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kritz

mhd. bis Dial. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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16 in 14 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kritz m.

Bd. 11, Sp. 2341
kritz, m. subst. zu kritzen, mhd. kritz (s. 1, a). 11) allerlei gekritztes, z. b. 1@aa) kleine kratzwunde: von wunden des angesichts zuhandlen, ist zumerken, dasz ich dadurch nicht will verstanden haben kleine ritz oder kritze. Würtz wundarzn. 107; ritz, kritz und pewlen. H. Sachs 5, 391a. [] 1@bb) gekritzter strich, mit der feder, einem messer o. ä.: abir éin bûchstabe odir éin kritz insal nicht vorgên von der ee, biʒ alle dinc geschên. Beheims evang. Matth. 5, 18; iʒ ist lîchter himel und erde zuo vorgêne, danne von der ee éinen kritz vallin. Luc. 16, 17, μία κεραία, vulg. unus apex, Luther ein tüttel, bei kritz ist an die lesezeichen über den buchstaben gedacht, wahrsch. an den schrägen strich (apex), der damals den punkt über dem i darstellte. im glase: sie (die spiegelseite der glastafel) ist glätter als die andere, die unten im ofen liegt (beim gieszen) und an welcher man manchmal kritzen bemerkt. Göthe 52, 204 (farbenl. § 482), kritzen schwacher pl. gegenüber dem starken kritze u. a, der nicht notwendig einen schwachen sg. kritze bezeugt. schweiz. chriz linea ducta instrumento acuto, nota Fromm. 2, 482a, vgl. Stald. 2, 133, tir. kritz ritze, einschnitt Schöpf 347, nd. kritse br. wb. 2, 870. vgl. kritzchen. 22) eigen kritz in der nase, im 16. jh.: die weltweisen aber und hinderlistigen haben vil kritz in der nasen, wöllen alles wissen das gott mit inen handelt, wie und warum. S. Frank 2, 91; die füchs aber, ob sie gleich vil renk wissen und vil kritz in der nasen haben, werden doch den hunden zu tail. 4, 149; kunstler, die so vil kritz und rotz in der nasen haben. 4, 157; also ists dahin kommen, dʒ man so vil kritz in der nasen und hoch unnütz subtilitet disputieren, wunderparlich fragen im glauben hat. ders., guldin arch 1538 5b (vorr.); die fleischlich gelerten verkerten leren und lernen immer zu und kommen nimmer zur erkantnus der warheit. was ist das? da haben sie sovil kritz in der nas, fragen und disputieren mit einem ewigen fürwitz. ders. sprichw. 1, 90b. Es ist nach den stellen theils schlauheit, wie beim fuchse, theils vorwitz, naseweises besserwissen oder grübeln. es mag zu kritzeln 2, a, kitzeln gehören, das danach auch als kritzen bestanden haben wird; kitzel galt auch für neugier, vorwitz, übermut des denkens u. ä. (s. kitzel 3, a. b), dasz man aber den vorwitz in die nase verlegte, zeigt z. b. naseweis, lat. nasutus, scharfes riechen und denken giengen der vorzeit in eins über. s. auch das folg. 33) ähnlich in witz oder kritz: da doch oft in denen (kindern), welche die mütter am allermeisten lieben und sie verzärteln, weder witz oder kritz, weder zucht noch tugend wohnet. Simpl. 1685 2, 500. offenbar ein nachklang des vorigen kritz in der nasen, nur abgeblaszt und verallgemeinert zu witz überhaupt. vgl. auch kritzkopf. Rädlein 415a gibt übrigens 'weder grütz (gritz) noch witz haben', weder gicks noch gacks wissen, wo es denn infolge des weder .. noch in sein gegentheil umgeschtagen und mit 'grütze, häckerling' (ebend.) vermengt ist, die einer im kopfe habe statt des gehirnes. aber noch jetzt ist gritz oder kritz im kopfe haben ganz allgemein, z. b. in Thüringen, Sachsen, vielmehr für klugheit, begabung, nur dasz man es als grütze auffaszt, daher auch kurz grütze haben gescheid sein, ebenso grützkopf statt kritzkopf (s. d.). dasselbe scheint gritz im bart: er hat kein gritz in seinem bart, versteht gar kein manier. Schade handwerkslieder 118. noch hess. heiszt es vielmehr der gritz verstand, scharfsinn Vilmar 138.
3541 Zeichen · 83 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kritzstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    kritz stm. gekrizter strich Evang. M. 5,18. L. 16,17;

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kritzM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    kritz , M. Vw.: s. krits

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    kritzm.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    kritz , m. subst. zu kritzen, mhd. kritz ( s. 1, a ). 1 1) allerlei gekritztes, z. b. 1@a a) kleine kratzwunde: von wund…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kritz

    Goethe-Wörterbuch

    Kritz Akk Pl -en Haarriß, feine Rille (in einer Glasplatte) GWB N1,198,4 FlD 482 → GWB Gekritze GWB dahinkritzen Syn GWB…

  5. modern
    Dialekt
    Kritz

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Kritz [‘ X rits Roppenzw. Henfli. ; ‘ X rìts Attenschw. ; Krìts Hi. Banzenh. Steinb. ; Krets Su. Dü. ] m. 1. Riss auf ei…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kritz

76 Bildungen · 64 Erstglied · 6 Zweitglied · 6 Ableitungen

kritz‑ als Erstglied (30 von 64)

Kritzmesser

SHW

Kritz-messer Band 3, Spalte 1851-1852

kritzchen

DWB

kritz·chen

kritzchen , n. kleiner kritz: alles wahr, alles nach würklichem leben, kein krizchen noch tüpfelchen zu viel. Wieland in Mercks briefs. 2, 1…

Kritzda

LothWB

Kritz da Pl. die 3 Tage vor Christi Himmelfahrt, an denen Bittprozessionen ins Feld stattfinden; Bittwoche.

Kritzdrisser

RhWB

kritz·drisser

Kritz-drisser -etsdresər Bo-Volmershv m.: einer, der bei der Arbeit umherläuft, nicht wissend, wo er anfassen soll; einer, der immer Bedenke…

kritzel

DWB

kritzel , m. zu kritzeln, wie kritz zu kritzen, z. b. kritzel ( pl. ) auf einem spiegel, auch kritzeln, z. b. in Leipzig. ebenso fläm. krits…

kritzelei

DWB

kritze·lei

kritzelei f. gekritzelte schrift, zeichnung o. ä.: die natur hat nur éine schrift, und ich brauche mich ( bei ihrem studium ) nicht mit so v…

Kritzeler

PfWB

krit·zeler

Kritzeler m. : 1. 'jemand, der schlecht, unordentlich, unleserlich schreibt', Kritz(e)leʳ [verbr.]. Du bischt e scheneʳ K.! [ KL-Matzb ]. — …

kritzelmœr

BMZ

kritzel·moer

kritzelmœr pastinaca voc. pro iuuenibus. critzelmærn pastinata, pastirnak voc. vratisl. 1422.

kritzelmöre

DWB

kritzel·moere

kritzelmöre , f. eine rübenartige pflanze, wurzel. 1 1) hd. kritzelmor oder morchen oder hundtsplum oder paternack, pastinata. voc. 1482 r 4…

kritzelmore

Lexer

kritzel·more

kritzel-more , kritzel-mor f. BMZ eine rübenartige pflanze, wurzel Gl. (cicer, pastinata Voc. 1482 ). s. morhe u. Dwb. 5,2342.

kritzelmorhe

KöblerMhd

kritzel·morhe

kritzelmorhe , F. nhd. „Kritzelmöhre“, Pastinake, eine rübenartige Pflanze ÜG.: lat. cicer Voc, pastinaca Voc Hw.: vgl. mnd. krētelmȫre Q.: …

kritzelmœr

KöblerMhd

kritzelmœr , F. Vw.: s. kritzelmorhe

kritzeln

DWB

krit·zeln

kritzeln , deminutivum oder iterativum zu kritzen ( s. d. ), auch nd. fläm. kritzeln ( s. 3, a ), daneben krisselen (4, d ), wie krassen neb…

kritzeloht

Lexer

kritzel·oht

kritzeloht adj. kritzlicht, tortilis Dief. n. gl. 368 b . kritzlot Mgb. 213,32 ; kritzelecht, kitzlich Mone 8,496.

Kritzelschrift

PfWB

kritzel·schrift

Kritzel-schrift f. : ' kritzelige Schrift ', Kritzelschrift [ FR-Albsh ]. Zu PfWB kritzeln ; vgl. PfWB Krutzelschrift .

Kritzelte

ElsWB

kritz·elte

Kritzelte f. = Gekritzels Hi. Co. — Idiotikon Schweiz. 3, 936.

kritzen

DWB

krit·zen

kritzen , das mutterwort zu kritzeln; es erscheint als ablautende schwesterform zu kratzen, s. unter 1, b über den ablaut, schon in ahd. zei…

kritz als Zweitglied (6 von 6)

Anislakritz

RhWB

anis·lakritz

Anis-lakritz -lakrets Aach ; -kuletš Köln m.: L. mit A. Fluch: Hagel, Steəre, A.! Aach .

Gekritz

ElsWB

gek·ritz

Gekritz n. Gekritzel, schlechte Schrift Ingersh.

Lakritz

ElsWB

lak·ritz

PfWB RhWB Lakritz [Làkrìts Str. ] ohne Art. Süssholz. — verderbt aus liquiritia, das von glycyrrhiza kommt.

Zuckerkritz

RhWB

zucker·kritz

Zucker-kritz -i-, –e- Heinsb-Althaaren Effeld Karken Rurkempen m.: Lakritze (s. Wk. V 5).

Ableitungen von kritz (6 von 6)

Gekritz

ElsWB

Gekritz n. Gekritzel, schlechte Schrift Ingersh.

gekritze

DWB

gekritze , n. subst. verb. zu kritzen ( s. d. 4): ein blätgen papier und federgekrize. Göthe u. Werther 107 , d. i. ein rasch geschrieben br…

kritze

FindeB

* kritze swf. Zeichen? Minneb.

verkritzen

DWB

verkritzen , verb. durch kritzeleien entstellen: ein wächsin bild mit seinen seltzamen characteren verkritzt und verkratzt. Fischart Bodin 3…

zerkritzen

DWB

zerkritzen , verb. , zerkratzen: so man disen sandt braucht, zerkritzet er die stein auch vast G. Rivius Vitruv (1575) 157 ; der grundbedeut…