summe,
summa,
f. ,
ältere nebenformen summ, sumb,
im mnd. meist masc. (Schiller-Lübben 4, 468
b).
im hohen mittelalter aus lat. summa
entlehnt, gewinnt das wort, zunächst vielfach noch in lat. form, später meist in eingedeutschter gestalt, gegen 1500
auffällig an boden und ist seitdem gängiger bestandteil aller sprachschichten. die im lat. fruchtbare räumliche bedeutung '
höchster punkt, gipfel'
hat sich dabei im deutschen nicht entfaltet und ist nur schattenhaft spürbar, im bild: ein summe ob allen summen der hôhen sælekeit du bist (
Maria) Konrad von Würzburg
gold. schmiede 1236
Schröder; dagegen wohnt dem wort im deutschen wie auch dem frz. somme,
nl. som, summa,
dän. sum,
schw. summa
fast ausschlieszlich quantitativer charakter inne, infolgedessen in den meisten bedeutungen konstruktion mit folg. genitiv. 11)
auf eine gegebene einheit abzielend, also eine totalität betreffend, '
ganzes'
in verschiedenen spielarten, die teilweise ineinander verschwimmen. 1@aa) '
inbegriff', '
das höchste',
meist von eigenschaften, gefühlen u. ä.: ein gott haben allein, und kein andern neben ihm, ist die summ der säligkeit Seb. Franck
paradoxa (1558) 18
a; kurtz meine nymff Myrt ist ein kunststück der natur ..., der schönheit gantze sum, der tugenden richtschnur G. R. Weckherlin
ged. 1, 465
lit. ver.; sobald geschmack die summe der gefühle eines ganzen volkes ist Lenz
vertheidigung des herrn Wieland (1776) 25; was die summe seines (
des kindes) elends ausmacht Herder 5, 26
S.; das gefühl des überschwankens der menschheit in die gottheit, was doch die summe alles menschlichen fühlens ... ist W. v. Humboldt
br. an Welcker 102; jenes goldene wort, das die summe aller protestantischen weisheit über kirchliche verfassungsfragen enthält Treitschke
hist. u. polit. aufs. (1886) 1, 12;
gegensätze umspannend: denken und thun, thun und denken, das ist die summe aller weisheit Göthe 24, 30
W.; ähnlich: heut und morgen ist die summe dieses allzu kargen lebens Platen 1, 139
Redl.; parallel geordnet mit verwandtem begriff: weisz sust wol, dasz die summ und vollkummenheit Christus ist H. Zwingli
dt. schr. (1828) 1, 211. 1@bb) '
inhalt'
von schriftstücken, reden, '
resumé, quintessenz',
seit beginn des 19.
jh. nur noch selten, dann meist von historikern gebraucht: daz ist des buches summe gantz kurtz, gemeinlich, sunder schrantz
Hiob 433
Karsten; wann die summ der brief was dise
erste deutsche bibel 6, 98; die glos und die gantze summe dieses psalms Luther 19, 315
W.; die summ disz artikels oder worten Christi Zwingli
dt. schr. (1828) 1, 40; die summ, was in disem dritten buch gehandelt wird Sebiz
feldbau (1579) 312; sol ich einmal rechenschafft gebn, wie ich regiert hab in meim lebn, ist diss die summ vnd die antwort
jedermanns jammerklage (1621) c 4
a; die summ der christlichen lehr Dannhawer
catechismusmilch (1657) 1, 17; so sey die summe (
des lebens) diesz: er lebte schlecht und recht ohn amt und gnadengeld, und niemands herr noch knecht Lessing 1, 8
M.; die summe von allem ist, es kommt nicht auf die abschaffung einzelner miszbräuche an, sondern auf die umschaffung der verwaltung Dahlmann
franz. revol. (1845) 44; die summe des vorgedachten möchte ich in folgende sätze fassen W. H. Riehl
die deutsche arbeit (1861) 216;
besonders von juristischen büchern: (
eine handschrift) enthält eine summe zum decret Savigny
gesch. d. röm. rechts 3, 476.
s. auch summarium. 1@cc) '
gesamtheit, gesamtzahl, gesamtmenge',
erst seit ende des 18.
jh. gebräuchlich, stark anschwellend in der ersten hälfte des 19.
jh., besonders bei historischen schriftstellern, seitdem weniger häufig: man kann daher auch die summe der nationalglückseligkeit nicht wohl angeben
M. I. Schmidt
gesch. d. Deutschen (1778) 6, 205; von der summe der anlagen, welche der begriff der gattung in sich faszt W. v. Humboldt
ges. schr. (1903) 1, 354; das recht ist also nur die summe der erlassenen gesetze Jhering
geist des röm. rechts (1852) II 1, 25; die summe aller negerleiden Mommsen
röm. gesch.4 2, 78; der päpstliche legat bedrohte die widerspenstigen mit der summe aller geistlichen strafen Ranke
s. w. (1867) 1, 48; aus der summe der lebensäuszerungen eines menschen G. Freytag
ges. w. 14, 262; unter dem klima eines landes versteht man die summe seiner witterungserscheinungen Ad. Tromnau
lehrb. der schulgeogr. (1909) 2, 3, 14; das volkstum ist die summe aller natürlichen lebensäuszerungen eines volkes J. Goebbels
Michael (1931) 37;
mit sichtbarbleiben der einzelnen im ganzen enthaltenen teile: mein kopf ist eine summe von vielerlei naturen, in welchem ich oft ein sehr gemischtes publikum ertappe Brentano 9, 16; ... durch der thaten lange summe ('
reihe') Frida Schanz
ährenlese2 23; 1@dd) summe
als rechnerischer begriff, '
ergebnis der addition einzelner posten',
häufig auch in freiem gebrauch: totus die summa Joh. Orsäus
nomencl. method. (1623) 20; wenn das jahr um wäre und er die summa (
der einkommensposten) zusammen rechnete (1696) Chr. Reuter
Schelmuffsky 69
ndr.; die gegebene zahlen werden die summirenden, die gefundene aber wird die summe oder das aggregat genennt H. v. Fleming
vollk. teutsche soldat (1726) 17; aus dem begriffe einer summe von sieben und fünf Kant 3, 37
akad. ausg.; frei: wenn wir für raçenschädel das mittel aus der summe beider geschlechter erhalten Peschel
völkerkde (1874) 53;
vielfach in verbindung mit verben: addier die zwo summen zuosammen und ausz der gantzen summ ziehe die wortzel Seb. Münster
cosmography (1550) 30; lernt viel zalen in ein summa pringen
M. Stifel
coss Rudolffs (1553) 2
a;
summare ein sum machen
gemma gemmarum (
Straszburg 1508) b 2
a; in eine summe ziehen '
als ganzes betrachten': nachmals wöllen wir in ein summ ziehen die handlungen der Römer W. Xylander
Polybius (1574) 117;
vgl. Luther 33, 36
W. und ziehen I C 2 a;
seit dem anfang d. 18.
jh. sehr verbreitet die summe ziehen,
vgl. M. Kramer
teutschit. 2 (1702) 1038
b;
gern auf geistiges übertragen, z. t. ohne weiteren zusatz: schwerlich, obgleich wir bey vielem keine andere summe ziehen Hippel
lebensläufe n. aufst. linie (1778) 1, 418; ziehen wir die summe, Vitzewitz, so haben wir uns aus drei gründen zu gratuliren Fontane
vor dem sturm 4, 96; jede stelle suchte er (
Luther) prüfend in ihrem zusammenhang zu verstehen, dann zog er die summe G. Freytag
bilder 1 (1859) 144;
öfter mit genitiv, besonders von leben, lebenszeit, umständen, eigenschaften: (
wenn wir) des lebens summe nun gezogen, und einsam uns verloren sehn Schiller 11, 422
G.; ihr brief, in welchem sie ... die summe meiner existenz ziehen (1794) Göthe IV 10, 184
W.; wenn ich die summe seiner fehler ziehen sollte Fontane
ges. w. I 2, 219;
ähnlich: gleichsam die summe eines langen gedankenexempels ziehend Storm
ges. schr. 7 (1877) 47;
mit ersetzendem nebensatz: überlegen sie alles dies, und ziehen sie die summe, ob sie ... nur den zehnten teil dieser überschwenglichen und beispiellosen liebe verdient haben Tieck
schr. (1828) 14, 374;
präpositional gewendet mit aus: das kriegskommissariat, das ... die summe zog aus der bisherigen entwickelung H. Prutz
preusz. gesch. (1900) 2, 103. 1@ee)
formelhafter gebrauch, an die abschnitte a
bis d
anschlieszend, in einer bedeutung wie '
zusammenfassend, kurz, alles in allem'.
in verschiedenen wendungen, die meistens am satzeingang stehen. 1@e@aα) summa,
ohne formvarianten, nur bis ins 18.
jh. reichend: summa, der sabat und alle zyt sind an den menschen gebunden, und der mensch nit an den sabat (1522) Zwingli
von freiheit der speisen 13
ndr.; aber aller prasz bleibt liegen, weil ich keine fraw kan kriegen, summa, ich bin vbel dran Gabr. Voigtländer
oden u. lieder (1642) 67; summa, es ist keine gassen noch straszen ... welche der rasende tod nicht hätte durchstrichen Abr. a
s. Clara
mercks Wien (1680) 29; summa, seine seele und auch sein geist stunden gegen die äuszere natur ganz indifferent Liscow
samml. sat. u. ernsth. schriften (1739) 670. 1@e@bβ) in summa,
durchweg in lat. form, besonders gehäuft im 16./17.
jh., später selten und dann hauptsächlich archaisierend gebraucht: in summa ein solch herlich hausz, dergleichen ich ... nie gesehen hab (1520) Dürer
tagebuch 52
L.; alt und jung, weib und jungfer und in summa alles, was gehen konte Grimmelshausen 2, 345, 4
Keller; nicht weniger haben sie (
die kadetten) allen königlichen civil- und militairbedienten ... ehrerbietig zu begegnen, und in summa, einem jeden mit geziemender und einem edelmann anständigen höflichkeit entgegen zu gehen H. v. Fleming
vollk. teutsche soldat (1726) 135; in summa, nehmen sies nur nicht so gar genau! Göthe 9, 111
W.; in summa, die geistesarbeit der Italiener lebte und webte schon überall in der renaissance W. H. Riehl
die dt. arbeit (1861) 67; er ist bescheiden und selbstbewuszt ... in summa ein Märker Fontane
ges. w. I 1, 131. 1@e@gγ) in der (einer) summ, summen, summa,
lebendig nur bis in die 2.
hälfte des 17.,
lexikalisch gebucht bis in den anfang des 18.
jh., gern in verbindung mit verben des sagens: confero in pauca ich machs kurtz, sags in einer summ Alberus (1540) 89
a; aber in einer summ davon zu reden, so ist zauberey ein rechte teufelische abgötterey
theatr. diabol. (1569) 206
b; kurtz in einer summa darvon geredet: wir müssen alle sterben Lehman
floril. polit. (1662) 3, 334;
gern neben kürzlich,
z. b.: kürtzlich und in einer summa davon zu reden Gretter
ep. Pauli (1566) 653
u. ö.; auch ohne verbale formel: in der sum da man alle tadel list, spricht man das der aigenlich geitig ist der da verhalt das, das man verzeren sol Vintler
blumen der tugend 2128
Zingerle; wier bitten jn disem gebet als jn der summa ('
kurz zusammenfassend') Luther 30, 1, 254
W.; yetz weist, min fründ, in einer summ ('
kurz und bündig'), worumb ich oft nit zuo dir kumm (1548) H. R. Manuel
weinspiel 1771
ndr.; disz ist in einer summ mein wesn Prätorius
Katzenveit (1665) l 4
b;
auch summierend in verbindung mit zahl- oder mengenbegriffen, so öfter bei Hans Sachs: ire künig ... wol ein und dreissig in der sumb ('
zusammen, alles in allem') 1, 211
lit. ver.; von eim waltbruder und darbey von verwegener mörder drey, wie die all vier in einer sumb ('
zusammen') brachten einander selber umb
ebda 11, 451;
auch: ach dasz doch in der summen die blumen allerhand auff dise krippen kommen, und krönen jhren printz
M. Opitz
deutsche poemata 186
ndr. 1@e@dδ)
wenig verbreitet in kurzer summ: so find sich war inn kurtzer summ, der posshafft schwach und starck der frumm J. v. Schwarzenberg
der teutsch Cicero (1535) 126
b; ich widerum (
rief) in kurtzer summ ('
kurzerhand') ... Spee
trutznachtigall (1649) 12. 1@e@eε) summa summarum: da ist summa summarum kein ander rat noch hülffe in dieser sache, denn das man nur gen himel sehe Luther 17, 1, 230
W.; doch sag ich auch, bey meinem aidt, das kein lieb ist ohn hertzenleidt. das sag ich summa summarum H. Sachs
s. fastnachtsp. 1, 2
ndr.; archaisierend in späterer zeit: also summa summarum ... bist du ein närrchen Göthe 38, 77
W.; so ein alter einsiedler ... musz ... summa summarum wohl dreihundert jahre alt geworden sein Görres
ges. br. (1858) 3, 117;
in etwas abgewandelter form: in summa summarum es war überall sonst nichts als armut zu sehen Grimmelshausen 2, 412
Keller; vereinzelt mit bestimmtem artikel: das ist die summa summarum, der todt würgt alles umb und umb Petri
d. Teutschen weiszheit (1604) 1, a 5
b; ein neues stück ... wovon allemal die summa summarum ist: Lavater gehört entweder ins zuchthaus oder ins tollhaus Lavater
verm. schr. (1774) 2, 256;
mit spielerischem vokalwechsel: summirum, summarum, ich liebe dich nicht, du gelbes verwelktes citronengesicht le Pensiv
poet. grillen (1729) 103. 1@ff)
schweiz. '
die satzungen betr. die allmendgüter der korporationen',
heute meist summverordnung:
schweiz. id 7, 972. 22)
eine quantität schlechthin. 2@aa) '
menge, anzahl.'
mit folgendem sing., vorzugsweise als genitiv, in älterer zeit meist von sachen: disser vorgeschrebin summa gutis ... des habe ich eynen usgesneten briff vnde der obirste marschalk den andern (1402)
handelsrechnungen d. dt. ordens 271, 7
Sattler; ein guotte summ zuckers vnd vil ander frücht S. Franck
weltbuch (1534) 187
a; mächtigste summa honigs Sebiz
feldbau (1579) 307; summe volkes: eyner ... somme reysigis folckes (1472)
Frankfurts reichscorresp. 2, 176
Janssen; Traianus da, der kayser frum, von Rom furt volcks ain grosze summ J. v. Schwarzenberg
der teutsch Cicero (1535) 117
b;
in neuerer zeit durchweg von abstrakten: allen familien ... die summe ihres glücks ... zu vermehren Herder 23, 169
S.; eine noch verwunderliche summe von nichtwissen Fontane
ges. w. I 4, 256; (
die aufgabe,) die summe des auf erden vorhandenen leids zu vermindern
M. v. Ebner-Eschenbach
ges. schr. (1893) 4, 114;
selten präpositional mit von: mancher hat ein gar grosze sum von korn, weitzen, und anderm mehr Eyering
prov. copia (1601) 2, 40;
mit verbundenem plural, von personen und sachen: der (
Griechen) zal ich niht vermelde, wan ich ir summe niht enweiz Konrad von Würzburg
Trojanerkrieg 39167; nichten zele das geschlecht Leui: noch ensetz ir summ mit den súnen Israhel
erste dt. bibel 4, 5
K.; da Florus ... sahe, das jr (
der heiden) so ein grausame summe was Saltzman
Octavian (1548) q 1
a; (
der tyrann) liesz seine brüder bringen umb, auch seiner freundt ein grosse sumb H. Sachs 2, 133
K.; als er nun gen Baiersfurt kommen, seind die beede hauffen innerhalb der schussen ... in grosser summen gelegen
F. Haarer
bawrenkrieg (1625) 8; das die bawleüt, von den selbigen feldern, ein uberschwencklich summa frücht erbawen Boner
Plutarchus teutsch (1534) 57
b;
verspätet, archaisierend: wollt ihr nicht mehren selbst der kämpfer summe Fr. Rückert
w. (1867) 1, 6;
von abstrakten: swer hât gelesen der laster summen und der tugende, der vindet dâ wol, waz er tuon und mîden sol Hugo von Trimberg
renner 2712
E.; und hab ein summ beschluszreden in kurzen tagen ... zemmen bracht Zwingli
dt. schr. (1828) 1, 171; eine gar kärgliche summe von realitäten Schubart
leben und gesinnungen (1791) 1, 116; eine hinreichende summe von erfahrungen Melch. Meyr
erzählungen a. d. Ries (1868) 1, 214. 2@bb) '
geldbetrag': der gaugler die gänsz ime umb ein summa botte (1557)
M. Montanus
schwankbücher 29
lit. ver.; hat er die summen zu lohn mir geben Albr. Dietrich
bawrenknecht (1618) a 5
b; glauben sie, dasz es mir gleichgültig ist, dasz sie summen verlieren
allg. dt. bibliothek 10, 12; mir fehlts an geld und anstalt, eine summe gleich baar zu heben
Shakespeare 4, 15; die ... summe, die ich für meinen vater einkassiert ... hatte E.
M. Arndt
s. w. (1892) 1, 65; dann schrieb er die summe genau in sein buch G. Keller
ges. w. 1, 145;
mnd. als masc. (
s. o. sp. 1065): dessen summen scole wy vnde willen em oder synen eruen bereden to sunte med reden penninghen (1376)
meckl. urkb. 19, 51.
in verbindung mit adjektiven der quantität, meist steigernden, vorzugsweise grosz: (
edeling) dem er muosz geben ein grosze summ Murner
narrenbeschwörung 125
ndr.; der dieb ... hat nicht angefangen von einer groszen summa, sondern von groschen Abr. a
s. Clara
etwas für alle (1699) 1, 266; er verlohr ein paarmal grosze summen Knigge
roman meines lebens (1781) 3, 176;
mit anderen beiwörtern: ungeheuer Th. Abbt
verm. w. 6, 2, 85; hoch G. Ph. Harsdörffer
d. teutsche secretarius (1656) 1, 221; ansehnlich Brentano
ges. schr. (1852) 5, 324; bedeutend Dahlmann
gesch. d. franz. revol. (1845) 99; unermesslich Hippel
über die ehe (1792) 10; erklecklich G. Keller
ges. w. 2, 24; gut
engl. comedien u. trag. (1624) G g 4
b; Göthe 43, 116
W.; schön E. Raupach
dram. w. ernster gattung (1835) 8, 278; hübsch Mörike
w. 3, 27
Göschen; voll (1618) L. Sandrub
hist. u. poet. kurzweil 36
ndr.; mindernde epitheta: klein Knigge
roman meines lebens (1781) 1, 40; gering H. Grimm
Michelangelo (1890) 1, 33;
ungewöhnlich und vereinzelt sind andere bezeichnungen: (
sie) sehn mit edler verachtung, dasz der verschnittne tausende nimmt, dasz güldene summen in die schürze der tänzerin regnen Zachariae
poet. schr. (1763) 4, 89; Leo der zehnte vergab christliche sünden, und wandte die heiligen summen auf das unheilige schöne der heiden Herder
w. 3, 232
S. mit näherer angabe des betrages: dofür (
für die bannweide) gebt das dorf ein sume gelts, mit namen drei phunt geldes (
vor 1463)
weistümer 6, 41; umb ein grosze summa rheynischer gulden Stumpf
Schweizerchronik (1606) 411
b; honorar in einer runden summe von rthlr. 200 Müllner
dram. w. (1828) 8, 35; eine summe von 11 mill. thlr. Mommsen
röm. gesch.4 3, 103.
mit folgendem genitiv, in der regel geldes,
bereits im 14.
jh. gebraucht, stärker verwendet im 16./17.
jh., seitdem nur noch vereinzelt: umb die obgenant summe geltes (
Speier 1353) K. Zeumer
goldene bulle 2, 61; ain summe gelts (1437)
urkb. des Cistercienserstifts Goldenkron 430
a Pangerl; summa geldes B. Ringwaldt
die lauter wahrheit (1585) 27; ihr vater hat eine grosze summe geldes dafür erhalten Göthe 21, 104
W.; dasz er ... eine bedeutende summe geldes ... mit sich führte Fr.
M. Klinger
w. (1809) 8, 291;
sporadisch andere subst. wie gold: einem bermbten juristen ward ein stattliche summ golds auff seinen tisch presentiert Lehman
floril. polit. (1662) 1, 314; der könig läszt ihm eine grosze summe goldes zahlen Göthe 44, 49
W. 33)
zusammensetzungen erscheinen meist zu 1 d
als junge mathematische fachausdrücke, z. b. summenausdruck: kommen in einem summenausdruck positive und negative glieder vor, so trägt man erstere in dem einen sinne, letztere im entgegengesetzten sinne auf Lueger 4, 762; summenformel: summenformel für veränderliche recten
allgem. dt. bibl. anh. z. bd. 53-86 (1771) 2626; summenfunktion E. Czuber
wahrscheinlichkeitsrechnung 1 (1908) 352; summenreihe Lueger 7, 587; summensystem: die berechnung des summensystems E. Czuber
a. a. o. 315;
seltener zu anderen abschnitten, z. b. summenton,
zu 1 b: der aufgeklärte mensch der spätern zeit, allhörer nicht blosz will er sein, sondern selbst der letzte summenton aller töne Herder 5, 560
S.; summenvertheilung,
zu 2 b: die groszen summenvertheilungen der frühern dynastie zu devoten zwecken sind später weggefallen Ritter
erdkde (1822) 3, 1053.