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strampfen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

strampfen vb.

Bd. 19, Sp. 832
strampfen, vb. , mit den beinen auf die erde stampfen. form und herkunft. neben strampfen vereinzelt strampen, so im mnd., s. u. sp. 833, bei Daniel Stoppe neue fabeln (1740), s. mitt. schl. ges. f. volksk. 18, 118 und: strampeln, strampfeln, strampen, strampfen, ndl. stampen mit voeten stooten Kramer-Moerbeek dt.-holl. wb. (1768) 329c. heute in obd. maa. strampfen, s. Ruckert unterfränk. 177; Fischer schwäb. 5, 1824; Unger-Khull steir. 581b; Ueberfelder kärntn. 239; daneben auch strampen, s. Fischer schwäb. a. a. o.das wort ist seit dem 16. jh. gut bezeugt, vorher einmal im mnd. des 15. jh.; Heynatz antibarb. (1797) 2, 455 empfahl strampfen statt strampeln, jedoch weichen die bedeutungen von einander ab, s. u. — strampfen erhielt sich nicht bis in die heutige schriftsprache; nur von der ma. abhängige obd. autoren gebrauchen es heute, z. b. Rosegger und Anzengruber, in der klassischen zeit besonders Schiller. — das wort gehört wahrscheinlich mit mnd. strumpelen (vgl. s. v. strampeln) zusammen zu *stremb, *stremp, einer erweiterung der wurzel *ster 'steif gehen, stolpern' usw., s. Walde-Pokorny 2, 632. doch ist zu beachten, dasz strampfen im unterschied zu strampeln in bedeutung und anwendung dem seit dem 16. jh. bezeugten stampfen (teil 10, 2, 678ff.) gleichkommt; von Falk-Torp norw.-dän. et. wb. 1149 wird für strampfen contamination aus stampfen und trampen erwogen. bedeutung. 11) 'stampfen, stoszen' ist die bed. des wortes während seiner ganzen lebenszeit. 1@aa) die älteste und festeste anwendung bezieht sich auf das pferd, 'mit den hufen auf den boden stoszen', wie stampfen: Vagio (des Holofernes knecht) strampende umme dat telt lep, ene wnderde, dat sin here so lange slep Josef v. d. sieben todsünden bei Schiller-Lübben 4, 426; es (das rosz) strampffet auf den boden, und ist freidig mit krafft, und zeucht aus den geharnischten entgegen Hiob 39, 21 (terram ungula fodit), dafür graben erste deutsche bibel, kleien Lüb. bibel (1533), scharren Dietenberger (1534), kratzen Eck (1537); (ein gutes pferd) stehet nicht gerne stille, sondern strampfet immerdar mitt den füszen Walther pferde- und viehzucht (1658) 2; die pferde trabten her und strampfften auff den bodem M. Schirmer Virgil (1668) 576; wann man durch ein wasser reitten will ... so wöllen sie nicht allein nicht fort, sondern fallen ohn alles versehens zum theil auch mit strampffen der füsz ins wasser J. Fayser hippokomike (1623) 179; und vor dem strampfen ihrer pferde erzittert luft und erde Chr. Fr. Weichmann poesie der Niedersachsen 1 (1725) 24; dort eilt ein freies rosz zum streiten, es strampft und reucht den kampf von weiten, die adern schwellen ihm für muth Ew. v. Kleist w. 1, 55 Sauer; die unbändigen leidenschaften des volks, gleich soviel strampfenden rossen, mit dem weichen spiele des zügels zu zwingen Schiller 3, 85 G.; horch! was strampft im galopp vorbei? die adjutanten fliegen: dragoner rasseln in den feind ebda 1, 233; auch 1, 305; auf dem glatteis strampfend nahmen auch die pferde des fuhrmanns, vorsorglich durch zottige decken geschützt, das frühstück ein Heinr. Noé Brennerbuch (1869) 48; vom pferde her übertragen: ein zartes kind hat keinen sichren raum, wo da ein brünstig hengst laufft frey von stang und zaum, die welt rast, tobt, schaumt, strampfft ... Logau s. sinnged. 182 lit. ver. 1@bb) in anderen anwendungen, ebenfalls im sinne von 'auf den boden stampfen', von verschiedenen tieren: hat dabei grausamlich als ein ochs gebölcket und gestrampfft E. Menius chron. Carionis (1560) 7b; wann die gaysz sanfft steht, so strampft sie Joh. Nas antipap. eins und hundert 2 (1570) N 4a. häufig vom menschen: mit diesen (stiefeln) strampfet er fast löcher in die dielen Arist schild. f. d. frauenz. (1764) 174; die schlittschue sind vergessen, ich habe gestrampft und geflucht Göthe IV 3, 11 W.; ein bube von drei jahren ... strampft mit wonne im frischgefallenen schnee D. F. Strausz ausgew. br. 278. mit den füszen, beinen strampfen, vgl.strampeln 1: er (ein mönch) zeigt sich wie ein hawendt schwein und strampffet mit den füszen sein, ... dasz unter ihm der boden brach L. Sandrub hist. u. poet. kurzw. 135 ndr.; Karls Spanier, die er bei sich hatte, strampften mit den füszen und kamen vor zorn auszer sich M. I. Schmid gesch. d. Deutschen (1778) 5, 89; (er) strampft mit den füszen wie einer, der auf jemand einen groszen zorn hat Rosegger nixnutzig volk (1907) 115; sein gesicht hatte etwas harsches, strenges, als er sich jetzt leicht vom pferde schwang und ungeduldig mit dem absatz strampfte Aug. Becker des rabbi verm. (1866) 2, 2, 75; beim tanzen: Ludwig führte sich nun gerade am schönsten auf, er strampfte am geschicktesten nach dem takt vor seiner tänzerin Melch. Meyr erz. a. d. Ries (1868) 1, 58; und (Hannerl) tanzte auch schon mit Herrn Gupfen dahin ... er strampfte den landler, dasz die dielen ... zitterten quelle v. j. 1912; auch unser gestrampfter gebirgsländler ist graziös Böhme gesch. d. tanzes (1886) 190; hierauf fing man an, deutsch zu tanzen; das wüthen, das strampfen, das pfeiffen und übriges zettergeschrey läszt sich nicht beschreiben; alles war besoffen, alles hüpfte mit Hafner ges. schr. (1812) 1, 50; mit dem beisinn von 'vorwärtsgehen': und laszt den alten vatter im kadt herstrampffen Agricola sprichw. (1615) 342b; die ich vor zeiten durchgestrampffet hab frantzös. Simplicissimus (1683) 3, 50. vereinzelte anwendungen im sinne von 'stoszen': das auch die frucht, von wegen vieles strampffens und stossens, der mutter beschwerlich Joh. Wittichius tröstl. unterricht (1591) 5b; dort strampfet und stampfet der mlen gehämmer Sigm. v. Birken forts. der Pegnitz-schäferey (1645) 82. 22) neben der bed. 'stampfen' nur selten spuren der bedeutung 'die beine auf und ab bewegen, strampeln': würstu bei einem andern inn einem gemeinen bett ligen, so sei nicht unrwig, damit du dich ausz vil rangern, strampffen oder waltzen nicht entdeckest J. V. Deyger paedonomia (1547) F 6a; ich lieg im bett ... die schauerliche kälten auf einmal ... ich hab wieder meine decken hinunter gestrampft Nestroy ges. w. (1890) 3, 71; strampffen 'mit den füszen zappeln' Rädlein (1711) 849b; da begann es in komischer weise mit armen und beinen zu strampfen und dabei zu kreischen und zu murren, dasz der redner nicht zu worte kommen konnte v. Przibram erinn. (1910) 2, 270; (kind) das in koth gefallen, und, um sich heraus zu reiszen, mit händen und füszen darinnen strampffet Chr. Fr. Richter urspr. u. adel d. seelen (1739) 14; die wörterbücher nennen strampfen und strampeln, strampfeln häufig als synonyme, weichen damit aber vom tatsächlichen wortgebrauch ihrer zeit ab: trampen convenit cum verbo strampfen ... strampfelen Stieler stammbaum (1691) 2339; s. auch 2120; strampfen, strampfeln, strampeln Kramer 2 (1702) 996c; ich strampele, ich strampfe calcitro Steinbach (1734) 2, 735; strampeln, strampfen Schwan nouv. dict. (1783) 2, 729a.
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Strampfen

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Strampfen , verb. regul. neutr. & act. welches im ersten Falle gleichfalls das Hülfswort haben erfordert, heftig mit dem…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    strampfen

    Goethe-Wörterbuch

    strampfen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    strampfen

    Elsässisches Wb.

    strampfe n , strämpfə [tràmfə Hag. ; trèmpfə Co. ] Obst stehlen. s. struempfe n .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit strampfen

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Ableitungen von strampfen (2 von 2)

Verstrampfen

Campe

Verstrampfen , v. trs . durch Strampeln, Strampfen aus der gehörigen Lage bringen, verderben. D. Verstrampeln, Verstrampfen .

Zerstrampfen

Campe

Zerstrampfen , v. trs . durch vieles Strampeln oder Strampfen sowol entzwei machen, als auch, in gänzliche Unordnung bringen. D. Zerstrampel…