schrubber,
schrobber,
m. einer der schrubbt,
geizhals, schruppbesen. über etymologie und verwandtschaft vergl. schrubben.
die form schrobber
steht bei Stieler, Wachter, Kilian;
daneben auch schrober, schropper,
s. die belege aus der litteratur; schrubber
dagegen schon bei Schottel,
ferner bei Stieler, Adelung, Campe.
von hochd. mundarten haben das wort nur wenige: pfälzisch schrupper
Klein 2, 143,
ebenso nassauisch Kehrein 1, 368,
am Rhein Schm. 2, 610,
niederrhein. schrübber Klein
a. a. o. Müller-Weitz 223.
dagegen im nd. allgemein verbreitet, meist als schrubber,
auch schrübber Woeste 232
b, schrupper Schamb. 186
a,
daneben vielfach mit angehängtem t: schrubbert
allein kennen Richey 242. Strodtmann 375
a. Schütze 4, 74. Dähnert 415
a,
neben schrubber
brem. wb. 4, 699. Frommann 5, 432, 531,
so auch Adelung
und Campe. Frischbier
gibt an: schrobber,
verhochdeutscht schrubber,
im volksmunde allgemein schrubbert 2, 317
a;
in Aachen schrübbet (= -ert)
oder schrübbler
in der bedeutung 2 (
dagegen schrübber
im sinne 1,
b) Müller-Weitz 223. 11)
einer der schrubbt. 1@aa)
allgemein: schrapfer, schrapper, schrabber, schrubber,
m. raditore, raspatore u. s. w. Kramer
dict. 2, 647
a; schrobber,
scalptor, rasor, corrasor Kilian.
als spottname für den tischler: ein smidt den sniddeker plecht spötlick tho verhönen, ... 'ein skrubber bistu doch bi diner hövelbanck'. Lauremberg
scherzged. 1, 165. 1@bb)
speziell der geld zusammenscharrt (
vergl.schrubben 6),
geizhals, s. Weigand 2, 645;
so besonders in der ältern sprache: schrubber,
m. filtziger, lausiger kerl,
sordidus tenax et avarus Schottel 1409; schrapfer, der,
et schrabber,
alicubi etiam schrobber,
et schrubber,
propr. radens, sive rasor, scabens: saepius autem dicitur de homine sordido, tenaci, et avaro Stieler 1917, ein schrobber,
et schrabber,
avarus 1918; schrobber,
avarus Wachter 1467,
homo vilis Kilian: wie mancher kahler schropper aber ist, der zweymal so viel im kasten hat, und ist niemand damit gedient als dem teufel und seiner mutter. Schuppius 113; der ärgste schrober und geizhals in Belissa (
Breslau). J. v. Winckler
edelmann (1696)
s. 65; Elbenstein um nicht vor einen schrupper oder kargen filtz angesehen zu werden, acceptirte solches.
cav. im irrgarten 547. —
weniger üblich in neuern mundarten, in Aachen schrübber
gewinn-, habsüchtiger mensch, leuteschinder Müller-Weitz 223,
ostfries. habsüchtiger mensch Stürenburg 235. ten Doornkaat Koolman 3, 149
b,
s. auch Frommann 5, 432, 531,
sonst im ältern niederd. ein unnützer mensch, von dem niemand gutes hat Richey 242,
vgl. Strodtmann 375
a.
brem. wb. 4, 699. Schütze 4, 74. 1@cc)
anders gewendet ist der sinn in folgenden stellen: mancher tapffer groszmütiger held .. wünschet jetzt in der höll, dasz er der allerärmste schröbber (
der seinen unterhalt mühsam zusammenscharren musz, armer teufel, oder schindluder, zu schrubben 7?), der allerverachteste bärnhäuter in der welt seyn möchte. Schuppius 381.
ebenso: der erste sey gewesen der Dudlejus, ein mann ausz einer vornehmen familia .. der ander aber sey gewesen der Empsonus, ein armer schropper, cui lucri odor bonus fuit ex re qualibet. 17. 1@dd)
nl. auch vom totengräber: schrobber,
vel reeuwer,
vespillo, pollinctor Kilian. 22)
gerät zum schrubben,
ein steifer besen oder eine bürste aus starken, kurz abgeschnittenen borsten an langem stiel zum scheuern Adelung. Weigand 2, 644
f. Jacobsson 4, 59
b.
ferner mundartlich, s. Klein 2, 143 (
Pfalz). Kehrein 1, 368. Müller-Weitz 223 (
s. oben). Richey 242.
brem. wb. 4, 699. Schütze 4, 74. Dähnert 415
a (
abgenutzter besen). Danneil 187
b. Mi 77
a (
acker- und hausgerät). Stürenburg 235. ten Doornkaat Koolman 3, 149
b. Woeste 232
b. Schambach 186
a. Frischbier 2, 317
a. Frommann 5, 342, 531: als wir jungen .. nach einem kopftuch (sogenannten aufwaschkodder), besen, schrubber und andern scheuerutensilien in die küche stürzen. Bogum. Goltz
jugendl. 1, 107. —
im seewesen ein zwischen zwei bretter gebundener besen von kurzen reisern mit langem stiel, der unter dem boden eines schiffes durchgezogen wird, um es von den angesetzten muscheln und seegräsern zu reinigen, auch farken, spanischer besen Bobrik 613
b,
vgl. 279
b. Jacobsson 4, 53
b hat in diesem sinne schrobber (
sonst schrubber,
s. oben),
ebenso öcon. lex.2 2, 843.