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feder

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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21 in 18 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Fêder

Bd. 2, Sp. 64
Die Fêder, plur. die -n, Diminut. das Federchen, Oberd. das Federlein. 1. Eigentlich, diejenigen leichten, elastischen Körper, womit die Vögel bekleidet sind. 1) In dem eigentlichsten Verstande. Federn bekommen. Einem Vogel die Federn ausrupfen. So leicht, wie eine Feder, S. Federleicht.[] Federn schleißen, den weichern Theil der Federn von dem Kiele abziehen. Mit fremden Federn fliegen, sich mit fremden Federn schmücken, mit entlehnten Vorzügen prahlen. Er will fliegen, ehe ihm die Federn gewachsen sind, er unternimmt Dinge, deren er noch nicht fähig ist. Viel Federlesens machen, im gemeinen Leben, zaudern. 2) Besondere Arten von Federn. (a) Die Feder auf dem Huthe, die Huthfeder, die aus Straußfedern verfertigte Zierde des Huthes, welche gemeiniglich ein adeliges Ehrenzeichen ist. Eine Feder tragen. (b) Das Werkzeug zum Schreiben, welches aus den Schwungfedern der Vögel, besonders der Gänse, und deren Kielen zubereitet wird, und so lange sie noch nicht zubereitet ist, ein Kiel, eine Spuhle, Nieders. eine Pose, genannt wird. Eine Feder schneiden, sie so schneiden, daß sie zum Schreiben geschickt wird. Die Feder schreibt gut, schlecht, fein, grob u. s. f. Daher die figürlichen Arten des Ausdruckes, das ist aus seiner Feder, ist von ihm verfertiget und geschrieben; eine beißende, eine spitzige Feder haben, im gemeinen Leben, eine beißende Schreibart; ein Mann von der Feder, dessen vornehmste Beschäftigung das Schreiben ist, ein Gelehrter, oft aber auch nur ein Schreiber, im Gegensatze des Mannes vom Degen, eines Kriegsmannes; sich mit seiner Feder nähren, mit Schreiben; dieß läßt sich der Feder nicht anvertrauen, läßt sich nicht füglich schreiben; ein Werk unter der Feder haben, an einer Schrift arbeiten; einem etwas in die Feder sagen, dictiren; das Mitleiden hat seine Feder geführt, u. s. f. In weiterer Bedeutung führen diesen Nahmen auch wohl metallene Werkzeuge dieser Art, dergleichen z. B. die Reißfedern sind. (c) Aus Federn zubereitete Betten, im Plural, und im gemeinen Leben. In den Federn liegen, im Bette. 2. Figürlich, wegen einiger Ähnlichkeit, oder wegen eines ehemahligen Gebrauches. 1) Ein Stück Stahl oder stählernes Blech, welches, wenn es gebogen wird, zurück schlägt. Dergleichen sind die Federn in einer Uhr, in einem Schlosse, u. s. f. Sie führen diesen Nahmen vermuthlich wegen der Elasticität, welche dergleichen künstliche Federn mit den natürlichen gemein haben. S. Federhart und Federkraft. Hierher gehören auch die Federn oder gespaltenen eisernen Keile, welche man vor etwas steckt, indem sie wie eine Feder zurück springen, und fest halten; dergleichen an den Bolzen u. s. f. angebracht werden. Wegen einer Ähnlichkeit in der Gestalt führet diesen Nahmen auch ein halb rundes Stück Metall an dem Griffe der Husarensäbel, unter der Brust, die starke Scheide auf der Klinge fest zu halten. 2) In dem Hüttenbaue werden die Flammen, welche durch das Auge, oder die Öffnung des Ofens über den Herd spielen, gleichfalls Federn genannt; vermuthlich wegen einiger Ähnlichkeit in der Gestalt. 3) Bey den Jägern heißen die Borsten der wilden Schweine und die Stacheln am Igel Federn. Hierher gehören auch die Floßen an den Fischen, welche theils wegen ihrer Gestalt, theils aber auch wegen der Ähnlichkeit der Bestimmung mit den Federn der Vögel, Floßfedern, d. i. Schwimmfedern, genannt werden. 4) Der Schwanz des Rothwildbretes und des Hasens, der bey dem ersten auch der Bürzel, die Galle, das Ende, der Hirschschwaden, der Sturz, das Wedele genannt wird; ohne Zweifel so fern Feder ursprünglich ein bewegliches Ding bedeutet, welches die gleichdeutige Benennung Wedele bestätiget. Anm. Dieses Wort lautet bey dem Notker Federa, im Angelsächs. Fether, Fyther, im Nieders. Fedder, und in einigen weichern Mundarten mit der gewöhnlichen Ausstoßung des d Färe, im Isländ. Fiödur, im Schwed. Fjäder, im Engl. Feather, im Dän. Fiär, im Böhm. Pero, welche alle mit dem Griech. πτερον, gleichsam πετερον, genau überein kommen. Wenn[] man die letzte Sylbe als die Endung -er betrachtet, welche gemeiniglich ein Werkzeug andeutet, so bleibet zur Aufsuchung des Stammes nur die Sylbe Fe, oder Fed übrig, welche uns auf das Wort wehen oder wegen, movere, leitet. Feder würde also ein Werkzeug des Fliegens, oder in weiterer Bedeutung der Bewegung, bezeichnen. S. Wage, Bewegen, Wehen u. s. f. Bey dem Pictorius ist fätteren fliegen oder flattern.
4413 Zeichen · 69 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    federst. F.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    feder , st. F. Vw.: s. veder

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fêder

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Fêder , plur. die -n, Diminut. das Federchen, Oberd. das Federlein. 1. Eigentlich, diejenigen leichten, elastischen …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Feder

    Goethe-Wörterbuch

    Feder Mehrzahl der 420 Belege in A 4 A Vogelfeder u daran anschließende Vorstellungen 1 im eigentl Sinn a Teil des Gefie…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Feder

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Feder , Johann Georg Heinrich, als eklektischer Philosoph u. Gegner Kants bekannt, geb. 1740 zu Schornweisach bei Bayreu…

  5. modern
    Dialekt
    Federf.

    Lothringisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Feder [fèdər fast allg.; féïdər Bo. ; fiədər Oberk.; fèlər Schw. — Pl. fèdərə, féïdərn] f. 1. Vogelfeder: De Fädre gehn …

  6. Sprichwörter
    Feder

    Wander (Sprichwörter)

    Feder 1. An den Federn erkennet man den Vogel. – Henisch, 1030; Eyering, I, 88 u. 419; III, 205; Lehmann, 916, 2; Blum, …

  7. Latein
    feder

    Mittellateinisches Wb.

    feder - v. foeder-. Pörnbacher

  8. Spezial
    Feder

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Fe|der f. (-,-n) 1 (Vogel) plöma (-mes) f. 2 (zum Schreiben) pëna (pënes) f. 3 ‹tecn› pëna (pënes) f. 4 (mit Nut) mandl …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit feder

804 Bildungen · 508 Erstglied · 294 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von feder

federn + -er

feder leitet sich vom Lemma federn ab mit Suffix -er, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

feder‑ als Erstglied (30 von 508)

feder 40 und häufiger

KöblerAfries

feder 40 und häufiger , M. (kons.) nhd. Vater ne. father (M.) ÜG.: lat. pater K 14, L 6, L 2, L 4, L 15 Vw.: s. alda-, bijecht-, feders-, mō…

Federball

SHW

Feder-ball Band 2, Spalte 393-394

Federbein

SHW

Feder-bein Band 2, Spalte 393-394

Federbett

SHW

Feder-bett Band 2, Spalte 393-394

Federblume

SHW

Feder-blume Band 2, Spalte 393-394

Federbusch

SHW

Feder-busch Band 2, Spalte 393-394

Federbutz

SHW

Feder-butz Band 2, Spalte 393-394

Federdose

SHW

Feder-dose Band 2, Spalte 393-394

Federfuß

SHW

Feder-fuß Band 2, Spalte 393-394

Federgras

SHW

Feder-gras Band 2, Spalte 393-394

Federgriff

SHW

Feder-griff Band 2, Spalte 393-394

Federhacke

SHW

Feder-hacke Band 2, Spalte 393-394

feder als Zweitglied (30 von 294)

Achselfeder

Campe

achsel·feder

Die Achselfeder , Mz. die — n, bei den Enten und einigen Mewen, die steifen Federn, die unter der Achsel liegen.

ADLERFEDER

DWB2

adler·feder

DWB2 ADLERFEDER , adlersfeder f. DWB2 feder des adlers; auch bildl., ausgehend v. d. vorstellung, daß adlerfedern andere federn verzehren: D…

adlersfeder

DWB

adler·s·feder

adlersfeder , f. wenn man ein adlersfeder zu andern federn legen thut, so friszt sie der ein ganzen hauf. B. Ringwald laut. wahrh. 329 .

Advocatenfeder

Wander

advocat·en·feder

Advocatenfeder Advocatenfedern und Winzermesser schneiden gleich gut. It. : La penna dell' avvocato è un coltello di vendemmia.

Afterfeder

Campe

after·feder

Die Afterfeder , Mz. die — n, die hintern Deckfedern im Schwanze der Vögel.

Bluetfëder

ElsWB

bluet·feder

Bluetfëder f. nicht völlig ausgewachsene Gänsefeder, in deren Kiel noch Blut steckt Obsteinbr.

bogenfeder

DWB

bogen·feder

bogenfeder , f. hutmachern ein stück leder, worüber die darmsaite eines fachbogens geht.

Damenfeder

GWB

damen·feder

Damenfeder frz flektiert ‘Dames’ Schmuckfeder Schicken Sie mir doch bald möglichst von den grosen Dames Federn, Sie wissen ia solche Hahnen …

daunenfeder

DWB2

daune·n·feder

daunenfeder f. : 1553 Elisabeth v. Braunschweig-L. fürstenbrw. 227 M. 1965 frankf. allg. ztg. 289,7.

deckelfeder

DWB

deckel·feder

deckelfeder , f. eine stahlfeder am schlosz des schieszgewehrs, um den deckel auf der pfanne festzuhalten.

deckfeder

DWB

deck·feder

deckfeder , f. die kleinen federn die flügel und schwanz der vögel oben und unten bedecken, tectrices.

drahtfeder

DWB

draht·feder

drahtfeder , f. sprungfeder aus gewundenem draht. bei den schriftgieszern wie drahtbogen.

druckfeder

DWB

druck·feder

druckfeder , f. elastische stücke stahl in einem wagen. ein kaleschwagen mit sitzbänken, auf druckfedern ruhend Berliner zeitung. der bekann…

dürrfeder

DWB

duerr·feder

dürrfeder , f. der knopf an einem kleinen cylinder, den man eindrückt, wenn die repetieruhr schlagen soll, franz. le poussoir.

dunfeder

DWB

dun·feder

dunfeder , f. flaumfeder Hupel Liefl. idiot. 54 . dunfedern plumae molliores Stieler 348 .

Enterichsfeder

PfWB

enterich·s·feder

Enterichs-feder f. : ' Haarlocke ', Enderichsfeddeʳ [ RO-Schneebghf ]. Benannt nach der geringelten Schwanzfeder des Enterichs; vgl. PfWB En…

Ableitungen von feder (2 von 2)

Fëder(e)

ElsWB

Fëder(e) [Fátərə Banzenh. ; Fátr Ruf. Katzent. Co. Winzenh. Dü. Heidolsh. Bf. ; Fatr Dollern Geisp. K. Z. Betschd. ; Fætr Str. W. ] ; Pl. — …

gefeder

DWB

gefeder , gefiedert, mhd. gevëder, auch ungevëder ( wb. 3, 287), ahd. gifëdar ( s. unter gefieder), im 15. jahrh.: volatilis, gefeder. Dief.…