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Schnabel

nhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
17 in 14 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Schnabel

Bd. 7, Sp. 1524
Schnabel (s. o. bei Schnabbel u. schnabbeln), das Wort ist heute allg.; im SNfrk herrschte früher bęk m. »Vogelschnabel« vor, heute B. nur in übertr. Bed. »Kinn«; im Klevld ist es heute noch herrschend, aber Schn. dringt ein; auch das Rip, Berg hat einmal nur bęk besessen; heute nur noch übertr. »Scherenarme, Schraubstockzwinge« u. in Zs. wie Läll-, Näll-, Schnab-beck; dass im Rip, Nfrk Schn. Lehnwort aus dem Nhd. ist, beweist der Lautstand -ā:b-, –āb- (nicht -ā:v-, –āw-, das aber jüngst als eingelautete Form spärlich erscheint); Rhfrk -aw-, Pl. -ę-, doch Hunsr -āw-, Pl. -E-; WMosfrk -w- [uSaar -ə-, –ūə-, –ø-; Ruwert -; s. Gabel; NWSaarbg -īəw-; Trier-Onsd Welschbillig, WBitb -Ew-, –ē-, –ēă-; Onsd -ī-], Pl. -Ew- [-īə-]; sonst Mosfrk -āw-, Pl. -E- [für die übertr. Bed. »Mund« im ganzen -w-Geb. vielfach -āb-]; Siegld -āw-; Rip, Nfrk (s. o.) -ā:b-, -āb-, Pl. -E:-, –E- [Kref -ābələ]; Demin. -ęwəlχə(n) usf., -əlkə, –əlšə, –əltjə m.: 1.a. wie nhd., der Schn. des Vogels, je nach Grösse u. Form grosse, kläne, lange, korze, dicke, dinne, krumme usf. Schnäwel Simm, Allg.; Hohnder-, Entenschn. usf.; de Schn. opsperre; mem Schn. et Foder oppecke Rip, Allg. RA.: Feine Vilche han f. Schnäwelcher zarte Seelen sind empfindlich May-Hatzenport; weke (weiche) Vüəgel hänt uk w. Schnäbel sagt eine alte Frau zu einer jungen, die sich beim Wäschewaschen die Hände wund gerieben hat Gummb, Berg, Köln, Kemp-Grefr. Jede Vugel singk, we im de Schn. gewassen es jeder nach seiner Art Köln, MülhRh. — b. verächtl. derb, der Mund des Menschen, bes. als Werkzeug des Sprechers; in Wend. wie: Schwätz, wie dir de Schn. gewassen es Rip, Allg.; dem steht de Schn. de ganze Dag net stell Birkf, Allg.; en Schn. an (in) der Maul han ein gutes Mundwerk, bes. bei einer Widerrede Bitb; er hot iwerall sei Schn. vore ist vorlaut; en vorwitzige Schn. hon dass. Rhfrk; eweil kregt et Kand (Kind) e Schn. es fängt an zu sprechen Trier-Onsd; dohn de Schn. op! rede doch; de Schn. hale schweigen; sech an jet de Schn. verbrenne zu seinem Schaden ausplaudern Rip, Allg.; muss du ok mit dinem Schn. wiər debi sin? dazwischen reden Gummb, Allg. RA.: Den het e Schn. (dem geht den Schn.) wie en Gans er schnattert, redet viel Prüm-Büdesh, Gummb-Lobschd, — en Intenorsch (Enten-) Saarbg-Schoden. Wenn der dut es, dann left [] sei Schn. noch Kobl-Weissenthurm. Wat hot den e grene (grünen) Schn.! der unreife Bursche Wittl-Kinh, Simm-Buch. Ich schlahn dir de Schn. noch eweg! Birkf, — dech op denge Schn. Rip, Allg. — Als Werkzeug des Essens; ne Schn. han viel essen können Schleid-Hellenth; die krige nüs en de Schn. haben nichts zu essen Rip, Allg. RA.: Wer em Heimont (Heumonat) net gawelt on en der Er (Ernte) net zawelt on em Herfst net krawelt, hot em Wenter neist fir en de Schn. Bernk-Malborn. — 2. übertr. a. sachl. α. Spitze der Pflugsohle Bitb-Dudeld. — β. Schn. am Bug des Schiffes Ruhrschiff. — γ. Schnäwelche Schuhflicken, Mäulchen (s. d.) Kobl-Kapellen. — δ. Schnäwelcher Pl. lange, nierenförmige Kartoffeln Saarbr-Heusw. — ε. Schnäwwelcher Geranienart uNahe; Löwenmäulchen Saarbr. — ζ. verächtl. ausgetretener Schuh Düss-Stdt. — b. persönl. α. Schnäwelchin, –äb- Schwalbe Saarl-Diefflen Saarwelling Stdt. — β. verächtl. geschwätziger Mann Saarbr-Sulzb. — γ. -ā:v- dummer, vorwitziger Bursche, Weib Monsch-Witzerath; s. auch Dreck-, Grünschn.
3391 Zeichen · 114 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schnabel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Schnabel , des -s, plur. die Schnäbel, Diminut. das Schnäbelchen, Oberd. Schnäbelein. 1. Eigentlich, das verlängerte…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schnabel

    Goethe-Wörterbuch

    Schnabel 1 (mit hornartiger Substanz überzogenes) vorn spitz zulaufendes, zweiteiliges Mundwerkzeug bei Vögeln a als typ…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schnabel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +3 Parallelbelege

    Schnabel ( Rostrum ), bei den Vögeln die Kiefer, die an Stelle der Zähne mit einer hornigen Scheide bekleidet sind. Sein…

  4. modern
    Dialekt
    Schnabel

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB Schnabel [ʿSnâpl S. ; ʿSnâwl Ruf. Su. Co. Katzent. Dü. Bf. ; ʿSnówl Meis. ; Snàwl Ndhsn. Str. K. Z. Han…

  5. Sprichwörter
    Schnabel

    Wander (Sprichwörter)

    Schnabel 1. Am gekrümmten Schnabel kennt man den Raubvogel. Frz. : Tout bec crochu de proye est soustenu. ( Bohn I, 59. …

  6. Spezial
    Schnabel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schna|bel m. (-s, Schnäbel) 1 ‹zool› bech (bec) m. 2 ‹umor› (Mund) bocia (-ces) f. 3 (verächtlich) müsa (müses) f. 4 (an…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schnabel

283 Bildungen · 136 Erstglied · 146 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schnabel 2 Komponenten

schna+bel

schnabel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schnabel‑ als Erstglied (30 von 136)

schnabelätzer

DWB

schnabelätzer , m. vogelart, die zu den kegelschnäblern gehört und die jungen aus dem schnabel mit körnern und insecten ätzt. Oken 7, 272 .

schnabelartig

DWB

schnabel·artig

schnabelartig , adj. und adv. die art oder form eines schnabels habend: schnabelartige krümmung; die nase gieng schnabelartig nieder.

schnabelaufsatz

DWB

schnabel·aufsatz

schnabelaufsatz , m. aufsatz auf dem schnabel: der nashornvogel, der sofort durch den aufwärts gekrümmten, roth, gelb und schwarz gefärbten …

Schnabelblech

PfWB

schnabel·blech

Schnabel-blech n. : ' schnabelförmiges Gefäß, mit dem der letzte Rest von Most aus der Rundung einer Bütte geschöpft werden kann ', Schnawwe…

Schnabelbǟbi

Idiotikon

Schnabelbǟbi Band 4, Spalte 918 Schnabelbǟbi 4,918

schnabel als Zweitglied (30 von 146)

Grünschnabel

RDWB1

Grünschnabel m (kein Bezug zu "клюв") молокосос презр. , молоко на губах не обсохло идиом. , пренебр. , сопливый юнец идиом. , презр. , сопл…

Ackerschnabel

Campe

acker·schnabel

† Der Ackerschnabel , des — s, d. Mz. ungew. ein Name des kleinen schierlingsblätterigen Storchschnabels ( Geranium cicutarium L.).

ADLERSCHNABEL

DWB2

adler·schnabel

DWB2 ADLERSCHNABEL , adlersschnabel m. DWB2 der gebogene schnabel des adlers; auch vom adler als wappentier und gelegentl. bildl., vgl. adle…

Äntenschnabel

Adelung

anten·schnabel

Der Äntenschnabel , des -s, plur. die -schnäbel, eine zweyschalige, zwey Mahl gewundene Muschel, welche oben und unten geöffnet ist, und ein…

Blauschnabel

Adelung

blausch·nabel

Der Blauschnabel , des -s, plur. die -schnäbel, eine Art Chinesischer Sperlinge, mit schwarzem Kopfe, Brust und Bauche, und blauem Schnabel …

Būchschnabel

Idiotikon

Būchschnabel Band 9, Spalte 1066 Būchschnabel 9,1066

Chrǖzschnabel

Idiotikon

Chrǖzschnabel Band 9, Spalte 1066 Chrǖzschnabel 9,1066

destillierschnabel

DWB2

destillierschnabel m. : u1640 Moscherosch gesichte ( 1642 ) 1,207.

dickschnabel

DWB

dicksch·nabel

dickschnabel , dickschnäbler , m. vogel mit dickem kreiselförmigem schnabel; besonders wird der grosze kernbeiszer loxia enucleator und der …

doppelschnabel

DWB

doppel·schnabel

doppelschnabel , m. 1 1. so nennt J. Paul den doppeladler, ich hatte unterdessen die beiden pyramiden der brücke besehen, auf deren einer ei…

Dreckschnabel

PfWB

dreck·schnabel

Dreck-schnabel m. : 'wer einen schmutzigen Mund hat', auch Schimpfw., -schnawwel [ KU-Schmittw/O Reiffb ]; vgl. PfWB Dreckgusche , PfWB -mau…

dürrschnabel

DWB

duerrsch·nabel

dürrschnabel , m. bildlich für durst. hiezwischen vergeszt nit mir einen auf gleichs zuzutrinken: ich will euch bürgen setzen, insonderheit …

elefantenschnabel

DWB2

elefant·en·schnabel

elefantenschnabel m. älter nhd. neben elefantenrüssel 1521 helffantschnabel Diefenbach gl. 460 c . 1693 Döpler schau-platz 1,726.

fistelierschnabel

DWB

fistelierschnabel , m. nasus: blaue lefzen, über welche ein langer fistilierschnabel herabhänget. Weise lustredner 252 .

Frechschnabel

PfWB

frech·schnabel

Frech-schnabel m. : 'Mensch mit loser Zunge', Frechschnawwel [ KU-Schmittw/O ]; vgl. PfWB Frechdachs . —

g(e)schnabel

Idiotikon

g(e)schnabel Band 9, Spalte 1068 g(e)schnabel 9,1068

Geierschnabel

GWB

geier·schnabel

Geierschnabel als Gestaltmerkmal der mythol Sumpfvögel am arkad Stymphalos-See GWB Faust II 7222 Eva Beck E. B.

gelbschnabel

DWB

gelb·schnabel

gelbschnabel , m. 1 1) ein junger vogel, der noch ' gelb um den schnabel ' ist, angewandt auf junge unreife menschen ' die vor der zeit klug…

Ableitungen von schnabel (1 von 1)

Geschnabel

PfWB

Ge-schnabel n. : ' eifriges Plaudern ', Geschnawwel [ BZ-Nd'ottb GH-Freckf ]; vgl. PfWB Geschnatter 2. Was is des fer'n Gezawwel, Gepischber…