Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Durchschnitt m.
Durchschnitt m.
Durchschnitt m. ‘Mittelwert mehrerer gleichartiger Größen, Mittelmaß’, zu durchschneiden gebildet (s. schneiden) und seit dem 16. Jh. bezeugt, zuerst für lat. intercīsio ‘Zerschneidung’ verwendet, dann im Sinne von Durchmesser (s. d.) und ‘Aufriß, senkrechter Schnitt durch einen Gegenstand, ein Gebäude’. Die heute übliche Bedeutung ‘Mittelwert’ entwickelt sich im 18. Jh., vorerst noch ohne pejorativen Beigeschmack, aus der Arithmetik (man addiert ungleiche Zahlen und dividiert sie durch die Anzahl der addierten Zahlen). Dazu die präpositionale Verbindung im Durchschnitt ‘dem Mittelwert entsprechend’ (18. Jh.). Mit der Bedeutung ‘einem errechneten Mittelwert entsprechend, üblich, nicht besonders, nicht herausragend’ wird Durchschnitt im 19. Jh. als erstes Kompositionsglied produktiv, vgl. Durchschnittsalter, -ertrag, -gesicht, -schüler, -ware. – durchschnittlich Adj. ‘dem Mittelwert entsprechend’ (18. Jh.).