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strampeln

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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10 in 10 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

strampeln vb.

Bd. 19, Sp. 830
strampeln, vb. , die beine abwechselnd heftig auf und ab bewegen. form und herkunft. seit dem 15. jh. bezeugt. heute in den nd. und md. maa. weit verbreitet, s. Doornkaat-Koolman 3, 332; Mensing schlesw.-holst. 4, 877; Schambach Göttingen 213; Danneil altmärk. 226; Frischbier pr. wb. 2, 377; Bauer-Collitz waldeck. 100; Kleemann nordthür. 22; Kehrein Nassau 1, 395; Elberfelder ma. 158; Follmann lothr. 504; Lenz Handschuhsh. 69 (strawln); Müller-Fraureuth obersächs. 2, 571; Kisch siebenbürg.-moselfränk. 217; Kramer Bistritzer dial. 128. neben strampeln ist im md. selten strampfeln bezeugt, s. Bernd Posen 296; Weise Altenburg 118; Spiess henneberg. 245; Hertel Thür. 237. auch in den obd. dialekten heiszt es, soweit das wort dort vorkommt, meist strampfeln, s. Fischer schwäb. 5, 1824; Schöpf Tirol 718. — strampfeln steht seit dem 16. jh. ohne bedeutungsunterschied neben strampeln, z. b. strampflen bei Seb. Franck gegenüber Luthers strampeln (sp. 831). heute ist strampeln in der schriftsprache durchgedrungen; doch schreibt z. b. Rosegger auf grund seiner ma. strampfeln (sp. 831). Heynatz antibarb. 2 (1797) 455 verwarf strampeln zugunsten von strampfen (s. d.). — neben strampeln, strampfeln sind formen mit e bezeugt: strempeln Steinhöwel (s. u.); strämpfelen Stieler stammbaum 2120; strempeln sive strempfelen ebda 2300; strempeln Frischbier pr. wb. 2, 380; strämpeln Jungandreas schl. zeitw. 74; strempfeln im bair. wald, s. Bayerns maa. 2, 259. — die ältesten zeugnisse des wortes weisen auf md., nicht aber nd. herkunft. das vb. scheint sich als iterativum zu strampen, meist strampfen, ähnlicher bed. (sp. 832) zu stellen. am nächsten stehen im nd. und nl. verba der bed. 'straucheln': mnl. strampelinge 'das straucheln (beimreden)' a. d. j. 1388, s. mnl. wb. 7, 2268; mnl. strompelen, nl. strompeln 'humpeln', mnd. strumpeln 'straucheln' (teil 10, 4, sp. 110), vgl. Walde-Pokorny 2, 632, und nur mundartlich bezeugte verba der bed. 'watend gehen': schtrampen 'im kote mühsam sich fortbewegen' Kramer Bistritzer dial. 127; strampfen dass. Lexer Kärnten 243; strompen, strumpen 'durch wasser, gras, koth gehen' Kehrein Nassau 1, 397; strumpfln (im schnee) waten Bacher Lusern 397; strumpfen 'schleppend oder watend gehen' Unger-Khull steir. 585b; vgl. hierzu im kot strampflen Seb. Frank, s. u. sp. 831. — andererseits wurde in strampeln eine entsprechung mit beweglichem s zu trampen, trampeln und dessen verwandten gesehen, s. Walde-Pokorny 1, 797. anwendung und bedeutung. 11) am ältesten bezeugt in der bis heute festen verbindung mit den beinen, füszen strampeln: strepetus stramplen mit füssen obd. voc. v. j. 1486 bei Diefenbach nov. gl. 350a; calcitrare mit füssen strampflen, calcitrosus das immerzu mit füssen strampflet oder schlecht Serranus dict. (1539) c 7b; wann er umb sich hin und her sehen wirt, und mit den feüsten auff die tafeln klopfft, mit den fssen strempeln (wird), un(d) seinen stuol darauff er siczt auffhebt, so kumpt die tobsucht an in Steinhöwel Aesopus (1487) 104, andere la. strögeln 334 Österley; schlage deine hende zusammen und strampel mit deinen fssen Hesekiel 6, 11 (percute manum tuam et allide pedem tuum), dagegen stampfen Zürch. bibel, trampen Lüb. bibel (1533), stoszen erste deutsche bibel; mancher patient ... schirmet mit den feusten, strampelt mit den fssen L. Pollio zum ewigen leben (1583) 101b; da gehen viel solche böse vögel herum, [] treten des sonntags unter der predigt vor die kirchthüren, fallen um, schmeissen und strampeln mit haupt, händen und füssen G. Dexelius hist. lustgarten (1701) 329; noch andere strampfelln mit den füszen und fechten mit den händen (vor zorn) Wolff vern. ged. v. gott (1720) 244; ihr strampelt beyde mit händen und füssen theater der Deutschen (1768) 2, 340; meine kleine Valeria strampelte vor ungeduld mit den kleinen füszchen ... ich umschlang ihre taille und warf mich gegen ordnung und gesetz in den tanz Hartmann erz. m. freunde (1860) 6; welches (glas) er nie umstiesz, obgleich er fortwährend mit den beinen strampelte, wenn er geigte, und so eine art von eiertanz damit vollbrachte Keller ges. w. (1889) 4, 147; von pferden nur lexikograph.: strampfeln, strampfen oder strampeln mit den füszen, wie die pferde zuweilen thun Ludwig teutsch-engl. lex. (1716) 1886. 22) in junger zeit hauptsächlich auf die charakteristische bewegung kleiner kinder angewandt: es wurde kirschbraun und so zornig, dasz es für zorn mit händen und füszen strampelte Chr. Thomasius artzenei wider die unvern. liebe (1696) 426; denn da möchte man ja wie ein erschrecktes kind laut hinausschreien, mit den füszen strampeln und nach haus verlangen W. Raabe Abu Telfan 3 (1870) 11; (er) fand das kleine ... weinend und strampelnd ohne bettchen im wagen liegen G. Hauptmann bahnwärter Thiel (1892) 55; meist als zeichen des wohlbehagens: als er das kind mit seinem namen geruffen, da hat es gelachet und mit den füszen gestrampfelt J. Pollio todtenseigerlein (1614) 248; das kind strampfelt in der schaube infans in palla consurgit, obluctatur, obnititur, agitat se Stieler stammb. 2120; er hatte kugelrunde, rosige wangen und dunkle augen, machte fäustchen, strampelte M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 4, 122; es ist auch gut, schon nach den ersten wochen beim windelwechsel dem kinde für eine nicht zu kurz bemessene zeit die möglichkeit zu geben, mit seinen beinchen zu strampeln Erich Müller br. an eine mutter (1938) 74. 33) häufig in allgemeineren wendungen, ohne nennung der beine, und entsprechend in allgemeinerer, auch übertragener bedeutung: (ein zorniger) strampelt und traplet ietzo hinter sich, bald für sich Konr. Dieterich ecclesiastes (1642) 2, 97; und da mich gott züchtigen und als sein kind mir zum besten steupen wolte, hab ich erst inn ungedult gestrampelt und heimliche unnd gifftige gedancken gefület Joh. Mathesius tröstl. de profundis (1571) C 3b; das kindermachen hatt aber noch wunderbarliche seltzamme nammen, dann es wunder thuot und macht, als: stropurtzeln, ficken ... pampeln, strampeln M. Lindener rastbüchlein 7 lit. ver.; vor andern bleht sich auf der Petrus, käucht und schnaubet, stöszt um sich, strampfelt, schlägt Andr. Scultetus bei Lessing 11, 192 M.; ich schämte mich laut zu schreien, aber innerlichst jauchzte ich und strampelte und tanzte auf dem wagentritt herum Eichendorff s. w. (1864) 3, 5; einen höhnenden blick nach dem lehnstuhl werfend, von welchem aus die gefesselte küchentyrannin strampelt und droht W. Raabe chron. d. sperlingsg. (1911) 135; dort insakkierte der Krainer den strampfelnden Spanier und zog mit der dame ab ders. s. w. I 6, 429 Klemm; in uneigentlichem gebrauch: die steirische mundart ... ist eine hülle, die nach allen seiten reichlich langt, da mag ich hinundherrücken und strampfeln nach belieben, es wird sich kein theil meiner wenigkeit eine blösze geben Rosegger schr. II 7 (1902) 214; 'sich rühren': zue myner mueder zyt henn mier müe'n anderst stramble! poz dausig un ken end! Arnold pfingstmontag (1816) 1; der anwendung von strampfen (sp. 832) näherstehend, mit dem beisinn des vorwärtsgehens: sihe wol, sitzt der jung lecker auff dem esel unnd laszt den alten vatter im kot her strampflen Seb. Franck sprichw. (1545) 1, 83b. — im sinn von 'sich wehren': die pfarrkinder fühlen es (das [] strafen) auch wol, strampeln, murren und bellen wider, wenn man sie trifft Joh. Mathesius erkl. der ep. Pauli (1591) 1, 130b; die selben (die ohne gottes wort sterben) sterben in allem unwillen, strampffeln, stossen umb sich, brüllen wie die lewen, denn sie wöllen nit sterben Veit Dietrich bei Luther w. 52, 202 W.; wir (Deutschen) sind in einen sumpf gerathen, je mehr wir strampeln, desto mehr versinken wir Alexis ruhe ist die erste bürgerpflicht (1852) 4, 3; dasz ich vielleicht in vier wochen all das unerträgliche wieder zu ertragen habe. nun, wie gott will! aber strampeln will ich dagegen, so lang ich irgend kann Fontane br. an s. fam. (1905) 1, 26. — anders: sie (die briefstelle) ist etwas confus, strampelt in den worten herum Görres ges. br. (1858) 1, 249. 44) von der eigenartigen fortbewegung einiger tiere: (die raubmöwen) stellen sich ... krank ... werfen sich ... auf den boden, schleppen sich ... halb strampelnd ... auf ihm fort Naumann vögel 10, 531; durch strampelnde bewegungen verläszt das junge (des vogels) die gesprengte schale Brehm tierl. 4 (1900) 24 P.-L.; die huf- und pfotentiere gehen oder strampeln im wasser und stoszen sich dadurch weiter ebda; (der schwan) richtet dabei (beim wassertreten) den körper ... auf, und sucht ihn durch ... strampeln ... in aufrechter stellung zu erhalten Naumann vögel 11, 455; die (krabbe) aber strampelt unbekümmert fort Görres ges. br. (1858) 3, 72. — ungewöhnlich: sobald sie ... den jungen menschen bemerkt und erkannt hatte, strampelte sie hastig von der streue auf und bewillkommte den freund Spindler vogelhändler (1841) 1, 235.
8998 Zeichen · 215 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Strampeln

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Strampeln , verb regul. neutr. & act. welches im ersten Falle das Hülfswort haben erfordert, aber nur in den gemeinen Sp…

  2. modern
    Dialekt
    strampeln

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Wossidia strampeln vereinzelt strämpeln Gü Güstrow@Warnow Warn die Beine abwechselnd heftig auf und ab bewegen: kik, wur…

  3. Spezial
    strampeln

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    stram|peln vb.intr. 1 (mit den Beinen zappeln) scarpeté (-tëia), zaporé (-ra), mené les iames 2 ‹pop› (mit dem Rad fahre…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit strampeln

22 Bildungen · 1 Erstglied · 19 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von strampeln 2 Komponenten

stramp+eln

strampeln setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

strampeln‑ als Erstglied (1 von 1)

strampeln als Zweitglied (19 von 19)

Úmstrampeln

Campe

Х Úmstrampeln , v. trs . ich strampele um, umgestrampelt, umzustrampeln , strampelnd, durch Strampeln umstoßen. D. Umstrampeln .

ABSTRAMPELN

DWB2

abs·trampeln

DWB2 ABSTRAMPELN vb. DWB2 DWB2 DWB2 1 etwas strampelnd wegstoßen ( auch bildl. ) 1861 W. Hoffmann wb. 1,64 b . 1874 ich war von jeher gewöhn…

afstrampeln

MeckWB

Wossidia afstrampeln etwas durch Bewegung der Beine fortstoßen: dat Kind strampelt sick dat Bedd af so daß es bloß liegt allgem.; vgl. MeckW…

aufstrampeln

PfWB

auf·strampeln

auf-strampeln schw. : sich a. 'sich durch Strampeln aufdecken'. 's Kind hot (hat) sich ufg(e)strampelt [allg.]. RhWB Rhein. VIII 783 .

ausstrampeln

PfWB

aus·strampeln

aus-strampeln schw. : sich a. 'durch Strampeln sich eines Beinkleides entledigen', ausstrample (-šdramblə) [ LU-Altr Alsh ]. RhWB Rhein. VII…

durchstrampeln

PfWB

durch·strampeln

durch-strampeln schw. : 'durch Strampeln beschädigen'. Er hot seiⁿ Deckbett duʳchgestrambelt (-gəšdrḁmbəld) [ LU-Alsh ], dorich- [ BZ-Dernb …

herausstrampeln

PfWB

heraus·strampeln

heraus-strampeln schw. : sich h. (aus der Decke), vgl. PfWB ausstrampeln . 's Kind hot sich rausg'strampelt [ LU-Altr ]. SHW Südhess. III 29…

herumstrampeln

PfWB

herum·strampeln

herum-strampeln schw. : 'viel strampeln'. Des Kind dut was rumstramble [ BZ-Stein ]. Wann die Wärscht vun Bääm do däde bamble, do braicht me…

Niederstrampeln

Campe

nieder·strampeln

Х Niederstrampeln (O. D. Niederstrampfen ), v. trs . durch Strampeln mit den Füßen niederstoßen. D. Niederstrampeln .

utstrampeln

MeckWB

Wossidia utstrampeln refl. bis zur Genüge strampeln: sick mal düchtig utstrampeln Gad.-Trotsche Frünn' 186.

verstrampeln

DWB

verst·rampeln

verstrampeln , verstrampfen , verb. , das erste nd.-md., das zweite obd.-md. form; das bett ' aus der lage, in unordnung bringen durch stamp…

Ableitungen von strampeln (2 von 2)

verstrampeln

DWB

verstrampeln , verstrampfen , verb. , das erste nd.-md., das zweite obd.-md. form; das bett ' aus der lage, in unordnung bringen durch stamp…