schruppen
das Wort, im Ablaut zu
schrappen (urkdl.
scrubben Ess-Werden 1657),
s. auch schruben (-uw-, –ōw-), ist im Rhfrk vereinzelt, sonst allg., u. zwar Rhfrk in Saarbr, Ottw, Birkf, Simm, Bernk (Hunsr) u. Goar hier u. da
-ub-; Mosfrk
-ub-; Rip
-ub- u. im selben Orte im SRip
-up-; sonst
-ub- [Kref, Mörs, NGeld, Klevld
-ob-]
schw.: 1. stark reiben a. im allg. Sinne kratzen auf oder in der Erde, mit der Hand oder dem Fuss, bes. scharren, von den Hühnern;
ek häbb enne Poll (Strauch)
Erpele (Kartoffeln)
geschroppt herausgescharrt Geld, Mörs, Klev; die Därme des Schlachttieres schr., von der Schleimhaut befreien Bitb-Geichl, Prüm-Willwerath, Heinsb-Arsbeck; das geschlachtete Schwein schr., seine Borsten abschaben Bitb-Betting; Dornen (zum Zustecken der Wurst) schr., abschaben Mörs, Geld, Klev; den Schuhriemen schr., durchreiben Ahrw-Altenahr (
s. durch-); etwas
bejənen-, ütərenschr. beieinander-, auseinanderscharren Mörs, Geld, Klevld; Geld u. Gut (viel)
zesammenschr. durch Geiz, auf unehrliche Weise zusammenscharren, –häufen, erwerben Saarbr, Ottw, Simm, Merz, Trier, Bernk, Bitb, Prüm, Aach. RA.:
Palm in't Für (Feuer)
schr. (scharren) kommen, um sich zu entschuldigen, klein beigeben Geld.
Et werd gesoch (gesucht),
geploch (gepflückt),
geschropp, gekok on doch nit gegeten? Rätsel vom Wurstdorn Mörs.
Wie en Wouf (Wolf)
schr. Aach-Stdt. — Sonst gilt
schrappen. — b. den Fussboden (auch wohl Holzgeräte) schr., mit gestielter Bürste
(Schrubber) u. Wasser, nach Umständen auch mit Sand u. Seife scheuern, reinigen, was in der Regel samstags geschieht (das Säubern des Bodens mit
dər Botzlombə, einem nassen Tuch, das manchmal um den
Schribbər geschlungen wird, nennt man
offnämmə Siegld, Allg;
de Fossboddem (et Gebünn), de Stuff (et Zemmer), de Trapp, den Dürpel schr.; de ren geschruppte Stuff Rip, Allg. RA.:
Van Schr. on Keəhre kann sech kene ernäəhre gegen das übertriebene Schr. Sieg-ODollend.
Schrubb-der-Büll »Scheuere-den-Beutel«
m. einer, der andere ausbeutet, auf der Tasche reitet MGladb-Giesenk Mülfort. — c. ein Brett schr., mit dem
Schrupphobel dünner hobeln, in der Spr. der Schreiner Allg. —
d. mit groben Feilen einen grossen Span abfeilen; die Höhlung des Bohrers auskratzen Berg. — e. den Weinberg schr., bes. verunkrautete Bodenweinberge im Sommer mit Breithacke
(Hau) oberflächlich schälen (früher) uMos;
Rommeln schr. mit dem
Schruppert Unkraut zwischen den einzelnen Reifen der Runkelrüben ausjäten Bitb;
schrobben das Feld mit dem Dreischar aufreissen Ruhr. —
f. übertr. den Bart schr., scherzh. rasieren Simm-Schlierschd, Bitb-NWeis, Zell-Stdt, Grevbr-Beckr; dünnes Gras schr., mähen Bernk-Wehlen;
nummen (nur)
su driwer schr. so drüber mähen, nachlässig
m., dass zu hohe Stoppeln stehen bleiben WBitb;
einem de Röck schr. ihn verprügeln Rip;
schr. on schrabbe tüchtig arbeiten Bergh-Blatzh;
jetz häscht's (heisst es)
e biss-che geschruppt sich angestrengt Saarbr-Krughütte;
de schruppt, wu en nummen kan er schrappt gierig alles zusammen;
de schr. op den Orbetsleiden beutet sie aus Bitb-Dudeld. — g. einen schr. α. einen reinigen (verächtl.)
jde soll mat dem Besem geschruppt ge so schmutzig ist er Wittl-Kinh, Allg. — β. einen prügeln;
de es gehüreg geschrupp wuərde; de hät se g. krege Rip, Allg. — γ. einen übervorteilen;
de kennt et, de Lü ze schr. Monsch-Zweifall, Trier-Mettnich.
En Königswinter werden se geschropp, en Dollendorf gefopp, en Oberkassel geklopp Neckspr. über diese Dörfer des Kr. Sieg. — 2.a. von Geräuschen. α. den Bass streichen Ahrw-Remag; Katzenmusik machen Prüm-Mürlenb 1860, Bernk-Merschd. — β. wiehern, vom Pferde Mörs-Marienbaum. — γ. knarren, von der Türe Waldbr-Hoff;
de Dir schruppt sech Prüm-Wetteld;
de D. schr. iwer de Bodem Bernk-Neumag. — δ. tanzen Koch-Moselkern, Bitb-Wiersd.
We viel schruppt, brauch v. Schohn Bitb-Wiersd. — b. zusammenschrumpfen, vom Obst;
de Äppel schr. zosamme, — sen z.geschrupp; z.geschrupp Deng Sieg-Rhö
nd. — Abl.:
die Schrupperei, dat Geschrupp(s).