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Schnabel

nhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

GWB
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17 in 14 Wb.
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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

Schnabel

Bd. 7, Sp. 1028
Schnabel 1 (mit hornartiger Substanz überzogenes) vorn spitz zulaufendes, zweiteiliges Mundwerkzeug bei Vögeln a als typisches (zur Nahrungsaufnahme od als Waffe dienendes) tierisches Organ; gelegentl in bildkünstlerischer od plastischer Darstellung, auch als Teil einer Charaktermaske1); mehrf in vergleichender osteol bzw morphol Betrachtung; einmal ‘oberer S.’ für den Oberschnabel [Papagei zur Nachtigall:] Wecke, rufe hervor jedes schlummernde Gefühlchen! belebe mit Wollust jeden Flaum, und mache mich von der Kralle bis zum S. ganz zur Empfindung! GWB17,90,18 Vögel [Hoffegut über die Vögel:] Sie schmieden einen Anschlag, sie wetzen ihre Schnäbel, sie schließen sich in Reihen, sie fallen uns an! GWB17,93,19 Vögel [Thales zu Homunculus:] Sieh hin! die schwarze Kranich-Wolke!..Mit scharfen Schnäbeln, krallen Beinen,|Sie stechen nieder auf die Kleinen..|Ein Frevel tödtete die Reiher,|Umstellend ruhigen Friedensweiher.|Doch jener Mordgeschosse Regen|Schafft grausam-blut'gen Rache-Segen,|Erregt der Nahverwandten Wuth|Nach der Pygmäen frevlem Blut GWB151,148 Faust II 7887 Känodämonia..mit zwey Kindern..wovon eins eine kleine Maske mit einem langen gelben S. ..hat GWB132,146 PaläophronNeoterpe Plp Cera der Vogelschnäbel|Haut die über den blosen Knochen gespannt ist und kein Fett unter sich hat.|Große Ausdehnung des S-s Ursache dieser allzu angespannten Haut.|Wie sie den S. biß vorne bedeckt und immer hornartiger wird GWBN13,245,4u6 Morph Plp GWB151,124 Faust II 7300 GWB50,93 ReinF VII 68 GWB26,315,16 DuW 5 GWBN8,164,19 BeschreibgZwKnoch im Gleichnis u im Bild; einmal mit mythol Anspielung auf die dem Riesen Tityos zur Strafe für Letos Schändung die Leber aushackenden Geier Hättet ihr den Fuchs gesehen|Auf der flachen Schüssel hausen..Wenn der Vogel [Kranich] , ganz bedächtig..|Hals und S., zart und schmächtig,|Zierlich nach den Fischlein schmiegte..|Willst nicht Salz und Schmalz verlieren,|Mußt, gemäß den Urgeschichten,|Wenn die Leute willst gastiren,|Dich nach Schnauz' und S. richten GWB3,178u179 Parabol 8 Vs 19u28 [mBez auf von Goethe für die sog Sing-Tees gewünschte Lieder] Natürlich und lustig ist es, daß sich Ihre Samenkörner so weit und breit herum und auch an die Theetische disseminirt [ausgesät] haben. Schaffen Sie mir doch ja von solchen Gesangweisen: denn diese möchten gerade für unsern S. gerecht seyn GWBB19,408,22 Zelter 15.9.07 GWBB25,76,7 Knebel 9.11.14 [Zit s v Schnauze] metonym für einen Vogel Sarkophagen und Urnen verzierte der Heide mit Leben:|..Flatternde Vögel! wie schmeckt herrlich dem S. die Frucht! GWB1,307 Vs 6 VenEpigr 1 b für: Schnauze; in vergleichender anatom-morphol Betrachtung, auch im Zshg mit dem sog Etat-Prinzip2) [mBez auf eine zool Sammlung in Italien] Was am S. und Klauen wenig abgeht kann unendlich viel werden am Schweif GWBN13,251,14 Morph Plp uö(selten) c übertr α salopp für den Mund eines Menschen; auch scherzh od iron; redensartlich je einmal ‘singen und zwischern wie jdm der S. gewachsen war’ iSv sich in seiner eigenen, individuellen, natürlichen Art äußern sowie ‘etw vortragen, wozu jdm der S. gewachsen war’ iSv etw deklamieren, wozu man (von Natur aus) fähig ist [betr die Schauspielerin Clairon] haben wir nicht die schönste Haut? die schönsten Augen, den schönsten S. GWB45,78,6 RamNeffe [mBez auf Kosegartens Selbstanzeige der 2. Aufl seiner ‘Poesien’] Äußerst fratzenhaft erscheint der arme Kosegarten, der, nachdem er nun zeitlebens gesungen und gezwitschert hat, wie ihm von der lieben Natur die Kehle gebildet und der S. gewachsen war, seine Individualität durch die Folterschrauben der neuen philosophischen Forderungen selbst auszurecken bemüht ist GWBB12,230,17 Schiller [12.]8.97 GWB22,122,8 Lj IV 19 metonym für einen Menschen: ‘gelber S.’ iSv junger, unerfahrener Mensch, Grünschnabel [Mephisto:] Wenn man der Jugend reine Wahrheit sagt|Die gelben Schnäbeln keineswegs behagt,|Sie aber hinterdrein nach Jahren|Das alles derb an eigner Haut erfahren,|Dann dünkeln sie es käm' aus eignem Schopf;|Da heißt es denn: der Meister war ein Tropf GWB151,97 Faust II 6745 ‘nekrologischer S.’ für den in den ‘Xenien’ als krächzenden „Raben” u „nekrologisches Tier” verspotteten AHFSchlichtegroll3), Hg des ‘Nekrologs merkwürdiger Deutscher’; im Bild [bezogen auf die im ‘Nekrolog’ erschienene, von KGLenz verfaßte abfällige Darstellung des 1793 verstorbenen KPhMoritz u auf die dagegen gerichteten ‘Xenien’] da das litterarische Faustrecht noch nicht abgeschafft ist, so bedienen wir uns der reinen Befugniß uns selbst Recht zu verschaffen, und den nekrologischen S. zu verrufen, der unserm armen Moritz, gleich nach dem Tode, die Augen aushackte GWBB11,244,6 Schiller 26.10.96 β für die Habichtsnase des Teufels (in volkstümlichen Darstellungen)4) So willst du Teufel doch einmal uneigen -|Uneigennützig dich, der Teufel! zeigen.|Ich wünschte wohl dich anders zu staffiren|Doch weil du's bist, so laß ich dich passiren|Mit Schnäbeln Hörnern Klauen|Sich ausgemahlt gar gräslich anzuschauen GWB52,402 Zu wünschen 14 2 schnabelförmiger od -ähnlicher Teil an einem Gegenstand a spitz zulaufender Bug von Schiffen od Booten (im Mittelmeerraum); auch personifiziert [Helena:] als des Eurotas tiefem Buchtgestad|Hinangefahren der vordern Schiffe Schnäbel kaum|Das Land begrüßten, sprach er [Menelaos] ..|Hier steigen meine Krieger, nach der Ordnung, aus GWB151,179 Faust II 8539 [Einfahrt in Venedig] Die ersten Schnäbel von blankem Eisenblech, die schwarzen Gondelkäfige, alles grüßte mich wie eine alte Bekanntschaft GWB30,97,19 ItR GWB411,290,28 Ilias Ausz 11 uö(selten) b lange, nach oben gebogene Spitze am (Schlitt-)Schuh Ich schaffte mir..ein Paar flache Schuhe mit langen Schnäbeln GWB28,334,5 DuW 15 c zugeschnittene Spitze einer Schreibfeder Schreibe von Zeit zu Zeit, wie es vor den S. deiner Feder kommt GWBB44,230,7 Zelter 27.7.28 d wohl für einen schnabelförmigen Vorsprung am Knochen erhabene Schnäbel am Nasbein GWBN13,251,21 Morph Plp uö(selten) GWBGeier- GWBGelb- GWBRaben- GWBStorch- GWBTucan- GWBVogel- GWBgeschnabelt GWBGelbschnabelei GWB*Gelbschnabeligkeit Syn zu 1a GWBVogelschnabel 1) s FfA I 6,Abb 3 2) s hierzu LA II 9A,136 3) vgl WA I 51,216 4) s Pierer4 17(1863),425 Renata KwaśniakR.K.
6298 Zeichen · 57 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schnabel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Schnabel , des -s, plur. die Schnäbel, Diminut. das Schnäbelchen, Oberd. Schnäbelein. 1. Eigentlich, das verlängerte…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schnabel

    Goethe-Wörterbuch

    Schnabel 1 (mit hornartiger Substanz überzogenes) vorn spitz zulaufendes, zweiteiliges Mundwerkzeug bei Vögeln a als typ…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schnabel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +3 Parallelbelege

    Schnabel ( Rostrum ), bei den Vögeln die Kiefer, die an Stelle der Zähne mit einer hornigen Scheide bekleidet sind. Sein…

  4. modern
    Dialekt
    Schnabel

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB Schnabel [ʿSnâpl S. ; ʿSnâwl Ruf. Su. Co. Katzent. Dü. Bf. ; ʿSnówl Meis. ; Snàwl Ndhsn. Str. K. Z. Han…

  5. Sprichwörter
    Schnabel

    Wander (Sprichwörter)

    Schnabel 1. Am gekrümmten Schnabel kennt man den Raubvogel. Frz. : Tout bec crochu de proye est soustenu. ( Bohn I, 59. …

  6. Spezial
    Schnabel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schna|bel m. (-s, Schnäbel) 1 ‹zool› bech (bec) m. 2 ‹umor› (Mund) bocia (-ces) f. 3 (verächtlich) müsa (müses) f. 4 (an…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schnabel

283 Bildungen · 136 Erstglied · 146 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schnabel 2 Komponenten

schna+bel

schnabel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schnabel‑ als Erstglied (30 von 136)

schnabelätzer

DWB

schnabelätzer , m. vogelart, die zu den kegelschnäblern gehört und die jungen aus dem schnabel mit körnern und insecten ätzt. Oken 7, 272 .

schnabelartig

DWB

schnabel·artig

schnabelartig , adj. und adv. die art oder form eines schnabels habend: schnabelartige krümmung; die nase gieng schnabelartig nieder.

schnabelaufsatz

DWB

schnabel·aufsatz

schnabelaufsatz , m. aufsatz auf dem schnabel: der nashornvogel, der sofort durch den aufwärts gekrümmten, roth, gelb und schwarz gefärbten …

Schnabelblech

PfWB

schnabel·blech

Schnabel-blech n. : ' schnabelförmiges Gefäß, mit dem der letzte Rest von Most aus der Rundung einer Bütte geschöpft werden kann ', Schnawwe…

Schnabelbǟbi

Idiotikon

Schnabelbǟbi Band 4, Spalte 918 Schnabelbǟbi 4,918

schnabel als Zweitglied (30 von 146)

Grünschnabel

RDWB1

Grünschnabel m (kein Bezug zu "клюв") молокосос презр. , молоко на губах не обсохло идиом. , пренебр. , сопливый юнец идиом. , презр. , сопл…

Ackerschnabel

Campe

acker·schnabel

† Der Ackerschnabel , des — s, d. Mz. ungew. ein Name des kleinen schierlingsblätterigen Storchschnabels ( Geranium cicutarium L.).

ADLERSCHNABEL

DWB2

adler·schnabel

DWB2 ADLERSCHNABEL , adlersschnabel m. DWB2 der gebogene schnabel des adlers; auch vom adler als wappentier und gelegentl. bildl., vgl. adle…

Äntenschnabel

Adelung

anten·schnabel

Der Äntenschnabel , des -s, plur. die -schnäbel, eine zweyschalige, zwey Mahl gewundene Muschel, welche oben und unten geöffnet ist, und ein…

Blauschnabel

Adelung

blausch·nabel

Der Blauschnabel , des -s, plur. die -schnäbel, eine Art Chinesischer Sperlinge, mit schwarzem Kopfe, Brust und Bauche, und blauem Schnabel …

Būchschnabel

Idiotikon

Būchschnabel Band 9, Spalte 1066 Būchschnabel 9,1066

Chrǖzschnabel

Idiotikon

Chrǖzschnabel Band 9, Spalte 1066 Chrǖzschnabel 9,1066

destillierschnabel

DWB2

destillierschnabel m. : u1640 Moscherosch gesichte ( 1642 ) 1,207.

dickschnabel

DWB

dicksch·nabel

dickschnabel , dickschnäbler , m. vogel mit dickem kreiselförmigem schnabel; besonders wird der grosze kernbeiszer loxia enucleator und der …

doppelschnabel

DWB

doppel·schnabel

doppelschnabel , m. 1 1. so nennt J. Paul den doppeladler, ich hatte unterdessen die beiden pyramiden der brücke besehen, auf deren einer ei…

Dreckschnabel

PfWB

dreck·schnabel

Dreck-schnabel m. : 'wer einen schmutzigen Mund hat', auch Schimpfw., -schnawwel [ KU-Schmittw/O Reiffb ]; vgl. PfWB Dreckgusche , PfWB -mau…

dürrschnabel

DWB

duerrsch·nabel

dürrschnabel , m. bildlich für durst. hiezwischen vergeszt nit mir einen auf gleichs zuzutrinken: ich will euch bürgen setzen, insonderheit …

elefantenschnabel

DWB2

elefant·en·schnabel

elefantenschnabel m. älter nhd. neben elefantenrüssel 1521 helffantschnabel Diefenbach gl. 460 c . 1693 Döpler schau-platz 1,726.

fistelierschnabel

DWB

fistelierschnabel , m. nasus: blaue lefzen, über welche ein langer fistilierschnabel herabhänget. Weise lustredner 252 .

Frechschnabel

PfWB

frech·schnabel

Frech-schnabel m. : 'Mensch mit loser Zunge', Frechschnawwel [ KU-Schmittw/O ]; vgl. PfWB Frechdachs . —

g(e)schnabel

Idiotikon

g(e)schnabel Band 9, Spalte 1068 g(e)schnabel 9,1068

Geierschnabel

GWB

geier·schnabel

Geierschnabel als Gestaltmerkmal der mythol Sumpfvögel am arkad Stymphalos-See GWB Faust II 7222 Eva Beck E. B.

gelbschnabel

DWB

gelb·schnabel

gelbschnabel , m. 1 1) ein junger vogel, der noch ' gelb um den schnabel ' ist, angewandt auf junge unreife menschen ' die vor der zeit klug…

Ableitungen von schnabel (1 von 1)

Geschnabel

PfWB

Ge-schnabel n. : ' eifriges Plaudern ', Geschnawwel [ BZ-Nd'ottb GH-Freckf ]; vgl. PfWB Geschnatter 2. Was is des fer'n Gezawwel, Gepischber…