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schnabel

nhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
17 in 14 Wb.
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6 von 16
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Schnabel m.

Bd. 5, Sp. 1210
Schnabel m.: 1. 'Schnabel des Vogels', Schnaww(e)l (šnawəl, šnawl) [verbr., Christmann Kaulb 88, 94 Glass 106 Heeger Südostpf. 16 Karch Gimmdg/Muttstdt 235 Mang 79, 149 Müller Dietschw 66 Schneckenburger 59, Lambert Penns 137 Krämer Gal 189], Schnawel (šnāwəl) [ZW-Hornb, ältere Generation um 1930]; Pl. Schnäww(e)l (šnęwəl, šnęwl) [verbr., Heeger Südostpf. 16 Mang 93], Schnäwel (šnEwəl) [ZW-Hornb, ältere Generation um 1930]; Dim. Schnäwwelche (šnęwəlχə) [KU-A'glan Erdb ZW-Bechhf Marthh RO-Alsbr Rehbn LU-Alsh/Gr], Schnäwwele (šnęwələ) [PS-Burgalb LU-Altr Neuhf LA-Gommh Herxh]; Dim. Pl. Schnäwwelcheʳ (šnęwəlχəʳ) [KL-Fischb FR-Bockh], Schnewwlich (šnęwliχ) [LA-Herxh]; Zs.: Adebars-, Enten-, Vogel-, Gänse-, Ge-, Gelb- 1, Gockel-, Hahnen-, Krappen-, Schnepfen-, Storchschnabel. Die Gäns sperre die Schnäwwel uf un zische [KU-Schmittw/O]. Die Ende stecke die Schnäwwel in de Grund un fange Werm (Würmer) [KU-Schmittw/O]. RA.: Antwort auf die Frage: Wie geht's?: Uff zwee Been wie e Gans, awwer net mit'm Sch. im Dreck [ZW-Lambsbn]. KR.: Storch, Storch, Schniwel Schnawel, / mit der lange Haigawel [LU-Oggh]. Storch, Storch, Steener / mit de lange Beener, / mit dem lange Schniwwel Schnawwel, / mit de lange Hajgawwel, / Flieh iwwer Bäckers Haus, / bring drei Körb voll Semmel raus, / meer eener, deer eener, anre Spitzbuwe keener [Gal-Brotschk]. VR.: E Stork (Storch) hat e Schnawl, / e Sawel (Säbel) e Schääd (Scheide). / Zwee Dag vor Martini, / do dingt (dingen) mer die Määd [Feierowend Nr. 5/1950 2]. — 2.a. 'Mund, Kindermund', als Kosewort, aber auch derb gebr. [verbr.]; Zs.: Bleich-, Dreck-, Frechschnabel; Syn. s. Gusche 1 b; e goldich Schnäwwele [LU-Neuhf]; e freche Sch. [NW-Wachh]; e Sch. voll 'ein Mundvoll' [LA-Herxhwey]; uff de Sch. haue 'verhauen' [KU-Eschau]. Der fangt ans uf de Sch. 'Der bekommt eine Maulschelle' [KU-A'glan]. Hot des Kind e blaß (lieb, goldich) Schnäwwelche! [FR-Bockh]. Er hot e fresche Sch. 'Er ist rücksichtslos in seiner Ausdrucksweise' [WD-Niedkch]. Hall deiⁿ Sch.! 'Sei still, halte deinen Mund!' [Frankth, mancherorts, Feierowend 11/1955 2 Krämer Gal 189]. Halt doch emol deiⁿ Sch.! [ZW-L'wied]. Die halt awer de Sch. nit 'Die kann nicht still sein' [LA-Herxh]. Hall deiⁿ Sch., es hot dich jo keiⁿ Mensch gefrogt! [KU-Schmittw/O]. De ganze Daa vun frieh bis schpeet / schteht net schtill de Schnawwel [Damm Nachtdischlamp 40]. Dann gebb der Dordee do eens iwwer de Schnawwel, daß s'en endlich halle muß! [Müller Lottche 39]. Red (babbel, plaurer) doch, wie der de Sch. [] gewachs is! [PS-Nd'simt, mancherorts]. Die hann ehr Schnäwwl gewetzt gehatt [PS-Rodalb (Bernhard 165)]. Beim Füttern kleiner Kinder: Schnäwwele sperr! [LU-Altr]. Sperr 's Schnäwwele of! [LU-Neuhf]. Sperr's (mach 's) Schnäwwelche uf! [RO-Rehborn PS-Nd'simt FR-Bockh]. Alloⁿ, mach 's Sch. uff! [FR-Bockh]. Butz deiⁿ Schnäwwelche ab! 'Wisch dir deinen Mund ab (nach dem Essen)!' [KU-Schmittw/O]. Mach erscht 's Sch. leer! 'Iß zuerst deinen Mund leer!' [KU-Schmittw/O]. Wenn ener durchaus nidd de Schnaww'l halde will, so schlachd m'rm uff d'Lafeed (Lafette 'Mund') [Ph. Gimmel in: Die Pyramide vom 31. 8. 1930]. Hosch dau a Schnäwwelche heit owend, das git jo wie geschmert! [RO-Rehborn]. So rasch werd s'Schnäwwelche, das sieße, / e unbarmherzisch Hölledoor [Kraus Herzdrickerte 22]. Du hascht uns e Schnawwel gib for se bajaasche (baljaschen 'reden') [Kraus Unser Babbe 17]. Ich krejsche beese Wörter, / so laut de Schnawwel geht [Kraus Grickelmaus 56]. De Schnawwel zu, de Bejtel off! / Die dicke Ärsch, die hucke droff [Kraus Pat 46]. Un deswäh: Plärr nit gar se laut, / daß ma nit off dei Schnawwel haut! [Kraus Pat 54]. Wie äm de Schnawwel wachst se singe, / das war mei Ziel [Kraus Pläseer 5]. 's is wohr! Wammer so dumm is wie du, / Dann loßt mer g'scheider sei Schnawel zu [Münch Werke I 441]. Werscht jetzt nit glei dei Schnawel halle! / So redd mer doch nit mit heilige Männer! [Münch Werke I 324]. Mei Herz is ... so begeeschtert, daß ich redde muß, wie mer's ums Herz is un wie mer de Schnawwel gewachse is [Münch Werke II 179]. Du weescht doch a, ich bin e Mann, / der wo sein Schnawwel halle kann [Münch Werke II 307]. In de Palz redde die Leit wie ne de Schnawel gewachs is [Feierowend 5/ 1953 Nr. 24]. Ehr Schnawwel geht jo de ganze Daag wie e Entearsch [NPfGV 8/1934]. RA.: Der hot e Sch.! 'Der ist mundfertig, redegewandt' [WD-Niedkch]. Er hot e Sch. wie e Berrlgäis (Bettelgeiß) [KU-Schmittw/O]. Der harre Sch. wie e Babegei [KU-A'glan]. Dem geht de Sch. wie geschmert [Don-Schowe Torscha]. Er kann de Sch. net halle 'Er kann nicht ruhig sein' [PS-Burgalb]. Er red, wie'm der Sch. gewachse esch 'Er redet frisch von der Leber weg, offen' [LA-Herxh, mancherorts]. Der plaudert, wie ihm de Sch. gewachse isch 'Er spricht in seiner Mundart' [GH-Kand]. Er iss nett uffs Maul gefall unn redd wie'm de Schnawwel gewachse iss [Westricher Kalender 1957 102]. E Pälzer redd wie em de Schnawwel gewachse is! [Krieger 4]. Dem muß mer de Sch. zubinne 'Man muß vermeiden, daß er redet' [KU-Diedk]. 's Wasser laaft em im Sch. z'amme! [KB-Albish]. SprW.: Mer soll relle (reden), wie em der Sch. gewachst is [KU-Erdb]. KR.: Ich weeß, was ich mach / ich hipps en de [] Bach / fang mer e Freschelche / lechs uf's Dischelche / nemm e Gäwelche / steck's ins Schnäwwelche [LA-Nußd]. VR.: Wie man die Klöße ißt: Aaner im Schnawwel, / aaner uff de Gawwel, / zwee en de Aae! [KB-Kriegsf]. Wart nor, Bäwwele (Barbara), wart nor, Bäwwele, wart ich krie dich doch am Schnäwwele (Vers wird gesungen) [PS-Burgalb SP-Harths]. — b. 'Mund mit vorgestülpten Lippen' [LU-Alsh/Gr]. — c. 'Gesicht'; vgl. Bleichschnabel. Der macht en blaß Schnäwwele 'Der sieht blaß aus' [SP-Harths]. Hot des Kind e blaß Schnewwele! [LU-Neuhf]. — 3. 'freche Person mit losem Mundwerk' [KU-Schmittw/O]; vgl. Frechschnabel. — 4. 'das Arrestlokal im Dorf, Gefängnis' [NW-Dürkh (PfId. 126) Ruppbg]; Syn. s. Kittchen. — 5. Bed. unklar, verhüllend?: Braut, Braut uff de Stää (Stiege), unner de Stää hat de Braut ehr Schnawel gelää, aus dem Lied zur Pfingstbrautfeier (vgl. Pfingstbraut) [HB-Nd'bexb]. — 6. Gelb- 2, Grünschnabel. — 7. Gießkannenschnabel. — Rhein. VII 1524/25; Lothr. 456 Schnabbel; Els. II 492 Schnabel, 493 Schnabbel, ALA II 107; Hess.-Nass. III 314; DWb. IX 1142 ff.; Eichhoff WA 78.
6510 Zeichen · 142 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schnabel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Schnabel , des -s, plur. die Schnäbel, Diminut. das Schnäbelchen, Oberd. Schnäbelein. 1. Eigentlich, das verlängerte…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schnabel

    Goethe-Wörterbuch

    Schnabel 1 (mit hornartiger Substanz überzogenes) vorn spitz zulaufendes, zweiteiliges Mundwerkzeug bei Vögeln a als typ…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schnabel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +3 Parallelbelege

    Schnabel ( Rostrum ), bei den Vögeln die Kiefer, die an Stelle der Zähne mit einer hornigen Scheide bekleidet sind. Sein…

  4. modern
    Dialekt
    Schnabel

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB Schnabel [ʿSnâpl S. ; ʿSnâwl Ruf. Su. Co. Katzent. Dü. Bf. ; ʿSnówl Meis. ; Snàwl Ndhsn. Str. K. Z. Han…

  5. Sprichwörter
    Schnabel

    Wander (Sprichwörter)

    Schnabel 1. Am gekrümmten Schnabel kennt man den Raubvogel. Frz. : Tout bec crochu de proye est soustenu. ( Bohn I, 59. …

  6. Spezial
    Schnabel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schna|bel m. (-s, Schnäbel) 1 ‹zool› bech (bec) m. 2 ‹umor› (Mund) bocia (-ces) f. 3 (verächtlich) müsa (müses) f. 4 (an…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schnabel

283 Bildungen · 136 Erstglied · 146 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schnabel 2 Komponenten

schna+bel

schnabel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schnabel‑ als Erstglied (30 von 136)

schnabelätzer

DWB

schnabelätzer , m. vogelart, die zu den kegelschnäblern gehört und die jungen aus dem schnabel mit körnern und insecten ätzt. Oken 7, 272 .

schnabelartig

DWB

schnabel·artig

schnabelartig , adj. und adv. die art oder form eines schnabels habend: schnabelartige krümmung; die nase gieng schnabelartig nieder.

schnabelaufsatz

DWB

schnabel·aufsatz

schnabelaufsatz , m. aufsatz auf dem schnabel: der nashornvogel, der sofort durch den aufwärts gekrümmten, roth, gelb und schwarz gefärbten …

Schnabelblech

PfWB

schnabel·blech

Schnabel-blech n. : ' schnabelförmiges Gefäß, mit dem der letzte Rest von Most aus der Rundung einer Bütte geschöpft werden kann ', Schnawwe…

Schnabelbǟbi

Idiotikon

Schnabelbǟbi Band 4, Spalte 918 Schnabelbǟbi 4,918

schnabel als Zweitglied (30 von 146)

Grünschnabel

RDWB1

Grünschnabel m (kein Bezug zu "клюв") молокосос презр. , молоко на губах не обсохло идиом. , пренебр. , сопливый юнец идиом. , презр. , сопл…

Ackerschnabel

Campe

acker·schnabel

† Der Ackerschnabel , des — s, d. Mz. ungew. ein Name des kleinen schierlingsblätterigen Storchschnabels ( Geranium cicutarium L.).

ADLERSCHNABEL

DWB2

adler·schnabel

DWB2 ADLERSCHNABEL , adlersschnabel m. DWB2 der gebogene schnabel des adlers; auch vom adler als wappentier und gelegentl. bildl., vgl. adle…

Äntenschnabel

Adelung

anten·schnabel

Der Äntenschnabel , des -s, plur. die -schnäbel, eine zweyschalige, zwey Mahl gewundene Muschel, welche oben und unten geöffnet ist, und ein…

Blauschnabel

Adelung

blausch·nabel

Der Blauschnabel , des -s, plur. die -schnäbel, eine Art Chinesischer Sperlinge, mit schwarzem Kopfe, Brust und Bauche, und blauem Schnabel …

Būchschnabel

Idiotikon

Būchschnabel Band 9, Spalte 1066 Būchschnabel 9,1066

Chrǖzschnabel

Idiotikon

Chrǖzschnabel Band 9, Spalte 1066 Chrǖzschnabel 9,1066

destillierschnabel

DWB2

destillierschnabel m. : u1640 Moscherosch gesichte ( 1642 ) 1,207.

dickschnabel

DWB

dicksch·nabel

dickschnabel , dickschnäbler , m. vogel mit dickem kreiselförmigem schnabel; besonders wird der grosze kernbeiszer loxia enucleator und der …

doppelschnabel

DWB

doppel·schnabel

doppelschnabel , m. 1 1. so nennt J. Paul den doppeladler, ich hatte unterdessen die beiden pyramiden der brücke besehen, auf deren einer ei…

Dreckschnabel

PfWB

dreck·schnabel

Dreck-schnabel m. : 'wer einen schmutzigen Mund hat', auch Schimpfw., -schnawwel [ KU-Schmittw/O Reiffb ]; vgl. PfWB Dreckgusche , PfWB -mau…

dürrschnabel

DWB

duerrsch·nabel

dürrschnabel , m. bildlich für durst. hiezwischen vergeszt nit mir einen auf gleichs zuzutrinken: ich will euch bürgen setzen, insonderheit …

elefantenschnabel

DWB2

elefant·en·schnabel

elefantenschnabel m. älter nhd. neben elefantenrüssel 1521 helffantschnabel Diefenbach gl. 460 c . 1693 Döpler schau-platz 1,726.

fistelierschnabel

DWB

fistelierschnabel , m. nasus: blaue lefzen, über welche ein langer fistilierschnabel herabhänget. Weise lustredner 252 .

Frechschnabel

PfWB

frech·schnabel

Frech-schnabel m. : 'Mensch mit loser Zunge', Frechschnawwel [ KU-Schmittw/O ]; vgl. PfWB Frechdachs . —

g(e)schnabel

Idiotikon

g(e)schnabel Band 9, Spalte 1068 g(e)schnabel 9,1068

Geierschnabel

GWB

geier·schnabel

Geierschnabel als Gestaltmerkmal der mythol Sumpfvögel am arkad Stymphalos-See GWB Faust II 7222 Eva Beck E. B.

gelbschnabel

DWB

gelb·schnabel

gelbschnabel , m. 1 1) ein junger vogel, der noch ' gelb um den schnabel ' ist, angewandt auf junge unreife menschen ' die vor der zeit klug…

Ableitungen von schnabel (1 von 1)

Geschnabel

PfWB

Ge-schnabel n. : ' eifriges Plaudern ', Geschnawwel [ BZ-Nd'ottb GH-Freckf ]; vgl. PfWB Geschnatter 2. Was is des fer'n Gezawwel, Gepischber…