiglich an: | Die will ich, so ruft er, auf’s Leben! GWB3,4 Ballade 40 GWBHermDor II 139 u VII 192 schmeichelnd .. indem sie ihn mit beiden Händen freundlich anfaßte GWB20,235,17 Wv II 4 Ich faßte es [
goldenes Herzchen, Geschenk von Lili] an und küßte es [
symbol für die Entscheidung, am Gotthard umzukehren] GWB29,130,12 DuW 19 Vier Soldaten zu Pferde .. kämpfen um eine Standarte, deren Stab sie alle angefaßt haben GWB44,311,8 CellAnh IV 2 [
Herold] den Stab anfassend, welchen Plutus in der Hand behält GWBFaust II Regiebem vor 5920 GWBFaust II 6260
uö mit den Zähnen [
das Tier] muß seine Speise mit diesem Theile [
des Gebisses] zuerst a., ergreifen, abrupfen .. sie auf eine oder andere Weise sich zueignen GWBN8,94,20 ZwKnoch ―
im Bild u metaphor beym neunten Capitel den fortlaufenden Faden wieder anzufassen GWB25
2,115 Wj Var den schweren Stein dieser Lectüre anzufassen GWB51,152,24 ThS II 5 GWBMaskenz 1818 Vs 782 Der Rettende faßt an und klügelt nicht GWBNatT 1831 absurden Wahn | Faßt [> Packt GWBFaust II 5736] ihr an allen Zipfeln an GWB15
2,24 Faust II Var Wir fassen ein Gesetz begierig an, | Das unsrer Leidenschaft zur Waffe dient GWBIph
2 1832 GWB2,256 Sprache 6
mit Personifizierung des sachl (abstr) Subj [
vom Feuer] Schlängelnd sind, mit spitzen Flammen, | Schon die Gipfel angefaßt GWBFaust II 11333 Spitze a [
der keimenden Bohne] .. faßt den Boden an GWBN7,276 Morph Plp GWBN7,315 ebd Weinstock | Die Gäbelchen ausstreckend eine Berührung trachtend zum A. anklammernd gierig GWBN13,96,14 Morph Plp wie der Schatten des Schlossbergs und Schlosses unten alles finster hält und drüben an den sachten Wänden sich noch anfasst GWBB3,175,24 ChStein 13.9.77 so faßte das Leben der sehr dünnen Rinde und des darunter verborgenen Splints sich sogleich wieder an und erhielt ein fortgesetztes Wachsthum GWBN6,227,21 HeilgBaumes=GWBB35,259,25 CarlAug 4.2.22 K
beim magnet Vorgang [
scheinbar abgebrochener Schlüssel] daß der Bruch nicht rauh, sondern glatt sei. Durch Berührung fassen die beiden Enden einander an .. sie sind magnetisch verbunden, halten einander fest GWB25
1,294,23 Wj III 17 b
übertr auf den geistigen Bereich: in den Griff bekommen, den Ansatzpunkt des Begreifens finden Wo der Naturforscher die Anfänge der Gestalten anfaßt. — Letzte Enden der Organisation GWB47,292,1 Plp Pater Pardies und Linus .. ohne Scharfsinn und ohne theoretisches Vermögen, tasten nur an der Sache umher, ohne sie anzufassen GWBN4,62,10 FlH VI Keineswegs im Stande etwas methodisch anzufassen, griff er [
Lavater] das Einzelne einzeln sicher auf GWB29,144,20 DuW 19 [
üb Howards Wolkenlehre] Was sich nicht halten, nicht erreichen läßt, | Er faßt es an, er hält zuerst es fest; | Bestimmt das Unbestimmte, schränkt es ein, | Benennt es treffend GWB3,98 Howards Ehrengedächtnis 18 [1821] Das alte Wahre faß es an! GWB3,82 Vermächtnis 9 GWBN13,44,19 Morph Plp
uö An seinen [
Burns’] Gedichten hab ich einen freyen Geist erkannt, der den Augenblick kräftig anzufassen .. weiß GWBB45,304,28 Carlyle 25.6.29 ich bin gerade jetzt in der Arbeit so begriffen wie ich sie seit einem Jahre nicht habe anfassen können GWBB20,339,10 Christiane 30.5.09 Künstler .. der seinen Gegenstand von der rechten Seite anfaßt GWB48,64,5 Kunstausstellg 1803
uö daß [
griech] Bildner und Dichter einen Charakter, den sie einmal angefaßt, nicht wieder losließen GWB49
1,146,4 PhilostratNachtr AA130,3 Werth II man schätzt ihn [
Jean Paul] bald zu hoch, bald zu tief und niemand weiß das wunderliche Wesen recht anzufassen GWBB11,107,7 Schiller 22.6.96 Gespr(Bi4,278) FMendelssohn 1.6.30 [
zum Erscheinen der ‘Beiträge zur Optik’] Ich bin neugierig wie man es a. wird denn freylich etwas räthselhaft sieht es aus GWBB9,288,10 Knebel 12.10.91
‘mit Organen a.’ Ich habe mit allen natürlichen und künstlichen Organen meines Individuums das Buch anzufassen gesucht GWBB10,190,23 Schiller 4.9.94 Ueberzeugung .. daß man nur mit mathematischen Organen die Welt anfassen könne A(GJb30,33) Bericht [22.]11.12 K Geist, Witz, Humor seien die echten Organe, womit ein solches Gemüth die Welt anfasse GWB36,323,7 Zu brüderlAndenkWielands 1813
iVbdg mit ‘Handhabe’ weil man, wie Epiktet sagt [
Handbüchlein 43, freie Übs], eine Sache nicht da a. soll, wo ihr die Handhabe fehlt, sondern vielmehr da, wo die Handhabe uns das Anfassen erleichtert GWBN6,283,14 MetamPfl II 7 Handhabe .. wobei sie [
Philosophie] allenfalls noch anzufassen wäre GWB46,54,23 Winckelm dürfen wir .. die Analogie, als Handhabe, als Hebel die Natur anzufassen und zu bewegen gar wohl empfehlen und anrühmen GWBN5
1,292,21 Entopt Farb 29 GWBB28,310,1 Schultz 24.11.17 Er [
Werth] fand sich .. unfähig, irgend eine Handhabe zu ergreifen mit denen man die Geschäfte des gemeinen Lebens anfaßt AA124,9 Werth
2 II c
mit sachl Subj: Besitz von jdm ergreifen Nun hat mich zuletzt das A und O aller uns bekannten Dinge, die menschliche Figur, angefaßt GWB32,62,2 ItR GWBB43,33,20 Streckfuß 18.8.27 K Auf einmal faßt mich die Erinnrung an GWBErwElm
2 586 Mich faßt | Das Glück ganz unerwartet an GWBClaud
2 846 Verzweiflung faßt mit aller Wuth mich an Tasso 3372 GWBIph
2 83u269 GWBFaust I 474u4406 GWBFaust II 9064 mein Dasein faßt mächtig wie keines dich an GWB5
1,288 XenNachl 130 [G/Schiller] d
metaphor iS eines Zusammenschlusses von Gesinnungsgenossen Ist nicht das Leben kurz und öde genug? Sollen die sich nicht a. deren Weeg mit einander geht? Wenn Sie was arbeiten schicken Sie mirs GWBB2,146,13 Bürger 12.2.74 Wenn sich die gleichgesinnten nicht a. was soll aus der Gesellschaft .. werden GWBB10,226,7 Schiller 3.1.95 das A. der Landsleute in der Fremde AAJw3,101,15 FGA Sonnenfels
prägnant als Ausdruck für spontane Einfluß- u Kontaktaufnahme Von der Regentin ist er [
Egm] nun schon zwei Stunden weg; wer weiß, wen er unterwegs angefaßt hat GWB8,213,16 Egm II e
iS einer Reihen- od Kettenbildung3) [
die Muse üb das Schauspiel:] Die Kunst versöhnt der Sitten Widerstreit, | In ihren Kreisen waltet Einigkeit. | Was auch sich sucht und flieht, sich liebt und haßt, | Eins wird vom andern schicklich angefaßt: | Wie Masken, grell gemischt, bei Fackelglanz, | Vereinigt schlingen Reih- und Wechseltanz GWB13
1,124 ProlBln 1821 Vs 215 unsre liebe Jugend erfreut sich wieder einander sich anfassender Hoffeste GWBB42,150,9 Zelter 22.4.27 Und hier schließt die Natur den Ring der ewigen Kräfte; | Doch ein neuer sogleich fasser den vorigen an, | Daß die Kette sich fort durch alle Zeiten verlänge GWB1,292 Metam dPflanzen 60
idVbdg ‘auf- und anfassen’ iSv aufnehmen u aneinanderreihen Der zweyte Theil der Wanderjahre .. nur weniger Binsen bedarf es um den Straußkranz völlig zusammenzuheften, und das thäte am Ende auch jeder gute Geist, das Einzelne auf- und anfassend, und vielleicht besser GWBB42,190,3 Zelter 24.5.27 2
‘Kapital a.’ iSv angreifen das Capital soll niemand a. [angreifen GWB24,100,22 Wj I 6] GWB25
2,39 Wj Var
Syn GWB
angreifen GWB
anpacken GWB
anrühren GWB
berühren GWB
ergreifen GWB
fassen GWB
packen 1) recte DBouts, vgl GA13,1260f 2) Zur Beschränkung des Anfassens auf die bedeutsamen Gesten vgl das Kollegheft von G-s Schauspielschüler PAWolff: “Wo es zu vermeiden ist, sollte man nie einen Mitspielenden anfaßen.
Es ist ein elender Behelf sich auf des andern Schulter lehnen, und abwechselnd ihn bald bei den Händen faßen bald in die Arme schließen.” (Schaubühne 36,32) 3) Zu dieser Bedeutungsnuance, die man mit ‘aneinanderreihen’ umschreiben könnte, vgl Adelung s v ‘anfassen’: “Anreihen, Perlen anfassen, d. i. an eine Schnur anreihen.”Gertrud Herwig G. H.