Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Schnabel m.
Schnabel m.
Schnabel m. spitzzulaufende Verlängerung des Vogelkiefers, ahd. snabul ‘Schnabel, Rüssel’ (9. Jh.), mhd. snabel, auch ‘langauslaufende Schuhspitze’, mnd. mnl. snāvel ‘Schnabel, Rüssel, Mund’, nl. snavel, daneben (mit altem j-Suffix) mnd. mnl. snebbe, snibbe und (ohne anlautendes s-) mnd. nebbe, nibbe, mnl. nebbe, nl. neb ‘Schnabel, Spitze’, aengl. nebb ‘Nase, Schnabel’, engl. (mundartlich) neb ‘Schnabel, Schnauze’, nib ‘Schnabel, Spitze’, anord. nef ‘Nase, Nasenbein’, schwed. näbb, (mundartlich) näv ‘Schnabel’ sind verwandt mit anord. snafðr ‘begierig’ (Part.adj. zu nicht überliefertem *snefja ‘nachspüren’), isl. snefja, schwed. (mundartlich) snavla ‘begierig an sich reißen’. Auszugehen ist von einer Anlautverbindung germ. sn-, die sich mit nach Qualität und Quantität unterschiedlichem Vokalismus und nachfolgender (teilweise affektisch verschärfter oder expressiv verdoppelter) Konsonanz verbindet (germ. *snaƀ-, *snap-, *snuƀ-, *snup-, *snad-, *snat-, *snud-, *snut-, *snag-, *snak-, *snug-, *snuk- u. dgl.) und eine Gruppe lautmalender Wörter ohne außergerm. Vergleichsmöglichkeiten bildet; vgl. Nomina postverbalia 1 (1932) 178 f. und 187 f., Anord. 521 und Nl. 662. Es handelt sich dabei vornehmlich um Wörter, die vorragende Kopfteile wie Mund und Nase (Schnabel, Schnauze) sowie damit vergleichbare spitzzulaufende Gegenstände, Geräte und damit vorgenommene Bewegungen (schnappen, schnippen) oder damit verbundene geräuschvolle Handlungen wie das Einholen und Ausstoßen der Luft (schnacken, schnattern, schnauben, schnaufen, schneuzen, schnüffeln, schnupfen) bezeichnen. – schnäbeln Vb. ‘die Schnäbel aneinanderreiben’, spätmhd. snebelen; vgl. ahd. snabulōn ‘mit dem Schnabel durchwühlen’ (11. Jh.); übertragen ‘schwatzen, plaudern, sich küssen’ (16. Jh.). schnabulieren Vb. ‘in Gemütlichkeit etw. Gutes essen’, zuerst schnabelieren ‘mit dem Schnabel picken’ (16. Jh.), scherzhafte Ableitung von Schnabel.