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feder

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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21 in 18 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Feder

Bd. 6, Sp. 372
Feder, ein Maschinenteil aus elastischem Material (Stahl, Messing, Holz, Kautschuk), der vermöge seiner Elastizität imstande ist, Stöße aufzunehmen und zu mildern (Trag-, Prell- oder Pufferfedern, Puffer) oder Bewegungen hervorzubringen, z. B. bei den Uhren (Trieb-, Gangfedern), konstante Pressungen auszuüben (Druckfedern), Schnüre etc. zu spannen (Spannfedern), Druck und Zugkräfte zu messen (dynamometrische Federn), Töne hervorzubringen (Ton- oder Schlagfedern). Das Material der Federn wird dabei entweder auf Druck oder Zug, auf Biegung oder auf Drehung in Anspruch genommen (Druck-, Zug-, Biegungs- und Drehfedern). Die Federn aus steifem Material (meist Stahl, auch Messing, Holz) werden ihrer Gestalt nach eingeteilt in Blattfedern (Fig. 1, A) und in Schrauben- oder Spiralfedern mit den drei Grundformen B, C, D. Blatt- und Schraubenfedern kommen nach ihren Verwendungszwecken in zahlreichen Abweichungen vor. Schraubenfedern werden aus runden, seltener viereckigen Drähten oder Stangen oder flachen Schienen aus Stahl in Zylinder- oder Kegelform hergestellt. Zu Drahtfedern (Springfedern) verwendet man hartgezogenen oder gewalzten Draht. Zur Herstellung der Federn wickelt man das Material um einen passenden eisernen Dorn, dessen Oberfläche die innere Gestalt der F. und zweckmäßige Vertiefungen (Schraubennuten) besitzt, in die sich der Draht etc. legt, oder man biegt den Draht nach dem der Biegmaschine zugrunde liegenden Prinzip. Zu Doppelkegelfeldern besteht der Wickeldorn aus zwei Kegeln, die mit den kleinen Grundflächen lösbar verbunden sind, um jeden Kegel aus der gewickelten F. herausdrehen zu können. Das Umwickeln des Dornes erfolgt entweder durch Drehung des letztern unter Zuführung des Materials, oder auch bei den großen Federn durch Umschmieden. Zur Drehung bedient man sich einer Handkurbel, der Drehbank oder besonderer Maschinen. Die Federwickelmaschinen wickeln Drähte von abgepaßten Längen unter gehöriger Spannung auf Dorne oder vollziehen die Biegung mittels dreier Rollen wie die Wickelmaschine (Fig. 2). Der Draht F F wird von zwei Rollen M, M gefaßt und durch das Rollenpaar G M geschoben, wovon G an einem höher oder tiefer zu stellenden Schieber N N drehbar befestigt ist. Bei einer bestimmten Stellung von G krümmt sich der Draht nach einem Kreise von bestimmtem Durchmesser, z. B. F': es entstehen Zylinderfedern. Wird jedoch G allmählich gesenkt, so werden die Kreise stetig kleiner: einfache Kegelfedern; allmähliche Senkung und Hebung von G erzeugen Doppelkegel- oder Bauchfedern. Diese Hebung und Senkung von G erfolgt von dem Kreisexzenter E mittels des um X drehbaren Hebels L L durch den Zwischenarm L' L', die Einstellschrauben E' E' und Rolle G'' mittels Einwirkung auf den Zapfen Y des Schiebers N N. Der Antrieb der Maschine geht von der Welle O aus und überträgt sich durch das Zahnrad I auf Zahnräder der Wellen P, P', G' und P'', während die Exzenterwelle Z von O aus mittels einer Schraube ohne Ende Drehung erhält. Ein auf Z sitzender Daumen hebt dabei einen Hammer, der die zu jeder Feder nötige Drahtlänge abhaut. Die Druckrolle M' wird von dem um Q drehbaren Hebel J getragen und mittels der Schraube K angepreßt. Die Blattfedern haben außerordentlich verschiedene Formen (Schloßfedern, Korsettfedern, U-förmige Federn an Werkzeugen, Kutschenfedern, Waggonfedern etc.) und werden hergestellt: 1) aus Stahlblech durch Ausschneiden und Biegen; 2) aus geplättetem Stahldraht (Korsett- und Krinolinenfedern); 3) durch Schmieden in Gesenken und Biegen nach Schablonen; 4) durch Walzen auf exzentrischen Walzen (Waggonfedern). Tonfedern werden aus hartem Stahldraht (Schlagfedern) oder Stahlblech (Zungenfedern in Musikwerken) hergestellt. Uhrfedern sind dünne, lange, spiralförmig aufgerollte Stahlbänder von bestimmter Härte (Federhärte). Zur Erzeugung wird das Rohmaterial zu 250 mm breiten und bis 0,1 mm dünnen Streifen ausgewalzt, zwischen rotierenden Schmirgelscheiben abgeschliffen und mittels Kreisscheren in Streifen zerschnitten, die durch einen Härte- und Anlaßprozes; die erforderliche Elastizität erhalten. Zu diesem Zwecke benutzt Kugler eine Maschine (Fig. 3), bei der das auf eine Rolle a gewickelte Stahlband zunächst ein eisernes, etwa 1 m langes, 100 mm breites und 12 mm hahes viereckiges, im Ofen c liegendes Rohr b passiert, in dem es zum Glühen erhitzt wird. Darauf gelangt es noch glühend unter der Druckwalze e in das Ölbad d, um die nötige Härte zu erlangen. Beim Durchgang durch die durch Gewichte gehörig belasteten Ballen f vom Öl befreit, wird das Band zum Nachlassen unter Druck über die von einem Ofen h erwärmte gußeiserne Platte g geführt und zugleich gerade gerichtet. Endlich windet es sich um sechs mit Schmirgel bedeckte Walzen zum Abschleifen auf beiden Seiten und zum Aufwickeln auf die Rolle i. Das in dem Bade bald zu heiß werdende Öl wird stetig aus dem Behälter m durch frisches ersetzt, während das erwärmte durch ein Überlaufrohr o in den Behälter p abfließt. Desgleichen läuft das zwischen den langsam hin und her geführten Ballen e abgestreifte Öl in den Behälter p zurück. Die Maschine von Lüttges besitzt statt des Ölbades ein Paar mit durchlaufendem Wasser kalt gehaltener, drehender Eisentrommeln, die auseinander pressen, um das Verziehen zu verhindern. Auch erwärmt man die Federn zum Härten oder zum Nachlassen durch Einschalten in den Stromkreis einer Dynamomaschine. Die seinen Uhrfedern unterliegen einer genauen Justierung ihrer Breite und Dicke, in dem man sie zwischen verstellbaren Schleifwalzen abschleift und poliert. In entsprechend lange Stücke zerschnitten, werden die Uhrfedern an den Enden durch Erwärmen weich gemacht, mit Löchern zum Einhängen versehen und endlich auf einem sogen. Federwinder spiralförmig gewunden.
5777 Zeichen · 45 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    federst. F.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    feder , st. F. Vw.: s. veder

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fêder

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Fêder , plur. die -n, Diminut. das Federchen, Oberd. das Federlein. 1. Eigentlich, diejenigen leichten, elastischen …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Feder

    Goethe-Wörterbuch

    Feder Mehrzahl der 420 Belege in A 4 A Vogelfeder u daran anschließende Vorstellungen 1 im eigentl Sinn a Teil des Gefie…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Feder

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Feder , Johann Georg Heinrich, als eklektischer Philosoph u. Gegner Kants bekannt, geb. 1740 zu Schornweisach bei Bayreu…

  5. modern
    Dialekt
    Federf.

    Lothringisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Feder [fèdər fast allg.; féïdər Bo. ; fiədər Oberk.; fèlər Schw. — Pl. fèdərə, féïdərn] f. 1. Vogelfeder: De Fädre gehn …

  6. Sprichwörter
    Feder

    Wander (Sprichwörter)

    Feder 1. An den Federn erkennet man den Vogel. – Henisch, 1030; Eyering, I, 88 u. 419; III, 205; Lehmann, 916, 2; Blum, …

  7. Latein
    feder

    Mittellateinisches Wb.

    feder - v. foeder-. Pörnbacher

  8. Spezial
    Feder

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Fe|der f. (-,-n) 1 (Vogel) plöma (-mes) f. 2 (zum Schreiben) pëna (pënes) f. 3 ‹tecn› pëna (pënes) f. 4 (mit Nut) mandl …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit feder

804 Bildungen · 508 Erstglied · 294 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von feder

federn + -er

feder leitet sich vom Lemma federn ab mit Suffix -er, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

feder‑ als Erstglied (30 von 508)

feder 40 und häufiger

KöblerAfries

feder 40 und häufiger , M. (kons.) nhd. Vater ne. father (M.) ÜG.: lat. pater K 14, L 6, L 2, L 4, L 15 Vw.: s. alda-, bijecht-, feders-, mō…

Federball

SHW

Feder-ball Band 2, Spalte 393-394

Federbein

SHW

Feder-bein Band 2, Spalte 393-394

Federbett

SHW

Feder-bett Band 2, Spalte 393-394

Federblume

SHW

Feder-blume Band 2, Spalte 393-394

Federbusch

SHW

Feder-busch Band 2, Spalte 393-394

Federbutz

SHW

Feder-butz Band 2, Spalte 393-394

Federdose

SHW

Feder-dose Band 2, Spalte 393-394

Federfuß

SHW

Feder-fuß Band 2, Spalte 393-394

Federgras

SHW

Feder-gras Band 2, Spalte 393-394

Federgriff

SHW

Feder-griff Band 2, Spalte 393-394

Federhacke

SHW

Feder-hacke Band 2, Spalte 393-394

feder als Zweitglied (30 von 294)

Achselfeder

Campe

achsel·feder

Die Achselfeder , Mz. die — n, bei den Enten und einigen Mewen, die steifen Federn, die unter der Achsel liegen.

ADLERFEDER

DWB2

adler·feder

DWB2 ADLERFEDER , adlersfeder f. DWB2 feder des adlers; auch bildl., ausgehend v. d. vorstellung, daß adlerfedern andere federn verzehren: D…

adlersfeder

DWB

adler·s·feder

adlersfeder , f. wenn man ein adlersfeder zu andern federn legen thut, so friszt sie der ein ganzen hauf. B. Ringwald laut. wahrh. 329 .

Advocatenfeder

Wander

advocat·en·feder

Advocatenfeder Advocatenfedern und Winzermesser schneiden gleich gut. It. : La penna dell' avvocato è un coltello di vendemmia.

Afterfeder

Campe

after·feder

Die Afterfeder , Mz. die — n, die hintern Deckfedern im Schwanze der Vögel.

Bluetfëder

ElsWB

bluet·feder

Bluetfëder f. nicht völlig ausgewachsene Gänsefeder, in deren Kiel noch Blut steckt Obsteinbr.

bogenfeder

DWB

bogen·feder

bogenfeder , f. hutmachern ein stück leder, worüber die darmsaite eines fachbogens geht.

Damenfeder

GWB

damen·feder

Damenfeder frz flektiert ‘Dames’ Schmuckfeder Schicken Sie mir doch bald möglichst von den grosen Dames Federn, Sie wissen ia solche Hahnen …

daunenfeder

DWB2

daune·n·feder

daunenfeder f. : 1553 Elisabeth v. Braunschweig-L. fürstenbrw. 227 M. 1965 frankf. allg. ztg. 289,7.

deckelfeder

DWB

deckel·feder

deckelfeder , f. eine stahlfeder am schlosz des schieszgewehrs, um den deckel auf der pfanne festzuhalten.

deckfeder

DWB

deck·feder

deckfeder , f. die kleinen federn die flügel und schwanz der vögel oben und unten bedecken, tectrices.

drahtfeder

DWB

draht·feder

drahtfeder , f. sprungfeder aus gewundenem draht. bei den schriftgieszern wie drahtbogen.

druckfeder

DWB

druck·feder

druckfeder , f. elastische stücke stahl in einem wagen. ein kaleschwagen mit sitzbänken, auf druckfedern ruhend Berliner zeitung. der bekann…

dürrfeder

DWB

duerr·feder

dürrfeder , f. der knopf an einem kleinen cylinder, den man eindrückt, wenn die repetieruhr schlagen soll, franz. le poussoir.

dunfeder

DWB

dun·feder

dunfeder , f. flaumfeder Hupel Liefl. idiot. 54 . dunfedern plumae molliores Stieler 348 .

Enterichsfeder

PfWB

enterich·s·feder

Enterichs-feder f. : ' Haarlocke ', Enderichsfeddeʳ [ RO-Schneebghf ]. Benannt nach der geringelten Schwanzfeder des Enterichs; vgl. PfWB En…

Ableitungen von feder (2 von 2)

Fëder(e)

ElsWB

Fëder(e) [Fátərə Banzenh. ; Fátr Ruf. Katzent. Co. Winzenh. Dü. Heidolsh. Bf. ; Fatr Dollern Geisp. K. Z. Betschd. ; Fætr Str. W. ] ; Pl. — …

gefeder

DWB

gefeder , gefiedert, mhd. gevëder, auch ungevëder ( wb. 3, 287), ahd. gifëdar ( s. unter gefieder), im 15. jahrh.: volatilis, gefeder. Dief.…