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Schneid

nhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
7 in 7 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Schneid

Schneid

schneiden Vb. ‘mit einem scharfen Werkzeug zertrennen’, ahd. snīdan (8./9. Jh.), mhd. mnd. snīden, asächs. snīðan, mnl. snīden, nl. snijden, afries. snītha, aengl. snīþan, anord. snīða, schwed. snida, got. sneiþan (germ. *snīþan). Außergerm. werden herangezogen tschech. (mundartlich) snět ‘Ast’, poln. (älter) śniat ‘Baumstamm’, so daß eine Wurzel ie. *sneit- ‘schneiden’ angenommen werden kann, dazu vielleicht (mit abweichendem Dental) mir. snēid ‘klein, kurz’. Angesichts dieser geringen Vergleichsmöglichkeiten aber ist erwägenswert, auch schneiden zu der lautmalenden, etw. Spitzes, etw. Zupackendes, Schnappendes bezeichnenden Wortgruppe mit anlautendem germ. sn- (s. Schnabel) zu rechnen. schneiden ist ursprünglich wohl ein Landwirtschaftswort und bedeutet in alter Zeit ‘mit der Sichel abmähen, ernten’, vgl. noch heute Gras, Getreide, Korn schneiden. In übertragener Wendung jmdn. schneiden ‘gesellschaftlich ignorieren’ (Mitte 19. Jh.) nach gleichbed. engl. to cut (a person); in der Mathematik sich schneiden (von zwei Linien) ‘sich in einem Punkt kreuzen’ (16. Jh.). – Schneid m. (bair.-öst. f.) ‘Mut, Tapferkeit, Draufgängertum’ (18. Jh.), besonders in Wendungen wie (keinen) Schneid haben; eigentlich südd. (mit Apokope eines auslautenden unbetonten e), im Krieg von 1870/71 durch norddeutsche Truppen als Mask. aufgenommen und verbreitet. schneidig Adj. ‘forsch, mutig’ (2. Hälfte 19. Jh.), älter nd. een sneidigen Kopp ‘Kopf mit hellem, scharfem Verstand’, een sneidigen (‘schnellen, energischen’) Gang (18. Jh.), mhd. snīdec, snīdic ‘schneidend, scharf, stark, kräftig’. Schneide f. ‘scharfe, schneidende Kante von Waffen, Werkzeugen, Geräten’, mhd. snīde. zweischneidig Adj. ‘mit zwei Schneiden versehen’ (15. Jh.), daher auch ‘sehr scharf’, übertragen ‘mit Vorteilen und Nachteilen versehen’ (da nach zwei Seiten schneidend), ‘gefährlich’ (17. Jh.). Schneider m. ‘Handwerker, der Kleidung anfertigt’ (eigentlich ‘Stoff, Tuch für Kleidung zuschneidet’), mhd. snīdære. schneidern Vb. ‘Kleidung nähen, anfertigen’ (17. Jh.). abschneiden Vb. ‘mit einem Schneidwerkzeug abtrennen, durchtrennen, den Weg ab-, verkürzen, den Zugang verwehren, verhindern’, ahd. abasnīdan (9. Jh.), mhd. abesnīden. Vgl. gut, schlecht abschneiden ‘mit gutem, schlechtem Ergebnis abschließen, Erfolg bzw. keinen Erfolg haben’ (Mitte 19. Jh.). Abschnitt m. ‘Gliederungseinheit, Textteil, Zeitraum, Zäsur, abtrennbares, abgetrenntes Stück’, mhd. abesnit. anschneiden Vb. ‘nicht völlig durchschneiden, das erste Stück abschneiden’ (das Brot anschneiden, übertragen eine Frage, ein Problem anschneiden ‘eine Aussprache darüber beginnen’), mhd. anesnīden ‘(ein Kleid) anmessen, zurechtmachen’. Aufschnitt m. ‘Braten- und Wurstscheiben’ (19. Jh.), zuvor ‘Schnittstelle’ (18. Jh.), ‘Prahlerei’ (17. Jh.), frühnhd. ūfsnit ‘das Anschneiden’ (15. Jh.). beschneiden Vb. ‘stutzen, zurückschneiden, glattschneiden, die Vorhaut entfernen’, ahd. bisnīdan (8. Jh.), mhd. besnīden. durchschneiden Vb. ‘mit einem Schneidwerkzeug zerteilen’, mhd. durchsnīden ‘zerschneiden, verwunden, zerteilen’ (s. Durchschnitt). überschneiden Vb. (reflexiv) ‘sich kreuzen, teilweise zusammenfallen’ (19. Jh.), zuvor mhd. übersnīden ‘beim Schneiden der Feldfrüchte auf den Grund und Boden eines anderen übergreifen, übertreffen’. verschneiden Vb. ‘kürzen, zurechtschneiden, durch Schneiden verderben’, ahd. firsnīdan ‘weg-, abschneiden, zerschneiden’ (8. Jh.), mhd. versnīden ‘zerschneiden, fehlerhaft zuschneiden, ab-, wegschneiden, beschneiden, kastrieren, verwunden, töten, schmälern’. Verschnittener m. ‘Kastrat, Eunuch’ (16. Jh.). Verschnitt m. ‘Wein, Branntwein, Rum mit Beimischungen anderer Sorten’ (um 1900); vgl. verschneiden übertragen ‘schädigen, verderben, verschlechtern’, daher auch ‘guten Wein mit schlechtem versetzen’, in diesem Sinne zuerst (18. Jh.) nd. versnīden (als Praktik der Weinimporteure?). Schneidezahn m., fast nur im Plur. Schneidezähne ‘die vorderen, scharfen Zähne, mit denen abgebissen wird’ (18. Jh.), wohl Übersetzung von medizin.-lat. dentes incisivi, Neubildung zur Unterscheidung gegenüber älterem Backzahn, Backenzahn, Stockzahn (s. d.).
4137 Zeichen · 140 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    schneidm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    schneid , m. thatkraft, entschlossenheit im handeln, junge norddeutsche umbildung des bair. fem. schneid ( s. erstes sch…

  2. modern
    Dialekt
    Schneid

    Schweizerisches Idiotikon · +3 Parallelbelege

    Schneid Band 9, Spalte 1078 Schneid 9,1078

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schneid

479 Bildungen · 467 Erstglied · 1 Zweitglied · 11 Ableitungen

Zerlegung von schneid 2 Komponenten

sch+neid

schneid setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schneid‑ als Erstglied (30 von 467)

schneidarzt

DWB

schneid·arzt

schneidarzt , m. in älterer sprache chirurg, der brüche, stein und gries operierte. Schm. 2, 571 .

Schneidawind

Herder

Schneidawind , Franz Joseph Adolf, geb. 1799 zu Bamberg, Professor der Geschichte am Lyceum zu Aschaffenburg, ist der Verfasser zahlreicher …

Schneidback

RhWB

schneid·back

Schneid-back Geld , Mörs , Klev , Rees m.: Gerät zum Häcksel, Stroh, Bohnen, Rübstiel schneiden, bes. Futterschneidemaschine, Häckselbank mi…

schneidbacke

DWB

schneid·backe

schneidbacke , f. schraubenbacke, bezeichnung von eisenstücken, welche gewöhnlich zu zweien in die schneidekluppe ( s. d. ) eingespannt werd…

Schneidbanksknüppel

PfWB

schneidbank·s·knueppel

Schneidbanks-knüppel m. : 1. 'verdickter, spitz zulaufender oberer Teil am Spannhebel der Schneidbank zum Festklemmen des Werkstücks', Schne…

Schneidbankskopf

PfWB

schneidbank·s·kopf

Schneidbanks-kopf m. : 1. 'verdickter, spitz zulaufender oberer Teil am Spannhebel der Schneidbank zum Festklemmen des Werkstücks', nach sei…

schneidbar

DWB

schneid·bar

schneidbar , adj. im weiteren sinne das, was durch schneidende geräte zertheilt werden kann; in eingeschränkter bedeutung von solchen gegens…

schneid als Zweitglied (1 von 1)

Ableitungen von schneid (11 von 11)

beschneiden

DWB

beschneiden , circumcidere, amputare, mit der bedeutung von be = um, umbi, wie die angegebnen lat. wörter circum und am, amb ἀμφί enthalten;…

beschneidung

DWB

beschneidung , f. circumcisio, amputatio, nach allen bedeutungen. den jüdischen sinn der περιτομή gewährt oft das N. T. figürlich, kritische…

erschneiden

DWB

erschneiden , emetere Maaler 116 d , succidere Stieler 1899 : man kanns nicht erschneiden, falci repugnat.

geschneide

DWB

geschneide , geschneite , n. , verbalsubst. zu schneiden und schneiten Schm., ahd. snîdan und sneitôn, und coll. zu schneide f. 1 1) das ges…

geschneiden

DWB

geschneiden , verb. schneiden, übertragen auf innere empfindung, kümmern: hei! was geschneids dann auch mich? Simpl. 2, 30.

geschneidung

DWB

geschneidung , f. beschneidung, circumcisio. der seelen wurzgarten ( Ulm 1483) c. 4 bei Scherz 1, 535 .

schneide

DWB

schneide , f. incisio, der durch eine schneide hervorgebrachte einschnitt; von dem vorigen verschiedenes wort. 1 1) ahd. sneida, snaida Graf…

verschneiden

DWB

verschneiden , verb. durch schneiden kürzen, verletzen, vernichten, hinwegnehmen, ahd. farsnîdan Graff 6, 842 , mhd. versnîden Lexer handwb.…

verschneidung

DWB

verschneidung , f. resectio, amputatio Steinbach 2, 480 , eviratio Maaler 429 d : ein schriftsteller .. giebt dem gewande seiner blösze und …

zerschneiden

DWB

zerschneiden , verb. , zu schneiden ( th. 9, 1252); ahd. zasnîdan, mhd. zersnîden, mnd. to-, mnld. tesnîden; Diefenbach gl. 138 c ; Alberus …

Zerschneidung

GWB

Zerschneidung [bisher nicht publizierter Wortartikel]

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schneid". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schneid/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „schneid". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schneid/pfeifer_etym. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schneid". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schneid/pfeifer_etym.
BibTeX
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  urldate      = {2026-05-15},
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