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Feile

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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20 in 18 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Feile

Bd. 6, Sp. 383
Feile, Werkzeug von Stahl, dessen mit zahlreichen kleinen Zähnchen versehene Oberfläche seine Späne (Feilspäne) von dem mit ihm bearbeiteten Arbeitsstück abnimmt. Die Zähnchen werden durch Einhauen von Kerben mittels eines Meißels hervorgebracht (Feilenhauen). Laufen diese Kerben auf jeder Seitenfläche einer F. nur nach einer Richtung und parallel miteinander, so heißt sie einhiebige F.; bei den meisten Feilen laufen sie aber nach zwei sich durchkreuzenden Richtungen (zweihiebige Feilen). Der Hieb ist stets so geführt, daß die aufgeworfenen Kanten nach der Spitze der F. hin steil abfallen, so daß die F. beim Vorwärtsstoßen ang reist. Die Feilen werden aus bestem Stahl in Gesenken geschmiedet oder gewalzt, durch Befeilen und Schleifen auf Schleifmaschinen ausgearbeitet und dann mit Meißeln gehauen, deren Schneide je nach der Gestalt der darzustellenden F. geradlinig, konkav oder konvex sein muß; man legt die leicht mit Fett bestrichene F. auf einen Amboß, hält sie mit einem Riemen, in den der Arbeiter mit den Füßen wie in einen Steigbügel tritt, fest und bringt jeden Einschnitt mit einem einzigen Hieb hervor. Eine schon mit Hieb versehene Fläche der F. wird durch Bleiunterlage geschützt. Nachdem alle Seiten mit dem ersten Hieb (Unterhieb) versehen sind, nimmt man auf dem Schleifstein oder mit einer groben F. den Grat ab und bringt dann den Oberhieb an. Ein sehr geschickter Feilenhauer macht auf groben und großen Feilen 70–90, auf kleinen Feilen bis 240 Schläge in einer Minute. Trotzdem Feilenhaumaschinen seit 1735 in ungemein großer Zahl konstruiert sind, ist die Handarbeit Regel. Die Feilenhaumaschinen beruhen, abgesehen von einigen Versuchen, kleine Dampf- oder Federhämmer zu verwenden, auf dem Prinzip, eine den Meißel tragende, vertikal geführte Stange (Hammer) mittels eines Daumens zu heben und durch eine von der Aufwärtsbewegung gespannte Feder abwärts schnellen zu lassen, so daß der Meißel in dem auf einem Schlitten ruhenden Feilenkörper einen Hieb hervorbringt, nach dem darauf der Schlitten um den Abstand zweier Hiebe vorrückt. Nach dem Hanen werden die Feilen mit einem Brei von Kochsalzlösung und Roggenmehl, von Bierhefe, Hornkohle, Ofenruß, Pferdemist, Kochsalz, Ton bestrichen, getrocknet, rotglühend gemacht und durch Eintauchen in Regenwasser oder Kochsalzlösung gehärtet. Man reinigt sie dann mit einer Bürste, Sand und Wasser, mittels Sandgebläse oder mit verdünnter Schwefelsäure, trocknet sie schnell auf einer erhitzten Eisenplatte, taucht sie warm in Baumöl und verpackt sie nach dem Abtropfen in Papier, nachdem noch die Angel durch Erhitzen weich gemacht ist. Die Feilen haben sehr verschiedene Größe, von 2,5–60 cm und mehr; die größten Feilen mit grobem Hieb heißen Arm- und Strohfeilen (in Stroh verpackt), mit 10–27 Einschnitten auf 25 mm Länge; die Feilen mit Mittelhieb Bastard- oder Vorfeilen, die feinsten Schlichtfeilen, mit 140–230 Einschnitten. Zur Bezeichnung einer F. dient im Handel auch die Länge, weil der Hieb bei kleinen Feilen seiner als bei großen ist. Bastardfeilen von 75 mm Länge haben auf 25 mm 73, solche von 18 cm 37, von 30 cm 28, von 40 cm 22, von 50 cm 19, von 55 cm 17 Einschnitte. Die meisten Feilen sind gegen das vordere Ende hin stark verjüngt; die Flächen sind der Länge nach teils gerade, teils bauchig. Nach der Querschnittsform unterscheidet man vierkantige mit quadratischem Querschnitt und Hieb auf allen vier Flächen, deren gröbste die Armfeilen sind; flache (Ansatz-, Handfeilen) mit rechteckigem Querschnitt und auf einer schmalen Seite ohne Hieb; spitzflache (Spitzfeilen) mit rechteckigem Querschnitt, spitz zulaufend; Messerfeilen, spitz, im Querschnitt messerförmig; Gabelfeilen, spitzflache Feilen mit abgerundeten Schmalseiten zum Ausfeilen der Gabelzinken; Einstreichfeilen (Schraubenkopf-, Schwertfeilen), deren Querschnitt ein sehr stark verschobenes gleichseitiges Viereck mit ein wenig abgestumpften scharfen Winkeln bildet; dreieckige, deren Querschnitt ein gleichseitiges Dreieck ist; Sägefeilen, den vorigen ähnlich, aber mit ganz schmalen, einfach gehauenen Flächen statt der Kanten; spitze halbrunde; Wälzfeilen, dünne, halb runde, nicht spitze Feilen, deren runde Seite glatt ist; Vogelzungen, spitze Feilen mit zwei runden Flächen; runde Feilen (Rattenschwänze). Im Handel unterscheidet man Bundfeilen, in Bunden von 3–16 und mehr Stück, und Zollfeilen, bei denen die Länge in Zollen angegeben wird. Bei Bearbeitung eines Metalls mit der F. beginnt man stets mit groben Feilen (Bestoßen, Schruppen) und nimmt allmählich feinere und ganz seine (Schlichten, Abschlichten). Letztere werden auf Schmiedeeisen und Stahl mit Öl benutzt. Sind die Feilen nach längerm Gebrauch verstopft, so reinigt man die gröbern mit einer seinen Stahlspitze, feinere mit einer Kratzbürste oder einem auf Holz genagelten Stück einer Baumwollkratze; vorteilhaft befeuchtet man dabei die Feilen mit Petroleum. Stumpf gewordene Feilen werden von neuem ausgehauen oder mittels Sandgebläse geschärft. Zum Ersatz der mit der Hand auszuführenden Arbeit des Feilens dienen besonders Fräs- und Feilmaschinen (s. d.). Vgl. Wildner, Handbuch der Feilenkunde (Düsseld. 1885).
5191 Zeichen · 38 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    feileswv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)

    feile swv. hülle in einen mantel, verschleiere. ir allir schœnde was gevailt Türl. Wh. 131. b.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    feileF., M.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    feile , F., M. nhd. Kopftuch, Schleier, Mantel, grobes Gewand Hw.: s. vēle (4); vgl. mhd. væle (1) I.: Lw. lat. vēlum E.…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Feile

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Feile , plur. die -n, Diminut. das Feilchen, ein auf der Oberfläche mit Einschnitten versehenes Werkzeug von Stahl, …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Feile

    Goethe-Wörterbuch

    Feile 1 Werkzeug zur Feinbearbeitung von Metall; ‘englische F.’ für Feile aus bes hartem engl Stahl beschloß ich ihn [ d…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Feile

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Feile , bekanntes Werkzeug aus Stahl, mit Einschnitten, welche durch Hauen mit einem Meißel hervorgebracht werden; nach …

  6. modern
    Dialekt
    Feilef.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Feile f. : ' das Werkzeug F. ', Feil (fail), Fäil (fęil), Fil [verbr., vgl. die Linien Ais/Äis/Is auf K. 1]; vgl. Raspel…

  7. Sprichwörter
    Feile

    Wander (Sprichwörter)

    Feile 1. Besser zwei Feilen zerbrochen, als Rost am Schloss. 2. Die Feile macht sich rostig (oder: stumpft sich ab), um …

  8. Spezial
    Feile

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Fei|le f. (-,-n) lima (limes) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit feile

44 Bildungen · 21 Erstglied · 22 Zweitglied · 1 Ableitungen

feile‑ als Erstglied (21 von 21)

Feile II

RhWBN

Feile II fāil, fājəl Trier (Mos, Ruwer ) f.: schmaler, passartiger Fussweg, Durchgang im Weinberg; auch langgezogener Graben, in den die jun…

feilen I

SHW

feilen I Band 2, Spalte 409-410

feilen II

SHW

feilen II Band 2, Spalte 409-410

Feilenhalter

Adelung

feilen·halter

Der Feilenhalter , des -s, plur. ut nom. sing. bey den Feilenhauern, ein hölzerner cylindrischer Häft, die Feile während des Hauens zu halte…

Feilenhau

RhWBN

feilen·hau

Feilen-hau Wuppergeb. m.: die handwerkl. Bearbeitung der Feilen.

feilenheft

DWB2

feilen·heft

feilenheft n. : 1736 Rembold papier 72. ⟨1936⟩ Waggerl wagrainer tgb. (1939)63.

Feilenkluppe

PfWB

feilen·kluppe

Feilen-kluppe f. : ' Klemmhalter für den zu feilenden Gegenstand, Schraubstock ', Feileklupp [ BZ-Dierb ]. Rhein. II 367 ; Bad. II 35 Feilkl…

Feilenmuschel

Meyers

feilen·muschel

Feilenmuschel ( Lima Brug .), Gattung der Monomyarier (s. Muscheln ), verwandt mit Pecten , mit gleichklappigen, schräg-eirunden, weißen Sch…

feilenschmied

DWB2

feilen·schmied

feilenschmied m. : 1592 obrhein. stadtrechte II 1,199. ⟨1810⟩ Sartori Oesterreich (1811)1,370.

feilensmīde

KöblerMnd

feilen·smīde

feilensmīde , N. nhd. Geschmeide, Schließe, Schnalle E.: s. feile, smīde L.: MndHwb 1, 680 (feylensmîde)

feilenstrich

DWB2

feilen·strich

feilenstrich m. : 1749 Oppel markscheidekunst 174. 1977 Kühn jahrgang 22 90. Arbeitsstelle/Peperkorn

feile als Zweitglied (22 von 22)

fitzfeile

DWB

fitz·feile

fitzfeile , f. um das öhr in die nadel zu feilen. Brosenius 2, 446 .

Glattfeile

Adelung

glatt·feile

Die Glattfeile , plur. die -en, bey verschiedenen Metallarbeitern, eine feine Feile, die aus dem Groben gefeilten Dinge damit glatt zu mache…

Größerfeile

Adelung

groesser·feile

Die Größerfeile , plur. die -n, bey den Kammmachern, eine Feile, die eingeschnittenen Zähne in den Kämmen damit auszugrößern.

handfeile

DWB

hand·feile

handfeile , f. kleine feile mit feinem hieb, im gegensatz zu der schweren armfeile, mit grobem hieb. Jacobsson 2, 204 a .

hohlfeile

DWB

hohl·feile

hohlfeile , f. feile bei den goldschmieden, um hohle oder vertiefte sachen damit auszufeilen.

hornfeile

DWB

horn·feile

hornfeile , f. eine holzraspel, womit der grobschmid den huf des pferdes beim beschlagen feilt.

nadelfeile

DWB

nadel·feile

nadelfeile , f. 1 1) aus stahldraht gefertigte feine runde feile der goldschmiede und metallarbeiter zum ausfeilen durchbrochener zierraten.…

plattenfeile

DWB

platten·feile

plattenfeile , f. eine art feilen ( der schlosser ), die einen feinern hieb haben als die vorfeile. Jacobsson 3, 265 a .

Polier-Feile

Adelung

polier·feile

Die Polier-Feile , plur. die -n, bey den Schlössern, eine feine Feile, die Arbeiten damit zum eigentlichen Polieren vorzubereiten.

räderfeile

DWB

raeder·feile

räderfeile , f. bei uhrmachern eine zarte feile, womit man die uhrräder ausfeilt. Jacobsson 3, 342 a .

raumfeile

DWB

raum·feile

raumfeile , f. eine art feilen, deren sich die schlosser bedienen. Adelung.

riffelfeile

DWB

riffel·feile

riffelfeile , f. eine kurze, rundliche, etwas gekrümmte feile, der sich metallarbeiter bedienen. Jacobsson 3, 420 a .

schlichtfeile

DWB

schlicht·feile

schlichtfeile , f. die feinste art der feilen Jacobsson 3, 627 b , vergl. schlichten, glätten. schlicht-feile, lima poliens Frisch 2, 198 b …

spitzfeile

DWB

spitz·feile

spitzfeile , f. feile, womit allerlei sachen spitz gefeilt werden, wie sie z. b. die kammacher brauchen, um die zähne der kämme zu spitzen. …

Stōßfeile

Adelung

stoss·feile

Die Stōßfeile , plur. die -n, bey den Schlössern, eine Art kleiner Feilen, besonders zu den Schlüsselbärten.

vorfeile

DWB

vor·feile

vorfeile , f. , zur vorbereitenden bearbeitung dienend: ' eine breitere als dickere feile mit ziemlich starken hieben, womit aus dem groben …

wohlfeile

DWB

wohl·feile

wohlfeile , f. , wohlfeilheit, billigkeit. mhd. wolveile mhd. wb. 3, 291 mit belegen aus dem 13. jh. dialektisch mit murmel- e statt des dip…

Zinnfeile

Adelung

zinn·feile

Die Zinnfeile , plur. die -n, bey den Zinngießern, Feilen, Sachen von Zinn damit zu feilen.

Ableitungen von feile (1 von 1)