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Schneider

nhd. bis sprichw. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
19 in 13 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Schneider

Schneider

schneiden Vb. ‘mit einem scharfen Werkzeug zertrennen’, ahd. snīdan (8./9. Jh.), mhd. mnd. snīden, asächs. snīðan, mnl. snīden, nl. snijden, afries. snītha, aengl. snīþan, anord. snīða, schwed. snida, got. sneiþan (germ. *snīþan). Außergerm. werden herangezogen tschech. (mundartlich) snět ‘Ast’, poln. (älter) śniat ‘Baumstamm’, so daß eine Wurzel ie. *sneit- ‘schneiden’ angenommen werden kann, dazu vielleicht (mit abweichendem Dental) mir. snēid ‘klein, kurz’. Angesichts dieser geringen Vergleichsmöglichkeiten aber ist erwägenswert, auch schneiden zu der lautmalenden, etw. Spitzes, etw. Zupackendes, Schnappendes bezeichnenden Wortgruppe mit anlautendem germ. sn- (s. Schnabel) zu rechnen. schneiden ist ursprünglich wohl ein Landwirtschaftswort und bedeutet in alter Zeit ‘mit der Sichel abmähen, ernten’, vgl. noch heute Gras, Getreide, Korn schneiden. In übertragener Wendung jmdn. schneiden ‘gesellschaftlich ignorieren’ (Mitte 19. Jh.) nach gleichbed. engl. to cut (a person); in der Mathematik sich schneiden (von zwei Linien) ‘sich in einem Punkt kreuzen’ (16. Jh.). – Schneid m. (bair.-öst. f.) ‘Mut, Tapferkeit, Draufgängertum’ (18. Jh.), besonders in Wendungen wie (keinen) Schneid haben; eigentlich südd. (mit Apokope eines auslautenden unbetonten e), im Krieg von 1870/71 durch norddeutsche Truppen als Mask. aufgenommen und verbreitet. schneidig Adj. ‘forsch, mutig’ (2. Hälfte 19. Jh.), älter nd. een sneidigen Kopp ‘Kopf mit hellem, scharfem Verstand’, een sneidigen (‘schnellen, energischen’) Gang (18. Jh.), mhd. snīdec, snīdic ‘schneidend, scharf, stark, kräftig’. Schneide f. ‘scharfe, schneidende Kante von Waffen, Werkzeugen, Geräten’, mhd. snīde. zweischneidig Adj. ‘mit zwei Schneiden versehen’ (15. Jh.), daher auch ‘sehr scharf’, übertragen ‘mit Vorteilen und Nachteilen versehen’ (da nach zwei Seiten schneidend), ‘gefährlich’ (17. Jh.). Schneider m. ‘Handwerker, der Kleidung anfertigt’ (eigentlich ‘Stoff, Tuch für Kleidung zuschneidet’), mhd. snīdære. schneidern Vb. ‘Kleidung nähen, anfertigen’ (17. Jh.). abschneiden Vb. ‘mit einem Schneidwerkzeug abtrennen, durchtrennen, den Weg ab-, verkürzen, den Zugang verwehren, verhindern’, ahd. abasnīdan (9. Jh.), mhd. abesnīden. Vgl. gut, schlecht abschneiden ‘mit gutem, schlechtem Ergebnis abschließen, Erfolg bzw. keinen Erfolg haben’ (Mitte 19. Jh.). Abschnitt m. ‘Gliederungseinheit, Textteil, Zeitraum, Zäsur, abtrennbares, abgetrenntes Stück’, mhd. abesnit. anschneiden Vb. ‘nicht völlig durchschneiden, das erste Stück abschneiden’ (das Brot anschneiden, übertragen eine Frage, ein Problem anschneiden ‘eine Aussprache darüber beginnen’), mhd. anesnīden ‘(ein Kleid) anmessen, zurechtmachen’. Aufschnitt m. ‘Braten- und Wurstscheiben’ (19. Jh.), zuvor ‘Schnittstelle’ (18. Jh.), ‘Prahlerei’ (17. Jh.), frühnhd. ūfsnit ‘das Anschneiden’ (15. Jh.). beschneiden Vb. ‘stutzen, zurückschneiden, glattschneiden, die Vorhaut entfernen’, ahd. bisnīdan (8. Jh.), mhd. besnīden. durchschneiden Vb. ‘mit einem Schneidwerkzeug zerteilen’, mhd. durchsnīden ‘zerschneiden, verwunden, zerteilen’ (s. Durchschnitt). überschneiden Vb. (reflexiv) ‘sich kreuzen, teilweise zusammenfallen’ (19. Jh.), zuvor mhd. übersnīden ‘beim Schneiden der Feldfrüchte auf den Grund und Boden eines anderen übergreifen, übertreffen’. verschneiden Vb. ‘kürzen, zurechtschneiden, durch Schneiden verderben’, ahd. firsnīdan ‘weg-, abschneiden, zerschneiden’ (8. Jh.), mhd. versnīden ‘zerschneiden, fehlerhaft zuschneiden, ab-, wegschneiden, beschneiden, kastrieren, verwunden, töten, schmälern’. Verschnittener m. ‘Kastrat, Eunuch’ (16. Jh.). Verschnitt m. ‘Wein, Branntwein, Rum mit Beimischungen anderer Sorten’ (um 1900); vgl. verschneiden übertragen ‘schädigen, verderben, verschlechtern’, daher auch ‘guten Wein mit schlechtem versetzen’, in diesem Sinne zuerst (18. Jh.) nd. versnīden (als Praktik der Weinimporteure?). Schneidezahn m., fast nur im Plur. Schneidezähne ‘die vorderen, scharfen Zähne, mit denen abgebissen wird’ (18. Jh.), wohl Übersetzung von medizin.-lat. dentes incisivi, Neubildung zur Unterscheidung gegenüber älterem Backzahn, Backenzahn, Stockzahn (s. d.).
4137 Zeichen · 140 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schneider

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Schneider , des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Schneiderinn. Von dem vorigen Zeitworte. 1) Überhaupt, derjenige,…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schneider

    Goethe-Wörterbuch

    Schneider Kleidung (nach Maß) anfertigender Handwerker; gelegentl (in scherzh Zshg) im Hinblick auf die den Schneidern a…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schneider

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +7 Parallelbelege

    Schneider , Anton, geb. 1777 zu Weiler im Vorarlberg, Advokat zu Bregenz, leitete 1809 den Vorarlberger Aufstand, wurde …

  4. modern
    Dialekt
    Schneiderm.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Schneider m. : 1. 'Handwerker, der Kleidung aus Stoffen herstellt', Schneideʳ (šnaidəʳ) [vereinzelt, Lambert Penns 137 K…

  5. Sprichwörter
    Schneider

    Wander (Sprichwörter)

    Schneider 1. A Schneider und a Muck des sind zwoa rare Stuck; die Muck, die is so keck und wirft a Schneider in Dreck. –…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schneider

317 Bildungen · 243 Erstglied · 72 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von schneider

schneid + -er

schneider leitet sich vom Lemma schneid ab mit Suffix -er.

Zerlegung von schneider 2 Komponenten

sch+neider

schneider setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schneider‑ als Erstglied (30 von 243)

schneider als Zweitglied (30 von 72)

Aufschneider

RDWB1

Aufschneider m выскочка; хвастунишка; см. RDWB1 Angeber

Halsabschneider

RDWB1

Halsabschneider m auch Gurgelabschneider m обманщик, мздоимец, лихоимец устар. , мироед устар. So ein ~! - Это же разбой средь бела дня! пер…

Anschneider

DRW

Anschneider Steuerbemesser, Steuerzähler die dicatoribus vulgo den anschneyderenn, vinum ad avena dono missa 1532 QKronstadt II 250 SiebbWB.…

aufschneider

DWB

auf·schneider

aufschneider , m. prahler, lügner: dem aufschneider, dem capitain lügner von der bernhäuterei. Gryphius 1, 765 ; was es für ein unterscheid …

Ausschneider

Campe

aus·schneider

Der Ausschneider , des — s, d. Mz. w. d. Ez; die Ausschneiderinn, Mz. die — en, eine Person, welche etwas ausschneidet. Ein geschickter Auss…

Bankschneider

Adelung

bank·schneider

Der Bankschneider , des -s, plur. ut nom. sing. im Wallfischfange, ein Arbeiter, der den Wallfischspeck vor einer Bank zerschneidet.

beutelschneider

DWB

beutel·schneider

beutelschneider , m. crumeniseca, taschendieb: du sollst morgen sein, wo man die schelmen, betrieger und beutelschneider abstrafet. Gryphius…

Blếchschneider

Adelung

blech·schneider

Der Blếchschneider , des -s, plur. ut nom. sing. auf den Blechhämmern, ein Arbeiter, welcher die Bleche beschneidet.

bruchschneider

DWB

bruch·schneider

bruchschneider , m. qui secando herniis medetur: stein und bruchschneider. Paracelsus chir. schr. 36 a .

Diamantschneider

Adelung

diamant·schneider

Der Diamantschneider , oder Demantschneider, des -s, plur. ut nom. sing. ein Steinschneider, welcher vornehmlich Diamanten bearbeitet.

Dillschneider

Wander

dill·schneider

Dillschneider Er hätte einen guten Dillschnidder geben. ( Trier. ) Von einem Menschen, der bei jedem gesprochenen Worte eine rasche Verbeugu…

Êrbvorschneider

Adelung

erb·vorschneider

Der Êrbvorschneider , des -s, plur. ut nom. sing. ein Erbbeamter verschiedener fürstlichen Häuser welcher bey feyerlichen Gastmahlen die Spe…

formschneider

DWB

form·schneider

formschneider , m. sculptor typorum: 'sol ich solch gselschaft meiden? sprach der formschneider drauf, 'hör ich ietzt auf zu schneiden. wenn…

frauenschneider

DWB

frau·n·schneider

frauenschneider , m. sartor, qui mulieribus vestes conficit: wenn irgendwo frauenschneider und sättel nicht zu haben wären, so wärs im himme…

futterschneider

DWB

futter·schneider

futterschneider , m. ein arbeiter dem das häckerlingschneiden für das vieh obliegt. stroh- sive futterschneider, sector stramentarius. Stiel…

gewandschneider

DWB

gewand·schneider

gewandschneider , m., nomen agentis , die beliebteste und ausdauerndste unter den zusammensetzungen von gewand in der bedeutung pannus. sie …

Gezêltschneider

Adelung

gezelt·schneider

Der Gezêltschneider , des -s, plur. ut nom. sing. ein Schneider, welcher sich vornehmlich mit Verfertigung der Gezelte beschäftiget.

glasschneider

DWB

glas·schneider

glasschneider , m. , zu glas B 1 und 2; handwerker, der glasgegenstände herrichtet und durch schliff verziert: Hans Heszen glasschneidern za…

Großvorschneider

Adelung

gross·vorschneider

Der Großvorschneider , des -s, plur. ut nom. sing. ein vornehmer Reichsbeamter in Pohlen und Litthauen, der in dem erstern Reiche Kron-Großv…

Haderschneider

Adelung

hader·schneider

Der Haderschneider , des -s, plur. ut nom. sing. auf den Papiermühlen, eine Maschine in Gestalt einer Häckerlingsbank, die Hadern oder Lumpe…

halsabschneider

DWB

hals·abschneider

halsabschneider , m. eigentlich decollator; in derber rede nennt man so den wucherer. vgl. kopfabschneider 5, 1770.

Ableitungen von schneider (2 von 2)

Verschneider

PfWB

Ver-schneider , Ver-schnitter m. : ' wer Tiere kastriert ', Veschneireʳ [ BZ-O'ottb ], -schneideʳ [verbr.], -schniddeʳ [ NW-Duttw ]. Zs. Sau…