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schnapp

nhd. bis Dial. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
14 in 10 Wb.
Sprachstufen
2 von 16
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Verweise raus
14

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schnapp m.

Bd. 15, Sp. 1168
schnapp, m. handlung des schnappens, einmaliges schnappen, nach den verschiedenen bedeutungen des verbums; erst im späten mhd. als snap auftretend (Lexer mhd. handwb. 2, 1023). 11) plötzliches öffnen des mundes unter gleichzeitigem zufahren; besonders von gierigen thieren: der walfisch verschluckt jn ains schnaps. S. Münster cosmogr. 1420; einen schnapp nach etwas thun, auf éinen schnapp, von hunden Adelung; daher der hund selbst als ein schnapp bezeichnet: zunächst am ofen sasz, mit seinem groszen schnapp, ein Nimrod. Schmidt kom. dicht. 263; der fisch geht auf den schnapp (versucht den köder an der angel zu schnappen). Krünitz 13 (1786), 598; der hai that einen schusz und schnapp, doch am gebisz vorüber knapp ist ihm der kühne held geschwommen. Lenau 331; auch von menschen: den halt man für ein praffen mann, der ein paar viertl in eim schnapp auszsauffen kan. Sutor latinum chaos (1716) 219; auf das was durch den schnapp erfaszt wird, bezogen; schnapp (neben schnapps) quantum hianti ore una vice capitur, auf einen schnapp, una oris captura Frisch 2, 211b. 22) von dingen, plötzliches zusammenklappen: einen schnapp mit der schere thun; mit dem schnapp des schlosses ist die thüre zu. niederd. auch der von der geöffneten und dann gleich wieder zugemachten thüre ausgehende luftstosz: den snap krîgen, von diesem luftstosze getroffen werden. Schambach 199a. 33) bild für plötzliche geschwindigkeit in der formel im schnapp: in einem schnap hierüber alsbald viel votiert und zu end geschlossen. Birlinger augsb.-schwäb. wb. 400a; auch niederd.: mit enem snapp, in der gröszten eilfertigkeit, sehr geschwind brem. wb. 4, 879; mit ên snap, in einem augenblick, sofort ten Doornkaat Koolman 3, 237b. 44) schnapp für plötzlichen räuberischen überfall, straszenraub: dann ob er gleich wol die schlösser und stettle also im schnap nit konte überziehen, so verbrennt er doch die dörfer. Zimm. chron. 22, 209, 9. 55) besonders in der sprache des 16. jahrh. einen schnapp nehmen, leiden, räuberischen oder kriegerischen überfall, schlappe, niederlage erleiden: die Römer wolten solchs rechen, da namens den schnap darob. Aventin bair. chron. 1, 384, 31; es namen mêrgenant brüeder, dieweil si miteinander kriegten, noch mêr ein schnap, verlurn auch alle land, so ehem des wasserfluesz Tygris ligen. 416, 6; daran der feind musz ein schnapp oder nachtheil leiden, dar ausz jm das hertz entfellt. Fronsperger kriegsb. 1, 134b; in freierer anwendung: man handelt sie (die prediger) ubel, darumm werden wir in kürtz erfaren, wie unsere kirchen werden ein schnap nemmen. Luther tischr. 183a; nimet er aber einen schnap, dasz er erschepft wirt. 339a; so mein ehr hat ein schnap genumen, und bin auch umb mein gut schir kumen. H. Sachs 1 (1558), 319d; das nit etwan nemest ein schnap, das dir werd ein volle kap (strafe, züchtigung). Wickram Obsop. L 4b; noch jetzt in Düringen schnapp kriegen, ungemach bekommen, etwas wegkriegen, auch empfindlichen verlust erleiden durch sinken des preises. vgl. auch das fem. schnappe 4. 66) schnapp, bezeichnung des rotzes, nasenflusses, in Hamburg und Holstein. brem. wörterb. 4, 880. Schütze 4, 138; ebenso in Pommern: snapp, der rotz aus der nase Dähnert 436b; gehört nicht zu dem vorhergehenden, sondern entspricht dem mnd. snop, snoppe (das auch als snap, snappe vorkommt Schiller-Lübben 4, 278) und hochdeutschem schnupfen, s. d.
3421 Zeichen · 57 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schnapp

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Schnapp , oder Schnapps, eine Interjection, welche eine Nachahmung desjenigen Schalles ist, welcher eine schnelle mit Sc…

  2. modern
    Dialekt
    schnapp

    Schweizerisches Idiotikon · +6 Parallelbelege

    schnapp Band 9, Spalte 1236 schnapp 9,1236

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schnapp

168 Bildungen · 162 Erstglied · 0 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von schnapp 2 Komponenten

sch+napp

schnapp setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schnapp‑ als Erstglied (30 von 162)

Schnapp I

Idiotikon

Schnapp I Band 9, Spalte 1236 Schnapp I 9,1236

Schnapp II

Idiotikon

Schnapp II Band 9, Spalte 1236 Schnapp II 9,1236

Schnapp III

Idiotikon

Schnapp III Band 9, Spalte 1237 Schnapp III 9,1237

Schnappauf

SHW

Schnapp-auf Band 5, Spalte 567-568

schnappab

DWB

schnappab , adv. : meine regulen werden kurtz und guet seyn, und damit schnappab. Schwabe tintenf. 17 . angelehnt an den imperativ von absch…

Schnappach

PfWB

schnapp·ach

Schnappach ON : Ortsteil von Ingb ( Christmann SN I 542/43). Neckname für die Bewohner von IB-Schnapp, Knedelbaire Pl. ( Knödelbayer ) [ IB-…

schnappangel

DWB

schnapp·angel

schnappangel , f. art angeln mit kurzer schnur und auf dem wasser schwimmenden haken, nach dem die fische schnappen, auch schwimmangel. Krün…

Schnappatz

PfWB

schnapp·atz

Schnappatz Gen.? : ' naseweises Kind ', Schnabatz [ Klein Prov. 130]. Rhein. VII 1522/23 Schnabbeck 'vorlautes Kind'.

Schnappbänkel

Wander

schnapp·baenkel

Schnappbänkel Auf dem Schnappbänkel sein. ( Elsass. ) – Klein, II, 132. Am Rande, zum Ueberschlagen bereit, auf dem Entscheidungspunkte.

Schnappball

RhWB

schnapp·ball

Schnapp-ball (s. S.) Rip, Nfrk u. abseits Trier-Nonnw , Goar-Braunshorn m.: Fangball der Mädchen; Schn. spille. — Schn.bällche Schn.stein be…

Schnappbeere

PfWB

schnapp·beere

Schnapp-beere f. : 'Rauschbeere (Vaccinium uliginosum)', Schnappbeeʳ [ PS-Hirschth ]. —

schnappbein

DWB

schnapp·bein

schnappbein , n. ein bein, welches kürzer als das andere ist. Campe. vgl. unten schnappen, hinken.

schnappbissen

DWB

schnapp·bissen

schnappbissen , m. bissen zum schnappen, gelegentlich zu schnappender, erlangender bissen, eigentlich und bildlich: da sehen sy auff dem mar…

Ableitungen von schnapp (6 von 6)

beschnappen

DWB

beschnappen , degustare, aufschnappen: doch wenn du ja historien beschnappen wilst, so lies den Marcolfs, den Eulenspiegel. Riemers reime di…

entschnappen

DWB

entschnappen , entwischen, entfahren, nnl. ontsnappen. s. entschappen .

erschnappen

DWB

erschnappen , ore hiante captare, erwischen, erhaschen. in schnappen, wie in klappen, schlappen u. s. w. fordert die hd. eigenheit PF für PP…

geschnappe

DWB

geschnappe , n. das schnappen; übertragen, sermo nimius, lingua solutissima Stieler 1893 .

schnappe

DWB

schnappe , f. schnappende person oder schnappendes ding; erst im nhd. erscheinend. 1 1) schwatzende person ( vergl. schnappen 1, sp. 1170): …

verschnappen

DWB

verschnappen , verb. durch unüberlegtes aussprechen etwas verraten. wol aus dem nd. ( Weigand 2 2, 612), im mhd., besonders md. üblich ( Lex…