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Kóchen

mhd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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26 in 20 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Kóchen

Bd. 2, Sp. 1678
Kóchen, verb. reg. welches in doppelter Gestalt gebraucht wird. i. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, wo es von flüssigen Körpern gebraucht wird, wenn sie von dem Feuer auf Einer Seite durchdrungen und in Blasen in die Höhe getrieben werden, welche wegen ihrer Schwere auf der andern Seite wieder herunter fallen. Es wird also eigentlich nur von solchen flüssigen Körpern gebraucht, welche in Töpfen auf diese Art von[] dem Feuer durchdrungen werden; in weiterer Bedeutung aber auch von solchen, welche eigentlich sieden. 1) Eigentlich. Das Wasser kocht bereits, hat schon lange gekocht, wird bald kochen. Der Brey, die Erbsen, das Fleisch kocht schon, wenn das Wasser oder die Brühe, worin sie sich befinden, kocht. Nach einer nicht seltenen Figur sagt man es auch von dem Gefäße, worin sich der flüssige Körper befindet. Der Topf, der Kessel kocht schon. 2) Figürlich. (a) Die Weintrauben kochen, wenn der darin befindliche Saft von der Sonnenhitze zur Reife gebracht wird. (b) Das Blut kocht in seinen Adlern, von einer heftigen Bewegung des Blutes. Was für Leidenschaften kochen in seiner tobenden Brust! II. Als ein Activum, durch Hülfe des Feuers diese Veränderung in einem flüssigen Körper hervor bringen, und in weiterer Bedeutung dadurch zubereiten. 1) Eigentlich, wo es zunächst von solchen Dingen gebraucht wird, welche ihre Zubereitung auf diese Art in Töpfen erhalten. Leim kochen, Kleister kochen, Brey kochen. Seife kochen, wofür doch sieden üblicher ist. Erbsen kochen. Die Speise, das Essen kochen. Etwas am Feuer, bey dem Feuer kochen. Eine Speise mit Wasser, mit Wein kochen. Ingleichen absolute und in Gestalt eines Neutrius, die Speisen auf solche Art zubereiten. Bey Hofe, zu Hofe kochen. Er kann nicht kochen. Sich selber kochen. Bey einer Hochzeit kochen. Schlecht, gut kochen. 2) Figürlich. Der Magen kocht die Speise, wenn er sie verdauet. Die Sonne kocht den Wein am Weinstocke, wenn sie die Trauben durch ihre Wärme zur Zeitigung bringt. Für das Hauptwort die Kochung ist das Kochen üblicher. Anm. 1. Im Nieders. kaken, im Dän. koge, im Schwed. koka, im Lat. coquere, im mittlern Latein. cocinare. Es kann seyn, daß die Deutschen so wohl dieses Wort als die dadurch bezeichnete Sache, so wie mehrere zum Wohlleben gehörige Dinge, aus Italien erhalten haben; indem bekannt ist, daß rohe wilde Völker, dergleichen die Deutschen in den ältesten Zeiten waren, ihre Speisen roh essen. Indessen ist doch dieses Wort eine sehr deutliche Nachahmung des dumpfigen Schalles, welchen ein flüssiger Körper im Kochen macht. Anm. 2. Hr. Stosch bemerkt ganz richtig, daß kochen einen geringern Grad der Aufwallung bezeichne, als sieden. Der Grund liegt in eben der jetzt gedachten Onomatopöie. Kochen druckt einen hohlern, dumpfigern, sieden aber einen hellern zischenden Schall aus. Ein flüssiger Körper kocht, wenn er auf Einer Seite Feuer hat; er siedet, wenn das Feuer entweder von allen Seiten, oder von unten auf in ihn wirket. Um dieser Ursache willen gehöret das Kochen eigentlich für die Töpfe, das Sieden aber für die Kessel. In vielen Fällen wird dieser Unterschied wirklich beobachtet. Man sagt, Krebse, Fische, Seife, Alaun, Salz sieden u. s. f. und nicht kochen, weil man sich dazu der Kessel und nicht der Töpfe bedienet. Im gemeinen Leben aber, besonders Niedersachsens, werden beyde Wörter häufig mit einander verwechselt, so daß man kochen immer da gebraucht, wo eigentlich sieden stehen sollte; zumahl da kochen auch in weiterer Bedeutung von der Zubereitung der Speisen überhaupt gebraucht wird. Luther selbst gebraucht das Zeitwort kochen Zach. 14, 21; 3 Esr. 1, 12, von dem Sieden in Kesseln.
3634 Zeichen · 60 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kochenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +7 Parallelbelege

    kochen swv. BMZ kochen absol. si chochete unde buoch Kchr. D. 327,20. iuwer köche, die dâ hie ûf ertrîche kochen Berth. …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kóchen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Kóchen , verb. reg. welches in doppelter Gestalt gebraucht wird. i. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, wo es von…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    kochen

    Goethe-Wörterbuch

    kochen vereinzelt subst 1 trans a durch Erwärmung, Erhitzung garend zubereiten; als haushälterische Tätigkeit (von Fraue…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kochen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Kochen , soviel wie Sieden (s. d.).

  5. modern
    Dialekt
    kochen

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    koche n [oə S.; sonst khoχə und khòχə allg. ] kochen, sieden ( intrans. und trans. ). Gruss beim Vorübergehn an Person…

  6. Sprichwörter
    Kochen

    Wander (Sprichwörter)

    Kochen 1. Es ist anders gekocht vnd anders angericht. – Lehmann, 177, 38. »Offt wird ein ding auff eine weiss beschlosse…

  7. Spezial
    Kochen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    Ko|chen n. (-s) 1 cujiné m. 2 (schlechtes Kochen) paciucamënt (-nc) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kochen

28 Bildungen · 5 Erstglied · 17 Zweitglied · 6 Ableitungen

Ableitung von kochen

ko + -chen

kochen leitet sich vom Lemma ko ab mit Suffix -chen.

Zerlegung von kochen 2 Komponenten

koc+hen

kochen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kochen‑ als Erstglied (5 von 5)

Kochendorf

Meyers

kochen·dorf

Kochendorf , Dorf im württemberg. Neckarkreis, Oberamt Neckarsulm, am Kocher und an der Staatsbahnlinie Bietigheim-Jagstfeld, hat eine evang…

kochenig

SHW

kochenig Band 3, Spalte 1577-1578

kochenissen

RhWB

koche·nissen

kochenissen kǫxənisə  Ahrw-Remag schw.: Kochen spielen, von Kindern; gef os jet Guts, mer welle k.

Kochents

SHW

Kochents Band 3, Spalte 1577-1578

kochen als Zweitglied (17 von 17)

ezzenkochen?

KöblerMhd

*ezzenkochen? , sw. V. nhd. „verdauen“ Hw.: s. ezzenkochen (2) E.: s. ezzen, kochen W.: nhd. DW2-

unkochen?

KöblerMhd

*unkochen? , V. nhd. schlecht verdauen Hw.: s. unkochen (2) E.: s. un, kochen

abkochen

DWB

abkochen , decoquere, nnl. afkoken, gar kochen: wasser, milch, fleisch abkochen. auch intransitiv: das wasser kocht leicht ab.

aufkochen

DWB

auf·kochen

aufkochen , ebullire, fervescere, aufwallen, nnl. opkoken: künstlich aufkochen lassen. Schiller 182 a ; lasz mich einen augenblick in die lu…

auskochen

DWB

aus·kochen

auskochen , excoquere, percoquere, aussieden, nnl. uitkoken. 1 1) fertig kochen, das fleisch, gemüse wol auskochen; die arznei ist noch nich…

Bekochen

Wander

bek·ochen

Bekochen Einen bekochen und bewaschen. – Frischbier, II, 335. Küche und Wäsche für ihn besorgen.

durchkochen

DWB

durch·kochen

durchkochen , gar, mürb kochen, wie durchsieden percoquere Frisch 1, 530 d . Steinbach 1, 891 . wol durchkocht optime percoctus, emollitus S…

einkochen

DWB

ein·kochen

einkochen , incoquere, nnl. inkoken, schw. inkoka, dän. indkoge: bis zur hälfte einkochen; es musz eingekocht und verdickt aufbewahrt werden…

gekochen

KöblerMhd

gek·ochen

gekochen , sw. V. nhd. verdauen Q.: BdN (1348/1350) E.: s. ge, kochen W.: nhd. (ält.) gekochen, V., gekochen, DW- L.: Hennig (gekochen), Lex…

hochkochen

RDWB1

hoch·kochen

hochkochen das Problem hat sich bis zum Vorstand hochgekocht - проблема дошла / докатилась до правления

überkochen

DWB

ueber·kochen

überkochen , v. 1 1) untrennbare verbindung. 1@a a) leviter coquere Stieler 1101 ; Steinbach 1, 891 ; Campe 5, 26 b . part. überkocht semico…

unkochen

Lexer

unk·ochen

un-kochen stn. unverdaulichkeit, schlechte verdauung Mgb. 372,6. 385,3.

verkochen

DWB

verk·ochen

verkochen , verb. kochen, verdauen, kochend verbrauchen. in älterer zeit ( mhd. mnd. ) nicht nachgewiesen. 1 1) intrans. durch kochen sich a…

zerkochen

DWB

zer·kochen

zerkochen , verb. , bis zum zerfallen weich kochen, durch kochen auflösen: mische es ... mit gepulferter oder zerkochter angelicawurtzel Seb…

ëʒʒenkochen

MWB

ëʒʒenkochen stN. ‘Verdauung’ gesoten knoblauch [...] entsleuzt den leip und sterkt daz ezzenkochen in dem magen BdN 384,10; und wer daz krau…

Ableitungen von kochen (6 von 6)

Bekochen

Wander

Bekochen Einen bekochen und bewaschen. – Frischbier, II, 335. Küche und Wäsche für ihn besorgen.

erkochen

DWB

erkochen , percoquere, weich kochen: die linsen sind gar nicht zu erkochen.

gekochen

KöblerMhd

gekochen , sw. V. nhd. verdauen Q.: BdN (1348/1350) E.: s. ge, kochen W.: nhd. (ält.) gekochen, V., gekochen, DW- L.: Hennig (gekochen), Lex…

unkochen

Lexer

un-kochen stn. unverdaulichkeit, schlechte verdauung Mgb. 372,6. 385,3.

verkochen

DWB

verkochen , verb. kochen, verdauen, kochend verbrauchen. in älterer zeit ( mhd. mnd. ) nicht nachgewiesen. 1 1) intrans. durch kochen sich a…

zerkochen

DWB

zerkochen , verb. , bis zum zerfallen weich kochen, durch kochen auflösen: mische es ... mit gepulferter oder zerkochter angelicawurtzel Seb…