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sudeln

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

sudeln vb.

Bd. 20, Sp. 939
sudeln, vb. , aus 1sudel hergeleitet, 'mit schmutz umgeben, beschmutzen, schmutzige arbeit verrichten, unsauber arbeiten'; etymologie s. o. 1sudel; ob das isolierte suden 'beschmutzen' directe bildung ist oder erst aus 2sudeln secundär rückentwickelt, ist fraglich: ich bi dem selben meine di blindekeit der juden, di sich mit wucher suden Tilo v. Kulm siben inges. 1822 Koch, es bestätigt aber, dasz 2sudeln alte und selbständige bildung ist, die mit 1sudeln in keinem zusammenhange stehen kann; neben sudeln, sudlen tritt im älteren nhd. und nd. auch suddeln bzw. soddelen, im obd. suttlen, vgl. Staub-Tobler 7, 327, Fischer schwäb. 5, 1951; mit umlaut südlen Staub-Tobler a. a. o., südelen 329 und südele Berger s. Galler Rheintal 106 (neben sudlə 66); vgl.sodlen (beleg v. j. 1398) bei Staub-Tobler 7, 324. 11) im eigentlichen sinne 'beschmutzen, mit schmutz umgeben'. 1@aa) transitiver gebrauch 'beschmutzen, verunreinigen', vgl.sudeln defedare, difformare, maculare voc. inc. teuth. (1471) ee 7b, sudlen, verunreinigen sporcare Hulsius t.-it. (1605) 137, sudlen inquinare, contaminare, polluere, sordidare foedere Schönsleder prompt. (1618) 2, Hh 4, sudlen oder sudelen, unrein machen souiller, salir, gâter Frisch nouv. dict. (1730) 543; in neuerer sprache in dieser bedeutung fast ganz zugunsten von besudeln zurückgetreten, aber noch mundartlich bewahrt, vgl. sudln 'versudeln' Wipf Visperterm. 64, sudeln Zingerle lusern. 54a, sūdln 'beschmutzen' Bacher Lusern 399, sûdeln Hintner tirol. 202, sudeln Neubauer Egerld. 102, sudlen 'schmutzig machen durch verschütten' Follmann lothr. 512a, sudeln 'etw. unrein machen' Stendal schles. 137, sudelen Leuthäuser Barm. 154b, vgl.süddeln einschmutzen Mi mecklenb. 89a: du sudlest mich wie ein äschensack schweiz. schausp. d. 16. jhs. 1, 115 Bächtold; doch sihe drauff, ich wil dyr hynfurt nit schweygen und nit gestatten, die heylige schrifft mit deynem bockrussel zu suddeln, wie du angefangen hast Luther 7, 264 W.; aber nit (steht dir zu) die göttliche lehre zu sudlen H. Fabricius bew. hist. (1599) 7; der hund springt an ihm auf und sudelt sein gewand Harsdörfer frauenz.-gesprächspiele 8, 177; ein hertz von lastern rein, und hände, welche nicht mit blut gesudelt seyn Rachel sat. 59 ndr.; poetisch: dasz mir kein giftiger duft sudle das blut! H. v. Kleist 4, 304 Schm.; 'etw. im schmutz herumziehen': samir box luss, ich wil dich schlahen, tretten und sudlen (v. j. 1437) nach Staub-Tobler 7, 328; wie dann der frome keiser, Fridericus 1. do in der bapst Alexander 3. wol an der erden gesudelt, und mit füszen getretten, hat thun müssen A. Musculus v. jüngst. tag (1557) k 7a; besonders mit präp. in 'eine sache in etw. beschmutzen': itzo da die noth den soldaten zu exorbitiren antriebe, were unbarmhertzig und im gewissen nicht zuverantworten, wan man die hände im blute sudeln wolte B. Ph. v. Chemnitz schwed. krieg 2 (1653) 72; denn das ist desz teuffels eigen art unnd ampt, dasz er seinen rüssel in der armen menschen sünden suddelt, wület und rüttelt Conr. Porta laster- u. lügenteuffel in: theatr. diabol. 2, 145b; haben sie ihm denselben (rock) ausgezogen, aus zorn ... zerrissen, und in dem blut eines jungen zigenböckleins, so sie zu dem end geschlachtet, herum gesudelt J. v. Hirschfeld Joseph (1671) 37; er sudelt nimmer seines schwertes spitze im kranken herzen kriegsgefangner blutig M. Waldau o diese zeit (1850) 51; bildlich 'mit schmutz bewerfen, beschimpfen': stüende ir meister K. an den weg und südlote sy (v. j. 1483) nach Staub-Tobler 7, 328; neutraler 'mit etw. bestreichen, bepflastern', vgl.soddeln linere (voc. d. 15. jh.) Diefenbach gl. 331a, sudlen collinire Maaler 395b; rotwelsch für 'färben' Anton gauner- u. diebsspr.3 71. 1@bb) reflexiv sich sudeln 'sich beschmutzen', wie heutiges sich besudeln, vgl. ich hab mich gesudlet und beschissen concavi me Frisius 275a; si südle conspurcare se Schmidt id. Bern. 65: besser sey, sich halten zun herrn, ... denn dasz man sich mit bauren hudel und an iren mistwagen sudel Rollenhagen froschm. (1621) k 1a; ist das der dank zuletzt? wer sich mit solchen kleyen vermengt, der sudelt sich Rachel sat. 86 ndr.; bildlich 'sich mit unangenehmen dingen abplagen': wenn du ja gesinnt bist, etwas reali in kurtzer zeit zu erlangen, so sudel dich nicht mit geringen metallen J. R. Glauber lib. dial. (1663) 43; er sudelt sich den tag mit groszen sorgen, hat kein verdientes brod, musz leihen, borgen G. Treuer deutsch. Dädalus (1675) 1, 186; namentlich mit präp. in 'sich im schmutz wälzen', entsprechend sich suhlen: den gantzen langen weg, wo es nur pfitzig und katecht ist gewesen, (haben) solche verwundte wölf sich darin gewült und darum darinn gesudellt ..., damit sie ... das bluten möchten stellen Sebiz feldb. (1579) 615; besonders vom schwein, in vergleichen: die da sich begeren in sünden mutwillig sich zu süddeln wie ein sau im kot Luther 28, 580 W.; solche schwyn, die muosz ich mesten wol mündt sich sudlen in dreck und kot schweiz. schausp. d. 16. jh. 2, 194 Bächtold; saufft ihr euch voll, so ligt ihr do und sudelt euch wie sonst ein schwein B. Krüger v. d. bäur. richtern 66 ndr.; denn die seue hetten sich so voll gesoffen, das sie sich im rinnstein gesudelt hatten C. Hennenberger preusz. landtaffel (1595) 485; aber toll und voll seyn, ist, den bösen esel vollend in den misphuhl werfen, da er sich doch genug ... sudelt J. Böhme schr. (1620) 4, 42; im bilde: wer ist, der sich nit südel in der katlachen und in dem unflat Geiler v. Keisersberg emeis (1516) 21a; (der kaiser) sudelt sich in schand und laster grob J. Ayrer 2, 802 K.; denjenigen, welche ... noch würcklich sich in diesem laster der hurerei herumb sudeln und weltzen schädl. hurenliebe (1692) 116; noch mundartlich: chlei maideli hudle di, gang in d bach unn sudle di bei Martin-Lienhart 2, 328. 1@cc) intransitiv '(im schmutz) wühlen, sich wälzen', in der regel mit präp. in: keyne säu ... soll man auf wisen treiben, dann sie sudlen sehr im grund Sebiz feldb. (1579) 458; bildlich: disre kotlach unkeuschait gefalt im so wol, in ir zu sudelen Geiler v. Keisersberg siben hauptsünd (1510) ff 4a; ich mag nicht mehr in dem ... teufelsdreck und stank suddeln Luther 8, 232a Jen. ausg.; (den) gerechten ... nicht alleine todten, sondern nach yhrem mutwillen ynn yhm wülen und suddeln 19, 559 W.; wo den ungelerten laien in der bibel irem gefallen und fürwitz nach zuo wülen und zuo sudlen soll zuogelassen werden F. Staphylus christl. gegenber. (1561) m 1b; nach 3 übergreifend: will einer im glauben sudlen, strauchen und sich selbst aufwerfen, so ermisz die zeichen Paracelsus op. (1616) 2, 172b; ohne lokalangabe tropisch 'sich im staube wälzen, schön tun': da musz ein armer gesell zu füszen liegen ..., musz paulen und sudeln wie ein esel und der freundschaft fuszhader ... sein H. Decimator hochzeitpred. (1601) r 3a; mit 2 vermischt 'schmutzige arbeit tun': er muost im wuost gon, in dem erdtreich sudlen Geiler v. Keisersberg evang. (1517) 118b. 22) aus 1 c entwickelt intransitiv 'sich mit schmutzigen dingen abgeben', besonders bezüglich der arbeiten, vgl. sudelen, allerhand sudelichte arbeit oder sudelarbeit thun Kramer niderhocht. (1719) 210; sudelen sordes tractare Frisch t.-lat. 355, sudelen und brudelen, geringe küchenarbeit und andere schmutzige arbeit thun müssen ebda, sudlen squalidas res tractare Schmidt idiot. Bern. 7, 327; vgl.suddeln schmutzen, im unreinen arbeiten Dähnert 472b: hausz keren und winkel waschen und südeln und prüdeln in der aschen fastnachtsp. 1336 K.; und so sie (die gefangenen) ... zu alt werden, alsdann braucht man sie in das fremdenzimmer oder müssen ... in der kuchen sudlen S. Münster cosmogr. (1550) 1581; andere sollen ihre sclaven sein; die sollen vor sie suddelen, sich placken, arbeiten, kochen und braten und ihnen zutragen J. G. Reinbeck nachricht von Gichtels lebenslauf (1732) 67. mehr 'grobe arbeit tun': sonst findt man etliche aufm land die haben ihr tegliches brot, doch prudeln und sudeln ohn not: wolln lieber pferd und ochsen treibn dann beten, singen, lesen, schreibn Hollonius somn. vit. hum. 64 Sp.; ähnlich 'über schwere arbeit klagen', vgl.sudeln und prudeln cum homines de gravitate laborum conqueruntur Besold thes. (1697) 2, 572a; aufs unsittliche handeln übertragen: (er hat) benamen durch die nacht nit gar ein süberlichs leben gehept, sondern wüest gesudlet (v. j. 1534) bei Staub-Tobler 7, 89; namentlich vom hantieren mit (schmutzigen) flüssigkeiten, der entsprechenden bedeutung von 1sudel folgend: das sie ... der arbeit des feuwers, russes und lutirens, wachens (l. waschens?) und sudlens nicht gewohnt L. Thurneyszer alchym. (1583) vorr. 3; 'abspülen': soll niemant ... bei dem obern prunnen ... sein gesind weder fleisch noch anders waschen noch sudlen lassen österr. weist. 5, 460; verächtlich 'herumplantschen': die mehrern (doctoren) auch nach völligem abzug der kranckheiten mit ihren artzneyen sudlen und prudlen Guarinonius greuel (1610) 966; das kind war bald beim brunnen, bald beim weiher, denn sudle und dreckele ist allen kindern angetan J. Gotthelf ges. schr. 19, 39; das mischen, sudlen und manschen ist dem menschen angeboren Göthe II 3, xxii W.; vgl. mundartlich sudla unordentlich waschen, mit waschen spielen und beschmutzen Bühler Davos 2, 35; sudlen viel im, mit wasser arbeiten, das wasser trüben, im wasser plätschern Fischer schwäb. 5, 1951; su'ln im wasser arbeiten, schmutzige arbeit verrichten, plansə su'ln die wurzeln von setzlingen in einen erdbrei tauchen Lenz Handschuhsh. 70a; sudlen flüssigkeiten verschütten, geschirr spülen Follmann lothr. 512a; sudelen mit den händen im wasser herumspielen Christa Trierer ma. 208; entsprechend 1sudel 'jauche' sudln mit jauche düngen Göpfert erzgeb. 40, vgl. Müller-Fraur. 2, 588a; sudlen (von kühen) eine zähe, schmutzige masse entleeren Staub-Tobler 7, 327; pejorativ vom regnen, so vom unwillkommenen regen ebda; 'in strömen regnen' Unger-Khull 599b, 'sachte regnen' Jungandreas schles. zeitw. 75, 'anhaltend leicht regnen' Fischer schwäb. 5, 1951; ob hierher sudeln 'branntwein schenken'? ostfries. in: Frommann d. dtsch. maa. 4, 28, vgl. aber sudeln 'aushökern, verkaufen' Stürenburg ostfries. 272a; allgemeiner 'unsauber sein, unreinlich verfahren', vgl.suddeln 'unreinlich seyn' Schütze holst. 4, 221, söddeln 'unrein zu werke gehen' Strodtmann Osnabr. 220; mit präpositionaler fügung, namentlich mit: sudeln mit etwas, sudelhaft damit umgehen to soil, sully a thing Ludwig t.-engl. (1716), vgl. Staub-Tobler 7, 327; ebenso in, bildlich: wer so häufig und so arg in der sprache sudelt, der muszte sich doch einen wohlgeschulten spiritus familiaris halten zum aussäubern J. H. Voss antisymb. 1, 128. 33) aus 2sudeln 2 entwickelt sich bereits im frühnhd. sowohl trans. wie intrans. verwendet, vielleicht unter mitwirkung von 1sudeln 2 und namentlich des beide begriffe vereinigenden subst. 1sudler, die bedeutung 'unreinlich, unsauber, nachlässig, schlecht, stümperhaft arbeiten', vgl.sudelen trattar le cose sporramente, lordamente, fretten, stümpelen Kramer wortbuch (1678) 1032a; sudelen 'grob, plump, ungeschickt arbeiten' hochnidert. (1719) 2, 210b; sudeln 'etwas nachlässiger traktieren, obenhin thun wie man einen teller oder schüssel abwäscht' Frisch t.-lat. (1741) 355; ebenso mundartlich verbreitet, vgl. sudlen 'unordentlich, obenhin arbeiten' Staub-Tobler 7, 327; sudlen 'eilig und schlecht arbeiten' Fischer schwäb. 5, 1951; sudelen 'schlecht und leichtfertig arbeiten' Martin-Lienhart 2, 328a; sułłn 'schmutzig, schlecht, nachlässig arbeiten' Crecelius oberhess. 827; suddeln von nachlässigen arbeiten gebraucht Danneil 216a, zuudn 'ungeschickt hantieren' Teuchert neumärk. 216. 3@aa) in allgemeinster verwendung vom arbeiten aller art, das oberflächlich und nachlässig verrichtet wird, 'pfuschen', vgl. hinsudeln: (sie) duont doch nit arbeyt als man sol, dann man hyen sudelt yetz all ding, das man sie geben mög gering ('billig') Seb. Brant narrensch. 50 Z.; wann sie nur waidlich hudlen und sudlen Wickram w. 2, 122 B.; wenn gott nicht geyt ('gibt'), so hilft kein arbeit und hümpelt und sudelt mancher hümpler so lang an einem werck, ... das er sich selber seines eygen wercks schemen musz Mathesius ausgew. w. 179 L.; uf die gütter achtung zu geben, ob die ieder arth recht gebawen und da ein art unterlassen oder sonst gesudelt und nicht recht gebawen (wäre) Mader reichsrittersch. mag. 10, 560 (v. j. 1590) nach Fischer schwäb. 5, 1951; mit der wäsche nur sudelen lavacciare Kramer t.-it. 2, 1037b; heut vor acht tage schickt mir der kerl ein paar (ringe), so gehudelt und gesudelt. marsch, er soll neue machen! Göthe IV 2, 72 W.; mundartliche weiterbildungen: sud'ln 'langsam tun, womit nicht vorwärtskommen' Schöpf tirol. 727; sudlen 'kleinigkeiten waschen' Staub-Tobler 7, 327. 3@bb) in besonderer anwendung der bedeutung 1 a nahe bleibend früh auf das nachlässige, schlechte, flüchtige und daher unreinlich aussehende schreiben übertragen, s. schmieren, auch scherzhaft oder verächtlich für schreiben überhaupt; schriftsprachlich ebenso verbreitet wie dialektisch, vgl. sudelen, schmieren, stümpelen, mit schreiben ... nur sudlen male scribere Duez quat. ling. (1664) 505a; sudeln 'liederlich hinschmieren als die übereilenden, nachlässigen, ungeübten schreiber' Frisch t.-lat. (1741) 355, s. Fischer schwäb. 5, 1950, Staub - Tobler 7, 327, Martin - Lienhart 2, 328a, Hügel Wien. 161 u. s. w.: alles in yl gesudlet (unter einem brief v. j. 1542) nach Fischer a. a. o.; ich mein, das sige gsudlet ein mall gnuog (v. j. 1554) Th. Platter bei Staub-Tobler a. a. o.; (diese handschrift ist) von mir — wenn ich sudle Lavater physiogn. fragm. 3, 118; ich bin froh, wenn ich mir so viel (zeit) gewinnen kann, an meine freunde ... ein wenig zu sudeln Wieland in: ausw. denkw. br. 1, 291; du sieszt an meiner hand, dasz ich nicht so strudele und sudele wie sonst Göthe 19, 119 W.; hinterdrein einen brief zu sudeln IV 3, 7; ein kerl wie der mit dem degen mehr auf die gesichter geschrieben hat als drei schreiber in einem schaltjahr ins befehlsbuch sudeln Schiller 2, 225 G.; verzeihen sie diesen nach form und inhalt gesudelten brief, die post brennt mir auf den nägeln Bismarck an Gerlach, briefwechsel 299; etwas anders 'kleckse machen': die feder sudelte, der stift blieb stecken Immermann 19, 211 Boxb. 3@cc) nahe an der eigentlichen bedeutung 1 a bleibt auch die übertragung auf pfuscherhaftes, schlechtes oder flüchtiges malen oder zeichnen, vgl. schmieren, klecksen, mit ... mahlen nur sudlen male pingere Duez quat. ling. (1664) 505a; sudeln wie die ungeschickten mahler Frisch nouv. dict. (1730) 543: ... auch ist bey euch in gunst die schwester der natur, die schöne mahlerkunst; urtheilet recht und wol, was gute meister heiszen und was gesudelt sey Opitz t. poem. 234 ndr.; wann die jugend in den schulen, wie ingemein geschiehet, zuweilen auf ihr papier männlein, thiere, städte, schiffe und dergleichen sudlet, und auch wol mit farben zu klecken begierig ist, nehmen hiervon die eltern ursach zu sagen: mein kind kan und sol mir ein maler werden! v. Sandrart academie (1675) 3, 58; eine so schöne gruppe, als jemals von einem mahler in Athen, Paris oder Peking gezeichnet, gemahlt oder gesudelt worden sein mag Wieland s. w. (1794) 7, 130; wäre der junge mann ... der sohn eines mahlers, hätte er von jugend auf gekritzelt und gezeichnet, angestrichen und gepinselt, gesudelt und gemahlt Göthe IV 40, 20 W.; gesudelte coulissen I 37, 226; es hängt zur seite dicht dabei elend gesudeltes conterfei Gaudy s. w. 4, 14; er meint es gut, aber gesudelt ist nicht gemalt A. Ruge briefw. u. tagebuchbl. 2, 347 Nerrlich. 3@dd) analogisch im bereich des künstlerischen schaffens weitergeführt in anwendung auf das nachlässige, schlechte, flüchtige spielen des schauspielers: eine rolle ..., die er, möchte man sagen um einen ausdruck vom mahler zu borgen, nur sudelte Tieck schr. 5, 464; es (das lustspiel) ist mit vieler guter laune gespielt worden, ob es gleich nicht zum besten einstudiert war, und unsere schauspieler, wie sie wissen, gern sudeln, wenn sie nicht durch den vers in respekt erhalten werden Schiller briefe 7, 41 Jon.; kann etwas abscheulicher sein, als in den proben zu sudeln? Göthe 22, 22 W. 3@ee) abgezogener und wohl von 3 b her entwickelt (vielleicht unter einflusz von 1sudeln 2 bei der vorstellung des schmutzigen [vgl.sudelkoch], unfertigen oder chaotischen) im sinne 'mangelhafte, unverständige oder oberflächliche arbeit tun in bezug auf geistiges schaffen'; wo es den literaten angeht, ist auch übertragung von 3 c her möglich; vgl. sudelen, zusammenschreiben ohne ordnung Kramer wortbuch (1678) 1032a: was jüden, Mahmet und andere hie suddeln mit iren glosen, achten wir nichts Luther 8, 157a Jen. ausg.; die grosze schwürigkeit macht, dasz der dichter sudelt Chr. Günther ged. (1735) 1097; das ist doch unleidlich, was die kerle in Halle sudeln! und in was für einem tone Lessing 17, 243 L.-M.; dasz gerade die schriftsteller, die als menschen einen bösen geruch haben und verschrien sind, sich aufwerfen, das menschliche geschlecht zu bessern und allerlei satyren zu sudeln M. Claudius Sethos (1777) 1, 95; nur schmerzt es mich dasz mancher mann (als tragödiendichter) gesudelt Platen w. 2, 321 R.; übrigens sind die märchen sehr obenhin gesudelt Cl. Brentano 9, 142; denn kurz, das ist ein kerl, der bücherurtheil sudelt J. H. Voss s. ged. 6, 113; suddle auch kritiken und andere aufsätze hin. so wie du sie suddlest, so sind sie immer noch besser wie die von krethi und plethi Lepel vierz. jahre 195.
17856 Zeichen · 371 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sudeln

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Sudeln , verb. regul. act. & neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben bekommt, unreinliche nasse Arbeit verr…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    sudeln

    Goethe-Wörterbuch

    sudeln [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    sudelnschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    sudeln schw. : 1. a. 'mit den Händen in Flüssigkeiten hantieren, im Wasser planschen, im Wasser spielen', suddele (sudəl…

  4. Sprichwörter
    Sudeln

    Wander (Sprichwörter)

    Sudeln Se sudelt 1 und prudelt den ganzen Tag. ( Mecklenburg. ) 1 ) Bei Frommann (II, 229) vielleicht richtiger, zutelt …

  5. Spezial
    sudeln

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    su|deln vb.intr. 1 (pfuschen) fuscerné (-nëia) 2 (kritzeln) crizerné (-nëia), scrizoré (-rëia) 3 (kleckern) fá da tochi.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sudeln

6 Bildungen · 0 Erstglied · 2 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von sudeln 2 Komponenten

sud+eln

sudeln setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

sudeln als Zweitglied (2 von 2)

besudeln

DWB

besudeln , inquinare, contaminare, beflecken, beschmieren, beschmutzen, beschmeiszen, nnl. bezoedelen, schw. besudla, dän. besudle; von der …

versudeln

DWB

ver·sudeln

versudeln , verb. , seit dem 16. jh. nachzuweisen, noch heute obd. mundartlich, sonst in der schriftsprache besudeln. commaculo, devenusto, …

Ableitungen von sudeln (4 von 4)

besudeln

DWB

besudeln , inquinare, contaminare, beflecken, beschmieren, beschmutzen, beschmeiszen, nnl. bezoedelen, schw. besudla, dän. besudle; von der …

entsudeln

DWB

entsudeln , expiare, reinigen, nnl. ontzoedelen.

ersudeln

DWB

ersudeln , maculare, inquinare: die geistlich händ ersudeln sich im fürstenblut vermessenlich. Fischart ermanung an die bundpäbstler v. 49 .

versudeln

DWB

versudeln , verb. , seit dem 16. jh. nachzuweisen, noch heute obd. mundartlich, sonst in der schriftsprache besudeln. commaculo, devenusto, …