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Kochen

mhd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Kochen v., ntr, trs

Bd. 2, Sp. 992b
Kochen, v. I) ntr. mit haben, von flüssigen Körpern, durch das Feuer im höchsten Grade erhitzt und in eine solche Bewegung versetzt werden, daß vom Boden des Gefäßes oder von derjenigen Seite, welche dem Feuer am meisten ausgesetzt ist, beständig viele Blasen mit einem schwächern oder stärkern Geräusch in die Höhe steigen, welche an der Oberfläche zerplatzen und als sichtbarer Dampf verfliegen. Das Wasser kocht. Die Milch hat gekocht. I gemeinen Leben sagt man auch, der Topf, der Kessel kocht schon, wenn man sagen will, daß das Wasser und dergl. darin koche. Dann, durch einen hohen Grad der Hitze oder in einer kochenden Flüssigkeit weich, mürbe und genießbar werden. Der Brei, die Suppe kocht. Die Erbsen kochen. Das Fleisch hat weich gekocht. Erbsen, welche gut kochen, d. h. welche durch Kochen leicht weich werden. I weiterer Bedeutung sagt man, die Weintrauben kochen, wenn der Saft derselben von der Sonnenhitze zur Reife gebracht und dadurch süß wird. Uneigentlich wird auch vom Blute, wenn es in einer schnellen mit größerer Wärme verbundenen Bewegung ist, gesagt, es koche, dies trägt man dann auf heftige Leidenschaften, welche das Blut in schnellere Bewegung setzen, über, und sagt auch von diesen, daß sie kochen. I weiterer uneigentlicher Bedeutung sagt man selbst △ von einem Menschen, welcher in heftiger leidenschaftlicher Bewegung ist, er koche. Wie seine Mutter kocht, die zwischen Furcht und Zagen Ir aufgeschwelltes Leid mit Kummer kann ertragen. Scultetus. »Arnon hielt den Arm des kochenden Jünglings zurück.« BenzelSternau. Uneigentlich und wegen der Ähnlichkeit mit der schäumenden und brausenden Bewegung in die Höhe, welche an dem kochenden Wasser bemerkt wird, gebraucht man kochen auch von dem Meere und dem Wasser überhaupt, wenn es in heftiger Bewegung ist. »Kochende Meereswogen.« Willamow. »Da stürzte ein hoffnungsvoller Jüngling aus dem Gewühle des Kampfes in die kochende (n) Wellen.« Benzel=Sternau. II) trs. kochen machen, durch Feuer einen flüssigen Körper in diejenige Bewegung bringen, welche man durch kochen bezeichnet; dann, dadurch zubereiten, durch Kochen zu einem gewissen Gebrauche geschickt machen. Kleister kochen. Seife kochen, gewöhnlicher sieden. I Schiffbaue, die Planken kochen, sie im Kochflott im siedenden Wasser so lange lassen, bis sie biegsam sind, wofür man auch sagt, sie gar machen. Besonders, durch Kochen genießbar, oder in einer kochenden Flüssigkeit, gewöhnlich mit Zuthat von Fett, Würze  weich, mürbe  genießbar machen. Brei, Suppe, Fleisch, Gemüse kochen. Die Speisen, das Essen kochen. Gekochtes Fleisch, in Gegensatz des gebratenen. Etwas am Feuer, über dem Feuer, auf dem Herde, im Ofen kochen. Etwas in Wasser, Milch, Wein, oder mit Wasser  kochen. Etwas kalt kochen, es in kaltem Wasser ans Feuer setzen und kochen lassen. Häufig wird auch kochen allein, für, die Speisen auf die gedachte Art und überhaupt mit Hülfe des Feuers zubereiten, gebraucht. Sie versteht zu kochen. Bei Hofe, zu Hofe kochen. Bei einer Hochzeit kochen. Uneigentlich. Der Magen kocht die Speisen, verdauet sie. Die Sonne kocht den Saft der Traube, bringt die Traube durch ihre Wärme zur Reife und macht den Saft süß. Х Es einem recht kochen, bedeutet im Hennebergschen, einem derb die Meinung sagen. — Das Kochen. Die Kochung. Kochen ist von sieden vorzüglich dadurch verschieden, daß es meist von einer künstlichen Zubereitung der Speisen durch Feuer, sieden aber von derjenigen Zubereitung gebraucht wird, zu welcher nichts weiter gehört, als daß das Wasser im höchsten Grade erhitzt werde. Andere Unterscheidungen, als daß sieden einen höhern Grad der Hitze bezeichne als kochen, daß sieden dann gebraucht werde, wenn das Feuer unter dem Gefäße, besonders einem Kessel, sich befinde, kochen aber, wenn das Feuer an einer Seite des Gefäßes, besonders eines Topfes, sich befinde, sind willkührlich und schwankend, indem sowol kochen als sieden von dieser verschiedenen Art zu kochen gebraucht wird.
3990 Zeichen · 50 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kochenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +7 Parallelbelege

    kochen swv. BMZ kochen absol. si chochete unde buoch Kchr. D. 327,20. iuwer köche, die dâ hie ûf ertrîche kochen Berth. …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kóchen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Kóchen , verb. reg. welches in doppelter Gestalt gebraucht wird. i. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, wo es von…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    kochen

    Goethe-Wörterbuch

    kochen vereinzelt subst 1 trans a durch Erwärmung, Erhitzung garend zubereiten; als haushälterische Tätigkeit (von Fraue…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kochen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Kochen , soviel wie Sieden (s. d.).

  5. modern
    Dialekt
    kochen

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    koche n [oə S.; sonst khoχə und khòχə allg. ] kochen, sieden ( intrans. und trans. ). Gruss beim Vorübergehn an Person…

  6. Sprichwörter
    Kochen

    Wander (Sprichwörter)

    Kochen 1. Es ist anders gekocht vnd anders angericht. – Lehmann, 177, 38. »Offt wird ein ding auff eine weiss beschlosse…

  7. Spezial
    Kochen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    Ko|chen n. (-s) 1 cujiné m. 2 (schlechtes Kochen) paciucamënt (-nc) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kochen

28 Bildungen · 5 Erstglied · 17 Zweitglied · 6 Ableitungen

Ableitung von kochen

ko + -chen

kochen leitet sich vom Lemma ko ab mit Suffix -chen.

Zerlegung von kochen 2 Komponenten

koc+hen

kochen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kochen‑ als Erstglied (5 von 5)

Kochendorf

Meyers

kochen·dorf

Kochendorf , Dorf im württemberg. Neckarkreis, Oberamt Neckarsulm, am Kocher und an der Staatsbahnlinie Bietigheim-Jagstfeld, hat eine evang…

kochenig

SHW

kochenig Band 3, Spalte 1577-1578

kochenissen

RhWB

koche·nissen

kochenissen kǫxənisə  Ahrw-Remag schw.: Kochen spielen, von Kindern; gef os jet Guts, mer welle k.

Kochents

SHW

Kochents Band 3, Spalte 1577-1578

kochen als Zweitglied (17 von 17)

ezzenkochen?

KöblerMhd

*ezzenkochen? , sw. V. nhd. „verdauen“ Hw.: s. ezzenkochen (2) E.: s. ezzen, kochen W.: nhd. DW2-

unkochen?

KöblerMhd

*unkochen? , V. nhd. schlecht verdauen Hw.: s. unkochen (2) E.: s. un, kochen

abkochen

DWB

abkochen , decoquere, nnl. afkoken, gar kochen: wasser, milch, fleisch abkochen. auch intransitiv: das wasser kocht leicht ab.

aufkochen

DWB

auf·kochen

aufkochen , ebullire, fervescere, aufwallen, nnl. opkoken: künstlich aufkochen lassen. Schiller 182 a ; lasz mich einen augenblick in die lu…

auskochen

DWB

aus·kochen

auskochen , excoquere, percoquere, aussieden, nnl. uitkoken. 1 1) fertig kochen, das fleisch, gemüse wol auskochen; die arznei ist noch nich…

Bekochen

Wander

bek·ochen

Bekochen Einen bekochen und bewaschen. – Frischbier, II, 335. Küche und Wäsche für ihn besorgen.

durchkochen

DWB

durch·kochen

durchkochen , gar, mürb kochen, wie durchsieden percoquere Frisch 1, 530 d . Steinbach 1, 891 . wol durchkocht optime percoctus, emollitus S…

einkochen

DWB

ein·kochen

einkochen , incoquere, nnl. inkoken, schw. inkoka, dän. indkoge: bis zur hälfte einkochen; es musz eingekocht und verdickt aufbewahrt werden…

gekochen

KöblerMhd

gek·ochen

gekochen , sw. V. nhd. verdauen Q.: BdN (1348/1350) E.: s. ge, kochen W.: nhd. (ält.) gekochen, V., gekochen, DW- L.: Hennig (gekochen), Lex…

hochkochen

RDWB1

hoch·kochen

hochkochen das Problem hat sich bis zum Vorstand hochgekocht - проблема дошла / докатилась до правления

überkochen

DWB

ueber·kochen

überkochen , v. 1 1) untrennbare verbindung. 1@a a) leviter coquere Stieler 1101 ; Steinbach 1, 891 ; Campe 5, 26 b . part. überkocht semico…

unkochen

Lexer

unk·ochen

un-kochen stn. unverdaulichkeit, schlechte verdauung Mgb. 372,6. 385,3.

verkochen

DWB

verk·ochen

verkochen , verb. kochen, verdauen, kochend verbrauchen. in älterer zeit ( mhd. mnd. ) nicht nachgewiesen. 1 1) intrans. durch kochen sich a…

zerkochen

DWB

zer·kochen

zerkochen , verb. , bis zum zerfallen weich kochen, durch kochen auflösen: mische es ... mit gepulferter oder zerkochter angelicawurtzel Seb…

ëʒʒenkochen

MWB

ëʒʒenkochen stN. ‘Verdauung’ gesoten knoblauch [...] entsleuzt den leip und sterkt daz ezzenkochen in dem magen BdN 384,10; und wer daz krau…

Ableitungen von kochen (6 von 6)

Bekochen

Wander

Bekochen Einen bekochen und bewaschen. – Frischbier, II, 335. Küche und Wäsche für ihn besorgen.

erkochen

DWB

erkochen , percoquere, weich kochen: die linsen sind gar nicht zu erkochen.

gekochen

KöblerMhd

gekochen , sw. V. nhd. verdauen Q.: BdN (1348/1350) E.: s. ge, kochen W.: nhd. (ält.) gekochen, V., gekochen, DW- L.: Hennig (gekochen), Lex…

unkochen

Lexer

un-kochen stn. unverdaulichkeit, schlechte verdauung Mgb. 372,6. 385,3.

verkochen

DWB

verkochen , verb. kochen, verdauen, kochend verbrauchen. in älterer zeit ( mhd. mnd. ) nicht nachgewiesen. 1 1) intrans. durch kochen sich a…

zerkochen

DWB

zerkochen , verb. , bis zum zerfallen weich kochen, durch kochen auflösen: mische es ... mit gepulferter oder zerkochter angelicawurtzel Seb…