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schrubben

mnd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
11 in 11 Wb.
Sprachstufen
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11

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schrubben verb.

Bd. 15, Sp. 1798
schrubben, verb. , auch schrobben und schruppen, kratzen, reiben, scheuern, scharren. ein gemeingermanisches wort, zu dem aus den andern indogerm. sprachen sichere entsprechungen nicht bekannt sind (ein irisches scriobam wird von ten Doornkaat Koolman 3, 149b angezogen). schrubben berührt sich in form und bedeutung mit schrappen; auch schröpfen ist heranzuziehen. doch steht trotz des unzweifelhaften etymologischen zusammenhangs die abweichende lautstufe des labials einer directen vergleichung entgegen. schrubben findet sich in den meisten germanischen sprachen, nur in den ältesten epochen ist es durchweg unbezeugt: schwed. norw. skrubba, n. skrubbe schrubben, scheuern, tadeln (entlehnt?); engl. scrub aus mittelengl. scrobben, striegeln, s. Skeat 535a; offenbar verwandt ist shrub, staude, strauch, aus ags. scrob, mittelengl. shrob, shrub, das sich in norw. skrubba, cornus Svecica, wiederfindet 551b. Aasen 688a. mnd. mnl. schrobben reiben, kratzen, scharren Schiller - Lübben 4, 139b; schrobben, scalpere, scabere, fricare, radere, rasitare, et corradere, acervare Kilian; ebenso niederrhein.: scabere ... schrobben Dief. 515a (gemma gemmar. Cöln 1507). dem ältern hd. ist das wort ganz fremd; doch findet sich einmal schropfen für strigillare (anfang des 15. jahrh.), s. Dief. gloss. 556a neben gewöhnlichem schrappen, also der form nach zu schröpfen, dagegen in der bedeutung zu mittelengl. scrobben stimmend. Weigand 2, 644 führt hochd. schropphen zu 1429 an. das nhd. schrubben ist mithin offenbar aus dem nd. entlehnt Weigand a. a. o. Kluge5 337b; es begegnet in der litteratur sehr spärlich, auch die wörterbücher haben es erst spät aufgenommen; zuerst hat es Kramer verzeichnet. die ältesten geben die form schrobben (Kramer und Stieler), Stieler daneben schrubben, dem Adelung und Campe den vorzug geben. letztere form ist im allgemeinen im nhd. die herrschende; erst in neuerer zeit tritt daneben die verhochdeutschte form schruppen auf. ziemlich weit ist schrubben in mitteld. mundarten verbreitet: in Augsburg schroppen Schmid 479, lausitz. schropen Anton 4, 8; am Rheine, in Hessen und Thüringen schruppen Schm. 2, 610. Klein 2, 143 (Pfalz, Coblenz, Jülich, Berg). Schmidt 211. Vilmar 371. Kehrein 1, 368 (auch schruppchen) Hertel sprachsch. 221. Liesenberg 203, schrubbe(n) nur im nördlichen Hessen Vilmar a. a. o., und in Aachen Müller - Weitz 223. in Preuszen schrobben und schrubben Frischbier 2, 317a. in den nd. mundarten durchweg schrubben, nur Schambach 186a gibt schruppen. auch im friesischen: saterl. sgrubje, wangeroog. schrub, nordfries. skrobbe ten Doornkaat Koolman 3, 149b. bedeutung. 11) selten in der allgemeinen bedeutung des kratzens, schabens u. s. w.; so in Thüringen kratzen Hertel sprachschatz 221. Liesenberg 203; sich kratzen, besonders in den kleidern Kehrein 1, 368; südhannov. schruppen, schaben (abkratzen), stärker als schrapen; sprichwörtlich: de fisch werd bî lebendigen lîwe 'schruppet, un de Jûden wërt doch erst nâ'n dâe 'schruppet. Schambach 186a; ostfries. (mit messer, bürste, besen u. a.) kratzen, reiben, scheuern, bohnen u. s. w., 'n bôm oder fisk schrubben, ofschrubben, schrappen, de hûden mit'n schrubmest ofschrubben. ten Doornkaat Koolman 3, 149b. meist auf bestimmte gebrauchsweisen eingeengt. 22) mit einem stumpfen besen oder einer steifen bürste scheuern Adelung; das pflaster, das estrich mit einem besem schrabben ò schrobben, raschiare cioè fregare, scurare, nettare con una scopa intinta in acqua il lastrico Kramer dict. 2, 646c; so in den meisten mundarten, s. Klein 2, 143. Schmidt 211. Vilmar 371. Kehrein 1, 368. Müller-Weitz 223. Frischbier 2, 317a. Richey 242. Strodtmann 206. 375a. brem. wb. 4, 698 f. Schütze 4, 73. Danneil 187b. Stürenburg 235b. ten Doornkaat Koolman 3, 149b. Woeste 232b. Schambach 186a. Frommann 5, 432, 531. belege aus der litteratur: so, lieber enkel! sey lustig! das schruppen in der hölle ist vorbei! Grabbe 1, 467; den mägden kommet zu das stuhcken, schrobben, bohnen. carm. nupt. des 18. jh. bei Frischbier a. a. o. auch im seewesen, die seiten eines schiffs mit einem schrubber oder spanischen besen reinigen Bobrik 613. 33) bei den tischlern, ein bret mit dem schrubbhobel aus dem groben behobeln Adelung. Jacobsson 4, 59b. Karmarsch-Heeren3 4, 342. Strodtmann 206. brem. wb. 4, 699. Schambach 186a. dafür auch schruffen, s. daselbst 2, s. ferner schrupfen 1. 44) eine strafart: frage. was ist das schrubben? antwort. es wird einer an den beinen und dem kopf gefaszt, auf den tisch gelegt und hinüber und herüber gezogen. Frankfurter journal 1877, nr. 273 (2. oct.), beilage 1b. 55) übertragen, einen übervortheilen Hertel sprachschatz 221. Liesenberg 203. Müller-Weitz 223. 66) geld zusammenscharren Müller-Weitz 223; schrobben, et schrubben, corradere, coacervare, inhiare divitiis, verbum Saxon. est. Stieler 1918. 77) in Augsburg, starke, grobe arbeit verrichten Schmid 479, vgl. ostfries. schrubben (sich) reiszen, abreiszen, wehren, sich abmühen ten Doornkaat Koolman 3, 149b.
5106 Zeichen · 138 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schrubbensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    schrubben , sw. V. nhd. „schrubben“, kratzen, scharren, entfernen, reiben, scheuern, von Schuppen (F. Pl.) befreien, sch…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schrubben

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Schrubben , verb. reg. act. welches eine unmittelbare Nachahmung eines gewissen Lautes ist, welcher z. B. enstehet, wenn…

  3. modern
    Dialekt
    schrubben

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    schrubben mit einem groben Besen oder einer stumpfen Bürste scheuern; mnd. schrubben, Jac. 1, 128 šrųm, die Mda. sprich…

  4. Spezial
    schrubben

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    schrub|ben vb.tr. 1 (scheuern) sferié (sfrëia) 2 (roh bearbeiten) desmazé (-za).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schrubben

1 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schrubben 2 Komponenten

schrub+ben

schrubben setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Ableitungen von schrubben (1 von 1)

verschrubben

DWB

verschrubben , verb. : ' die dielen verschrubben, sie durch schrubben unscheinbar machen '. Sallmann lex. beitr. zur deutschen mundart in Es…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schrubben". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schrubben/dwb?formid=S18000
MLA
Cotta, Marcel. „schrubben". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schrubben/dwb?formid=S18000. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schrubben". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schrubben/dwb?formid=S18000.
BibTeX
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