feder,
f. penna, kommt bei Ulfilas
nicht vor, man darf aber fibra
erwarten; ahd. fëdara,
mhd. vëdere, vëder,
alts. fëthara,
nnl. veder, veer,
ags. feðer,
engl. feather (ea
wie in bear
für ags. beran),
altn. fiöður,
schw. fjäder,
dän. fjeder, fjer.
hierzu stimmen gr. πτερόν für πετερόν und sl. pero,
poln. pioro
für ptero (
wie πόλις und πτόλις),
nur dasz sie alle neutral sind. vgl. auch farn,
πτέρις sp. 1333.
andrer wurzel sind skr. paxa
ala, lat. penna,
assim. aus pesna,
nicht für petna,
sondern für pecsna, pexna, penxna,
welche inlaute das lit. plunksna
bestätigt, sein anlautendes pl
entspricht dem von pluma
für pluxma,
von flederwisch, fledermaus
für federwisch, federmaus,
wobei fliegen
und flügel
anklangen, das ma
dem skr. paxman
pilus, da sich die begriffe feder und haar nahe liegen, paxman
pilus gleicht unserm fahs (
sp. 1225).
lateinisch waren penna
und pluma
gesondert, im franz. plume
fallen beide zusammen. πτερόν,
πετεινόν,
πετηνόν,
πτηνόν fallen zu πέτομαι,
πέταμαι,
skr. pat
volare; paxa, penna
hingegen zu pax
amplecti, wie unser fahs
zu fahan.
wer nun feder
und fahs
einigen wollte, hätte im hintergrund der wurzeln pat
und pak (pax)
ein ursprüngliches, sehr weitgreifiges pa
aufsteigen zu lassen, was bedenklich scheint. 11) feder
geht eigentlich auf den vogel, wird aber auch allgemeiner genommen und auf das haar der thiere, die schuppen der fische, die feine wolle einiger pflanzen angewandt. 1@aa)
wie dem thier die haare, gereichen dem vogel die federn
zur decke und kleidung, weshalb auch für haar
zuweilen feder
steht oder mhd. vëderwât
das gefieder meint, besonders aber hermîn vëdere
den flaumigen pelz, der dem zobel zum futter diente: hermîne vëderen dûhten si vil wërt.
Nib. 356, 2; si gap in maniger hande grâ unde bunt. phelle ob liehten vëderen.
Gudr. 156, 3; zobele, vëdere hermî
n. Lanz. 8485; diu vëdere wîʒ hermîn, dër zobel brûn unde breit.
En. 60, 13;
[] diu vëder diu was hermî
n. GA. 1, 469; diu vëder diu was hermîn, der zobel endorfte beʒʒer sîn, brûn unde rëhte breit.
Eracl. 3595.
weidmännisch oder im jägerscherz heiszen auch die ragenden borsten des wilden schweins federn: ein solches hauptschwein ist altershalben um den kopf, sonderlich am bart, recht weiszgrau, auch an denen blättern (
schulterblättern) sehr grau und 'seine federn' ('andere sprechen borsten, welches nicht gar gut lautet') sind nicht mehr schwarz und dunkelgrau melirt, sondern fallen stark in gelblichtes eselsgrau. C. von Heppe
leithund 61.
sonst stehn federn
und borsten
einander entgegen, jene das federwild, diese die wilden säue bezeichnend: item so sich danne min jungher gelagert hait, sal man ime geben als uf der hube gewassen ist mit federn, mit borsten.
weisth. 3, 478.
wenn nach Hartigs
lehrbuch s. 38
das rippenstück des zerlegten wilds den namen feder
oder wand
führen soll, schiene feder
angemessener für das schulterblatt, ala, axilla, doch hat auch Nemnich federn
für die rippen und den schwanz des hirsches. wiederum empfangen die schneidezähne (
incisores)
den namen der federn. 1@bb)
den vogel setzen seine federn
in stand zu fliegen, dem fisch machen seine schuppen und floszen zu schwimmen möglich. danach ist penna
auch ala piscium, pinna,
πτερύγιον, floszfeder,
fr. aileron.
mit ihren floszfedern
steigen einige fische über die flut in die luft empor, schon die alte heilformel gibt ihnen federn: fisc flôt aftar themo watare, ferbrustun sîna fëtherûn; als sie sich erkühnt die federn (
des fisches) anzurühren. Gryphius 2, 65.
man vgl. ahd. scerdifëdara
testudo. Graff 3, 488,
mhd. scherzevëdere (
wb. 3, 287
b). 1@cc)
der staub auf den flügeln der schmetterlinge gilt für ein gefieder, seine zarten schuppen für federn.
wollige pflanzen oder ihre blätter sind mit feinen federn
besetzt, selbst die schneeflocken gelten für himmlische, aus einer göttin bett fliegende federn (
mythol. 246. 607). 1@dd)
göttern und helden verleiht der mythus flügel und federn an ferse oder schulter. ein gefiederter, geflügelter mensch, wähnt man, würde sich in die luft erheben können: gebt Moab federn, er wird ausgehen, als flöge er.
Jer. 48, 9.
der göttliche geist läszt sich als vogel, als taube (
goth. ahaks,
vgl. mit aha
und ahma)
nieder; hie wonet,
sagt Luther 3, 66
b, gott und der heilige geist mit allen feddern und eiern; und dasz in (
den pabst) Paulus und Daniel mit allen seinen federn und farben (
d. i. wie er leibt und lebt) abgemahlt haben.
bienenk. 135
a. 22)
wesentlich aber stehen die federn
den vögeln zu, hierher gehören viele eigentliche und bildliche ausdrücke: das vöglein kriecht nackt aus dem ei und hat erst flaum, aus dem hernach die federn wachsen; hie wahsent uns die vëderen van.
Trist. 426, 6; wollen fliegen ê das si federn gewinnen.
deutsche theol. cap. 13; ungevëder vliegen.
mhd. wb. 3, 287
b; on fädren fliegen. Körners
hist. volksl. 30; die zehentente soll in vollen federn stehen (
alle ihre federn haben).
weisth. 3, 584; und möcht stolz und hoffertig werden und möchten im die federn zu lang werden. Keisersb.
brösaml. 20
a; er hat keine üppige feder an seinem ganzen leib; nun ist gewis, dasz an Solanden keine üppige feder zu erkennen, aus welcher man ihn für eine wachtel oder einen auerhahn hätte ansehen sollen.
pol. stockfisch 50; als man pfalzgrafen Casimiro sagte, seinen dienern wüchsen die federn, gab er zur antwort, welcher diener ihm selbst nicht nutz ist, der nutzt auch seinem herren nicht. Lehman 143. der vogel soll federn lassen, geben, federn verlieren,
übel davon kommen, bedeutet sehr oft schaden, einbusze leiden: und werden dardurch nider geworfen vil guter kaufleut auf der straszen, der mancher musz ein feder laszen.
fastn. 381, 1; war ist das alt sprichwort, das redt, wer mit heillosen leutn umbgeht, dem geht es auch heillos dermaszen, er musz ein federn hindr im lassen. H. Sachs V, 353
b; Thyrsis soll uns federn lassen. Fleming 454;
wie man sagt haare lassen: sie besorgen doch, wo es zum concilio keme, sie müsten fedder geben oder har lassen. Luther 6, 533
b; einem vogel die federn rupfen, ziehen, ausziehen,
bildlich einen schädigen, verletzen, berauben: da flieget ihm sein schöner falk entgegen, sein treuer falk, ohn alles überlegen erwürgt er ihn, rupft ihm die federn aus. Hagedorn 2, 174;
[] aber seine nachfahren und sonderlich der von Plauen haben nachmalen diesem bauren die federn dermaszen gerupfet, das er zuletzt in seinem alter an den bettelsack gerathen ist. Schütz
beschr. von Preuszen s. 97; rupfen, dasz die federn stieben,
davon fliegen; vielmal aber gebrauchte sie bei ihren gegnern (
im spiel) eine schmeichelei, um denselben noch mehr federn von dem leibe zu rupfen.
ehe eines mannes 220; nu, uns wird er vollends rupfen, und ich möchte meine federn nicht hergeben. J. P.
komet 3, 100; hett irs bei der alten manier lassen bleiben, so hetten wir die leut, wo sich einer verschnapt hett, zuo euch remittiert, so hett ir inen ein feder zohen. Schade
sat. u. pasq. 3, 146; denn wer ist hie in dieser welt, den nicht der sathan hat gefelt, noch im ein feder ausgezogen. Ringwald
laut. warh. 182 (
vgl. geier),
wie umgekehrt in den märchen der schlafende teufel sich musz haare ausziehen
lassen. federn schleiszen (
ahd. slîʒan,
vellere, scindere)
will sagen die weichen theile vom kiel reiszen, mit welcher arbeit zuweilen das ganze ländliche haus sich befaszte. fehlerhaft setzen einige schlieszen: er muste seine lust mit rübenschneiden büszen und wenn der abend kam, die federn helfen schlieszen. Picanders
gedichte th. 1.
aufl. 3
s. 285.
eine abergläubische gewohnheit und redensart gemahnt an den alten vogelflug, wer unschlüssig war, wohin aus er gehen sollte, blies eine feder in die luft und folgte ihrer richtung: und damit es keinen streit unter seinen dreien söhnen gäbe, die in die welt ausziehen sollten, führte sie der könig vor sein schlosz, blies drei federn in die luft und sprach, 'wie die fliegen, so sollt ihr ziehen'.
kinderm. no 63.
dem auf die wanderschaft gehenden schmiedegesellen ruft sein pathe zu: 'wenn du naus kommst, so nimm drei federn in die hand und blas sie auf in die höhe, die eine wird fliegen über die stadtmauer, die andere wird fliegen über das wasser, und die dritte wird fliegen gleich aus. welcher wilstu nachfolgen?'
altd. wälder 1, 91; es ist auch sonst ein gemein sprichwort vorhanden, das gemeinlich diejenigen brauchen, so fremde land bauen wollen oder sollen, 'ich will ein feder aufblasen, wo dieselbig hinaus fleugt, will ich nachfahren'. Aventin 98
b;
in Hessen: 'wo wird der seine federn hinblasen?'
wohin wird er ziehen?; kere der sünd den rücken und gang also für der nasen nach, das ist diner angebornen erberkeit, blas ein feder, das ist entpfilch din fürsatz dem wind des heiligen geists, der wird dich füren das dir wol wird sin. Keisersberg
bilger 197
a,
hier sehen wir den heidnischen brauch auf den wind (
spiritus)
des biblischen vogels, des geistes als taube angewandt, thër geist thër blâsit stillo thara imo ist muatwillo. O. II. 12, 41. einem die federn lesen
oder klauben
bedeutet ihm schmeicheln, gefällig sein, federn vom rock oder aus den haaren ablesen: ein ubertreter und schalksheilige kan fedder lesen und ohren krawen, reden und thun was man gern höret. Luther 6, 150
a. Keisersb.
post. 3, 43,
mehr unter den zusammensetzungen. einem eine feder durch die nase ziehen,
ihn belügen, ihm etwas aufbinden: der herr verzeihe mir. der ihm gesaget, dasz wir ihm seine fräulein entführet, hat ihm eine greuliche feder durch die nase gezogen. Gryphius 1, 887; einen mit der feder in der nase kitzeln. der vogel schnäbelt, putzt seine federn; sträubt seine federn; seine federn sind los und verworren.
figürlich, kam ein junger und schöner mensch, aber doch mit losen federn, zerrissen kleidern und übel angethan, fragt nach einem guten wirtshaus. Kirchhof
wendunm. 190
a; alles den armen leuten weggenommen, dasz sie nicht eine gebogene feder behalten; bekommt einer nicht den vogel, so bekommt er doch ein federn davon. Lehmann 74.
die zinshüner werden entweder leiblich, d. i. 'in federn'
geliefert oder in geld bezahlt. weisth. 4, 17. 33)
da trieb und kraft des fluges in den schwungfedern der flügel und des schweifes gelegen ist, so drückt auch feder
häufig den flügel oder fittich aus. mhd. von einem ungeheuren thier: ëʒ het zwêne fuoʒe und het zwô vëdere, swarz sam ein lëdere.
Tundalus bei Hahn 52, 66,
d. h. zwei schwarze flügel; sus zellit phisiologus dës aren geslahte, sô ër alt wirdit, sô swârent ime die fëderen.
fundgr. 1, 33,
so werden ihm seine flügel zu schwer; daʒ mære dô vëdere gewan, wîten fuor ëʒ ze gaʒʒen.
Mar. 144;
[] daʒ ër buoch und buochstabe für vëdern angebunden habe.
Trist. 119, 20; dër ûf dër winde vëdirn saʒ.
Martina 7, 76; federn oder gefieder mit gold bewunden,
oben sp. 1269.
nhd. der vogel regt, reckt, schlägt, schwingt, schüttelt, erschwingt, erschüttelt, neigt, senkt die federn,
d. i. die flügel: aufgereht (
aufgereckt) und genaiget federn. Megenberg 170, 7; und meine hand hat funden die völker wie ein vogelnest, das ich habe alle land zusammen geraft, wie man eier aufraft, die verlassen sind, da niemand eine fedder regt oder den schnabel aufsperret oder zischet.
Es. 10, 14; und müssen alle für gott die feddern niderschlagen und fro werden, das wir zu der vergebung komen. Luther 4, 419
b; lieber herr, für der welt bin ich wol unschüldig, aber für dir musz ich warlich die feddern niderschlagen und mich selbs aller dinge zur schuld bekennen. 6, 40
a; einem die federn beschneiden; sich mit fremden federn schmücken; er fliegt mit fremden federn.
wie horn
oder klaue
für das rind, wird auch feder
für den ganzen vogel gesetzt: weit herum ist in der ganzen aue keine feder mehr, keine klaue. Schiller 319
b. 44)
kampflustige bursche, krieger stecken federn, hahnfedern
auf den hut (
s. federfechter),
frauen schmücken haar und hut mit federn: eine schneeweisze türkische feder blähete sich auf ihre gekräuselten haare (
so der acc. in allen ausgaben). Thümmels
Wilhelmine 66; diese federn, weisz und schwarze, die ihr auf den häuptern traget, holde herzensköniginnen, eure schönheit mehren sie. Göthe 47, 98; von dem sommerhute nicken stolze federn, mein geschenk. Schiller 9
b.
man sagt aber auch eine feder von edelsteinen,
die in weise der vogelfedern gereiht und aufgesteckt sind: trugen die römischen weiber vom stande oben auf der stirne etwas, was der sogenannten feder unserer damen, die aus edelgesteinen bestehet, ähnlich ist. Winkelmann 5, 54.
s. hutfeder, reiherfeder, strauszfeder. 55) federbette
kommen schon in ahd. und mhd. glossen vor (Graff 3, 50.
mhd. wb. 1, 111
b),
doch ist die ausfüllung der bette mit federn erst späterhin allgemein geworden; der pl. federn
drückt nhd. oft das bett aus: der faule liegt, steckt, dehnt, streckt sich in den federn, hebt sich aus den federn; und wenn die federn under dem bett faren und der man spricht 'warumb lassestu die bett also verderben?' so sprechen sie (
die frauen) 'ia soll ich es thuon?' Keisersberg
s. d. m. 11
a; thut im dann das häuptlin weh, so ist ir gleich allenthalb nicht wol, klagt er sich wenig, so fragt sie viel, klagt er sich viel, so fragt sie in wenig, nötigt in 'auf die federn', beredt in hinder den umhang.
Garg. 71
b; sie vergiszt auch bald alle schmach, fürnemlich wann 'die federen stieben', allda die recht virga placa, der rechte bettanstand und rutenfridigung regiert. 75
a; sobald die morgenröthe anbrach, rief Mülard seinem sohne, der schon munter war, auf, umb denen kutschern sich fertig zu halten anzubefehlen und denen jungfern aus denen federn zu helfen.
med. maulaffe 109; früh muste die kutsche wegen des übelfahrens voran, die da ritten, blieben noch eine gute stunde in federn und folgten auch nach.
unw. doct. 810; da denn die ganze compagnie sich lustig und frölich erzeigten und allerseits mit einem guten rausche spät in der nacht die federn suchen musten. 864; nach unterschiedenen discursen suchten unsere reisende die federn.
hebamme 272; gleich mit aufgang der sonnen war der obrister wieder munter und bekümmerte sich um den bauer, dieser aber hatte sich aus den federn gerissen und war zu seinen knechten und geschirre gegangen.
westf. Robinson s. 44; ich suchte zwar die federn, um die ermüdeten glieder etwas auszuruhen.
nord. Rob. 1, 133; ihr (
Auroras) mantel schüttelte die perlen auf das gras, als mein erwachter leib sich aus den federn las, und tag und sonne mich in meine kleider trieben. Günther 1067; wenn der magen und der sof manchen in die federn graben, stehst du schon bei deinen bäumen mit gesund und starker lust. 867; genug, dasz da dein haupt auf anmuthsfedern liegt, die auserlesne braut dich in dem arme wiegt. 535.
ähnlich verwendet Wieland
den pl. von schwane
f. schwanfeder: auch dich, o Rezia, floh auf deinen weichen schwanen der süsze schlaf.
Oberon 5, 1.
s. federallee, federfeld, federhausen. 66)
auch die schreibfeder
gehört nicht der ältesten zeit an, in welcher man sich des griffels und rohrs bediente, doch setzen die [] ahd. wörter scrîpmëʒer
und scrîpsahs
längst schreibfedern voraus, obgleich auch rohr oder halm, calamus zugeschnitten werden muste, es ist wol zufall, dasz die ahd. zusammensetzung nicht erscheint, später findet sich schrîbvëdere (
mhd. wb. 3, 287
b)
und aus mehr als einer stelle ergibt sich die verwendung der feder
zum schreiben: 'lâ mich ruowen, sîn ist zît', spricht mîn vëder.
w. gast 12223; 'du hâst versliʒʒen mînen munt, wan du mich mêr dan zëhen stunt zem tage phlîst tempern unde snîden'. 12233; swie guot buochvël ein schrîber hât und swie snëlle sîn vëder gât ûf dem buochvël hin und hër, dër mac doch niht haben die lêr daʒ ër schrîbe ihtes iht, ist in der vëder tinten niht. 14024; waʒ aber ich mit dem halme, mit dër vëdern meine ich, schrîbe, daʒ hoffe ich ëʒ ie blîbe nütze über manegen tac.
epilog des heiligenlebens. wir sagen heute 6@aa) eine harte, weiche, spitze, stumpfe feder; klare und harte feder,
nitido et firmo caule. Stieler 449; die feder schreibt gut, schlecht, sprützt, sprützelt, kratzt, kritzelt. 6@bb) die feder schneiden, spalten, aufreiszen, schaben, spitzen. die feder nehmen, ergreifen, eintauchen, ansetzen, in die dinte stoszen, laufen, gehen lassen, absetzen, hinlegen, ruhen lassen, hinters ohr stecken, wegwerfen. mit eilender feder,
currente calamo; schreibt und last die feder gan.
ring 14
a, 35. die schwermuth schlägt die feder hin, und schreibt nichts mehr als 'Leonore'. Günther 1049. 6@cc) es steckt noch in der feder, ist in der feder geblieben; das wort erstarb schon in der feder; ich habe es unter der feder: ich hatte deswegen einmal ein fliegendes blatt unter der feder. J. P.
papierdr. 1, 37; dasz ich ein buch unter der feder, wenn nicht unter der presse hatte. 2, 10; die execution der consilia ist in der feder blieben. Leibnitz 167; ich habe es der feder anvertraut, lasse der feder freien lauf. einem die feder verbieten; sich fremder federn bedienen; seine feder war in alle geheimnisse eingeweiht; der wunsch ist gut genug, den mir die feder schickt. Günther 552; dies wort ist nicht aus seiner feder geflossen. 6@dd) einem in die feder lesen, reden, sagen, dictieren: Origenes het sieben juncfrawen und sieben jüngling, den er mancherlei materien und eim ieden ein sundere in die feder las, also das er mit diesem vorteil tausend bücher macht. Frank
chron. 274
a; ist mir nit anderst gewesen, dann als ob ich einem in die fäderen redet. Wickram
bilger vorred A 2; denn Jeremie am 36 capitel liset Judi in Jeremie buch, das er seinem schreiber Baruch in die feder dictirt hatte. Mathesius 105
a; alsdann duplicirt der beklagt, sein duplic auch ind federn sagt. Ayrer
fastn. 43
b; das dictier dem gerichtschreiber vom mund in die federn.
proc. 2, 3; ich weisz noch einige verse, die ich der mutter damals in die feder dictierte. Göthe 19, 266.
wo kein dativ dabei steht, heiszt es niederschreiben: so hab ich derselbigen eins theils in die feder zu verzeichnen understanden. Fronsperger
kriegsb. 1,
dedicat.; und sie fiengen an in die federn zu setzen. Ayrer
proc. 2, 3. 6@ee) mein zung ist ein feder des schreibers, der do schreibt schnelligklich.
bibel 1483, 273
ps. 44, 2, lingua mea calamus scribae velociter scribentis, Luther 45, 2: meine zunge ist ein griffel eins guten schreibers.
der schreiber heiszt 'von der feder', ein mann von der feder: drum solten wir auch ohn beschweren die lieben gäns herwider ehren, von den wir auch, ganz wol bekant, die von der feder sind genant.
ganskönig g 5
b; wirklich setzte es der bürgermeister durch, dasz diesmal der mann von der feder statt eines kriegsmanns die thürmerstelle erhielt. Arnim
kronw. 1, 57; man solte sehen, wie sich die von adel weder der kaufmannschaft noch der feder schämeten. Weise
erzn. 90; er lebt von seiner feder. 6@ff) eine gute, leichte, behende feder: er habe viel leichtigkeit zu arbeiten und führe eine gute feder. Göthe 16, 94; eine dürftige, schwerfällige, fruchtbare, gewandte, berühmte, keusche, ausgelassene, gemäszigte feder: haben wir zudem die feder also gemäsziget, das ein herzhafter, sinnreicher leser leichtlich wird verstehen, uns mehr lusts dann bisz
[] und stich gesucht haben. Frank
lob der thorh. vorr.; herr Dusch, eine der fruchtbarsten federn unsrer zeit. Lessing 6, 93; schöne kenntnisse sowie talente, einige sprachen, eine gewandte feder. Göthe 48, 101; aus der fruchtbarkeit seines geistes entquoll die fruchtbarkeit seiner feder. ich bediene mich des ausdrucks feder nicht als einer rednerischen phrase, er gilt hier ganz eigentlich. 32, 240. eine scharfe, beiszende, verletzende, satirische feder. eine kühne, freie: die freiheit der feder ist das einzige palladium der volksrechte. Kant 5, 399; das gelehrte volk schreit dringend nach der freiheit der feder. 10, 123. 6@gg) dasz wer mit seiner federn spitz vermeinet sie recht zu berühren, derselbig wird bald selbs probieren, dasz ihm gebrist scham oder witz. Weckherlin 362; wie des besten nectars kraft und der castalisch beste saft von deiner federn distillieret. 462; Klio, Klio lasz erbitten, lasz erbitten dich doch itzt, zeige dich einmal in güten, mache mir den kopf erhitzt, dasz ich nur auf lustgedichte meine faust und feder richte. Fleming 392; immer auf den büchern liegen und sich mit der feder biegen bringet nur melancholei. Ettners
unw. doct. 638; ein gelehrter, der das ganze jahr neue schlüsse und neue dinte macht, begreift es nicht wie ein mensch leben könne, der kein buch oder keine feder im hause hat und keine dinte, sondern blosz die geborgte gelbe des dorfschulmeisters. J. P.
Siebenk. 3, 13; und zehn galante söhne, von denen jeder schon in einer classe sitzt und an der feder kaut und über büchern schwitzt. Gotter
schauspiele 131; sie morden, wie ich leider höre, bald mit der feder, bald mit der flinte, ja sie ersticken des nächsten ehre bald in blut und bald in dinte. Kotzebue
dr. sp. 1, 67. 6@hh) feder,
die federzüge, das geschriebene: der ritter diesen brief schreiben thet, den ungetrewen narren bei im sitzen liesz, welcher die (
für der) feder nach (
mit den augen folgend) den brief gänzlich lesen thet.
buch d. l. 254, 3. 77)
wie die feder
des flügels den flug regt, lenkt, treibt, so wird nun auch anderes triebwerk von holz oder eisen, zumal von sprungkräftigem und nachgiebigem stahl feder,
elater genannt, z. b. die streichbretter am pflug heiszen federn. Frommanns
mundarten 4, 63;
eine viereckige, in die nuthe passende leiste heiszt feder. Karmarsch 2, 190; die feder in der uhr, am thürschlosz; lange spiesz, daran eisen mit langen feddern geschlagen, damit nicht die spiesz im sturm leicht abgehauwen mögen werden. Kirchhof
disc. mil. 29;
die breter an der giebelseite des strohdachs heiszen federn
und verschiedentlich eiserne bänder, zugespitzte keile oder pflöcke. in anderm sinn ist heute stahlfeder
und vorher schon bleifeder
für die stellvertreterinnen der gänsefeder
zum schreiben gebraucht. 88)
abstractionen: eine feder der schwere überwinden, überwältigen, so zu sagen zersprengen (
den widerstand des gegendrucks eines körpers überwinden). Kant 8, 201; alle federn, räder, druck und saugwerke unsrer einbildung und unsers herzens spielen leicht und harmonisch zusammen. Wieland 8, 36; freude heiszt die starke feder in der ewigen natur. Schiller 19
a; ist alles unterm schlüssel eines weibes und jedes mutes feder abgespannt. 424
a; wars einem solchen herzen wie seinem, das in den federn der liebe wiegend hieng, noch nöthig? J. P.
Hesp. 1, 46.
vgl. triebfeder.
da alle bedeutungen häufig gebraucht werden, gibt es viele composita.